Typst ist ein markupbasiertes Satzsystem für (nicht nur) die Naturwissenschaften. Es wurde als Alternative sowohl zu fortgeschrittenen Tools wie LaTeX als auch zu einfacheren Tools wie Textverarbeitungen entwickelt. Das Satzwerkzeug ist leistungsstark und benutzerfreundlich. Grundlegende Informationen findet ihr in diesem Artikel: Typst ist einfacher als LaTeX, den ich vor zweieinhalb Jahren geschrieben habe.
Damals gab es nur ein CLI-Werkzeug zur Umwandlung von Typst-Code in PDF und einen Online-Editor der Typst-Entwickler in einer Beta-Version. Mittlerweile ist der Online-Editor nicht mehr im Beta-Stadium und es hat sich ein Ökosystem mit Packages (Plug-ins) und Vorlagen (Templates) entwickelt. Der Compiler von Typst ist Open Source, aber der bisher einzige Desktop-Editor, den ich finden konnte (Typstify), ist proprietär. Doch heute lief mir eine freie Software über den Weg, nämlich Typesetter. Das Werkzeug befindet sich noch in einem frühen Entwicklungsstadium, weshalb man garantiert über Fehler und fehlende Funktionen stolpert.
Das Werkzeug in der Version 0.5.1 kann als Flatpak installiert werden, ist in Rust für den GNOME-Desktop geschrieben und folgt den GNOME-Richtlinien für Benutzeroberflächen. Es bietet folgenden Funktionsumfang:
- Anpassungsfähige, benutzerfreundliche Oberfläche: Ideal für Artikel, Berichte, Folien, Bücher und alle strukturierten Texte.
- Unterstützt Typst: Eine moderne, markupbasierte Satzsprache, die die Einfachheit von Markdown mit der Leistungsfähigkeit von LaTeX kombiniert.
- Lokal zuerst: Die Dateien bleiben auf deinem Rechner. Keine Cloud-Bindung.
- Paketunterstützung: Funktioniert offline, kann aber bei Bedarf Pakete online abrufen und aktualisieren.
- Automatische Vorschau: Die Aktualisierung des gerenderten Dokuments erfolgt während des Schreiben.
- Click-to-Jump: Man klickt auf einen Teil der Vorschau, um zur entsprechenden Position in der Quelldatei zu springen.
- Zentriertes Scrollen: Hält das Geschriebene während der Eingabe visuell an Ort und Stelle.
- Syntaxhervorhebung: Macht das Dokument leichter lesbar und bearbeitbar.
- Schnell und nativ: Entwickelt in Rust und GTK gemäss den GNOME-Richtlinien für Benutzeroberflächen.
Und so sieht es aus:
Zurzeit können die gerenderten Dokumente nur als PDF gespeichert werden. Das Einbetten von Bildern und die Verwendung von Paketen ist mir nicht gelungen; ich habe allerdings nicht viel Zeit dafür investiert. Ausserdem stürzte bei mir Typesetter ab, sobald ich in den Vollbild-Modus schaltete.
Fazit
Wem Markdown zu wenig kann und LaTeX zu schwierig ist, kann einmal Typst mit Typesetter probieren. In der guten Typst-Dokumentation finden sich viele Beispiele. Auf mich machte Typesetter einen guten ersten Eindruck mit viel Entwicklungspotenzial.
Bildquelle: https://codeberg.org/haydn/typesetter/src/branch/main/data/icons/hicolor/net.trowell.typesetter.Source.svg


Seit über einem Jahr benutze ich VSCodium mit entsprechenden Plug-in Tinymist und bin zufrieden. Natürlich etwas überdimensioniert. ;-)
Socherlei Editoren gibt es viele. Typst, Strictdoc usw. Allen gemein ist, daß die Source reiner Text ist, der mittels git wunderbar in Repos verwaltet werden kann. Änderungen sieht man inhaltlich sofort und braucht nicht sperrige Vergleichsfunktionen, wie in den Office Applikationen. Für Softwerker, Systementwickler und Projektmanager perfekt.
Quarkdown ist auch einen Test wert.
Markdown trifft in diesem modernen Satzsystem auf die Leistungsfähigkeit von LaTeX. Und es ist kostenlos und Open Source.
Noch eine weitere Auszeichnungssprache, die man zunächst ersteinmal erlernen muss? Ich verstehe nicht, wieso es (fast) nie den umgekehrten Ansatz gibt: Als Anwender (also kein technisch Begabter, kein gelernter Informatiker, kein Computerfreak) möchte man solche Systeme wie, Markdown, Quarkdown, Typst, LaTeX etc. etc. doch eigentlich immer genau andersherum, als reine WYSIWYG-Editoren, benutzen und dann nur davon profitieren dass man den gesammelten Content auch in einer maschinennahen Auszeichnungssprache verwalten oder weitergeben kann.
Ich verstehe deine Anforderung sehr gut und teile sie mit dir. Doch solche Editoren gibt es, z. B.:
Für Latex: Lyx
Aber der Gag bei den Auszeichnungssprachen ist ja eigentlich genau die Tatsache, das außer einem Texteditor nichts weiter nötig ist.
Es gibt einen ganzen Zoo solcher Sprachen: https://en.wikipedia.org/wiki/Comparison_of_document_markup_languages