Wie im Ausblick einer meiner letzten Artikel angekündigt, haben wir inzwischen unsere alte Gasheizung durch eine Luft-Wasser-Wärmepumpe ersetzt. Bei der Umsetzung war mir besonders wichtig, die Anlage lokal ohne Cloud-Anbindung überwachen und steuern zu können. Daher suchte ich gezielt nach einer Wärmepumpe, die sich in Home Assistant integrieren lässt. Meine Wahl fiel auf eine Panasonic Aquarea der Generation L. Nicht zuletzt, weil es mit dem Open-Source-Projekt HeishaMon eine Möglichkeit gibt, diese Geräte lokal auszulesen und zu regeln. In diesem Erfahrungsbericht zeige ich, wie ich die Wärmepumpe mit HeishaMon in Betrieb genommen habe und welche Vorteile mir die Integration ins heimische Netzwerk bringt.
HeishaMon: Wärmepumpe lokal auslesen und steuern
Panasonic bietet für die Aquarea-Reihe zwar eine eigene Cloud-Lösung (Comfort Cloud) an, doch ein Cloud-Zwang kam für mich nicht infrage. HeishaMon ist eine freie Alternative, welche die interne Schnittstelle der Panasonic-Wärmepumpe nutzt, um alle Daten lokal bereitzustellen. Das HeishaMon-Projekt hat die proprietäre Protokollkommunikation der Aquarea H/J/K/L-Serien Reverse-Engineered und stellt diese Informationen über MQTT und JSON/HTTP im lokalen Netzwerk zur Verfügung. Dadurch lassen sich sämtliche Sensorwerte der Wärmepumpe (Temperaturen, Betriebszustände, Drücke etc.) in Echtzeit auslesen und sogar Steuerbefehle senden. Zusätzlich bietet HeishaMon die Möglichkeit, einen S0-Zähler anzuschliessen, um den Stromverbrauch oder die Wärmeabgabe präzise zu messen. Mit HeishaMon ersetzt man praktisch das originale Internet-Modul von Panasonic durch eine eigene, offene Lösung.
Die Wärmepumpe liefert über die interne Schnittstelle auch Spannung (5 V), um ein kleines Mikrocontroller-Modul direkt zu speisen. HeishaMon läuft typischerweise auf einem ESP8266/ESP32-basierten Board. Ich habe mich dieses Mal entschieden, kein eigenes Board zu löten, sondern die empfohlene Hardware fertig zu kaufen. Fündig wurde ich beim Entwickler TheHogNL, der eine fertige HeishaMon-Platine inklusive Pegelwandler anbietet. Dieses Board wurde direkt mit der aktuellen Firmware geliefert.
Installation: In 30 Minuten einsatzbereit
Die Inbetriebnahme von HeishaMon war erfreulich unkompliziert. Zunächst verbindet man das kleine Board über ein mitbestelltes Kabel mit der Wärmepumpe. In meinem Fall musste ich lediglich den Stecker am Kommunikationsport der Aquarea einstecken. Nach dem Einschalten spannt HeishaMon ein temporäres WLAN auf, mit dem man sich zur Konfiguration verbindet. Über die Weboberfläche auf 192.168.4.1 habe ich anschliessend mein WLAN und die MQTT-Broker-Daten eingetragen. Das war schon alles.Wenige Augenblicke später begann das Modul, die ersten Daten der Heizung an meinen MQTT-Server zu senden. Die gesamte Installation dauerte kaum 30 Minuten.
Ein grosser Vorteil dieser Lösung ist, dass sie parallel zum Panasonic-System nutzbar ist. Wer also die offizielle Panasonic-App (CZ-TAW1-Modul) weiterverwenden möchte, kann HeishaMon auch im Listen-Only-Modus betreiben. Dabei hört HeishaMon nur passiv mit und greift nicht in die Steuerung ein. Ich persönlich habe jedoch komplett auf die eigene Lösung umgestellt und das Netzwerkkabel aus dem CZ-TAW1-Modul ausgesteckt.
