Dortmund - eine Open Source City

Fr, 6. August 2021, Daniel Schär

Dortmund ist exemplarisch für eine Open City (im Sinne von Open Source) im deutschen Raum. Die laut Wikipedia achtgrösste Stadt Deutschlands hat in diesem Jahr mit den Beschlüssen zu "Open Source first" die Weichen in eine offene und nachhaltige Zukunft gestellt.

 

Bildquelle: wikimedia

Im Februar dieses Jahres hat die Stadt mit dem Beschluss Open-Source-First ein klares Statement abgegeben. Die zentralen Beschlüsse lauteten: „Wo möglich Nutzung von Open Source Software“ und „Von der Verwaltung entwickelte oder zur Entwicklung beauftragte Software wird der Allgemeinheit zur Verfügung gestellt.“  - dies ganz im Sinne der Initiative Public Money - Public Code der FSFE.

In dem im März veröffentlichen Bericht zu  Green IT bei der Stadt bekennt sich Dortmund zum Blauen Engel für Ressourcen- und energieeffiziente Softwareprodukte. Ein Label, das vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit, dem Umweltbundesamt, der Jury Umweltzeichen und der Ral gGmbH getragen wird. Der Blaue Engel zeichnet Software-Produkte aus, die besonders ressourcensparend designt sind. Damit werden Hersteller hervorgehoben, die detaillierte Informationen zu ihren Produkten, insbesondere zur Energie- und Ressourceneffizienz, bereitstellen. Ziel des Umweltzeichens ist es, den Energieverbrauch der Informations- und Kommunikationstechnik insgesamt zu reduzieren und die Ressourceneffizienz zu steigern.

Ende Juni ist nun ein Bericht erschienen, der die Stadt als Musterbeispiel für eine strategisches Vorgehen einer Grossstadt darstellt. Der Bericht wurde von einem 40-köpfigen Autorenteam verfasst, in dem auch Do-FOSS-Geschäftsführer Christian Nähle, vertreten war. Do-FOSS ist die Community, welche entscheidend zum Erfolg der Einbindung von Open Source in Dortmund beigetragen hat. 2013 wurde sie als Bewegung gegründet und setzt sich seither für die Verbreitung und den Einsatz von Freier Software ein. Christian Nähle, Geschäftsführer von Do-FOSS, erklärt in einem Interview die Hintergründe dazu, z.B. dass dies dem Einbezug verschiedenster Akteure (Oberbürgermeister, behördlichen Datenschutzbeauftragten, ebenso wie zur Personalvertretung) geschuldet ist, mit welchen Do-FOSS bewusst den Dialog gesucht hat.

Dieses Vorgehen Dortmunds wird sicherlich für viele andere Kommunen, die auch in der Herausforderung stehen, eine Digitalisierungs- und Nachhaltigkeitsstrategie zu entwerfen, wegweisend. Das Code Repository für Open-Source-Software, das von der öffentlichen Verwaltung geschaffen wird, bestehend aus einem zentralen Teil und kompatiblen, dezentralen „Satelliten“. Es sei geplant, die Plattform des Landes NRW mit ähnlichen Einrichtungen in anderen Bundesländern zu verbinden, um damit eine bundesweite Kooperation zu erreichen.

Quellen: 

https://blog.do-foss.de/

https://news.itsfoss.com/germany-dortmund-open-source/

https://osb-alliance.de/pressemitteilungen/dortmund-goes-open-source