Serie: Podman-Bausteine – Einleitung und Installation (Teil 1)

  indibart   Lesezeit: 5 Minuten Auf Mastodon ansehen

Der Artikel erklärt die Grundbegriffe Image, Container und Registry und stellt Podman als daemonlose Docker-Alternative mit Fokus auf Sicherheit und Kubernetes-Nähe vor. Zum Schluss installierst du Podman auf Debian/Ubuntu oder Fedora.

serie: podman-bausteine – einleitung und installation (teil 1)

Ein Tutorialreihe zum Einsatz von Podman: Anwendung, Vorteile und Funktionsweise.

Inhaltsverzeichnis

  1. Teil: Einleitung und Installation (Das ist dieser Artikel)
  2. Teil: Podman CLI
  3. Teil: Wie funktioniert die Restart-Policy? Oder: Podman hat keinen Daemon
  4. Teil: Quadlets
  5. Teil: Updates
  6. Teil: Healthchecks
  7. Teil: Ports publishing - rootful & rootless
  8. Teil: Volumes & Mounts
  9. Teil: Netzwerk: Kommunikation zwischen Containern
  10. Teil: Capabilities

Einleitung

In dieser Reihe möchte ich eine Einführung in Podman geben. Die Idee ist, mehrere (hoffentlich) kurze Artikel zu schreiben, die zusammen möglichst viel der Funktionalität Podmans abdecken. Wenn immer möglich, möchte ich Podmans Funktionalität an Beispielen zeigen, die du selbst nachmachen kannst. Aus diesem Grund wird sich dieser Artikel auch direkt der Installation von Podman widmen.

Ich finde es wichtig, dass du verstehst, was du tust. Wo es also für die Verständlichkeit wichtig ist, werde ich immer mal wieder etwas Theorie einfliessen lassen.

Obwohl ich mir Mühe gebe, dass diese Reihe möglichst anfänger:innenfreundlich ist, setze ich doch gewisses Wissen voraus. Artikel dieser Reihe gehen davon aus, dass du:

  • einer Anleitung folgen kannst, um eine simple Web-Applikation über das Terminal zu installieren,
  • grundsätzlich weisst, was Docker-Container (oder genauer OCI-Container) sind und ihre Vorteile kennst,
  • die jeweils vorhergehenden Artikel der Reihe gelesen hast,
  • mitmachst und experimentierst.

Wir beginnen beispielhaft damit, IT Tools zum Laufen zu bringen. Es handelt sich dabei um eine kleine Applikation, die einige nützliche Tools für Sysadmins bietet. Neben seiner Nützlichkeit ist es auch ein guter Startpunkt für das Podman-Thema, gerade weil es so simpel ist.

Container, Images, Registries

Bevor wir beginnen, müssen wir uns noch über folgende Begriffe klar werden: Registry, Image und Container.

Ein Container-Image ist eine schreibgeschützte Vorlage, ein Container ist eine ausgeführte Instanz dieser Vorlage und eine Registry ist die Speicherplattform, über die diese Images gespeichert werden und von wo wir sie beziehen können.

Docker und Podman können die gleichen Images nutzen, da diese Images dem Standard der Open Container Initiative (OCI) folgen. Es gibt verschiedene Registries, die bekannteste ist wohl docker.io.

Damit also eine Applikation als Container laufen gelassen werden kann, müssen Entwickler:innen ein Image ihrer Applikation erstellen und es auf einer oder mehreren Registries zur Verfügung stellen. Nun kann das Image von dieser Registry heruntergeladen (pull) werden. Aus diesem nun lokal vorhandenen Image können Instanzen – sprich: Container – erstellt und laufen gelassen werden.

Was ist Podman?

Um diese Images herunterzuladen und daraus laufende Container zu erstellen, werden gewisse Tools benötigt. Das bekannteste Tool ist Docker. Es ist darum so bekannt, weil es das erste seiner Art war. Das Spannende daran ist, dass die einzelnen basalen Bausteine, die Container ermöglichen, schon lange vorhanden waren und auch schon vielfach genutzt wurden. Die Entwickler:innen von Docker haben diese Bausteine auf bestimmte Weise miteinander kombiniert und Werkzeuge darum gebaut. So haben sie es geschafft, dass das Laufenlassen von abgeschotteten Prozessen (sprich: Container) viel einfacher und vor allem standardisiert wurde.