Integration in Home Assistant
Dank HeishaMon konnte ich meine Wärmepumpe nahtlos in Home Assistant einbinden. Über die HeishaMon Integration werden alle Sensorwerte und Einstellmöglichkeiten der Aquarea automatisch als Entitäten in Home Assistant angelegt. So bekomme ich z. B. Vorlauf- und Rücklauftemperaturen, Aussentemperatur, Betriebsmodus, Fehlermeldungen und viele weitere Datenpunkte übersichtlich angezeigt. Auch Steuerbefehle wie das Ändern der Soll-Temperatur oder das Aktivieren des Heiz-/Kühlmodus können nun direkt lokal gesendet werden.
Um die Performance der Wärmepumpe im Blick zu behalten, habe ich zusätzlich einen Wärmezähler und einen Stromzähler integriert. Der Wärmezähler (Kamstrup Multical 303) misst die abgegebene Wärmeenergie und funkt diese per Wireless M-Bus ins Netzwerk. Parallel erfasst ein Shelly Pro 3EM den Stromverbrauch der Wärmepumpe. Aus Wärmeabgabe und Stromaufnahme kann ich so live den COP (Coefficient of Performance) berechnen und nachvollziehen, wie effizient die Pumpe gerade arbeitet. Die genaue Einbindung des Multical 303 habe ich bereits in einem separaten Artikel beschrieben.
Intelligente Heizungssteuerung mit PV-Anbindung
Mit allen Daten in Home Assistant lässt sich unsere Heizungssteuerung nun dynamisch an externe Faktoren anpassen. Ein zentrales Ziel ist es, möglichst viel Solarstrom direkt für Heizung/Kühlung zu nutzen. Dafür habe ich mehrere Automatisierungen umgesetzt:
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Sommer (Kühlbetrieb): Die Kühlfunktion der Wärmepumpe wird nur aktiviert, wenn genügend Überschuss aus unserer PV-Anlage verfügbar ist und heisses Wetter bevorsteht. Die Vorlauftemperatur wird abhängig des Taupunktes geregelt. So bleibt das Haus angenehm kühl, ohne dass wir Netzstrom beziehen müssen. Bei aufziehendem Gewitter oder wolkigem Wetter schaltet sich die Kühlung automatisch ab.
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Übergangszeit: Im Frühling und Herbst nutze ich das Gebäude als thermischen Speicher. Überschüssiger Solarstrom wird gezielt in Wärme umgewandelt. Home Assistant hebt temporär die Raum-Solltemperatur leicht an, solange die PV-Anlage mehr liefert, als verbraucht wird. Die Betonmasse des Hauses speichert diese Wärme. Fällt die Sonne weg, kann die Heizung eine Weile aussetzen, ohne Komforteinbussen.
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Winter: In der kalten Jahreszeit läuft die Wärmepumpe hauptsächlich über Netzstrom. Allerdings gibt es selbst im Winter sonnige Tage mit viel PV-Leistung. Erkennt das System eine solche Phase, wird automatisch die Heizkurve geringfügig erhöht. Dadurch wird das Haus in den Sonnenstunden etwas stärker beheizt (wiederum als Wärmespeicher), und wir müssen abends und in der Nacht weniger zuheizen.
All diese Szenarien wären ohne lokale Datenhoheit kaum realisierbar. Proprietäre Cloud-Systeme bieten oft nur begrenzte Steuerungsmöglichkeiten und könnten Änderungen durch den Hersteller unterliegen. Mit meiner selbstgehosteten Lösung kann ich hingegen kreativ werden und die Wärmepumpe optimal auf unsere Bedürfnisse sowie die aktuelle Wetter- und Energielage abstimmen.
Fazit
Die Kombination aus Panasonic Aquarea Wärmepumpe und HeishaMon hat sich für mich als Volltreffer erwiesen. Schon nach kurzer Zeit möchte ich die lokale Transparenz und Kontrolle nicht mehr missen. Die Installation war schnell erledigt und absolut anfängerfreundlich. HeishaMon stellt alle relevanten Informationen der Heizung bereit und macht sie im eigenen Netzwerk nutzbar. Gerade in Kombination mit einer Photovoltaik-Anlage spielt das System seine Stärken aus. Die Wärmepumpe wird zum flexiblen Verbraucher, der genau dann arbeitet, wenn genug selbst erzeugter Strom vorhanden ist. Gleichzeitig behalten wir die Effizienz im Blick und bleiben unabhängig von Cloud-Diensten oder Herstellervorgaben.
