Unter Homeserver kann man sich unterschiedliche Dinge vorstellen. Daher soll gleich noch näher beschrieben werden, was in diesem Artikel damit gemeint ist. Zuvor aber noch ein paar Worte zum "Serverbetreiber". Wer beruflich aus der IT-Ecke kommt, der kann für sich selbst meist leicht einschätzen, ob die Verwendung eines Homeservers für ihn sinnvoll ist. Und wer aus der entgegengesetzten Ecke kommt und einfach nur auf einen Startknopf drücken möchte - für den ist die Frage an dieser Stelle auch schon - fast - geklärt. Er oder sie wird eher zu anderen Lösungen greifen, beispielsweise für ein Backup einfach eine USB-Festplatte an den Computer stecken. In die dritte Gruppe kann ich mich gut eindenken, da ich erstens nicht aus dem IT-Bereich komme und zweitens als langjähriger Windowsanwender an Fix-und-Fertig-Lösungen gewöhnt wurde. Aber die Neugier siegte - und heute betreibe ich schon fast eine kleine Serverfarm im Arbeitszimmer. Gut, aber nun zu der Frage, was im Zusammenhang mit den folgenden Überlegungen unter einem Homeserver verstanden werden soll.
Homeserver der einfachen Art
Beginnen wir vielleicht mit einer Anlehnung an ein bekanntes Filmzitat:
„Da stelle mer uns janz dumm. Und da sage mer so: Wat is en Homeserver? Dat is en kleene, schwarze Kasten. Der hat vorne zwei Lämpchen. Dat eine leuchtet, dat andere blinkt. Wenn et blinkt, dann schafft er. Wenn et nimmer blinkt... dann hammer en Problem.“
Kleiner und schwarzer Kasten - das trifft ziemlich genau auf das Gehäuse meines Raspberry Pi 5 zu, das in Artikelfoto zu sehen ist. Ein Einstieg ist bereits mit einem gebrauchten Thin Client für 25 Euro machbar plus USB-Festplatten, die noch in der Schublade liegen [1]. Ein einfach ausgestatteter Mini-PC oder ein altes Notebook tun es auch, denn Serverdienste erfordern nur selten eine Hochleistungsarchitektur.
Homeserver passen in jede Ecke
Sicher, mit ein wenig Kabelsalat wird man rechnen müssen. Allerdings müssen die kleinen Teile nicht auf dem Schreibtisch stehen und benötigen weder Monitor noch Tastatur. Oft kommen sie auch ohne Lüfter aus und erzeugen kaum Geräusche. Eine Ecke in einem Regal in irgendeinem Zimmer kann da bereits ausreichend sein.
Wichtiger ist da schon ein niedriger Stromverbrauch, da der eigentliche Unterschied zur Arbeit am Desktop-PC darin besteht, dass die Dienste 24/7 zur Verfügung stehen und immer darauf zugegriffen werden kann. Für Backup und Fotosammlung reichen im privaten Umfeld oft Speichergrößen-Medien von ein bis drei Terabyte. Hochleistungs-NAS-Geräte von den bekannten Herstellern sollen an dieser Stelle keine Rolle spielen. Da wird fertig konfigurierte Software mitgeliefert und die Preise bewegen sich oft in einer anderen Dimension, sofern man nicht zu den ganz einfachen Modellen greift.
Anwendungen: Memos (Notizen), Readeck (Später lesen), Filerise (Dateimanagement), Linkding (Lesezeichen)
Okay, die Hardware für einen Homeserver sollte kein großes Problem sein. Ausstattung, Speichergrößen usw. kann man entsprechend den Möglichkeiten des eigenen Budgets wählen. Die zweite Frage ist die Software. Muss man ein "Technik-Nerd" sein, um einen Homeserver in Schwung zu bringen?
