Shelly - Eine Paketverwaltung für Arch

  Ralf Hersel   Lesezeit: 4 Minuten  🗪 7 Kommentare Auf Mastodon ansehen

Auf der Suche nach einer Paketverwaltung für Arch-basierte Distributionen ist der Autor auf Shelly gestossen. Diese Anwendung kommt Manjaros Pamac nahe.

shelly - eine paketverwaltung für arch

Vorgeplänkel

Aufgrund der Manjaro-Krise habe ich mich vermehrt mit alternativen Arch-basierten Distributionen beschäftigt. Da Installationen in einer virtuellen Maschine das richtige Erlebnis nicht ersetzen können, fand CachyOS den Weg auf mein altes HP Probook mit einer Intel i5 CPU. Die Geschwindigkeit dieser Distribution, mit angepassten Kernel-Optionen und optimierter Paket-Kompilierung hat mich überrascht. So schnell habe ich ein Betriebssystem noch nie rennen gesehen. Zumindest im direkten Vergleich mit meinem Haupt-Notebook (Tuxedo Infinity mit i7 CPU und Manjaro/Gnome), welches um einiges kräftiger ist als der alte HP-Hund.

Zwar bestätigen die Messungen von Phoronix das nicht, doch diese wurden vor drei Jahren auf identischer Hardware mit gleichen Einstellungen durchgeführt. Bei mir ist nichts gleich: andere Hardware, andere CPUs, anderes Dateisystem (Ext4 auf dem i7, btrfs auf dem i5). Wie dem auch sei, CachyOS fühlt sich auf der schwächeren Hardware viel schneller an als Manjaro auf dem i7-Rechner.

Doch darum geht es in diesem Artikel gar nicht.

Paketverwaltung

Wie ihr wisst, ist für mich die Paketverwaltung ein wesentliches Kriterium bei der Auswahl einer Linux-Distribution. Idealerweise ist diese gut in die Distro integriert und erlaubt die Verwaltung von nativen und Container-Paketen (Flatpak). Ein Gefummel mit verschiedenen Lösungen für die unterschiedlichen Paketformate, evtl. noch im Terminal, kommt für mich im Jahr 2026 nicht mehr infrage. Selbstverständlich habe ich kein Problem damit, diese Wartungsaufgaben im Terminal auszuführen, doch es gibt Familienmitglieder, für die es auch passen muss und die im Zweifel bei mir anrufen, um sich helfen zu lassen.

Unter anderem deswegen habe ich mich vor einigen Jahren für den Wechsel von Ubuntu zu Manjaro entschieden. Diesen Wechsel haben auch die Familienmitglieder vollzogen. Mit Pamac, der Eigenentwicklung von Manjaro, kamen alle zurecht.

Bei CachyOS habe ich die Paketverwaltung noch nicht richtig verstanden. Hier ist der Versuch, einen Überblick zu schaffen:

  • Für die nativen Pakete kommt pacman zum Einsatz
  • Flatpak-Unterstützung ist vorinstalliert
  • In Autostart findet man die Datei: arch-update-tray.desktop
  • Unter "CachyOS Hello" findet man ein Sammelsurium an Dienstprogrammen, u. a. für die Systemaktualisierung und einen PackageInstaller.

Dann habe ich die Desktop-Umgebung ein wenig nach meinem Geschmack angepasst:

  • Dash-to-Panel
  • Arc-Menü
  • Papirus-Icons

Danach habe ich im Arc-Menü die Anwendung Shelly entdeckt. Diese Paketverwaltung gehört mit zum Lieferumfang von CachyOS.

Shelly

Diese Anwendung ist eine Paketverwaltung für Arch-basierte Distributionen. Die Projektseite beschreibt das Produkt so:

Shelly arbeitet direkt mit libalpm zusammen, um eine möglichst schnelle und präzise Paketverwaltung zu gewährleisten. libalpm ist die Bibliothek, die pacman zugrunde liegt. Bei Shelly handelt es sich um eine Gtk4-Anwendung, die mit einem klaren Erscheinungsbild überzeugt. Sie unterstützt native Arch-Pakete, AUR und Flatpak.

Standardmässig sind nur die Arch-Pakete eingeschaltet. Im Screenshot seht ihr oben Packages, AUR und Flatpak, weil ich diese in den Einstellungen aktiviert habe. Die Suchfunktion im linken Bereich, bezieht sich jeweils auf das ausgewählte Paketformat, was ich etwas schade finde. Insbesondere für Einsteiger:innen wäre es schön, würde über alle Formate gesucht und das Format neben den Suchergebnissen angezeigt. Laut der Projektseite erfolgt die Suche über alle aktivierten Paketformate, was ich bisher nicht bestätigen kann.