Ich hoffe, die Wärmepumpe im Winter optimal einstellen und betreiben zu können. Dank Home Assistant habe ich alle relevanten Messwerte gespeichert und kann sie im Frühling auswerten.
Titelbild: KI-generiert und nachbearbeitet
Quellen: im Text




Super interessant. Wie viel Strom braucht ihr im Winter? Wie macht ihr das Duschwasser heiß?
Die erste Heizsaison kommt erst. Wir haben die LWWP im April installiert. Aber in den letzten Jahren benötigten wir ca. 8000 kWh thermische Energie und ich rechne mit < 2000 kWh elektrische Energie pro Winter. Zum Kühlen im Sommer benötigten wir ca. 4-6 kWh elektrische Energie (vom Dach) und schoben so ca. 25-35 kWh thermische Energie aus dem Haus heraus. Für das Brauchwasser haben wir eine 180 Liter Brauchwasserwärmepumpe. Diese ist extrem sparsam und benötigt pro Tag zwischen 0.5 und 0.9 kWh elektrische Energie.
Hallo Remo,
danke für den klasse Artikel und die Zahlen. Das kling nach einem gut durchdachten Konzept, gerade wegen dem Monitoring und der Regelungen. Machst du nach der Heizsaison einen weiteren Artikel.
Wenn ich eine Auswertung thematisch passend verpacken kann, dann schreibe ich ein follow up.
Spannend, danke! Sind deine Automationen schwarze Magie oder hast du zufällig noch etwas Pseudocode parat :)
Hier mal die Automatisierungen für den Sommer (Kühlen). Die funktionieren zuverlässig. Für die Übergangzeit bin ich noch am Optimieren und am überlegen.
` alias: Kühlung Einschalten description: "" triggers:
condition: and conditions:
alias: Wenn Komperssor Tageszähler < Maximale Start Kühlen condition: template value_template: >- {{ states('counter.lwwp_kompressor_start_tageszahler') | float(0) <
states('input_number.hpctl_cooling_max_compressor_starts') | float(0) }}
alias: Wenn Taupunkt tierfer als Bodentemperatur Soll ist condition: template value_template: >- {% set boden = state_attr('climate.panasonic_heat_pump_main_z1_temp_cooling', 'temperature') | float %}
{% set taupunkt = states('sensor.taupunkt_buro') | float %}
{{ taupunkt < boden }} actions:
alias: Kühlung Ausschalten description: "" triggers:condition: and conditions:
condition: or conditions:
alias: Wenn Komperssor Tageszähler >= Maximale Start Kühlen condition: template value_template: >- {{ states('counter.lwwp_kompressor_start_tageszahler') | float(0)
states('input_number.hpctl_cooling_max_compressor_starts') | float(0) }}
Wie regelst du das mit dem Taupunkt? Hast du extra Sensoren verbaut?
Ja, ich habe noch einen Shelly h&t und berechne den Taupunkt mit der Magnus-Formel. Dann vergleiche ich die Rücklauftemperatur mit dem Taupunkt plus 2K Sicherheit. Ich schau auf die Rücklauftemperatur weil diese die Bodenoberflächentempratur relativ gut abbildet.
Sehr interessant, nur vertraue ich HomeAssistant nicht mehr, das ist reinste Glücksache wie lange es läuft und wann es wieder mal nmicht erreichbar ist. Zudem blockieren die Entwickler die Verwendung selbst erstellter Zertifikate. So dass man es entweder online (auch unsicher) oder unverschlüsselt verwenden muss. Ich suche eine Alternative.