Durchbruch Nr. 1: Docker
Noch vor wenigen Jahren war der Betrieb eines Homeservers tatsächlich etwas für Personen, die über recht viel Fachwissen verfügten. Oder man war bereit, sehr viel Zeit in "Versuch-und-Irrtum" zu stecken, ohne damit unbedingt zum Ziel zu kommen. Konflikte mit Abhängigkeit (Anwendung A benötigt Python x.001, Anwendung B benötigt Python x.002) waren an der Tagesordnung. Ein kleines Update bei Anwendung C konnte D, E und F stören usw. usw. Man musste sich durch lange Anleitungen kämpfen, wie in der Frühzeit der DOS/Assembler-Listings in Computermagazinen der 80-er Jahre.
Dann wurde Docker 2013 veröffentlicht [2] und änderte das Vorgehen grundlegend. Nun bestand eine Anwendung aus einem Bündel (Container), das alle Abhängigkeiten mitbrachte und in einer isolierten Umgebung lief. Damit störten sich unterschiedliche Anwendungen nicht mehr wechselseitig. Der Homeserver-Admin musste sich nicht mehr um die zahlreichen Abhängigkeiten kümmern. Mit Docker Compose kam dann noch der Schritt, dass über eine einfache Textdatei mehrere benötigte Services - etwa Datenbanken - gleichzeitig gestartet wurden. Durch die Arbeit von LinuxServer.io und eine zentrale Abrufstelle (Docker Hub) standen unzählige "Fertig-Bündel" (Images) auf Abruf zur Verfügung.
Ein weiterer günstiger Umstand war es auch, dass Docker schon sehr früh für den Raspberry Pi zur Verfügung stand. Damit konnte man auf günstigen Geräten seine ersten Gehversuche machen. Später waren es Modellreihen bekannter NAS-Hersteller, die Portainer/Container in ihre Anwendungssammlung aufgenommen haben und so die Technik vielen Anwendern zugänglich machte-
Wenige Zeilen in einer Textdatei genügen, um eine Serveranwendung im Heimnetz zur Verfügung zu stellen.
Dazu kamen Anwendungen wie Portainer, in denen individuelle Parameter einfach in Felder eingetragen werden konnten. [6]

Mit Portainer genügt der Eintrag in einige Felder, um einen Dienst zu installieren.
Die Installation von Heimserveranwendungen ist deutlich vereinfacht worden - was aber nicht heißt, dass sie völlig unkompliziert wäre. Ein (Linux-)Ausgangssystem muss vorab installiert werden, ein paar Schritte im Terminal müssen unternommen werden (oder man muss sich mit Portainer vertraut machen), eine Vorstellung von Netzwerk-IP und Ports müssen vorhanden sein. Also ist der Einstieg noch immer "hügelig", aber man muss nicht mehr gleich den Mount Everest besteigen.
Durchbruch Nr. 2: WireGuard
Die Daten in den eigenen vier Wänden zu haben ist gut, aber gelegentlich möchte man von unterwegs auf seinen Homeserver zugreifen können. Ich verwalte beispielsweise meine Dokumente mit Paperless-ngx, da passiert es relativ häufig, dass ich etwas nachschauen möchte, wenn ich nicht zu Hause bin.
Und damit sind wir an einer der "gefährlichsten" Stellen des Homeserver-Alltags angelangt. Sein Gerät über das Internet zugänglich zu machen, war lange Zeit etwas für Profis. Als ich mir 2014 im Rahmen von der Snowden-Enthüllungen mein erstes NAS besorgte, dachte ich: "Ach, das ist ja wie ein kleiner Webserver. Google doch mal, wie Du die Ports Deines Modems freigeben kannst, damit Du auch von der Uni aus zugreifen kannst." Ja, mit DynDNS usw. hat es dann nach einem Bastelabend funktioniert - und kurz darauf trudelten die Angriffe ein. Schlicht, weil ich von dem Zeug einfach nicht wirklich was verstanden habe.
