Clubhouse unter Android - Houseclub macht es möglich

Sa, 20. Februar 2021, Lioh Möller

Die App Clubhouse ist seit einiger Zeit in aller Munde. Dabei handelt es sich um eine Voice-Chat-Applikation die Gespräche zu unterschiedlichen Themen ermöglicht. Insbesondere die deutschsprachige Startup-Szene hat grossen Gefallen daran gefunden. Clubhouse ist jedoch nicht nur proprietär, sondern auch elitär. So steht die App aktuell ausschliesslich für iPhone-Nutzer zur Verfügung und Zugang erhält man nur auf Einladung eines anderen Mitgliedes. Eine Variante für Android ist zwar laut Hersteller in Planung, bisher ist aber kein konkreter Veröffentlichungstermin genannt worden.

Darüber hinaus ist Clubhouse bereits von Beginn an aufgrund von Datenschutzbedenken in die Kritik geraten. So wird bereits während der Registrierung der vollständige Inhalt des Telefonbuchs zum Anbieter übertragen.

Mittlerweile sind einige Freie Software Alternativen wie Jam entstanden und auch die offizielle Applikation wurde grösstenteils reverse-engineered. Eine Referenz-Implementierung mit einem minimalistischen Python-CLI-Client existiert bereits.

Diese hat den russischen Entwickler Gregory K dazu motiviert eine Freie Android-Applikation in Java zu schreiben, welche die grundlegenden Funktionen von Clubhouse implementiert.

Die Installation ist denkbar einfach. Auf GitHub stehen vorgefertigte APK-Pakete zum Download bereit. Nach dem Herunterladen und dem Erlauben der Installation von Drittanbieter-Applikationen, startet Houseclub mit einem minimalistischen Welcome-Screen, welcher zum Login auffordert. Hat man bereits ein Clubhouse-Konto, kann man sich direkt anmelden.

Sollte man noch nicht über ein entsprechendes Konto verfügen, kann an dieser Stelle die eigene Telefonnummer im Format +41... angegeben werden. Daraufhin erhält man einen SMS-Code zur Bestätigung. Während dieses Vorgangs werden selbstverständlich keine Daten aus dem lokalen Telefonbuch übertragen. Dafür landet man auch dort in der Warteschleife, bis man einen entsprechenden Invite erhalten hat. Diesen bekommt man auf Anfrage im Freundes- und Bekanntenkreis oder über diverse Telegram und Discord Kanäle, welche nach dem Sharing Prinzip aufgebaut sind (Man erhält einen Invite und ist aufgefordert im Gegenzug anderen aus der Gruppe Invites zu geben).

Nachdem man einen Invite ergattert hat, meldet man sich einmal aus Houseclub ab und wieder an.

Daraufhin präsentiert sich die Übersichtsliste der vom Server empfohlenen Räume:

Bisher wurden in Houseclub folgende Funktionen implementiert:

  • Login
  • Einsehen der Raumliste, wie sie vom Server vorgeschlagen wird
  • Beitreten zu Räumen aus der Liste
  • Zuhören und Sprechen
  • Hand heben (um das Wort bitten)
  • Akzeptieren, wenn ein Moderator Ihnen das Wort erteilt
  • Echtzeit-Updates in der Teilnehmerliste
  • Profile
  • Folgen und Entfolgen von Personen
  • Follower/Follower-Listen

Das Erstellen von eigenen Räumen wurde noch nicht implementiert.

Einen Einfluss auf die vom Server angebotenen Räume haben die Personen, denen man folgt und die Stichworte in der eigenen Bio.

Hinweis: Rechtlich gesehen bewegt sich Houseclub im dunkelgrauen Bereich und daher sollte man bei der Verwendung Vorsicht walten lassen.

Quelle: https://github.com/grishka/Houseclub