Nutze Home Assistant seit knapp 8 Jahren, davor einige Jahre ioBroker. Kann deine Aussagen weder in irgendeiner Weise nachvollziehen, noch bestätigen. "It just runs"
Läuft bei mir ohne einen einzigen Unterbruch seit 3 Jahren durch. Home Assistant ist bei mir nicht aus dem Internet erreichbar. Ich nutze immer einen VPN zu mir nachhause.
Würden LE-Zertifikate per DNS nicht helfen?
HomeAssistant läuft bei mir äußerst zuverlässig seit dem ich auf raspi und micro-SD verzichte -> Proxmox auf M720q in einer VM via https://community-scripts.github.io/ProxmoxVE/scripts?id=haos-vm
Hallo, danke für den Artikel!
Wäre es möglich, dass du den YAML Code von deinem Dashboard teilst? Ich finde es optisch sehr ansprechend und würde es gerne teilweise übernehmen.
Vielen Dank!
Das sind alles Standard Home Assistant Kacheln und Kurven.
Mir fehlt ehrlich eine Webseite, welche Hersteller und Geräte und deren OpenSource biokompatibel mit den üblichen Features gegenüber stellt. Ich fühle mich nicht in der Lage einen Wärmetauscher PV anlage und Wasser/Strom Speicher auszulegen und die richtige cloudless Hardware dazu zu wählen. Das ist der einzige Grund weshalb ich bislang mein Haus noch nicht umgerüstet habe. Wenns einen Dienstleister gäbe, der sich darauf professionalisiert würde ich den nehmen.
Ich kann dich gut verstehen. Leider wird es wohl nie eine solche Website geben. Es ist nahezu unmöglich, eine Plattform mit allen relevanten Informationen zusammenzustellen. Für die Recherche habe ich allerdings gute Erfahrungen mit ChatGPT gemacht. Die Resultate muss man natürlich immer nochmals gegenprüfen.
Mein Rat zur PV-Anlage: Baue so viel Photovoltaik wie möglich aufs Dach. Im Winter wirst du wahrscheinlich trotzdem zu wenig Energie haben, um vollständig zu heizen. Wenn du einen Stromspeicher einplanst, sollte dieser idealerweise so gross dimensioniert sein, dass er einen ganzen Tag ohne Heizen abdecken kann. Wenn die Heizung noch nicht dringend ersetzt werden muss, lohnt es sich, zuerst mit der PV-Anlage zu beginnen. Diese ist aktuell sehr günstig und bringt sofort einen Nutzen.
Auch bei der Wärmepumpe ist etwas Planung wichtig. Sie sollte nicht zu gross dimensioniert sein. Das lässt sich recht gut anhand des aktuellen Gasverbrauchs abschätzen. Am besten notierst du im Winter jeweils den Tagesverbrauch zusammen mit der entsprechenden Aussentemperatur. So kannst du später fundierte Entscheidungen treffen.
Sowohl PV-Anlagen als auch Wärmepumpen funktionieren in der Regel problemlos ohne Internet. Wenn du kein Monitoring brauchst, einfach den Stecker ziehen und fertig. Viele Anlagen lassen sich zudem einfach zeitgesteuert betreiben. Beispielsweise kannst du das Brauchwasser zwischen 12:00 und 13:00 Uhr erwärmen lassen. In dieser Zeit steht in der Regel genügend PV-Strom zur Verfügung. Mit solchen einfachen Einstellungen brauchst du kein Smart Home und deckst trotzdem etwa 90 Prozent der relevanten Anwendungsfälle ab.
Mir fehlt ehrlich eine Webseite, welche Hersteller und Geräte und deren OpenSource biokompatibel mit den üblichen Features gegenüber stellt. Ich fühle mich nicht in der Lage einen Wärmetauscher PV Anlage und Wasser/Strom Speicher auszulegen und die richtige cloudless Hardware dazu zu wählen. Das ist der einzige Grund weshalb ich bislang mein Haus noch nicht umgerüstet habe. Wenns einen Dienstleister gäbe, der sich darauf professionalisiert würde ich den nehmen.
SRY doppelpost. Als ich den gnulinux Tab öffnete stand der text da als hätte ich ihn nicht abgesendet.