Seit drei, vier Jahren lässt sich in den Modems recht einfach die Alternative WireGuard-VPN einrichten. Einmal 10 Minuten Zeit investieren - und auf allen Geräten kann man via QR-Code die Einstellungen übertragen. Mit einem einzigen Fingertipp aktiviere ich auf dem Smartphone die VPN-Verbindung zum Modem - und kann Daten auf meinen Homeservern mit deutlich reduzierter Angriffsfläche abrufen. [3]
geführte Einrichtung von WireGuard
Den dritten Schritt, etwa Nextcloud-Dokumente auf dem Homeserver für Workshop-Teilnehmer über einen Internet-Link freizugeben, würde ich niemandem raten, der nicht wirklich genügend Hintergrundwissen mitbringt. Das ist einer der Gründe, weshalb ich meine Nextcloud bei einem Hoster gemietet habe - auf diese Weise kann ich problemlos Linkfreigaben zur Verfügung stellen. Der zweite Grund: In Deutschland sind die Upload-Geschwindigkeiten für Privatanwender , sofern nicht Glasfaser vorhanden, "bescheiden". Das ist der eigentliche Flaschenhals, weshalb bei regem Datenaustausch an Dritte ein Hoster meist die bessere Lösung ist.
Aber immerhin: Meine Familie und ich selbst haben ungehinderten Zugriff auf die Anwendungen von unterwegs - und das in einer wirklich guten Geschwindigkeit.
Anwendungen: Immich (Fotoarchiv), Paperless-ngx (Dokumentenverwaltung, Vikunja (Planung), Trilium (Notizen)
Nutzen von Homeserver-Anwendungen
Der eigentliche Nutzen ist eher "versteckt": Das stromsparende kleine Gerät stellt die Dienste 24/7 zur Verfügung. Bleiben wir mal beim Beispiel Paperless-ngx. In den Jahren davor habe ich ein Ordner-Unterordner-Datum-im-Dateinamen-System auf meiner SSD im PC verwendet, was mir ausgezeichnete Dienste leistete [4]. Nur: Für jede Suche musste ich den PC im Arbeitszimmer einschalten. Schon ein Zugriff aus dem Wohnzimmer über das Tablet war nicht möglich. Durch den Zwischenschritt über einen Sync via externer Nextcloud ging da zwar was, aber so richtig komfortabel lief das nicht. Und private Dokumente in einer Nextcloud bei einem Hoster ohne End-zu-End-Verschlüsselung in größerem Umfang ist halt auch nur solala. Durch den Homeserver habe ich nun jederzeit Zugriff.
Ähnlich sieht es mit Immich oder Photoprism aus: Wenn man persönliche Familienfotos nicht gerne bei US-Konzernen gespeichert wissen möchte, so sind diese Anwendungen inzwischen eine erstaunlich gute Alternative für den Homeserver - bis hin zur Texterkennung in Fotos oder dem Erkennung von Kontext, Gegenständen usw. Und das alles mit Verfahren, die auf dem eigenen Gerät laufen.
Allgemein: Backups automatisiert von allen Geräten zu jeder Tageszeit anfertigen zu lassen, ist auch sehr entspannend. Mein Raspberry Pi 5, auf dem ich Paperless-ngx laufen lasse, macht ein Backup der Dokumente um drei Uhr nachts - auf einen Netzwerkspeicher und als verschlüsseltes Backup in meine Nextcloud. Dazu muss kein PC angeschaltet werden, ich bekomme von der Übertragung nichts mit, alles läuft im Hintergrund. Aber auch tagsüber sind die Backup-Möglichkeiten ausgesprochen nützlich: Auf meinen Hauptgeräten werden Ordner überwacht, bei wichtigen Projekten erfolgt sofort bei Speicherung eine Sicherung über einen Homeserver. Wenn bei diesem Vorgang auf dem Zielgerät Rechenleistung notwendig ist, z. B. um einen Index des Inhalts zu bilden, so werden dafür nicht die Ressourcen meines Arbeitsgeräts beansprucht - ich kann also ohne Störung weiterarbeiten.
