Wer macht die Regeln bei Social Media?

Di, 19. Januar 2021, Ralf Hersel

Gestern schrieb der Chef des Messengers Telegram, Pavel Durov, auf seinem Telegram-Kanal Folgendes:

In den letzten zwei Wochen hat die Welt die Ereignisse in den Vereinigten Staaten mit Sorge verfolgt. Obwohl die USA weniger als 2% unserer Nutzerbasis ausmachen, haben auch wir bei Telegram die Situation genau beobachtet.

Telegram begrüsst friedliche Debatten und Proteste, aber unsere Nutzungsbedingungen verbieten ausdrücklich die Verbreitung von öffentlichen Aufrufen zur Gewalt. In den letzten 7 Jahren haben wir diese Regel weltweit konsequent durchgesetzt, von Weissrussland und Iran bis Thailand und Hongkong. Zivilbewegungen auf der ganzen Welt verlassen sich auf Telegram, um für Menschenrechte einzutreten, ohne dabei Schaden anzurichten.

Anfang Januar begann das Telegram-Moderationsteam, eine erhöhte Anzahl von Berichten über US-bezogene öffentliche Aktivitäten auf unserer Plattform zu erhalten. Das Team handelte entschlossen, indem es gegen US-Kanäle vorging, die Gewalt befürworteten.

Dank dieser Bemühungen haben unsere Moderatoren letzte Woche Hunderte von öffentlichen Gewaltaufrufen blockiert und abgeschaltet, die sonst Zehntausende von Abonnenten hätten erreichen können. Das Team bearbeitet weiterhin Berichte von Nutzern und entfernt proaktiv Inhalte, die direkt zu Gewalt aufrufen.

Ich möchte mich bei allen bedanken, die öffentliche Kanäle gemeldet haben, die die Grenze überschritten haben. Machen Sie weiter so! Wir schätzen jeden Ihrer Berichte. Telegram begrüsst politische Debatten, die von allen Seiten des politischen Spektrums kommen - wird aber schnell handeln, um diejenigen zu stoppen, die Menschen dazu anstiften, anderen Schaden zuzufügen.

Diese und ähnliche Botschaften von den Betreibern der diversen Messenger und Social Media Plattformen haben wir in den letzten Wochen häufig gelesen. Beim ersten Durchlesen klingen die Aussagen überzeugend und selbstverständlich. Denkt man eine Weile darüber nach, fragt man sich, wer die Regeln macht. Die Selbstverständlichkeit mag täuschen, weil sie nicht dem legislativen Prozess entstammen, sondern in Rechtsabteilungen von privatwirtschaftlichen Unternehmen formuliert werden.

Firmen dürfen in ihren Geschäftsbedingungen die gesetzlichen Vorgaben überschreiten, aber nicht unterschreiten, falsch auslegen oder zu ihren eigenen Gunsten zurechtbiegen. Die Regeln einer Unternehmung stehen niemals über den (bestenfalls) demokratisch entschiedenen Gesetzen eines oder mehrerer Länder. In einer globalisierten Weltwirtschaft stellt das eine grosse Herausforderung dar; entweder werden die Regeln Land für Land angepasst, oder die AGB finden den kleinsten gemeinsamen Nenner.

Um der Schwerfälligkeit einer parlamentarischen Gesetzgebung vorzubeugen, kann ich mir ein duales System vorstellen: Social Media Unternehmen handeln nach geltendem Recht, sowie ihren eigenen Regeln zur Vermeidung von Missbrauch. Diese Regeln dürfen nicht untern den gesetzlichen Konsens fallen, jedoch darüber liegen (im Sinne des privaten Hausrechts). Legislativen beschleunigen ihre Verfahren um mit der Realität und den Herausforderungen des Internets einigermassen Schritt halten zu können. Neue Gesetze müssen von Unternehmen sofort in ihren AGB umgesetzt werden.

Metadata Cleaner - Anzeigen und Bereinigen von Metadaten in Dateien

Di, 19. Januar 2021, Remo

Metadaten in einer Datei können eine Menge über einem verraten. Kameras zeichnen Daten darüber auf, wann und wo ein Bild aufgenommen wurde und welche Kamera verwendet wurde. Office Anwendungen fügen Dokumenten und Tabellenkalkulationen automatisch Autoren- und Firmeninformationen hinzu. Vielleicht möchten man diese Informationen nicht preisgeben, wenn eine Datei weitergegeben oder auf Social Media veröffentlicht wird. Viele Internetdienste und Messenger entfernen zwar diese Informationen, bevor eine Datei veröffentlicht wird, allerdings hat der jeweilige Dienst dann diese Information.

Mit dem Tool Metadata Cleaner (Deutsch Metadaten-Reiniger) kann man die Metadaten in Dateien anzeigen und sie so weit wie möglich loswerden.

