Warum Arch-Linux so besonders ist

Mo, 20. Juli 2020, Ralf Hersel

"BTW, I use Arch!"
Dieser oft gesehene Satz in Linux-Foren, Diskussionen oder in Memes, lässt vermuten, dass an Arch-Linux etwas ganz Besonderes sein muss. Warum ist Arch-Linux so beliebt, obwohl es leichter zu benutzende, wenn nicht sogar bessere Arch-basierte Distributionen gibt?

Archlinux

6 Gründe, warum Arch-Linux besonders ist

  1. Do it yourself

    Der Eigenbau-Ansatz gibt dir die Kontrolle über jeden Aspekt deines Betriebssystems. Von der Installation bis zur Verwaltung, Arch Linux lässt dich alles erledigen. Du entscheidest darüber, welche Desktop-Umgebung, welche Komponenten und welche Dienste du installieren möchtest. Die granulare Steuerung ergibt ein minimales Betriebssystem, auf dem du mit den Elementen deiner Wahl aufsetzen kannst.

  2. Linux besser verstehen

    Wenn du jemals versucht hast, Arch Linux zu installieren, kennst du dessen Komplexität. Aber diese Komplexität bedeutet auch, dass du gezwungen bist, Dinge zu lernen, die du bei anderen Distributionen wahrscheinlich nie lernen würdest. Zum Beispiel ist es eine gute Lektion, das Netzwerk selbst zu konfigurieren, während man Arch Linux installiert. Bei Problemen hilft das Arch Wiki. Es ist die umfangreichste von der Gemeinschaft verwaltete Dokumentation im Internet. Allein das Durchblättern führt zu manchem Aha-Erlebnis.

  3. Immer aktuell

    Arch Linux ist eine Distribution mit rollender Veröffentlichung (rolling release). Das bedeutet, dass neue Kernel- und Anwendungsversionen ausgerollt werden, sobald sie veröffentlicht sind. Während die meisten anderen Linux-Distributionen ältere Linux-Kernel zur Verfügung stellen, ist Arch immer auf dem neusten Stand. Dasselbe gilt für die Software. Wenn für eine Software in den Arch-Repositorys eine neue Version herausgegeben wird, erhalten Arch-Benutzer die neuen Versionen meistens vor anderen Benutzern. Im Modell der rollenden Veröffentlichung ist alles frisch und auf dem neuesten Stand. Du musst dein Betriebssystem nicht von einer Version zur anderen aktualisieren.

  4. Anwendungen im Überfluss

    Arch Linux hat reichlich Software in seinem Repository. Mit dem von der Gemeinschaft bewirtschafteten AUR erweitert sich das Software-Angebot von Arch Linux nochmal erheblich. Für das Suchen und Installieren von Anwendungen gibt es das Werkzeug-Set AUR-Helpers.

  5. Das Gefühl, es geschafft zu haben

    Unser Gehirn lieb Herausforderungen, solange sich diese in einer optimalen Schwierigkeitszone befinden. Viele erinnern sich an das erhabene Gefühl nach ihrer allerersten Linux Installation, auch wenn es ein einfaches Linux-Mint oder Ubuntu war. Wem die Allerwelts-Distributionen zu langweilig geworden sind, kann sich an der Arch-Installation versuchen. Nach geglücktem Vorhaben stellt sich garantiert wieder das Hochgefühl von damals ein.

  6. Von der Gemeinschaft für die Gemeinschaft

    Arch wird von der Gemeinschaft geschaffen, unterstützt und gehört ihr. Ubuntu wird von Canonical unterstützt, Fedora gehört Red Hat (jetzt Teil von IBM) und openSUSE gehört SUSE. All diese wichtigen Distributionen werden von Unternehmen unterstützt. Dagegen ist nichts zu sagen, aber einige unter uns mögen die Beteiligung von Unternehmen an Open-Source Projekten nicht. Wie Debian ist Arch Linux eines der wenigen Linux-Distributionsprojekte, die nur von der Gemeinschaft unterstützt werden.

Quelle: https://www.archlinux.org/ und https://itsfoss.com/why-arch-linux/