Backups zu jeder Tages- und Nachtzeit
Und weiter: Schon lange vor den genannten Anwendungen wurden die Verfahren für Filme und Musik genutzt - die Rolle als Medienserver wäre also auch gegeben. Plus das ganze Zeug rund um Smarthome, Home-Assistant usw. Das sind Bereich, die selbst zwar kaum nutze, die aber für andere Anwender sehr interessant sein können.
Dazu kommen eine Reihe kleiner Tools, die auf diese Weise auch von allen Geräten aus abgerufen werden können, gleichgültig, welches Betriebssystem sie haben: BentoPDF mit seinen unzähligen PDF-Bearbeitungsfunktionen hat bei mir inzwischen Stirling PDF abgelöst. Readeck archiviert zuverlässig Webinhalte, die ich - tatsächlich - länger aufbewahren möchte, auch Artikel hinter einer Paywall meiner Zeitungs-Abos. In Linkding werfe ich alle Bookmarks rein, die ich eventuell noch einmal in den nächsten ein, zwei Tagen aufrufen möchte. Als Familien-Kalender-Server hatte ich einige Zeit Baikal im Einsatz (das war dann aber eine Doppelung mit meiner Nextcloud). Das sind jetzt nur ein paar Beispiele von ca. 20+ Installationen, die ich mal häufig, mal selten nutze.
Hat man sich einmal an das Vorgehen bei Docker-Installationen gewöhnt, so bewegt sich der Installationsaufwand gerade bei solch kleinen Tools zwischen wenigen Sekunden bis eine Minute - also nicht länger, als die lokale Installation von Software auf einem Desktop-PC dauert. Natürlich, wenn man z. B. zusätzliche Speichermedien einbeziehen möchte, so kann es auch deutlich länger dauern - dazu gleich noch mehr.
Gibt es nicht auch Schattenseiten? Stichwort: Zeitaufwand
Ja, da muss man ehrlich sein. Der Start in das Homeserver-Leben kostet Zeit, bis man sich zumindest ein kleines Basiswissen angeeignet hat: Wie finde ich die IP heraus? Wie greife ich auf einen Server zu, wenn kein Monitor angeschlossen ist? Wie binde ich Laufwerke ein? Wie greife ich via Remote oder SSH auf den Server zu? Das sind nur einige der Fragen, die sich in den ersten Tagen stellen.
Auch in den Wochen danach wird es immer wieder Momente geben, in denen man an seine Grenzen kommt. Was habe ich Stunden damit verbracht, Vaultwarden zum Laufen zu bringen (erfordert ein Zertifikat) - dann aufgegeben und weiterhin den Bitwarden-EU-Server genutzt. Man(n) muss dann auch wissen, wenn es sich nicht mehr lohnt. Oder die ganze Rechtevergabe-Geschichte, wenn man Laufwerke im Netzwerk ansprechen möchte. Mal klappt das sofort, mal hakt es irgendwo und man muss suchen.
Backups und Updates kann man zwar automatisieren, man muss aber dennoch eine Auge darauf haben, ob sich nicht im Laufe der Zeit etwas verändert hat. Nutzt man nur wenige Anwendungen, so hält sich der Pflegeaufwand in Grenzen. Reizt man seinen Homeserver hingegen aus, sollte auch dieser Zeitaufwand nicht unterschätzt werden.
Allgemein: Wenn der Aufwand zu groß wird, dann lieber eine externe Möglichkeit suchen. Nextcloud ist hier ein gutes Beispiel: Prinzipiell klappt die reine Installation einer Nextcloud auf einem Homeserver ganz gut. Wenn man aber viele Erweiterungen nutzen, Collabora integrieren möchte und oft öffentliche Freigaben benötigt, dann ist meist ein externer Dienstleister die bessere Wahl. Account anlegen, fertig. Die ganze Wartung, Absicherung, Backups der Nextcloud-Datenbanken - das alles wird vom Hoster übernommen.
