Radicle - die Peer-to-Peer Git-Alternative

Mi, 16. Dezember 2020, Ralf Hersel

Die meisten Open-Source-Projekte werden normalerweise auf GitHub oder anderen GitHub-Alternativen wie GitLab gehostet. Trotz der vielen Vorteile und Funktionen solcher Plattformen (ganz zu schweigen von der potenziellen Bekanntheit), gibt es auch Nachteile. Zum Beispiel wurde das youtube-dl Projekt von Microsoft entfernt, um einer DMCA-Anfrage nachzukommen. Mit einem zentralisierten Ansatz haben Entwickler nicht viel Kontrolle und Privatsphäre. Wer keine zentralisierten Server möchte, kann sich für eine Peer-to-Peer-Funktion für die Code-Zusammenarbeit entscheiden. Radicle ist das passende Werkzeug für diesen Offline-Ansatz.

Radicle ist ein Open-Source-Projekt, das darauf abzielt, eine dezentrale App für die Code-Zusammenarbeit bereitzustellen. Damit kann man eine Peer-to-Peer-Verbindung herstellen, wenn man das Projekt teilen und mit jemand anderem zusammenarbeiten möchten. Obwohl sich das Werkzeug noch in der Beta-Phase befindet, ist es einen Blick wert.

Die Funktionen im Überblick:

  • Hinzufügen mehrerer entfernter Gegenstellen möglich
  • Verwalten mehrerer Peers
  • Funktion zum Verfolgen eines Projekts von einem bestimmten Peer
  • Projekt mit einer eindeutigen ID teilen
  • Unabhängig von zentralen Servern
  • Keine Zensur
  • Ein Netzwerk, das mit Peers verbunden ist
  • Die Möglichkeit, offline zu arbeiten
  • Lokale Probleme und Patches
  • Basiert auf Git
  • Läuft auf der eigenen Infrastruktur
  • Spendenfunktion (Ethereum)
  • Gemeinsame Verwaltung einer Code-Basis

Radicle steht als Appimage für die Installation zu Verfügung.

Quelle: https://radicle.xyz/

tux.
Geschrieben von tux. am 16. Dezember 2020

Bei n-gate wurde „Radicle“ völlig zutreffend als „Git mit FidoNet und etwas Blockchain“ beschrieben. Das ist schon wegen der schäbigen Internetleitungen in Deutschland eine sehr unpraktische Lösung... :-) Dieses Radicle scheint überdies keine Windowsversion anzubieten, ist somit also für einen deutlichen Großteil der Desktopnutzer schlicht nicht verfügbar. Selber schuld.

Ich habe auch einen Codeserver „ohne Zensur“ mit der „Möglichkeit, offline zu arbeiten“ - und er benutzt nicht mal Git. Sondern Fossil ... ;-)