Rechts sieht man die aktuellen Neuigkeiten aus dem Arch-Projekt. Das ist wichtig, um vor der Installation von Paketen auf mögliche Schwierigkeiten hingewiesen zu werden (falls man sich die News durchliest). Es ist kein Bug; die letzten Arch-News stammen wirklich vom Dezember 2025.

Auch das Package Dashboard recht unten gefällt mir. Dort sieht man auf einen Blick, wie viele Pakete installiert sind und wie deren Aktualisierungsstatus ist.

In den Optionen kann man die Paketformate auswählen, das Prüfintervall einstellen, sich für eine automatische Aktualisierung entscheiden (No Confirm) und zwei Dienste auslösen, die bei Arch gelegentlich nötig sind.

Fazit

Da ich Shelly erst jetzt entdeckt habe, kann ich nichts dazu sagen, wie zuverlässig die Benachrichtigung über anstehende Updates funktioniert und ob die automatische Aktualisierung läuft. Aus demselben Grund weiss ich auch nicht, ob die in CachyOS eingebaute Update-Benachrichtigung das macht, was man erwartet. Doch mein erster Eindruck von Shelly ist gut. Das ist genau die Anwendung, die ich mir für eine einfache, übersichtliche und funktionale Paketverwaltung für Arch-basierte Distributionen gewünscht habe.

Titelbild: https://raw.githubusercontent.com/Seafoam-Labs/Shelly-ALPM/master/shelly_banner.png

Quellen: im Text und

https://shellyalpm.com/index.html

Tags

Paketverwaltung, CachyOS, pacman, Pamac, Shelly

demoon
Geschrieben von demoon am 27. März 2026 um 13:56

Sieht 1:1 wie bauh aus. Bin mit pacseek zufrieden

Werner
Geschrieben von Werner am 28. März 2026 um 17:59

der CachyOS Updater berücksichtigt Repositories, AUR u. Flatpaks siehe dazu folgendes Video

Werner
Geschrieben von Werner am 28. März 2026 um 18:05
Ralf Hersel Admin
Geschrieben von Ralf Hersel am 28. März 2026 um 21:06

Danke für den Link, Werner. Bei mir funktioniert der Cachy Updater (bisher) nicht. Wohingegen Shelly nach dem Booten mit einer Update-Meldung kommt. Ich werde die Sache weiterhin beobachten. Vielleicht benötigt der Cachy Updater mehr Zeit, bis er sich meldet.

madla
Geschrieben von madla am 30. März 2026 um 09:47

Du musst den Cachy Updater in den Autostart/Startprogramme aufnehmen bzw. aktivieren. Einfach in Autostart/Startprogramme auf Hinzufügen klicken und auswählen. Funktioniert bei mir bestens

tuxfanmatze
Geschrieben von tuxfanmatze am 30. März 2026 um 19:14

Der bauh Paketmanager ist auch nicht schlecht, kann arch, aur, flatpak, snap, deb, webapps und eine kuratierte Liste von Appimages. Leider wird er wohl nicht mehr aktiv weiterentwickelt. aber man kann in allen aktivierten Paketarten zusammen suchen. Ich lasse ihm bei Mint Cinnamon mitlaufen, auch wegen der automatischen Appimage Integration ins Menü und der Möglichkeit, selbst heruntergeladene Appimages manuell upzudaten, z.B. für Joplin Notizen.

Reto
Geschrieben von Reto am 31. März 2026 um 09:48

Ich habe gerade eine wilde Distro-Achterbahnfahrt hinter mir - sehr viel Zeit verbraten, aber auch viel gelernt. Von Manjaro (vermehrt Paket-Konflikte) zu Gentoo (anfangs motiviert und begeistert, aber massiv zu viel Pflegeaufwand) und nun wieder bei Arch in Form von EndeavourOS.

Hoffnung: EndeavourOS folgt Archs Änderungen direkt – das bedeutet, das System bricht nicht auf die typische Manjaro-Art, weil es keine eigene Paketverzögerungsschicht gibt, die Inkompatibilitäten zwischen Manjaro-Repos und dem AUR erzeugt. Und das ist für mich entscheidend, weil ich einige spezielle Pakete aus dem AUR benötige.

@Ralf: Aber warum ich das schreibe, lieber Ralf. Uns eint die liebe zu Pamac. In EndeavourOS läuft Pamac (im Gegensatz zu Arch) wie geschmiert. yay -S pamac-aur Und man fühlt sich wie Zuhause (Manjaro).