Andererseits: Man lernt mit der Zeit eben wirklich, wie Serverdienste "ticken". Weniger in den technischen Feinheiten, eher: Wie ist alles miteinander verbunden? Wie sichere ich Daten und Anwendungen so ab, dass sie nach einem Neustart wieder da sind und funktionieren? Und: Es ist einfach toll, wenn man mit ein paar Zeilen einen Dienst aktiviert, der direkt funktioniert!
Also: Wenn man wenig Zeit hat, möglichst wenig basteln und ausprobieren möchte und man es sich finanziell leisten kann, dann sind lokale PC-Anwendungen, externe Dienste oder fertige NAS-Systeme sicher auch eine gute Alternative. Aber ein wenig möchte ich zumindest zum Ausprobieren ermutigen, daher jetzt noch ein Bonustipp.
Bonustipp: Die eigene Entwicklungsumgebung
Man hat Lust auf das Ausprobieren bekommen? Dann mal ganz einfach mit einem der Geräte beginnen, die ich eingangs erwähnt habe: gebrauchter Thin Client oder ein Raspberry Pi möglichst ab der 4. Generation. Darauf ein schmales Linux-System. Beim Thin Client habe ich mit DietPi sehr gute Erfahrungen gemacht (ein unterschätztes System, das ausgezeichnet gepflegt wird). Andere leichte Linux-Systeme werden meist auch funktionieren. Auf dem Raspberry Pi würde ich das schlanke Raspberry Pi OS Lite nehmen, da es ausgezeichnet auf die Hardware abgestimmt ist.
Dann sich für den Anfang von einem guten Bekannten erklären lassen oder durch Suchmaschinen & Co. aneignen: Wie erfahre ich, welche IP (Netzwerkadresse) mein Gerät im Heimnetz hat? Wie greife ich darauf zu, dass ich so was wie ein Terminal sehe (Monitor anschließen oder SSH vom Standard-PC aus). Wie richte ich Docker ein (zwei, drei Befehle, die man ins Terminal kopiert). Dann noch wissen, dass meist Nano als Standardeditor genannt wird - den würde ich direkt gegen Micro austauschen, um Textdateien zu bearbeiten. Noch ein bisschen verstehen, was "Sudo", "mkdir", "cd" ist - damit kann man schon beginnen.
Wenn man genug rumprobiert hat: System neu installieren und nun jene Anwendungen installieren, die man auf Dauer verwenden möchte. Noch eine Nummer besser ist es, wenn man ein simples "Probiergerät" und einen "Hauptserver" nehmen kann.
Gut, und jetzt noch eine Hausaufgabe, um auf den Geschmack zu kommen :-) Wir installieren die sehr gute Rezeptdatenbank Mealie.
1. Pfad "Rezepte" anlegen.
2. Eine Textdatei mit "micro docker-compose.yml" erstellen.
3. Den Code unten reinkopieren. Speichern.
4. Installation starten mit "docker compose up -d" (manchmal auch "docker-compose up -d".
5. Nach Abschluss des Vorgangs 30 - 60 Sekunden warten.
6. Im Browser aufrufen: http://eigenehomeserver-ip:9925
Und schon kann man eine Rezeptdatenbank befüllen :-)
version: "3.7"
services:
mealie:
image: ghcr.io/mealie-recipes/mealie:latest
container_name: mealie
ports:
- "9925:9000"
volumes:
- ./mealie/data:/app/data
environment:
- ALLOW_SIGNUP=true
- PUID=1000
- PGID=1000
- TZ=Europe/Berlin
- BASE_URL=http://[HOMESERVER_IP]:9925 # EIGENE IP EINTRAGEN
restart: unless-stopped
Videotipp: 9 c't Redakteure berichten über ihren Homeservereinsatz Invidious-Link
Lesetipp: Lars schildert seine Homeserver-Erfahrungen im Artikel "Der Server daheim. Ein Jahr danach"
Bildnachweis:
Artikelfotos vom Autor.