Hoi Remo
Gute Beschreibung, die du da lieferst. Ich bekomme demnächst auch meine Panasonic und mein Ziel ist es ebenfalls, das in mein Hausnetz einzubinden. So wie es aussieht, wird es für mich dann ein rechter Hoselupf. Ich bin leider kein Informatiker und ich habe noch gar nichts in Betrieb. Weder HA noch sonst irgendetwas;).
Stand heute (so wie ich das nach bestem Wissen und Gewissen gelesen habe): -Mini-PC -Home Assistant -HeishaMon -MQTT -NodeRed -PV auf dem Dach -Victron Energy Bauteile ~/= (scheinen auch offen zu sein. Überlege mir nun aber wegen deiner Beschreibung, SolarEdge in Betracht zu ziehen) -Kundenschnittstelle (https://www.smart-metering-interface.ch/kategorien/entwickler) -Selfmade-LiFePo4-Akku -Wärmepuffer mit Stabheizung (PV-Überschuss 1:1 in Wärme), entweder über HA oder mit ATON Power Heat (müsste mich über eine Anbindung per HA noch informieren, evtl. mit Leistungsregler oder gleich ein Heizstab mit ModBus.
Und das wären so meine Überlegungen für ein gutes Energiemanagement inkl. Nulleinspeisung.
Liest du die überschüssige Energie am Netzanschluss aus, oder rein am Wechselrichter?
Hoi David
Ich habe einen Shelly Pro 3EM in der Verteilung verbaut. Die Geräte sind günstig und funktionieren auch ohne Cloud sowie mit den Victron-Geräten.
Ich nutze einen Fronius-Wechselrichter. Der läuft ebenfalls ohne Cloud problemlos mit HA zusammen.
Eine Nulleinspeisung macht eigentlich keinen Sinn. Lieber den Überschuss ins Netz einspeisen als abzuriegeln.
Auf Node-RED würde ich verzichten und alles mit HA-Automationen lösen. Dann hast du alles an einem Ort zusammen.
Und noch ein kleiner Tipp: Bau das System Schritt für Schritt aus. Wenn die WP installiert ist, betreibe sie eine Saison und zeichne Daten auf. Danach kannst du abschätzen, ob überhaupt genügend Energie von der PV-Anlage übrig bleibt, um einen Akku oder Wärmespeicher zu laden. Bei mir ist das mit einer 16-kWp-Anlage im Winter z. B. nicht möglich. Ein Akku oder Wärmespeicher lohnt sich demzufolge nicht. Leider werden viele Leute falsch beraten im Bezug auf die Speicher-Themen.
Grüezi Remo
Falls mein EW blöd tut, dann müsste ich auch separate Energiemesser einbauen. Danke für den Tipp mit dem Shelly.
Hab beim Schreiben deine Fronius mit den SolarEdges verwechselt. Ja klar, Fronius.
Ich glaube, wir meinen grundsätzlich das Gleiche, kann das sein? Als Nulleinspeisung bezeichne ich die Sache, dass jede von mir generierte Energie zuerst im Haus verbraucht werden soll, egal wie. Die eine Möglichkeit ist z.B. die temporäre Temperaturanhebung der WP, wie du auch programmiert hast. Die andere ist bei einem Pufferspeicher zusätzlich einen Heizstab zu regeln oder ggf. einen Akku zu laden. Das eine schliesst das andere nicht aus, natürlich mit einer Priorisierung der Verbraucher (z.B. WP, Heizstab, WP-Boiler, Akku, usw.). Ich möchte natürlich keine Netzeinspeisung "abriegeln", sondern nur zuerst intern ausschöpfen, bis meine Sollwerte erreicht sind und danach ins Netz einspeisen.
Danke auch für diesen Tipp. Ich dachte, NodeRed ist ein Muss bei einer Automation. Na dann versuche ich es zuerst in HA.
Dein Tipp nehme ich sehr zu Herzen. Die Installation und der Betrieb ist Ziel Nr. 1. Danach kommt eine Abfrage der Daten und dann eine Steuerung der grössten Verbraucher (WP, WP-Boiler, evtl. Heizstab oder Akku). Eins nach dem anderen... Danke sehr.
