Am Anfang war die Aktivitätenübersicht

Di, 3. August 2021, Ralf Hersel

Mit der Desktop-Umgebung GNOME 40 haben viele Neuerungen Einzug in die beliebte Benutzeroberfläche erhalten. Eine davon ist der Bildschirm, den man unmittelbar nach dem Start des Desktops zu Gesicht bekommt. Während alle bekannten Benutzeroberflächen einen leeren Desktop mit ein oder mehreren Panels oder Docks und evtl. ein paar Desktop-Icons anzeigen, geht GNOME in den Übersichtsmodus. Ergibt das Sinn?

GNOME 40 - Aktivitätenübersicht (mit Dash-to-Panel)

In den älteren Versionen von GNOME wurde die Aktivitätenübersicht nicht initial nach dem Starten, sondern erst nach dem Betätigen der SUPER-Taste angezeigt. Dieses Verhalten kennt man von fast allen anderen Desktop Umgebungen. Da stellt sich die Frage, ob mit diesem Startverhalten irgendwelche Vorteile verbunden sind.

Anwenderinnen, die Wert auf ein hübsches Hintergrundbild legen, werden vom neuen Verhalten enttäuscht sein, sieht man doch das geliebte Wallpaper nur in verkleinerter Darstellung. Ich gehöre auch zu diesen Enttäuschten, da ich mein Hintergrundbild täglich automatisch wechseln lasse und immer wieder gespannt bin, welches schöne Bild mich im neuen Tag begrüsst. Aber das ist eine Nebensächlichkeit.

Wirklich sinnvoll fände ich diese Neuerung, wenn GNOME endlich wieder (ja, das gab es einmal) gespeicherte Sitzungen unterstützen würde. Diese Funktion gibt es heute noch bei Xfce und anderen Desktops. Damit werden beim Beendung einer Sitzung alle offenen Anwendungen inklusive ihrer Verteilung über die Workspaces gespeichert und stehen beim nächsten Start wieder bereit. Damit erspart man sich, die üblichen Anwendung nach jedem Start neu aufzurufen und anzuordnen. Ausserdem würde dies den Workspaces einen grossen Mehrwert bescheren, da man direkt die gewünschten Arbeitskontexte auf dem Bildschirm hätte.

Hätte, hätte, Fahrradkette! Hat die Aktivitätenübersicht überhaupt einen Vorteil? Ja, hat sie, wenn auch nur einen Geringen. Aus dieser Startansicht kann man sofort die gewünschte Anwendung starten, auch wenn sich diese nicht im Dock befindet. Das funktioniert, weil die Suche sofort zur Eingabe bereitsteht. Damit lassen sich nicht nur Apps starten, sondern auch Berechnungen durchführen oder man kann nach Dateien und Weiterem suchen. Somit spart man sich einen Tastendruck nach dem Start des Desktops, mehr aber nicht.

Eine Frage an die Leser: kennt jemand ein Verfahren, um bei GNOME die Session zu speichern? Hinweis: So funktioniert es nicht: https://vitux.com/how-to-automatically-remember-running-applications-from-your-last-session-in-debian/