Captain it's Wednesday - Folge 197 - Neues von Ditana

  Ralf Hersel   Lesezeit: 5 Minuten Auf Mastodon ansehen

Folge 197 des CIW Podcasts. Neuerungen bei der Arch-basierten Ditana-Distribution

captain it's wednesday - folge 197 - neues von ditana

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Shownotes

CIW - Folge 197 - 14.10.2026 - Neues von Ditana

  • Wir begrüssen alle Distrohopper zur Folge 197 von "Captain it's Wednesday", dem Podcast über Freie Software und Freie Gesellschaft aus der FOSSWELT, aufgenommen am 5. Oktober von Stefan Zipproth und Ralf Hersel. In dieser Folge reden wir über Neuerungen in der Ditana-Distribution.

Hausmitteilungen

  • Die Tech-Podcast Umfrage wartet auf eure Meinungen.
  • Morgen passen wir die Logos von GNU/Linux.ch an FOSSWELT.org an.

Thema: Neues von Ditana

  • Begrüssung von Stefan
  • Was macht Acrion?
  • Ist Ditana überhaupt eine Distribution?
  • Wie viele Menschen arbeiten an Ditana?
  • Wie gross ist die Community hinter Ditana?
  • Stefan, Hand aufs Herz, brauchen wir die tausendste Linux-Distribution?
  • Ditana-Neuigkeiten:
  • Vier Desktops statt einem
    • Damals gab es nur Xfce. Inzwischen stehen Xfce, Wayfire, Niri und COSMIC gleichberechtigt nebeneinander, einzeln oder alle vier parallel installierbar und im Anmeldebildschirm umschaltbar. Wayfire und Niri bringen eine fertig eingerichtete waybar samt nwg-launchers mit, damit sie nicht als Rohbau ankommen.
  • Nächtliche Builds
    • öffentlich nachvollziehbar. Ditana betreibt ein eigenes Paket-Repository mit 59 Paketen. Jede Nacht baut ein Build-Host jedes Paket, das es braucht, in einem frischen Container, prüft die Quellen und testet eine Installation in QEMU. Die Regel dahinter: Scheitert ein einziges Paket, wird nichts veröffentlicht, und das Repository bleibt auf dem letzten vollständigen Stand. Die Pipeline schreibt ihr Protokoll selbst, einschliesslich der Läufe, in denen nichts ausgeliefert wurde: https://ditana.org/builds/
  • User-Namespaces
    • Eingeschränkt statt abgeschaltet. Arch hat im September bubblewrap-suid entfernt. Ditana hatte darauf gebaut, um Sandboxes nutzbar zu halten, während unprivilegierte User-Namespaces abgeschaltet blieben. Jetzt ist es umgekehrt: Ein BPF-Programm am Kernel-Hook userns_create verweigert den Namespace allem, was nicht ausdrücklich erlaubt ist, und die Erlaubnis steht in der Konfiguration neben dem Paket, das sie braucht. Ein solcher Hook kann nur verweigern, nie gewähren. Lädt er nicht, bleiben User-Namespaces ganz aus: Dann sind die Sandboxes weg, der Schutz aber nie. Das Ganze ist ein eigenes Paket, https://github.com/acrion/ditana-userns-guard
  • Flatpak
  • Unbeaufsichtigte Installation
    • Eine Antwortdatei auf einem kleinen Konfigurationslaufwerk liefert dem Installer, was er sonst fragt. Nichts wird an Tastatureingaben simuliert, der Installer liest seine Antworten. Bricht ein Lauf ab, schreibt er den Grund auf die serielle Schnittstelle, damit ein Provisioning-System ihn mitbekommt.
  • Die Website gibt es jetzt in sieben Sprachen
    • neben Englisch auf Deutsch, Französisch und Italienisch in den Schweizer Varianten, auf Rumantsch Grischun, Spanisch und Ukrainisch. Übersetzt hat eine Maschine, geprüft wird automatisch vor jeder Veröffentlichung, und wer einen Fehler findet, kann ihn auf Weblate direkt korrigieren.
  • Konfiguration als Daten
  • Standardmässig sicher
  • Ralf hat Ditana GNU/Linux 0.9.4 Beta ausprobiert
    • Umgebung: GNOME-Boxes 51 auf Tuxedo InfinityBook S17 mit i7-CPU und 16 GB RAM
    • Nach dem Download des 1.9 GB grossen ISO-Images verhält sich der Boot-Prozess, wie man ihn von Arch kennt. Dann startet der Ditana-Installer.
    • Der Installer ist nichts für Anfänger. Abgesehen davon, dass er nur in englischer Sprache zur Verfügung steht, überfordert er die meisten Leute mit Fragen, die sie nicht beantworten können (Inches, Millisekunden). Ausserdem ist der Installer ziemlich langsam.
    • Die Auswahlmöglichkeiten im Installer sind bemerkenswert. Für jeden Desktop können Erscheinungsbilder gewählt werden. Wenn es um den Filemanager geht, werden die Optionen seltsam. Ich habe Cosmic als DE gewählt. Beim Filemanger werden mir Thunar oder keiner angeboten. Das ergibt keinen Sinn, wenn man den Cosmic-Filemanager haben möchte. Im nächsten Dialog taucht der Cosmic-Filemanger doch noch auf, wird jedoch als nicht installierbar beschrieben.
    • Was mir auch nicht gefällt, ist, dass man bei den Configuration Categories immer von oben anfangen muss. Es gibt folgende Optionen:
      • Desktop Environment
      • Desktop Appearance
      • Browser
      • Filemanager
      • Office Suite
      • Desktop Applications
      • Multimedia Applications
      • AI Tools and Libraries (es gibt kein opt-out)
      • Advanced Settings
      • Expert Settings (wirklich?)
      • Review Summary and Start Installation (auch hier wieder DPI-Settings)
    • Bei "AI Tools and Libraries" lassen sich alle vier Einträge mit der Leertaste abwählen (spart 2,5 GB Download und damit Installationszeit; im Profil "Quick Installation" für Distrohopper sind sie von vornherein aus).
    • Das Repository umfasst inzwischen 51 Pakete statt 59. Acht sind weggefallen: sieben, weil Arch sie mittlerweile selbst anbietet, und Logseq, das jetzt als Flatpak kommt.
    • Der Installationsprozess ist kompliziert, in Teilen nicht intuitiv und schwieriger als bei einer normalen Arch-Installation. Ausserdem dauert er sehr lange (ca. 1 Stunde in einer VM).
  • Und wie läuft das jetzt?
    • Yes, es bootet. Man sieht einen für Arch-basierte Distros typischen Bootprozess. Als Login-Manager kommt eine TUI-Eigenlösung zum Einsatz.
    • Man landet ziemlich schnell im Cosmic-Desktop. Ab dann ist nichts mehr mit «ziemlich schnell». Es dauert eine gefühlte Ewigkeit, bis der Desktop vollständig aufgebaut ist. Ich schiebe das mal auf die virtuelle Maschine.
    • Stefan, ist das Vanille-Cosmic, oder habt ihr den Desktop angepasst?
    • Es wurden tatsächlich zwei Dateimanager installiert: Cosmic-Files und Thunar.
    • Als grafischen Paketmanager sehe ich PacHub, den ich bisher nicht kannte. Er unterstützt die nativen Arch-Pakete, AUR und das Ditana-Repo. Doch wo sind die Flatpaks?
    • Da Ditana in meiner VM extrem zähflüssig läuft, habe ich auf weitere Tests verzichtet.

Outro

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Quellen

Tags

Podcast, CIW, Captain

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