Hacker entwickeln open-source Firmware für das PinePhone Modem

Di, 9. Februar 2021, Niklas

Das PinePhone ist ein günstiges Handy, das auf die Nutzung freier open source Betriebssysteme spezialisiert ist. Trotzdem kommt es nicht ganz ohne proprietäre Bestandteile aus. Ein Beispiel dafür ist das Modem, das mit closed-source Firmware ausgeliefert wird.

Ein Team von unabhängigen open-source Entwicklern will das ändern und arbeitet an einer quelloffenen Firmware für das Quectel EG25-G Modem. Einer der Entwickler hat ein Video veröffentlicht, in dem er zeigt, wie er mit der freien Firmware einen Anruf über VoLTE tätigt.

Ein Pine64 Mitarbeiter sagt, dass es aufgrund rechtlicher Vorgaben leider nicht möglich sein wird, die freie Modem Firmware vorinstalliert auszuliefern. Es wird aber bald für die Nutzer möglich sein, die Firmware selbst zu installieren.

Etwa vor einem Monat hat Pine64 auf Mastodon angekündigt, dass auf dem Modem jetzt der Linux Kernel 5.10 ausgeführt werden kann. Inzwischen gibt es ein inoffizielles PinePhone Modem SDK auf GitHub. Eine erste Version wurde vor einer Woche veröffentlicht.

Aber auch mit der inoffiziellen Firmware wird das Modem nicht ganz ohne proprietäre Treiber auskommen. Dazu muss man wissen, dass das Modem im Wesentlichen aus zwei Teilen besteht: Einem ARM SoC und einem ADSP (Application Digital Signal Processor). Und der Hexagon QDSP6 V5 ADSP des Modems braucht weiterhin seine proprietäre Firmware.

Das ARM SoC im Modem besitzt 256 MB RAM, 256 MB Speicher und einen CPU Kern, der auf 1,3 GHz taktet. Es ist möglich, per Screen Befehl auf das Modem zuzugreifen und Terminalbefehle darauf auszuführen, wobei man sogar Root Zugriff hat. Man kann dort also auch eigene Programme installieren und ausführen.

Ausserdem kann mit ADB (Android Debug Bridge) auf das Modem zugegriffen werden, nachdem der Zugriff entsperrt wurde. Es kann in den Fastboot Modus gestartet werden, von wo aus es möglich ist, die inoffizielle Firmware zu installieren. Wer bereits eine Custom ROM auf einem Android Handy installiert hat, dem dürfte dieses Vorgehen bekannt vorkommen.

Quellen:

Es wurden noch keine Kommentare verfasst, sei der erste!