Canonical informiert über den Stand von ZFS in Ubuntu

Mo, 8. Juni 2020, Lioh Möller

Die Einbindung des Dateisystems ZFS direkt in den Linux Kernel galt seit jeher als kontrovers. Die bei ZFS zum Einsatz kommende Lizenz CDDL gilt als inkompatibel mit der GPL. Dem zum Trotz hat Canonical im Jahre 2016 eine eigene Interpretation der Situation geschildert und liefert seit Ubuntu 16.04 ZFS standardmässig mit aus. Das Software Freedom Conservancy sieht dies weiterhin als klaren Verstoss gegen die GPL, ebenso wie die FSF. Distributionen wie openSUSE haben sich daher für einen alternativen Weg entschieden und liefern standardmässig das btrfs-Dateisystem mit aus. Letzteres bietet zwar bisher nicht den vollen Umfang von ZFS, ist aber lizenzrechtlich unproblematisch.

Dem ungeachtet informiert der Canonical Didier Roche in einer Serie von Blog-Posts über den aktuellen Entwicklungsstand von ZFS unter Ubuntu. Bei einer Installation von Paketen mittels apt wird jeweils ein Snapshot erstellt. Dieser ist nun auch über den Bootloader Grub auswählbar. Ältere Snapshots werden automatisch bereinigt. Mit Zsys und dem userspace Kommando zsysctl lassen sich Snapshots auf einfache Art anzeigen und verwalten. Benutzerverzeichnisse werden ebenfalls mit Snapshots versehen, wobei nur Differenzen gespeichert werden. In Zukunft soll es damit möglich sein, versehentlich gelöschte Dateien auf einfache Weise wiederherzustellen.

Quelle: https://didrocks.fr/2020/05/26/zfs-focus-on-ubuntu-20.04-lts-zsys-general-presentation/