Systemd lernen und ausprobieren

Mi, 26. Januar 2022, Ralf Hersel

Systemd ist eine Sammlung von Programmen, Hintergrundprogrammen und Bibliotheken für Linux-Systeme. Ihr zentraler Bestandteil ist der systemd init-Prozess, der als erster Prozess zum Starten, Überwachen und Beenden weiterer Prozesse dient. Es bietet aber auch andere Systemkomponenten an, deren Bandbreite vom Booten bis zum Logging reichen.

Die Webseite systemd-by-example stellt eine Möglichkeit dar, um sich mit systemd zu beschäftigen, bzw. den Umgang damit zu lernen. Die Seite ermöglicht es einem, wie auf einer Spielwiese systemd interaktiv zu erlernen, direkt vom Browser aus. Dort kann man Beispiele erstellen, ohne Gefahr zu laufen, sein System zu zerstören, und ohne von Hunderten von unzusammenhängenden Unit-Dateien abgelenkt zu werden.

Die Seite führt anhand von 15 Beispielen die Verwendungsmöglichkeiten von systemd ein. Es wird mit einem 'leeren' System begonnen, bei dem keinerlei Systemd-Units vorhanden sind. Nun kann man sich schrittweise durch die Beispiele hangeln, um mit systemd zu experimentieren. Ermöglicht wird das durch eine 'Spielwiese', die aus drei Tabs besteht. Im ersten Reiter sieht man die einzelnen Unit-Dateien und deren Inhalte. Im zweiten Reiter wird der Output eines gestarteten/laufenden Betriebssystems angezeigt. Der dritte Tab zeigt die Ausgabe des Systemd-Journals. Die Webseite erlaubt es einem, bestehende Units zu verändern und neue hinzuzufügen.

Nachdem man sich die einzelnen Unit-Dateien angesehen (und verstanden) hat, kann man die Spielwiese starten, um das Betriebssystem in Gang zu setzen. Der Output-Reiter verrät einem, was die Units bewirken. Im Journal-Reiter sieht man die Protokoll-Ausgaben von systemd. Die virtuelle Maschine erlaubt auch das System zu stoppen. Das ist wichtig, weil beim Shutdown eines System, ebenfalls systemd Aktionen ablaufen, deren Ausgabe von Interesse sind.

Quelle: https://systemd-by-example.com/