Moin David,
Deine Wunschkomfuguration kommt mir bekannt vor. Habe ich selber in ähnlicher Form :-) Wenn Du Dir einen Akkus selber bauen möchtest kann ich Dir die EEL Battery Box empfehlen und würde nach einem Seplos BMS fragen. Man sollte sich aber sehr gut informieren, wie man jeden einzelnen Akku auf die gleiche Spannung bringt. Bei den Strömen die bei solchen Akkus fliessen, sollte man schon sehr genau wissen was man tut. Das Seplos BMS kriegt man auch in VenusOS gut integriert. Als Wechselrichter habe ich 16 HMS-2000 mit zwei OpenDTU verbunden, da ich ein extrem verschattetes Gebäude habe, die sich auch in VenusOS intergrieren lassen. Als Strommeter nach dem Hausanschluss habe ich noch einen EM540 verbaut, der dann auch in Victron über RS485 und einen Adapter to usb an das Cerbo GX angeschlossen wird. Im VenusOS kann man damit dann "ESS" nutzen, und das VenusOS versucht dann immer auf 0 zu saldieren und entsprechend den Speicher zu laden oder entladen. Interessant wird es mit einem dynamischen Stromtarif wie Tibber, dann kann man das out-of-the-box "dynamic ESS" von Victron nutzen und er lädt und entlädt den Speicher auch außerhalb der Sonnenphase, um die Stromkosten zu minimieren.
War aber auch ein langer Weg bis dahin mit viel try-and-error. Aber am Ende kennt man seine Anlage.
Zu Deiner Frage: Die überschüssige Energie wird quasi am EM540 gemessen. Das VenusOS versucht automatisch den Stromverbrauch auf 0 (oder den Wert den Du eingestellt hast) saldiert zu erreichen, indem es entweder dem Speicher lädt, bei Überschuss, aber auch nur soviel, wie die Differenz ergibt, bishin zum maximimum, was der Speicher aufnehmen kann, darüber hinaus geht es halt ins Netz (oder man regelt die Wechselrichter runter) Umgekehrt entlädt der Speicher sich bei Netzbezug und versucht wieder die 0 Watt zu erreichen, bis zur Grenze was der Multiplus II an entladestrom hergibt.
Cool, danke für die Infos! Bin jetzt selber kurz davor, mir eine Aquarea verbauen zu lassen und möcht HeishaMon nutzen um die WP zu monitoren und zu regeln - steig aber noch nicht durch, was konkret ich zu der geplanten WH-WXG12ME8 kaufen muss: angeboten wurde mir als notwendiges Zubehör das Reglermodul WH-CME8 (über 1000€!) und die Zusatzplatine CZ-NS7P...was davon kann ich weglassen, wenn die die HeishaMon-Platine einsetzen will? Kannst Du da Licht ins Dunkel bringen? Das wär fantastisch! Vielen Dank im voraus und viele Grüße aus Süddeutschland :) Sebastian
Hoi Sebastian, ich habe ein anderes Modell als du. Aber ich denke das Reglermodul ist die Inneneinheit deiner WP und das brauchst du zwingend. Die Zusagzplatine brauchst du abhängig von deiner Heizungsinstallation. Das kann ich dir nicht beantworten. HeishaMon wird aber mit dem Reglermodul verbunden.
Vielen Dank für Deine superschnelle Antwort! OK, um das Reglermodul schein ich also nicht rumzukommen...hast Du einen Wärmemesser verbaut? Laut einem Artikel in der Make ist der von den Aquareas gemeldete COP zu ungenau, weil sie die Leistung immer auf 200 W runden. Wär natürlich wichtig, um sie über die Zeit optimieren zu können. Danke nochmal für Deine informative Berichterstattung und Hilfe!