Metadata Cleaner unterliegt der GNU GENERAL PUBLIC LICENSE, v3 und der Quellcode ist auf Gitlab verfügbar.

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Nano 5.5 erschienen

 Di, 19. Januar 2021, Joël Schurter

Der allseits bekannte und sehr oft empfohlene und genutzte Terminal-Texteditor Nano hat ein Update auf die Version 5.5 mit dem Codenamen "Rebecca" erhalten.

Unter anderem kann mit "set promptcolor" die Farbpalette der Prompt-Leiste dahingehend geändert werden, dass man diese besser von der seit dieser Version verfügbaren Minibar unterscheiden kann. Des Weiteren setzt Nano mit der Option "set markmatch" den Cursor an das Ende eines gefundenen Suchbegriffs und blendet den Cursor bis zur nächsten Suchanfrage aus. Das Ausblenden des Cursors lässt sich mit dem Befehl "set showcursor" jedoch deaktivieren.

Ausserdem entfernt "set minibar" die Titelleiste von Nano und fügt anstatt dessen am unteren Rand eine Leiste mit vielen Informationen über das geöffnete Dokument ein. In dieser Leiste befinden sich zum Beispiel der Dateiname, die Cursor-Position und das Zeichen, welches sich unter dem Cursor befindet. Nano zeigt in dieser Leiste auch Informationen an, die in früheren Versionen nur mittels des Befehls "--stateflags" ausgegeben werden konnten, darunter befinden sich Informationen über automatische Einrückung, Zeilenumbrüche etc.

In dieser Version wurde die Unterstützung von S-Lang entfernt.

Quellen:

https://nano-editor.org/news.php

https://www.heise.de/news/nano-5-5-Auf-Wunsch-ohne-Titelleiste-dafuer-mit-Minibar-5027193.html

LibreOffice 7.1 ist bereit zum Testen

Di, 19. Januar 2021, Ralf Hersel

Die Document Foundation gab gestern über Twitter bekannt, dass der erste Release Kandidat der kommenden Office-Suite LibreOffice 7.1 nun für öffentliche Tests bereit ist, bevor die endgültige Version Anfang Februar veröffentlicht wird. LibreOffice 7.1 ist die nächste grosse Version der beliebten und freien Office-Suite, die von Millionen von Computernutzern weltweit verwendet wird, und befindet sich seit mehr als fünf Monaten in der Entwicklung.

Jetzt, zwei Monate nach der Beta-Version, ist der Meilenstein RC (Release Candidate) bereit für öffentliche Tests. Wer helfen möchte, die Zukunft von LibreOffice zu gestalten kann den RC herunterladen und ausprobieren.

LibreOffice 7. 1 enthält neue Writer-Funktionen wie einen neuen Gliederungs-Faltmodus, mit dem Anwender den gesamten Text von der aktuellen Überschrift bis zur nächsten falten können, einen neuen Styles Inspector-Dialog, der alle Attribute von Absatzstilen, Zeichenstilen und manuell formatierten Eigenschaften anzeigt, schnellere Suchen- und Ersetzen-Operationen, neue Tabellenformeln, die Möglichkeit der automatischen Erkennung von Unicode-Typen in Dokumenten, in denen keine BOM existiert, sowie die Möglichkeit, Eingabefelder über View > Field Names umzuschalten.

Die Calc-Komponente bietet eine bessere Rechtschreibprüfung, eine bessere Suche im Autofilter, eine neue Option, mit der man das Einfügen mit der Eingabetaste deaktivieren kann, Unterstützung für die Auswahl von Elementen im Autofilter-Fenster durch Klicken auf die Zeile eines Elements, Unterstützung für Namen in der INDIRECT-Funktion sowie mehrere Verbesserungen beim Füllen von zusammengeführten Zellen.

Wie bei allen neuen LibreOffice-Versionen wurde die Dokumenten-Interoperabilität verbessert, um MS Office-Dokumente besser zu unterstützen. LibreOffice 7.1 bietet verschiedene Verbesserungen der DOCX-, XLSX- und PPTX-Import- und Exportfilter.

Ausserdem verspricht LibreOffice 7.1 eine neue Funktion namens Additions Dialog, mit der Anwender mehr Inhalte (z.B. Icons, Makros, Vorlagen, etc.) von einem externen Speicher in die Office-Suite holen können, die Möglichkeit, sichtbare Signaturen zu bestehenden PDF-Dateien in Draw hinzuzufügen, volle Unterstützung für HTML-Farben in Math und die Möglichkeit, Animationen für mehrere Objekte in Impress gleichzeitig zu ändern.

Die endgültige Version von LibreOffice 7.1 wird Anfang Februar erwartet.

