Klimawandel mit Open Source bekämpfen

Mo, 17. Mai, Daniel Schär

Das Ziel der EU, Netto-Null-Emissionen bis 2050 zu erreichen, scheint noch in weiter Ferne. Wenn die Industrie nicht ihren Teil dazu beiträgt, werden die Folgen des Klimawandels ein katastrophales Ausmass annehmen. Die Nutzung erneuerbarer Energien kann den CO2-Ausstoss verringern, aber nur, wenn unser Stromnetz flexibel genug ist, um die Stromkapazitäten zu managen. Um dies zu erreichen, muss sich die gesamte Energiebranche verpflichten, unsere veraltete Stromnetzinfrastruktur zu modernisieren - gemeinsam. Ein Beispiel eines Projekts, das in Zusammenarbeit mit der Open-Source-Community LF Energy der Linux Foundation durchgeführt wird, zeigt, wie die Branche Freie Software nutzen kann, um den Klimawandel zu bekämpfen und die Klimaneutralitätsziele zu erreichen.

Die Herausforderungen: Ein veraltetes Stromnetz

Im Energiesektor braucht es eine Abkehr von schädlichen fossilen Brennstoffen hin zu grünen Energiequellen wie Wind- und Sonnenenergie. Während solche erneuerbare Energiequellen leicht verfügbar sind und aus wirtschaftlicher Sicht Sinn ergeben, so stellen sich bei der Infrastruktur des Stromnetzes einige Probleme. Das Stromnetz der USA beispielsweise arbeitet derzeit immer noch mit einem zentralisierten Punkt-zu-Punkt-System, d.h. es benötigt eine Quelle wie ein Elektrizitätswerk, um den Strom in Echtzeit an Haushalte und Unternehmen zu verteilen. Da Strom noch nicht in grossen Mengen wirtschaftlich gespeichert werden kann (Ausnahme Pumpspeicherkraftwerke wie z.B. in der Schweiz), muss er in der Regel erzeugt werden, wenn er verbraucht wird. Dies macht es schwierig, auf Spitzen und Täler in der erneuerbaren Energieversorgung zu reagieren. Daher kam in Europa schon früh die Idee auf, ein europäisches Smart-Grid aufzubauen, welches die Lasten verteilt.  

Die Rolle der Linux Foundation Energy

Die Linux Foundation bietet nicht nur Dienstleistungen, Veranstaltungen und Schulungen an, sondern verfügt unter anderem auch über einen Zweig namens LF Energy, der sich aktiv dem Aufbau nachhaltiger Ökosysteme rund um Open-Source-Projekte widmet. Die holländische Firma Alliander zum Beispiel hat in Zusammenarbeit mit LF Energy ihr firmeneigenes Projekt GridXchangeFabric (früher bekannt als Open Smart Grid Platform) in die Open-Source-Community von LF Energy überführt, um die erforderliche Innovation und eine breitere Nutzung in der Branche voranzutreiben. GXF ist eine skalierbare und Technologie-unabhängige industrielle Internet-of-Things-Plattform, die es Netzbetreibern ermöglicht, Daten sicher zu sammeln und intelligente Geräte im Netz zu überwachen, zu steuern und zu verwalten.

Vor ihrer Open-Source-Arbeit mit LF Energy war laut der Firma die Entwicklung von GXF ein aufwändiger Prozess. Sie waren auf interne Ressourcen beschränkt und verliessen sich auf massgeschneiderte Software von Lieferanten. Aufgrund der komplexen Strukturen dieser Technologien dauerte das Finden und Implementieren einer gemeinsamen Lösung oft mehrere Jahre. Zudem entsprach die von proprietären Anbietern und Auftragnehmern angebotene Sicherheit meist nicht den Standards für die kritische Infrastruktur des Netzes. Als sie von GXF zu LF Energy verlegten, sahen sie mehrere Vorteile, darunter: besserer Einblick in die Leistung der Infrastruktur, mehr Auswahlmöglichkeiten für Lösungen, schnellere Prozesse und Sicherheit durch Transparenz.  

Ihre Zusammenarbeit mit LF Energy zeigt, wie einzelne Software-Entwickler der Energiebranche und die Communty als Ganzes sich aktiv am Kampf gegen den Klimawandel beteiligen kann.

Die gesamte Liste der Projekte von LF Energy findet man hier

Quelle: https://thenewstack.io/fight-climate-change-with-open-source/

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