Wer sich für Arch Linux entscheidet, hat es bei der Installation mit dem kontinuierlich weiterentwickelten Installationsprogramm Archinstall 4.0 sehr einfach. Der TUI-Installer wurde vom veralteten Curses auf Textual umgeschrieben, wodurch sich die Installation vereinfacht und auch für ambitionierte Einsteiger:innen geeignet ist.
Damit wird die Arch-Installation für fast alle machbar. Andere Arch-basierte Distributionen (EndeavourOS, CachyOS, Manjaro) machen einem das Leben mit grafischen Installationsprogrammen noch einfacher. Der nächste Knackpunkt nach der Installation ist die Paketverwaltung. Bei einem reinen Arch erhält man Pacman für die Paketverwaltung auf der Kommandozeile. Je nach gewählter Desktop-Umgebung sind grafische Werkzeuge, wie z. B. GNOME-Software oder Octopi dabei, die mehr oder weniger das Spektrum der gewünschten Paketformate abdecken.
Als Alternative bietet sich die moderne und umfassende Paketverwaltung Shelly an. Das Programm ist kürzlich in der Version 2.2 erschienen, die einen Umbau des grafischen Erscheinungsbilds mit sich bringt. Ich habe bereits vor einem Monat einen Artikel über Shelly geschrieben. Dort findet ihr die Basics, während es mir jetzt um die Neuerungen geht.
Die grösste Neuerung in der Version 2.2 ist die umfassende Überarbeitung der Benutzeroberfläche, die die Bedienung der Anwendung vereinfachen soll. Weg sind die Seitenleiste und die Systemübersichtsbereiche am unteren Rand. Shelly besteht nun aus einem übersichtlichen Fenster mit Registerkarten, in dem ihr eure Pakete einfach installieren, aktualisieren und verwalten könnt.
Die neue Benutzeroberfläche erleichtert zudem die Konfiguration von Shelly durch die Einführung eines Einrichtungsassistenten für die Erstinbetriebnahme, über den man die Unterstützung für das AUR-Repo (Arch User Repository), Flatpak und AppImage sowie die Taskleisten-Icon-Unterstützung aktivieren kann.
Ab dieser Version zeigt Shelly die Anzahl der verfügbaren Updates nun dynamisch in der neuen Benutzeroberfläche an und geht mit abweichenden Git-Historien bei AUR-Paketen um, indem es einen neuen Klon versucht, wenn der Befehl „git pull“ fehlschlägt. Die Anwendung geht jetzt auch eleganter mit Installationsfehlern um und behebt das Problem mit geteilten AUR-Paketen.
Seit Shelly 2.1 bietet der grafische Paketmanager ausserdem Unterstützung für Flatpak-Installationen, animierte und konfigurierbare Fortschrittsbalken in CLI-Befehlen, Unterstützung für XDG-Pfade, eine neue Option in der Paketsuche zum Beenden des Prozesses sowie die Verwaltung von Datei-Expandern.
Zudem wurden verschiedene Verbesserungen bei der Handhabung von AppImage und Flatpak vorgenommen, zusammen mit zahlreichen Fehlerbehebungen, um die Paketverwaltung auf deine Arch-Linux-Distribution zuverlässiger zu machen. Weitere Details zu den Änderungen findet ihr auf der GitHub-Seite des Projekts.
Die Installation von Shelly 2.2 ist meh. Wer CachyOS verwendet, kann sich die Anwendung aus den Cachy-Repos mit sudo pacman -S shelly ziehen. Alle anderen sind auf das AUR-Paket angewiesen. Also entweder yay -S shelly oder paru -S shelly.
Titelbild: https://pixabay.com/photos/shells-sand-beach-seashells-shore-792912/ (bearbeitet)
Quellen:
https://www.heise.de/news/I-install-Arch-BTW-mit-dem-neuen-archinstall-4-0-11241611.html
https://github.com/archlinux/archinstall/releases/tag/4.0
https://github.com/Seafoam-Labs/Shelly-ALPM/releases
https://shellyalpm.com/index.html
https://9to5linux.com/shelly-2-2-arch-linux-gui-package-manager-released-with-major-ui-revamp




In CaschyOS ist seit dem April Release, Shelly mittlerweile der Standard und vorinstalliert!
Ich habe Shelly in der Version 2.2.3.2-1 unter Arch getestet. Er will ständig Pakete aus dem AUR aktualisieren, für die es keine Aktualisierung gibt. Für mich vollkommen ungeeignet. Deshalb deinstalliert.
Ich bin ehrlich gesagt mit pacman + yay rundum zufrieden und bin eigentlich froh, keinen grafischen Paketmanager mehr zu nutzen. Dabei bin ich sicherlich kein Anhänger der reinen Arch Lehre - den Puristen werden sich ja bereits bei der Erwähnung von archinstall die Zehennägel hochrollen - aber in dem Fall verzichte ich lieber bewusst auf die GUI.
Discover, Octopi, früher Pamac in Manjaro ... irgendwann gab es immer mal Probleme.
Interessant ist aber schon die Vorstellung, dass Arch mit "noch einfacherem" archinstall und grafischer Paketverwaltung seinen Kreis der potenziellen Anwender weiter erhöht.
Shelly läuft bei mir unter CachyOS und Garuda Linux ohne Probleme. Wenn es so bleibt, ist es allemal besser als der Frickel-Frackel-Kram Pamac von Manjaro. Richtig ist aber auch, dass neue Sachen eine Zeit brauchen, bis sie eine Reife haben. Sonnige Grüße aus NRW :-)
Wenn wir mal ehrlich sind, ist das kein Thema mit dem sich ein Windows-Umsteiger großartig beschäftigen oder ein Linux-Einsteiger seine Zeit und Energie verschwenden will. Schön zu sehen das hier Fortschritte gemacht werden und es Alternativen gibt, obwohl es sich IMHO um eine absolute Selbstverständlichkeit, eine Grundaufgabe und Basisfunktionalität, des verwendeten Betriebssystems handeln sollte.