Quelle: https://www.libreoffice.org/download/download/?version=7.1.0

Duckduckgo profitiert von WhatsApp-Flucht

Di, 19. Januar 2021, Ralf Hersel

Die datenschutzfreundliche Suchmaschine mit der Ente im Logo registriert erstmalig über 100 Millionen Suchanfragen pro Tag. Das ist fast nichts im Vergleich zum Monopolisten Google mit seinen 4 bis 5 Milliarden Anfragen pro Tag (Faktor: 50). Duckduckgo liefert Ergebnisse aus hunderten Quellen, darunter auch anderen Suchmaschinen, ohne Nutzerdaten weiterzuleiten. Dazu versucht man, Werbeseiten und Contentfarmen herauszufiltern.

Wer sich fragt, was der seltsame Name 'DuckDuckGo' zu bedeuten, dem gebe ich einen Tipp: "Dreh dich nicht um, denn der Plumpsack geht um".

Seit Beginn des Jahres sind die Suchanfragen bei der Ente kontinuierlich gestiegen. Los ging es mit 78 Millionen pro Tag in den ersten Januartagen, gefolgt von einem Allzeithoch von 90 Millionen Suchen am 10. Januar, welche in den letzten Tagen die 100 Millionen-Marke überschritten haben. Ein Grund dafür ist der Abgesang auf WhatsApp, welcher die Anwenderinnen generell auf die Suche nach Anwendungen und Dienstleistungen geschickt haben, die sorgfältiger mit der Privatsphäre ihrer Kunden umgehen.

Bei dieser Gelegenheit schauen wir wieder einmal auf die Statistik von Netmarketshare zu den GNU/Linux-Zahlen. Bisher wurde gemunkelt, dass der Anstieg eine Folge der Pandemie und der gestiegenen Arbeit im Homeoffice ist (was durchaus plausibel erscheint). Falls nun jedoch die 'Friss-oder-stirb'-Politik von Facebook die Bevölkerung für freie Lösungen sensibilisiert, ist das ein positiver Nebeneffekt.

Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/DuckDuckGo

Datenschutz auf dem Handy

 Mo, 18. Januar 2021, Marc Mader

In diesem Beitrag möchte ich nicht auf die Frage eingehen, wie man sein Smartphone Datenschutzgerechter machen könnte, sondern wie ein auf Datenschutz ausgerichtetes Android-Smartphone eigentlich aussehen sollte. Dabei werde ich in es diesen Artikel fiktiv mit diesen Software-Komponenten ausstatten, die es auf jeden Fall braucht. Wir gehen davon aus, das wir ein Android vor uns haben, was zwar prinzipiell funktionsfähig ist, aber noch nichts ausser die wichtigsten Grundfunktionen vorkonfiguriert ist.

An dieser Stelle ein kurzer Disclaimer: Ich bin weder Programmierer noch ist mir in irgendeiner Form bewusst, wie viel Arbeit dahintersteckt und wie die tatsächlichen Abläufe beim Programmieren eines auf Android basierenden Betriebssystems sind.  Dieser Beitrag soll eine Art „Was-wäre-wenn“ Format sein.

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Solaar - Geräte-Manager für Logitech Unifying Geräte

Mo, 18. Januar 2021, Remo

Wenn man eine Tastatur und eine Maus von Logitech besitzt, die nicht in einem Bundle gekauft wurden, dann werden zwei USB-Anschlüssen am Laptop oder PC blockiert.

Mit einem Unifying Receiver, können bis zu sechs verschiedene drahtlose Eingabegeräte wie Tastaturen oder Mäuse verbunden werden. Die Software für die Konfiguration des Unifying Receiver wird offiziell nur für Windows und macOS angeboten. Hier kommt Solaar ins Spiel. Solaar unterliegt der GNU Public License, v2 und der Quellcode ist auf Github verfügbar.

Solaar ist ein GNU/Linux Geräte-Manager für viele Logitech Tastaturen, Mäuse und Trackpads, die eine kabellose Verbindung zu einem USB Unifying-, Lightspeed- oder Nano-Empfänger herstellen, direkt über ein USB-Kabel verbunden werden oder eine Verbindung über Bluetooth herstellen.

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Distrowatch - die selbsterfüllende Prophezeiung

Mo, 18. Januar 2021, Ralf Hersel

Wenn es eine Webseite gibt, die Informationen über die Popularität von GNU/Linux-Distributionen enthält, wird gerne auf Distrowatch verwiesen, obwohl (fast alle) wissen, dass dieses Portal keine seriöse Quelle ist. Dies geschieht oft in Ermangelung von Alternativen, da das Zählen oder Messen von Popularität oder Installationszahlen kein einfaches Unterfangen ist.

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