Slackel Kurztest

Fr, 12. Juni 2020, Lioh Möller

Wie der Name vermuten lässt handelt es sich bei Slackel um eine Slackware basierte Linux Distribution. Sie wird in Griechenland von Dimitris Tzemos entwickelt. Die aktuelle Version 7.2 steht als Live-ISO für x86 und x86_64 zur Verfügung. Sie wurde am 21.07.2019 veröffentlicht und basiert auf dem -current Zweig der Slackware-Distribution, welcher der Entwicklung des kommenden Releases dient und von vielen ambitionierten Nutzern gerne als 'Rolling-Release' genutzt wird (auch wenn es das rein technisch nicht ist). Hinzu kommen eigene Pakete wie der Standarddesktop LXDE und eine Vielzahl von Tools aus der Salix-Distribution, insbesondere zur grafischen Konfiguration des Systems.

Nach dem Start der Live-CD wird man von einem aufgeräumten aber etwas spanisch wirkenden LXDE-Desktop begrüsst. Die Softwareausstattung ist durchdacht und enthält Anwendungen wie Firefox, Thunderbird, LibreOffice und GIMP. Der Multimediaplayer vlc gehört allerdings nicht zum Standardumfang.

Mit Hilfe von slapt-get oder dessen grafischen Frontends gslapt kann die Installation von vlc nachgeholt werden, falls dieses benötigt wird. In der Slackware Welt gilt slapt-get eher als verpönt, da ein Grossteil der Benutzer den Standardpaketmanager slackpkg sowie die offiziellen pkgtools nutzen. Pakete die nicht in der Distribution vorhanden sind werden meist selbst anhand von sogenannten SlackBuild-Rezepten selbst compiliert. Die Repositories von Slackel enthalten eine Vielzahl von vorcompilierten SlackBuilds um dem Anwender die Arbeit zu erleichtern. Die Vorkonfiguration von slapt-get unter Slackel schliesst allerdings die Aktualisierung des Kernels und der glibc sowie weiterer Pakete aus, was aus Sicherheitsaspekten eher bedenklich ist. In der Konfigurationsdatei /etc/slapt-get/slapt-getrc kann dies angepasst werden.

Die Installation des Systems erfolgt mit Hilfe eines distributionseigenen Installationstools welches auf den ersten Blick verwirrend sein kann, denn es ermöglicht die Installation von Slackel auf einen USB-Stick oder auf die Festplatte. Möchte man Slackel auf eine Festplatte installieren, muss im oberen Bereich des Installers nur der rechte Teil bearbeitet werden.

Die Sprache lässt sich ebenso auswählen wie das Keyboard-Layout, welches allerdings zumindest für ein schweizerdeutsches Layout eine falsche Xorg Konfiguration erstellt. Wie dies zu korrigieren ist, wird im Linux-Kurs beschrieben.

Abschliessend bleibt die Frage für wen die Distribution geeignet ist. Slackware hat eine eher hohe Einstiegshürde, ist diese aber erst einmal gemeistert hat man volle Kontrolle über sein System. Wie dies funktioniert wird im Linux-Kurs beschrieben.

Der Entwickler von Slackel versucht diese Hürde etwas zu nehmen, mittelfristig landet man aber auch dort auf der Kommandozeile. Einen Blick ist die Distribution aber in jedem Falle wert. Wer gerne ein pures aktuelles Slackware System anschauen möchte, für den sind alternativ die Live-Images vom Entwickler alienBOB empfehlenswert.

Quelle: www.slackel.gr