[1] Artikelreihe "Das 25-Euro-NAS".
[2] https://de.wikipedia.org/wiki/Docker_(Software)
[3] VPN zu nutzen, ist auch ohne Homeserver eine gute Idee an öffentlichen Orten wie Cafés, Bahnhöfen, Flughäfen usw.
[4] Nebenbei: Ich habe dieses System 1:1 auf Paperless-ngx übertragen. Sollte dieses Tool jemals nicht mehr funktionieren - gar kein Problem. Ich kann nahtlos mit meiner Ordner-Namensstruktur wie zuvor arbeiten, ohne irgendetwas exportieren oder konvertieren zu müssen.
[5] Zusatz-Tipp: Raspberry Pi 400 Kit gibt es neu für ca. 70 Euro - mit Netzteil, Maus, HDMI-Kabel, SD-Karte (Lüfter unnötig, da passive Kühlung mehr als ausreichend ist).
[6] Bei meinen Installationen arbeite ich persönlich lieber direkt im Terminal mit Textdateien statt mit Portainer-Einträgen. Aber das ist Geschmackssache.



So ein Einplatinen-PC mit USB-Festplatte ist schon eine praktische Sache. Darüber hinaus noch stromsparend. Jedoch, ohne ECC-RAM und ohne OpenZFS zPool sind die Dateien bit rot und bit flip ausgeliefert. Will man das richtig und längerfristig aufziehen, wird es teurer und komplexer. Ich finde es dennoch erstrebenswert, Herr über die eigenen Daten und Dienste zu sein (wenn man sich das leisten kann/will) und sich nicht von einem Anbieter abhängig zu machen, der jederzeit die Bedingungen ändern kann.
Meiner Meinung nach braucht man im privaten weder ECC-RAM, noch sollte man sich über "bit rot" Gedanken machen müssen. Ich glaube, wenn man die Backupplatten in gewissen zeitlichen Abständen überprüft (Filesystem, Smart-Werte) und auch das Backup testweise erfolgreich zurückschreibt, dann sollte man auf der sicheren Seite sein.
Hab auf einem alten Lenovo Laptop Proxmox installiert und dies läuft jetzt 24/7 super stabil als kleiner Homeserver. Batterie Ladung wird auff 50-60% begrenzt damit der Akku noch hoffentlich lange lebt, ist ja eine art Backup falls mal der Strom ausfallen sollte.
Ich weiß nicht, ob Laptops für 24/7 ausgelegt sind. Ich würde, wenn möglich den Akku herausnehmen. Das wäre mir sonst zu "heiß".
> "Wie finde ich die IP heraus?"
in der Bash, dauert etwas:
for ip in $(seq 1 254); do ping -c 1 192.168.1.$ip>/dev/null; [ $? -eq 0 ] && echo "192.168.178.$ip UP" || : ; doneoder muss nmap installiert werden: sudo nmap -sn 192.168.1.0/24 bei Heimnetzwerk IP 192.168.1.XXXDocker/Podman auf Mini-PCs waren und sind ein echter Gamechanger: ressourcensparend (vor allem RAM) und relativ pflegeleicht (lies: Updates einspielen). Herausfordernd ist dagegen der Silo-Bildung einzelner Dienste entgegen zu wirken.
Bei mir werkelt ein Samba-AD als zentraler Verzeichnisdienst, ein Samba-Fileserver als zentrale Dateiablage und Nextcloud verwaltet zusätzlich Lesezeichen (mit Browser-Sync per floccus) und aggregiert abonnierte RSS-Feeds. Im Heimnetz stellt Caddy als Reverse Proxy und übers Internet Pangolin (auf einer Hetzner VM) alles bereit. Die Datensicherung erfogt verschlüsselt mit restic auf eine Hetzner Storage Box. Kostenpunkt: 8 Euro monatlich plus Stromkosten. Weitere Container beherbergen: Forgejo authentifiziert per LDAP gegen Samba, Gerbera und gonic stellen die Musiksammlung vom Samba-Share bereit. Desweiteren gesellen sich Vaultwarden, ChangeDetection.io, Home Assistant und soju dazu.
