Postquantenresistente Verschlüsselung

  Ralf Hersel   Lesezeit: 3 Minuten Auf Mastodon ansehen

Wer sich vor „Harvest now, decrypt later“-Angriffen schützen möchte, sollte rechtzeitig auf Post-Quanten-Verschlüsselungsalgorithmen setzen.

postquantenresistente verschlüsselung

Uns erreichen viele Pressemitteilungen. Die meisten davon landen in der Rundablage, doch manche halten wir für die Community für relevant und interessant. GNU/Linux.ch ist ein unabhängiges und nicht gewinnorientiertes Magazin. Die Firma Tutao GmbH ist kein Sponsor von GNU/Linux.ch. Auch wenn sie es wäre, würden wir ihre Pressemitteilung nicht bevorzugen. Wir fühlen uns nur der Community gegenüber verpflichtet. Vorgestern schrieb uns Hanna Bozakov, Geschäftsführerin der Tutao GmbH, diesen Text:

Eine Studie der Universität Wuppertal liefert den wissenschaftlichen Nachweis für die Sicherheit der hybriden, postquantenresistenten Verschlüsselung von Tuta. Das Thema ist aktueller denn je, da Google in diesem Frühjahr angekündigt hat, bis 2029 quantenresistent zu werden. Darüber hinaus haben die Vereinigten Staaten im Juni die „Executive Order 14412“ erlassen, die einen schnelleren Weg zur Umstellung auf postquantensichere Verschlüsselung vorsieht, um „die Nation vor hochentwickelten kryptografischen Angriffen“ zu schützen. Sowohl die Ankündigung von Google als auch die der US-Regierung erfolgen kurz nach bedeutenden Fortschritten hinsichtlich der Anzahl der (physikalischen) Qubits, die für Angriffe auf die Public-Key-Kryptografie benötigt werden.

„Diese Ereignisse machen deutlich, dass eine Post-Quanten-Welt nun näher ist, als noch vor fünf Jahren erwartet wurde“, erklärt Hanna Bozakov, Geschäftsführerin von Tuta. „Um Daten in einer Post-Quanten-Welt sicher zu schützen, brauchen wir Apps und Tools, die Post-Quanten-Verschlüsselung bieten, wie beispielsweise Tuta Mail. Wir müssen aber auch sicherstellen, dass die von uns verwendete Verschlüsselung einem Angriff tatsächlich standhalten kann. Genau das hat die Universität Wuppertal nun für das TutaCrypt-Protokoll nachgewiesen, was für uns bei Tuta natürlich eine spannende Neuigkeit ist.“

Im August dieses Jahres wurde die wissenschaftliche Studie mit dem Titel „Migrating to Hybrid Cryptography in Practice: The TutaCrypt Protocol and Its Security“ in der Fachzeitschrift IACR Communications in Cryptology veröffentlicht. Diese neue Forschungsarbeit von Christian Holler, Tibor Jager und Tom Neuschulten liefert eine fundierte Sicherheitsanalyse von TutaCrypt, dem hybriden Verschlüsselungsprotokoll, das von mehr als zehn Millionen Nutzern in Tuta Mail, Tuta Calendar und Tuta Drive verwendet wird.

TutaCrypt kombiniert klassische und Post-Quanten-Verschlüsselungsalgorithmen in einem Hybridprotokoll, um Tuta sowohl vor klassischen Angriffen als auch vor „Harvest now, decrypt later“-Angriffen zu schützen. Die nun veröffentlichte Studie untersucht, ob dies tatsächlich der Fall ist, und liefert Beweise für die Sicherheit von TutaCrypt.

Die Autoren der Studie kommen zu dem Schluss, dass „solche zukünftigen Quantenangriffe durch unseren Beweis der schwachen OPKE-Sicherheit ausgeschlossen sind, vorausgesetzt, dass das zugrunde liegende KEM weiterhin gegen Quantenangriffe sicher bleibt.“

Anstatt die Post-Quanten-Migration als ein Problem der Zukunft zu betrachten, zeigt die Forschung, dass hybride Kryptografie entwickelt, eingesetzt und wissenschaftlich analysiert werden kann. Das hybride Verschlüsselungsprotokoll in Tuta Mail wird bereits von mehr als zehn Millionen Nutzern verwendet. Dies unterstreicht, dass es sich um eine praktische Anwendung handelt und nicht nur um ein theoretisches Forschungsthema.

„Wir bei Tuta freuen uns sehr über die Veröffentlichung dieses Artikels und die Ergebnisse“, wie Geschäftsführerin Hanna Bozakov erklärt. „Es ist großartig zu sehen, wie Unternehmen und Hochschulen zusammenarbeiten können, um die bestmögliche Sicherheit für Endnutzer zu erreichen. Heutzutage ist es wichtiger denn je, die eigene Kommunikation zu sichern, und wir bei Tuta sind froh, dass wir ein Kommunikationstool anbieten können, das Benutzerfreundlichkeit mit sicherer Verschlüsselung kombiniert. Wir danken den Forschern der Universität Wuppertal für ihre Arbeit und für den wissenschaftlichen Nachweis der Sicherheit von TutaCrypt. In einer Zeit, in der Massenüberwachung im Internet zur neuen Norm wird, gewinnen sichere Alternativen wie Tuta immer mehr an Bedeutung.“

Titelbild und Quelle: https://tuta.com/de/blog/post-quantum-cryptography

Tags

Sicherheit, Verschlüsselung, Quanten

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