Nach den Unsicherheiten Anfang 2023, als das Solus-Team nicht klar definiert war und der Zugang zur Infrastruktur verloren wurde, gibt es jetzt die dritte stabile Veröffentlichung. Der Name "Opportunity" - Möglichkeit, Chance, (günstige) Gelegenheit - wird seinem Anspruch gerecht. Schauen wir es uns an:
Neue Epoche
Erster Schritt dafür war im Oktober der Wechsel auf eine neue Epoche namens Polaris. So nennt Solus quasi seine "Versionen" an Paketquellen. Dabei wurden einige große Schritte getan, wie das komplette Entfernen von Python2 und damit das Ende des Solus Software Centers und eine neue Version von systemd. Mit dabei wurde der usr-Merge komplett vollzogen.
Aus eigener Erfahrung muss ich sagen: Ich habe davon nichts mitbekommen. Es gab ein Update zur Umstellung und alles lief wie bisher.
Auch wurde das Solus Software Center durch GNOME Software (in GNOME) und KDE Discover (bei allen anderen) ersetzt.
Versionsnummern
Die Neuerungen aus dem Epochen-Wechsel sind natürlich in den ISOs von 4.8 Opportunity bereits eingezogen. Weitere Updates im Überblick:
- Linux Kernel 6.17.8 oder LTS 6.12.58
- Mesa 25.2.6
- Budgie 10.9.4
- GNOME 49
- KDE Plasma 6.5, Frameworks 6.19, Gear 25.8
- Xfce 4.20 (keine Beta mehr)
- Firefox 145
- LibreOffice 25.2
- Thunderbird 140
- systemd 257.10
Mit dabei ist jetzt standardmäßig Plymouth, was den Ladebildschirm schöner aussehen lässt. Hier wurde festgestellt, dass die Performanz-Einbußen kaum merkbar sind, sodass einer Integration nichts mehr im Wege steht.
KDE Plasma (Blog-Eintrag) und GNOME (Blog-Eintrag) benutzen standardmäßig Wayland. In beiden Systemen sind die entsprechenden X11-Komponenten in extra Pakete ausgelagert. GNOME wird mit der nächsten Veröffentlichung X11 komplett ablegen und auch bei Budgie wird das mit Version 10.10 der Fall sein: Hier soll Labwc als Wayland-Compositor eingesetzt werden, bis der Budgie-eigene Compositor Magpie mit Version 11 einsatzbereit ist. Eine erste Vorschau-Version für Budgie 10.10 gibt es bereits.
In den Repositories gibt es übrigens auch Pakete für Hyprland, Niri und Quickshell, von denen es aber keine ISOs gibt.
Die Pakete libgirepository und libpeas wurden aktualisiert und auf deren ABI umgestellt - bis auf perl-glib-object -introspection, das scheinbar die alte Version noch braucht.
Neue Webseite
Kurz vor der Veröffentlichung hat auch die Webseite eine Verjüngungskur erhalten. Die alte Seite basierte auf einer selbstgebauten Software, die aber ihre Probleme hatte, und damit war nicht einfach zu arbeiten. Die neue Webseite mit Hextra ist einfacher, schneller und besser auch für kleine Bildschirme geeignet. Das gilt auch für die Blogposts, die jetzt ein Inhaltsverzeichnis erhalten haben.
Wer über die wöchentlichen Updates Informationen haben möchte, der kann den Mastodon Account von Solus abonnieren. Es wird hier transparent mit Gründen informiert, auch wenn mal keine Updates kommen.
Fazit
Solus (Plasma) erfreut mich täglich. Es ist eine Desktop-zentrierte Distribution, die mir gezeigt hat, dass Stabilität und Aktualität kein Widerspruch sein müssen. Solus läuft einfach. 🤷♂️
Quellen der Bilder: https://getsol.us/2025/11/29/solus-4-8-released/



Ein wenig detaillierter hätte es schon sein dürfen. Dass es sich hierbei um eine Distribution handelt, liest man erst im letzten Satz; bis dahin kann man es nur erahnen. Als jemand der Solus nicht kennt, und da werde ich bestimmt nicht der einzige sein, hätte ich mir schon erwartet zu wissen wovon es abstammt, welches Paketsystem verwendet wird, wie die Releasezyklen sind und am wichtigsten: Was ist das Hauptziel dieser Distribution?
Hier mal für andere interessierte aus der Wikipedia: Entstand als Nachbau von Chrome OS, nutzt ein eigenes Paketsystem namens eopkg, welches ein Fork von PiSi war (inzwischen inkompatibel hiermit) und mit Binär- und Quellpaketen umgehen kann sowie eine eigens entworfene Desktopumgebung namens Budgie, welche auf GTK+ basiert und einfach gehalten sein soll. Solus existiert seit 2015 und nutzt Rolling-Release.
Danke für deinen Hinweis. Das habe ich nicht bedacht. Ich bin naiv davon ausgegangen, dass Solus ein Begriff ist, da die Distribution schon lange existiert - länger als die gefühlt monatliche "neue" Arch-Distribution, die durchs Dorf getrieben wird - und durchaus bekannt ist.
Hier ein nicht ganz so positiver Bericht:
https://www.computerbase.de/forum/threads/solus-4-8.2259433/
Hallo GNU/Linux.ch, ich habe diese Website heute morgen gefunden, nachdem ich nach "Linux News" 'gestartpaged' habe. Die Ausbeute war ernüchternd, was nicht an den Suchergebnissen von Startpage liegt... Um so mehr freue ich mich, dass es hier ein Projekt gibt welches anscheinend aktuell über freie Software und GNU/Linux berichtet.
Seit Anfang 2026 bin ich vollständig auf SolusOS (erst 4.8, danach auf 4.9) umgestiegen, nachdem ich immer wieder mal Linux Mint (von Version 4 bis hin zu 22.3) ausprobiert habe. SolusOS (Gnome) hat mich jedoch sehr überrascht. Dieses System bemerkt man eigentlich gar nicht, es läuft einfach und macht 0 (in Worten "Null"!) Probleme. Ich bin begeistert und zum ersten Mal in meinem Linux-Universum glücklich! Ja, man muss gelegentlich etwas umdenken, bspw. im Paketmanagement via Konsole, aber das ist "Kleinkram" und im grunde nur sehr selten notwendig. Software lässt sich sehr gut über das Softwarecenter (i.d.R. Flatpaks) installieren/verwalten. Wöchentlich erscheinen Updates, die im laufenden Betrieb installiert werden. Ich verwende nun ausschließlich SolusOS für ALLE Dinge, die ich sonst jahrelang über MacOS oder Windows erledigen musste. Diese Zeiten sind nun endlich vorbei! Kein Betriebssystem hat mir jemals so viel Spaß bereitet, so viele Freiheiten gegeben, so wenig Sorgen bereitet und bleibt doch stets unauffällig im Hintergrund! Man verwendet es einfach.
Ich freue mich über diesen Artikel auf euerm Portal und hoffe, dass noch der ein oder andere Artikel über SolusOS hinzukommt. Vielen Dank für Eure Arbeit, ich komme wieder!