Die Datenhaltung habe ich zentralisiert in Samba organisiert, jedoch stellt die Benutzerverwaltung weiterhin eine Herausforderung dar...
Wie habt Ihr das gelöst?
> Auch in den Wochen danach wird es immer wieder Momente geben, in denen man an seine Grenzen kommt. Was habe ich Stunden damit verbracht, Vaultwarden zum Laufen zu bringen (erfordert ein Zertifikat) - dann aufgegeben und weiterhin den Bitwarden-EU-Server genutzt.
Der Artikel trifft es ins schwarze. Ich finde so manche Anmerkung Anknüpfungspunkte zu meinen Erlebnissen. Vaultwarden mit den erforderlichen Zertifikat und auch die benötigten Websocket Parameter, damit die iOS App arbeiten kann, hat mich auch viel Zeit gekostet. Mein innerer Monk wollte jedoch die Lösung. :) Die Lösung im Zusammenspiel mit einem externen Pangolin-Server bringt dann für andere Dienste nochmal Sicherheit und eine externe Anlaufstelle. WireGuard ist jedoch auch eine gut funktionierende Lösung.
Genauso gibt es Themen wo ich dann auch mal aufgeben musste, da mir dazu einfach das spezielle Wissen fehlte. Zeit und Aufwand stand dann für mich persönlich nicht mehr dem angestrebten Ziel im Einklang.
Wer Interesse daran hat, sollte einfach mit einem kleinen Projekt anfangen. Am Anfang schwer, jedoch gibt es über die Community, Foren und neuerdings AI Hilfestellungen.
Viel Erfolg bei Euren Projekten. toolted
Vielen Dank für den sehr schönen Artikel, auch ich finde mich darin (seit diesem Jahr) wieder und mache kleine Schritte. Manches von dem, was du beschreibst, kannte ich schon, vieles muss ich noch testen. Heute: Vikunja, von dem ich ganz angetan bin.
> Aber auch tagsüber sind die Backup-Möglichkeiten ausgesprochen nützlich: Auf meinen Hauptgeräten werden Ordner überwacht, bei wichtigen Projekten erfolgt sofort bei Speicherung eine Sicherung über einen Homeserver. Wenn bei diesem Vorgang auf dem Zielgerät Rechenleistung notwendig ist, z. B. um einen Index des Inhalts zu bilden, so werden dafür nicht die Ressourcen meines Arbeitsgeräts beansprucht - ich kann also ohne Störung weiterarbeiten.
Das interessiert mich konkret: Wie hast du das bewerkstelligt? Kennst du dafür eine Erklärung oder Anleitung?
Danke für die nette Rückmeldung! Der Workflow sieht in diesem Fall so aus: Es gibt einen Projektordner. Immer, wenn dort eine Datei gespeichert wird, registriert das ein Tool und löst den Backup-Vorgang auf ein lokales Speichermedium - z. B. eine freigegebene USB-SSD - aus. Es gibt verschiedene Tools, die das können. Ich habe mich an FreeFileSync gewöhnt: https://freefilesync.org Das beherrscht alle wichtigen Protokolle und hat die Funktion der Echtzeitüberwachung.
Toller Artikel! Danke dafür.
Vielen Dank für den Artikel! Ich habe einen guten Eindruck gewonnen und einiges gelernt. WireGuard-VPN kannte ich noch nicht, und bisher habe ich mir nicht zugetraut, selbst etwas im Internet erreichbar zu machen. Nach deiner Erklärung werde ich mir das aber einmal genauer anschauen. Erst einmal ganz vorsichtig mit ein paar Hundebildern. Danke für den unterhaltsamen Bericht!
Danke für den Typ mit der Rezeptdatenbank "Mealie". Ich nutze aktuell "Tandoor" und naja es gefällt mir nicht besonders.