Docker hatte jedoch aufgrund seiner Architektur gewisse Probleme. Die Entwickler:innen von Red Hat nahmen sich diesen Problemen an und entwickelten Podman als Alternative zu Docker. Sie haben sich dabei Mühe gegeben, nicht nur kompatibel zu Docker zu sein, sondern auch die Werkzeuge möglichst gleichzuhalten. So bringen Docker und Podman eine CLI mit, die sich nahezu gleich nutzen lässt.

Unter der Haube ist es jedoch ziemlich anders. Der Fokus von Podman ist Sicherheit und ein besserer Bezug zu Kubernetes. Als Sicherheits-Beispiel ist der Daemon zu nennen, den Docker nutzt, um die Container zu verwalten. Podman kommt ohne Daemon aus. Dies erhöht die Sicherheit, da es keinen Daemon gibt, der korrumpiert werden kann. Ein Beispiel für die Nähe zu Kubernetes ist die Möglichkeit, Pods zu nutzen. Daher auch der Name Podman, Kurzform für Pod Manager.

Podman ist also ein Tool, um OCI-Container zu verwalten, das den Fokus auf Sicherheit setzt und nah an Kubernetes ist.

Podman installieren

Falls du mitmachen möchtest, benötigst du eine Linux Distribution, auf der sich Podman installieren lässt. Ob es eine virtuelle Maschine ist oder die Distro auf Hardware läuft, ist dabei egal.

EinHinweis vorab bezüglich der Podman Version: Podman steht unter äusserst aktiver Entwicklung. Entsprechend ist es wichtig zu wissen, welche Version du am Laufen hast, um zu beurteilen, ob ein bestimmtes Feature schon vorhanden ist. Diese Anleitung funktioniert für die folgenden Distributionen:

Debian Trixie oder Ubuntu 25.10 (oder später):

sudo apt update -y
sudo apt install -y podman

Fedora 41 (oder später):

sudo dnf install -y podman

Dokumentation

Denke beim Nachschlagen in der Podman-Dokumentation daran, deine entsprechende Version auszuwählen. Podman steht unter äusserst aktiver Entwicklung und je nach Version kann es Unterschiede geben.

Fazit und Ausblick

Du weisst jetzt, was Images, Container und Registries sind, und kennst den wichtigsten Unterschied zwischen Docker und Podman: den fehlenden Daemon. Genau diese Architektur-Entscheidung wird uns durch die ganze Serie begleiten. Podman ist bei dir installiert – der erste Baustein liegt.

Im nächsten Teil der Serie bringen wir IT Tools mit podman run zum Laufen und schauen uns den Befehl im Detail an.

TL;DR

Installiere Podman:

# Für Debian-basierte Systeme:
sudo apt update -y
sudo apt install -y podman

# Fedora:
sudo dnf install -y podman

Quellen und Dokumentation

Quellen:
- «What Is Podman?» Zugriff am 6. August 2026. [https://www.redhat.com/en/topics/containers/what-is-podman](https://www.redhat.com/en/topics/containers/what-is-podman).
- «What is Podman? – Podman documentation». Zugriff am 4. August 2026. [https://docs.podman.io/en/latest/index.html](https://docs.podman.io/en/latest/index.html).
- «A Brief History of Containers: From the 1970s Till Now». Aqua, 10. September 2025. [https://www.aquasec.com/blog/a-brief-history-of-containers-from-1970s-chroot-to-docker-2016/](https://www.aquasec.com/blog/a-brief-history-of-containers-from-1970s-chroot-to-docker-2016/).
- J, Farshad. «Docker in Depth — First Part — History». Medium, 12. Januar 2025. [https://medium.com/@farshad.j/docker-in-depth-first-part-history-499682db0c12](https://medium.com/@farshad.j/docker-in-depth-first-part-history-499682db0c12).

Tags

Podman, Container, Daemonless

Es wurden noch keine Kommentare verfasst, sei der erste!