Keiner mag LinkedIn, aber fast alle haben ein LinkedIn-Profil. Es war nun mal lange Zeit das einzige Business-Netzwerk. Vielen gehen die mehr oder weniger generischen und langweiligen Posts auf die Nerven. Das ist öde, aber mir geht am meisten auf den Nerv, dass man LinkedIn nur mit einem eigenen LinkedIn-Account benutzen kann. Es ist eine Gated Community, in der User mit bezahlten Premium-Accounts Sonderrechte haben und Anzeigenkunden noch einmal besser dastehen. Dass die Daten alle in den USA gehostet werden und ich nicht weiß, was damit passiert, ist auch nicht super schön.
Deshalb habe ich beschlossen, einen Open-Source-Ersatz zu programmieren: https://vutuv.de
Dort gibt es nur normale Gratis-Accounts, und man kann auch ohne vutuv-Account ein Profil aufrufen und benutzen. So kann man sich z. B. direkt von https://vutuv.de/wintermeyer meine vCard Visitenkarte für das eigene Adressbuch downloaden. Und das alles technisch sauber. Einfach eine .vcard der URL hinzufügen für die Visitenkarte. Oder .md für eine Markdown-Version des Profils. Aktuell (Mitte September 2026) haben wir etwas mehr als 6.000 Personen im System. Das Ziel ist es, dass es bis Ende 2026 bei 10.000 sind. Wie bei LinkedIn gibt es Profile und einen Feed für Posts. Wer will, kann sich mit anderen im Feed austauschen, und wer nicht will, der lässt es einfach. Der Umstieg von LinkedIn ist einfach: Es gibt eine Import-Funktion. Wer will, kann beide Netzwerke parallel betreiben.
Und natürlich gibt es einen Anschluss ans Fediverse und einen sehr schönen Feed (klar werden auch Mastodon-Clients für iOS und Android unterstützt).
Ein paar Worte zur Technik: vutuv setzt auf das Phoenix-Framework mit Elixir auf. Es läuft alles auf eigener Hardware in Deutschland. Nichts geht in die Cloud. Keine 3rd-Party-Cookies. Kein Google Analytics. Nichts. Der Quellcode liegt auf GitHub. MIT-Lizenz.
Geschwindigkeit ist mir wichtig. Wer mag schon auf eine Webseite warten? Und für schlechte Internetanbindungen gibt es noch eine Spezialversion. Dann werden z. B. Bilder in einer SD-Qualität übertragen, und es gibt einen einfacheren Editor für Posts. Damit kann man selbst bei ganz schwachen Verbindungen noch gut arbeiten.
Schaut einmal rein. Erstellt einen Account und importiert Eure Daten von LinkedIn. Verknüpft Euch mit gleich gesinnten Open-Source-Entwicklern.
Quelle: https://vutuv.de


Das dürfte viele Leute, die LinkedIn mittlerweile satthaben, freuen. Danke für die Arbeit!
"Und für schlechte Internetanbindungen gibt es noch eine Spezialversion." Danke, dass du auch Deutschland berücksichtigst. XD
Echt coole Sache. Danke für deine Arbeit. Ich werde es demnächst einmal testen. Aber ich frage mich schon ein wenig. Will ich, dass alles öffentlich ist? Für Vertriebler etc. Kann das ja spannend sein. Aber als normaler Büroangestellter will ich doch nicht das jeder mein Profil sehen kann. Ich hänge meinen Lebenslauf mit allen Kontaktdaten auch nicht ans Anschlagbrett....
Sehe ich genauso. Es ist m.E. ein Vorteil, dass man bei Xing oder Linkedin dafür sorgen kann, dass nicht das ganze Internet das Profil an sich oder gar alle detaillierten Daten sehen kann. Im besten Fall ist es noch auf "nur Kontakte" oder selektierte Profildetails einschränkbar.
Für mich ist das bis auf Weiteres ein Ausschlusskriterium für vutuv.
Naja, linkedin verkauft ja deine Daten, nicht nur an deine Kontakte. Ob die Website öffentlich ist ist danach fast nebensächlich. Es lohnt sich da mal einen DSGVO Auszug anzufordern.
Wieso? Es gibt doch Xing.
Da melde ich mich doch glatt einmal an. Ich bin gespannt und danke dir jetzt schon einmal für die Arbeit.
Hi,
also erst einmal: wow Bedarf gesehen und einfach mal umgesetzt. Danke.
Mein Feature-Vorschlag wäre, denn mir geht es genauso, wie den anderen Kommentatoren, dass man optional sein Profil so einstellen kann, dass andere es nur nach Anmeldung betrachten können.
Schönen Gruß
Und wie immer für die Webseite GNU/Linux.ch sowie die hier größtenteils inzwischen mehr als nur zweifelhaften Beiträge und darin vorgestellten (ebenso zweifelhaften Projekte): Alles Web-Technologie und alles auch schön wie auch hübsch mit Cookies und mehr ausgestattet. Hat sich Jemand einmal angesehen was bei einer Anmeldung dieses "ach so freundlich und vermeintlich freien" Dienstes eingefordert wird als Voreinstellung? Faktisch werden die Daten via machinellem Lernen ebenso verarbeitet: https://vutuv.de/llms.txt
Also faktisch das "eigene" Profil, die "eigenen" Beiträge und noch Vieles mehr.
Ja sicher, jetzt wird auch erneut Jemand hier mir erklären wollen: Das ist eine freiwillige Einstellung und überhaupt müsse ein solcher Dienst sich auch irgendwie bezahlbar aufstellen. Wenn es den Menschen wirklich, wirklich etwas wert wäre, dann würden sie sich entweder dort engagieren und ihre Zeit, damit ihre helfenden Hände (und Köpfe) einbringen oder Geld zur Verfügung stellen. Damit wären auch derlei weitere Schritte gar nicht erst nötig. Aber wie kann ich denn nur: Freie Software und eine freie Gesellschaft, dazu gehören dann ja auch mit "Sicherheit" dann Werbung und Verwertung jedweder Information, damit auch die Logik der Ausbeutung von persönlichen Informationen.
Aber genau das zeigt ja gerade auch die Problemstellung dieser Webseite, sowie der hier vornehmlich inzwischen vorgestellten Projekte. Die Verwertungsgesellschaft, in welcher Alles sprichwörtlich nur noch dem Gedanken von Konsum unterworfen worden ist. Wunderbar, weitermachen. Nur eben ist das mit absoluter Sicherheit KEINE FREIE Gesellschaft. Und ja, ich brauche mich auch nur bedingt bis gar nicht dafür interessieren, wie mir andernorts bereits hier erklärt worden ist. Damit verkennt man aber den Kern: Erstens werden triftige Argumente einfach ignoriert und zweitens wird damit die Idee hinter der freien Software vollständig in ihr absolutes Gegenteil verdreht. Freiheit bedeutet damit nur die Zuordnung weiterer "Rechte" in Verbindung mit Verwertung jedweder Form. Das ist nicht FREIHEIT sonder die absolute Abwesenheit eben dieser.