NVIDIA Kauft ARM. Was bedeutet das für Freie Software?

Gute oder schlechte Neuigkeiten? Der Grafikkartenhersteller NVIDIA übernimmt ARM.

Mo, 14. September 2020, Lioh Möller

Neben der News die heute durch die elektronische Presse geisterte, dass Oracle in TikTok investieren will (was mal so gar nichts mit Freier Software zu tun hat) wurde angekündigt, dass NVIDIA die ARM CPU-Entwicklung von SoftBank übernehmen wird. Den ursprünglich vom Computerhersteller Acorn entwickelten Prozessor findet man heute in einer Vielzahl von Geräten, insbesondere in mobilen Geräten wie Tablets oder Smartphones.

Dabei wird die Architektur von Interessenten lizenziert, was in der Vergangenheit ein durchaus rentables Geschäftsmodell dargestellt hat. Nach Aussagen von NVIDIA soll diese Praxis auch in Zukunft weitergeführt werden.

NVIDIA hingegen ist in der Freien Software Szene seit jeher eher als schwarzes Schaf bekannt und wurde von Linus Torvalds bereits mit einem Stinkefinger bedacht. Dabei stand primär der Vorwurf im Raum, dass der Hersteller nicht genug dafür tun würde, dass die Hardware mit Freier Software lauffähig sei. In der Vergangenheit hat sich NVIDIA immer wieder mit kleinen Schritten bemüht dem entgegenzuwirken, bisher aber ohne wirklich sichtbare Resultate. Erst kürzlich gab es wieder hitzige Diskussionen auf der Linux-Kernel-Mailingliste bezüglich eines sogenannten 'Shims', der genutzt wird um nicht-GPL Code im Kernel nachladen zu können. Letzteres Prinzip wird auch als 'GPL Condom' bezeichnet.

Natürlich lässt sich zu diesem Zeitpunkt noch nicht klar sagen, welche Auswirkungen die Übernahme auf die ARM-Architektur haben wird, von vielen Linux-Enthusiasten wird dieser Schritt allerdings skeptisch betrachtet.