Halt, das hast Du ja schon beschrieben, vergiss die zweite Hälfte meines Posts :D
Die 200 W Schritte scheinen bei den neuen Modellen nicht mehr der Fall zu sein. Allerdings wird die Umwälzpumpe nicht mit gemessen. Somit stimmt auch der COP nicht. (Ehrlicherweise muss man aber auch sagen, dass bei einer Gasheizung die Stromkosten der Unwälzpumpe und der Steueung auch nie mit einbezogen werden) Zusätzlich zum WMZ habe ich auch noch eine Leistungsmessung nur für LWWP eingebaut. Der WMZ sollte so nahe am Wärmeerzeuger verbaut werden wie möglich.
Eine Version mit ModBus Server TCP (direkte Einbindung in Loxone, Siemens, Easy, ...) https://github.com/ReinhardGruber/HeishaMonModbusTCP
sehr schöner und interessanter Artikel, ... der mich sofort animiert hat ein neues Projekt aufzusetzen. Danke für die gute Beschreibung.
Warum erfasst du den Verbrauch mit einem Shelly extra, wenn HeishaMon dir eine Leistungsanzeige für Wasser und Wärme liefert?
Weil die integrierte Messung nicht stimmt. Die Umwälzpumpe wird z. B nicht mit einbezogen.
Hallo Remo
Merci für deinen Beitrag. Brauche ich in der WP eine Zusatzplatine?
Das kann ich dir leider nicht beantworten. Ich weiss leider nicht was für ein Gerät du hast und wie deine Heizungsanlage aussieht. Am beste fragst du deinen Heizungsbauer oder recherchierst im Internet.
Ist der Ethernet Connector in dem ersten Bild nicht falsch herum auf das Board gesteckt?
Möglicherweise, ich habe bis jetzt nur Wifi benutzt. Danke für den Hinweis.
Hallo Remo,
viele Grüße aus Rheinhessen und ein großes Lob für Deine Artikel!
Ich stand vor einigen Jahren vor den gleichen Fragen und bin total überrascht, dass wir auf ziemlich gleiche Antworten und Lösungen gekommen sind. Ich bin eher zufällig hier gelandet, weil meine HeishaMon Platine schon seit zwei Jahren hier liegt und eigentlich mal in Betrieb genommen werden sollte. Aber bei mir lag die energetische Seite im Vordergrund und IT ist eher ein kleines Hobby.
Meine Aquarea läuft seit 2021 und ich nutze ziemlich die gleichen Strategien, größtenteils noch manuell gesteuert. Ich wollte noch auf einige Besonderheiten meiner Software hinweisen (ist noch eine Gen J), die aber vielleicht immer noch so enthalten sind.
Der Heizstab ist leider nur sehr eingeschränkt zu parametrieren. Er schaltet sich z.B. bei der Enteisung einfach grundsätzlich dazu, ob sinnvoll oder nicht. Da bei uns die Strompreise recht hoch sind habe ich ihn dann irgendwann komplett deaktiviert. Bei uns ist es wahrscheinlich etwas wärmer als in der Schweiz und ich habe das schon vorher gewusst und dafür eine etwas größere Wärmepumpe gewählt. Bis jetzt war das auch bei sehr tiefen Temperaturen kein Problem, nur der COP wird halt schlechter, aber immer noch besser als der erzwungene COP 1 vom Heizstab.
Wenn man nachts die Heizung ganz abschaltet startet die WP morgens grundsätzlich mit Erwärmung des Trinkwassers, auch wenn es nach der Hysterese gar nicht notwendig ist. Sogar die Umschaltung der Warmwasserpriorität ändert das nicht, spätestens hier sieht es nach einem Bug aus. Ist in Deinem Fall egal, aber vielleicht interessiert es einen Mitleser.
Die Enteisung ist grundsätzlich notwendig aber hat unschöne Nebenwirkungen. Meine bisherige Logik geht davon aus möglichst viel am Tag zu heizen (PV Strom wird benutzt und COP aufgrund der höheren Außentemperaturen besser). Dazu kommt evtl. der Entfall der Geräuschbelastung, das ist bei mir aber kein Thema. Falls die Außentemperatur über Tag im Bereich von ca. 0° bis 5° liegt ist es vielleicht sinnvoller in der Nacht zu heizen wenn die Temperatur unter 0° fällt. Die energieintensiven Enteisungen entfallen dann und der Kompressor wird nicht ständig neu gestartet. Bis jetzt beobachte ich das ganze noch...
