PowerTabEditor – ein Kurztest

Mo, 7. November 2022, Daniel Schär

Bei den Notationsprogrammen für Saiteninstrumente (Gitarre/Bass/Ukulele, etc.) gab es zwischenzeitlich auch bei Linux eine grössere Auswahl. Während DGuitar und KGuitar tot zu sein scheinen, wurde vor zwei Wochen die Version 19 von PowerTabEditor veröffentlicht, ein plattform-übergreifendes Tabulatur-Notationsprogramm für Saiteninstrumente (v.a. für Gitarristen und Bassisten). PowerTab steht unter der GPL-3 Lizenz und damit können Noten/Tabulaturen transkribiert und abgespielt werden. Er lädt Dateien im Format von PTE1 und 1.7 sowie Guitar Pro (Version 3 bis 8) und bietet folgende Features:

    • Tab-Layout zum gleichzeitigen Öffnen mehrerer Dateien

    • Mixer zur Anpassung der Lautstärke während der Wiedergabe

    • MIDI-Instrumente können mit einem Guitar In gewechselt werden 

    • Geschwindigkeitsregler, um die MIDI-Wiedergabe zu verlangsamen oder zu beschleunigen

    • Verschachtelte unregelmässige Notengruppen möglich

    • Keine Begrenzung der Anzahl Instrumente

    • Konfigurierbarer Standard-Instrumententyp beim Öffnen neuer Dateien

    • Unterstützung für 8-saitige Gitarren

    • Ein-/Ausblenden verschiedener Kombinationen von Spuren (z.B. nur den Bass anzeigen oder nur die Rhythmusgitarren anzeigen)

    • Neues Dateiformat (.pt2), bei dem es sich um eine JSON-Datei handelt, die mit gzip komprimiert ist (viel einfacher für andere Anwendungen zu importieren)

    • Vollständige Anpassung der Tastaturkürzel

Mit dem neuen Release stellte ich mir die Frage: Lohnt sich der Umstieg? Obwohl ich früher PowerTab verwendet habe, bin ich doch später auf TuxGuitar, ebenfalls ein freies Notationsprogramm für Saiteninstrumente, umgestiegen, um zu transkribieren. Dies aus verschiedenen Gründen: TuxGuitar läuft meiner Erfahrung nach flüssiger (und hat weniger Abstürze und Fehlermeldungen). Im Gegensatz zu TuxGuitar (dessen letztes Minor-Update auch schon wieder ein halbes Jahr zurückliegt) scheint der PowerTabEditor (immer noch) etwas rudimentärer - er bietet weniger Funktionen (keinen Scale-Browser, keine Loop-Möglichkeiten mit Tempo-Steigerung, keine Ansicht des Griffbretts/Klaviatur) und keinen Browser um von der Community bereit gestellte Tabs herunterzuladen. Der fertige Notensatz als PDF sieht beiden Programmen akzeptabel bis gut aus. Die Hauptanwendung beider Editoren ist sicher aber eher das Transkribieren und Üben von Stücken für Saiteninstrumente als das Layouten.

Für Linux existieren Snap und Flatpak-Pakete. Alternativ kann er mit den Anweisungen auf der GitHub-Seite für ein Ubuntu/Debian-basierten System installiert werden.

Quelle: https://github.com/powertab/powertabeditor

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Musiklernen, Gitarre, Open-Source-Tabulatur-Programm