Multimedia Center mit dem Raspberry Pi

Fr, 1. Oktober 2021, Norbert Rüthers

Wer hat nicht gerne eine Multimedia Steuerzentrale im Wohnzimmer die alle Funktionen zusammenfasst. Natürlich bieten alle aktuellen Fernseher heute diese Möglichkeit. Aber weiss man was diese "smarten" Fernseher sonst noch an Daten an irgendwen schicken? In der Vergangenheit haben sich viele Geräte als wahre Datenschleudern erwiesen. Deshalb ist für ein Multimediacenter der Raspberry Pi wie geschaffen.

Quelle:https://misrecursosdidacticosdl.blogspot.com

Ich persönlich betreibe mittlerweile 3 Stück davon in verschiedenen Räumen.
Noch immer denke ich mit Grauen an die Zeiten zurück, als man nur fertige Geräte kaufen konnte. Die kosteten dann oft mehrere hundert Euro.

Im Alltag zeigte sich dann, dass die meisten nicht alle Video und/oder Audio Formate abspielen konnten. Ob mkv oder mp4 im Videobereich oder ogg und flac im Audiobereich. Alles erzeugte Fehlermeldungen. Auf die Software hatte man keinen Einfluss und so landeten die Teile nach kurzer Zeit auf dem Elektronikschrott.

Mittlerweile gibt es verschiedene Möglichkeiten, um ein Mediencenter zu realisieren. Die bekanntesten sind wohl : OSMC und LibreElec

Im Grunde beruhen aber alle Systeme auf einem abgespeckten Linux auf dem Kodi ( früher XBMC ) läuft. Früher habe ich OSMC eingesetzt was aber mit der Zeit immer instabiler wurde. Ob sichdas in der Zwischenzeit wieder gebessert hat kann ich nicht sagen Deshalb ist Libreelec seit langem das Mittel der Wahl.

Features von Kodi:

  • Anzeige von Wetterinformationen
  • Anzeigen von Bildern
  • Wiedergabe von Audio aller Formate
  • Wiedergabe von Video aller Formate
  • Wiedergabe von Webradiosendern und Streamingdiensten
  • TV Wiedergabe und Recording ( mit optionalem  TV-Head)
  • Hunderte von Addons für jeden Zweck (Youtube, Mediatheken usw. usw.)
  • Viele verschiedene Themes für jeden Geschmack
  • Frei anpassbar und flexibel erweiterbar
  • Samba (SMB/CIFS Freigabe) und SSH Zugriff auf die Medien und Systemdaten

Die Installation der Software geht einfach vonstatten und ist schnell erledigt.

Runterladen, auf die Micro SD Karte kopieren, einstecken und fertig. Einschalten und Spass haben.

Die Oberfläche von Kodi

Die Einstellmöglichkeiten lassen keine Wünsche offen

Add-Ons lassen sich aus den Kodi Repositories oder aus Fremdquellen installieren

Aber.....natürlich sieht es nicht ästhetisch aus, wenn der Pi an seinen Kabeln in der Luft hängt.

Deshalb war schnell die Idee geboren alles in ein Gehäuse zu packen. Ein Netzteil sollte auch eingebaut werden.  Bei der Wahl des Gehäuses hat man freie Hand. Ich bevorzuge für den Zweck ein Metallgehäuse, das sich auch gut in die anderen Komponenten der Wohnzimmerelektronik einfügt. Da der Raspberry auch keinen Power-Schalter hat, musste auch der ins Gehäuse. Ebenso eine Betriebs-LED.

Die folgenden Bilder zeigen den Verlauf des Aufbaus

An der oberen Querschiene lässt sich die Festplatte befestigen

Die Festplatte für die Daten. In meinem Fall eine 2,5 Zoll 1TB Platte

Das 5V Netzteil vorne links liefert den Strom für den Raspberry und die Festplatte

Die Verdrahtung sieht in dem Stadium noch etwas wild aus.

Der Power-Schalter sieht etwas barock aus aber dafür ist er stabil :-)

In vielen Fällen lässt sich Kodi bereits mit der Fernbedienung des Fernsehers steuern Ich habe eine zusätzliche Fernbedienung angeschafft, die problemlos mit einem an den Pi angeschlossenen IR-Empfänger funktioniert

 

Um das ganze komfortabel zu steuern, kann man anstatt der Fernbedienung auch eine IOS/Android App namens Yatse benutzen. Die App lässt keine Wünsche offen und wenn man einmalig ein paar Euro in die Pro Version investiert erst recht nicht.

Die verbaute Festplatte kann im Prinzip entfallen, wenn man irgendwo ein NAS stehen hat. SMB Freigaben sind in Kodi schnell eingerichtet. Auch ich bevorzuge diese Möglichkeit. Allerdings ist eine Kabelverbindung ins Netzwerk dem WLAN vorzuziehen.

Mittlerweile ist Libreelec in der Version 10 erschienen, die Kodi (Matrix) 19.1 enthält. Zurzeit funktioniert die aber nur mit einem Raspberry Pi 4.