Gibt es schon Daten wie die Wärmepumpe gelaufen ist, als es richtig kalt war? Hintergrund ist folgender: Ich habe auch per alte Heizungsdaten die Heizlast berechnet (Punktwolke Verbrauch zu mittl. Tagestemperatur und dann auf -8° interpoliert). Da liege ich bei 140kWh, allerdings mit einem 21kW Gaskassel von 1980 (der allerdings per Homeassistant gesteuert wird und somit außentemperaturabhängig mit möglichst niedriger Vorlauftemperatur fährt.) Da das alte Ding aber locker 110° Abgastemperatur hat, kann ich von den 140kWh mal so 10-20% abziehen und liege dann bei 4,7kW und somit auch bei der 5kW Panasonic Gen. L. Jetzt würden mich natürlich mal die Realdaten aus dem kalten Winter interessieren. (Ich hoffe das ließt hier auch noch jemand.....)
Klar liest das jemand 😉.
Bei - 15°C brachte die Panasonic ihre 5 kW und produzierte 100 kWh thermische Energie. Es war immer noch konstant 21°C im Haus 😁. Somit passt alles. Allerdings lief das Gerät am Anschlag. Bei so hoher Leistung nehmen auch die Schallemissionen deutlich zu. Was du auch bedenken musst, die LWWP müssen je nach Wetter bis zu stündlich den Verdampfer abtauen. Das dauert 10 Minuten und zieht Energie aus dem Heizkreis. Wenn es bei dir feucht oder neblig ist, dann kommt das um den Gefrierpunkt häufig vor. Mehr als 100 kWh bekommst du kaum aus der 5 kW Pana. Da aber bei uns so tiefe Temperaturen nur super selten vorkommen, binnichbsehr zufrieden mit der Auslegung.
Wenn du mir sagst, was du genau wissen willst, schicke ich dir gerne mehr Daten.
Mehr als 100kWh brauche ich ja auch nicht. Wollte nur sicher gehen, ob die techn. Daten dann auch mit der Realität übereinstimmen. Und das Ding hat ja zur Not noch einen 3kW Heizstab. (Damit kriegt man nicht nur die Temperatur hoch, sondern auch die Stromrechnung...) Ich hatte halt bei der Auswahl von WP´s gesehen, dass die teilweise bei Temperaturen unter 0 auch in der thermischen Leistung runter gehen. Aber dannzur nächst Größeren zu greifen, macht ja noch weniger Sinn, weil hier im Rheinland im Winter meistens die Temperaturen deutlich über 0° sind. Zwei Fragen habe ich: Du hast ja einen externen Wärmemengenzähler verbaut? Ist der interne wirklich so ungenau, wenn man vorher die beiden Temperatursensoren aufeinander abstimmt? (Wenn der COP mit einem Fehler von 10-20% bestimmt werden kann, würde ich den Externen weglassen. Der Stromverbrauch der Umwälzpumpe interessiert mich jetzt nicht wirklich. [Habe ich zwar bei meiner aktuellen Heizung auch erfasst, wäre aber nicht nötig gewesen.]) Und beim Kühlen gehe ich davon aus, das du Fußbodenheizung hast?
P.S. War schön mal überhaupt im Netz einen vernünftigen Beitrag zum Thema Wärmepumpe zu lesen, ohne das man sich durch 150 Seiten in einem Forum wühlen muß, wo nur jeder 20.ste Beitrag wirklichen Inhalt enthält. Danke!
Ich habe die Zähler mal kurz angeschaut. Die Panasonic zählt die elektrische Energie sehr wahrscheinlich ohne die Umwälzpumpe. Die thermische Energie stimmt ziemlich genau mit dem Wärmemengenzähler überein. Das macht dann in der COP Berechnung, wie du sagst, ca. 10% aus.
Ja, wir haben einen Fussbodenheizung.
Danke für dein Lob!