Volla Phone im Gesundheits- und Notfallbereich

  Ralf Hersel   Lesezeit: 4 Minuten  🗪 1 Kommentar

Start-up aus Remscheid erweitert mit GNUHealth und SAFETY.brands Kooperationen im Gesundheitswesen.

volla phone im gesundheits- und notfallbereich

Mit dem Volla Phone X hat das Remscheider Jungunternehmen Hallo Welt Systeme vergangenes Jahr ein Smartphone speziell für Outdoor-Enthusiasten, aber auch Handwerker oder Rettungskräfte auf den Markt gebracht. Nun soll das sichere und datenschutzkonforme Mobiltelefon verstärkt im Gesundheits- und Notfallbereich positioniert werden. Aus diesem Grund arbeitet das Start-up jetzt mit der Open-Source-Initiative GNUHealth sowie dem Notfallinformationsservice SAFETY.brands der Plattform 112-login.com zusammen.

Mit dem Volla Phone hat das Remscheider Start-up "Hallo Welt Systeme" rund um Gründer Dr. Jörg Wurzer vor zwei Jahren ein Smartphone auf den Markt gebracht, das mit einem neuartigen Bedienkonzept, eigenem Betriebssystem und konsequentem Datenschutz eine Alternative zu gängigen Mobiltelefonen darstellt. Das im letzten Sommer gelaunchte Volla Phone X richtet sich vor allem an Nutzer, die besonders hohe Anforderungen an Widerstandsfähigkeit haben. Dazu zählen etwa Sportler und Outdoor-Begeisterte, vor allem aber auch Menschen, die beruflich im Handwerksbereich, im Baugewerbe, in Produktionsbetrieben oder im Rettungsdienst aktiv sind.

Nun sollen weitere Einsatzgebiete hinzukommen und das Open Source Smartphone auch für den Gesundheits- und Notfallbereich attraktiver machen.

"Während für Ärzte, Pfleger und Feuerwehrleute das Volla Phone X zum Einsatz kommen soll, steht für Patienten unser elegantes Volla Phone 22 im Vordergrund. Beide Modelle punkten durch ihren strikten Datenschutz, im professionellen Kontext mit der Konformität zur DSGVO", so Gründer Dr. Wurzer.


Seit der Gründung des Unternehmens setzt die Hallo Welt Systeme auf Partnerschaften. Etwa mit dem Hardwarehersteller Gigaset aus Bocholt, der Ubports Stiftung zur Weiterentwicklung ihres quelloffenen und auf dem Volla Phone vorinstallierbaren Betriebssystem Ubuntu Touch, dem VPN Anbieter Hide.me, den Suchmaschinen Startpage und MetaGer für anonyme Suchen im Internet sowie dem sicheren E-Mail-Dienst StartMail.

Auch die neuen Einsatzgebiete sollen über Kooperationen erschlossen werden. Das Unternehmen SAFETY.brands etwa nutzt die Möglichkeit, eines individuell angepassten Volla-Betriebssystems, mit dessen Hilfe das eigene SAFETY-e Plattform 112-Login.com aufgewertet und optimiert werden soll. Dabei handelt es sich um eine digitale Rettungskarte, die mit einem Auto über dessen KFZ-Kennzeichen verknüpft ist und von der Feuerwehr im Falle eines Rettungseinsatzes bereits während der Anfahrt zur Einsatzstelle abgerufen werden kann. Feuerwehrleute erhalten dabei wichtige typspezifische Fahrzeug - und Notfallinformationen und können sich mit dem Volla Phone X auf den Einsatz vorbereiten und wertvolle Zeit sparen, um die häufig schwerverletzten Personen aus ihrem Fahrzeug zu befreien. Aber auch die Sicherheit der Einsatzkräfte ist hier ein Fokus.

Ein weiterer Partner ist die GNU Solidaro Association bzw. die dahinterstehende Initiative GNUHealth, die eine Open Source Lösung zur Verwaltung von Kliniken und Patientendaten entwickelt hat. Die Software ist in Kliniken weltweit im Einsatz und liefert mit geringem Kostenaufwand ein transparentes System für die gemeinsame Nutzung von Patientendaten zu Behandlungs- und Forschungszwecken, bei dem der Patient die Kontrolle darüber hat, welche Daten mit wem geteilt werden.

Gemeinsam mit der Hallo Welt Systeme wird nun daran gearbeitet, ein Smartphone für Ärzte und Pflegekräfte in den Krankenhäusern zur Abfrage von Patientendaten anzubieten und die App "Personal Health Record" auf ein Volla Phone zu bringen - sowohl in einer Linux als auch einer Volla OS Variante. Mit ihr können Anwender ihre Gesundheit im Blick behalten - mit dem Vorteil gegenüber anderen Gesundheits-Apps, dass keine Daten in die Cloud verschoben werden.

"Im Rahmen der Kooperation mit Dr. Wurzer und Volla Phone wollen wir möglichst vielen Menschen die Möglichkeit geben, nicht nur ihre Patientendaten selbst zu bestimmen und mit Ärzten zu teilen, sondern auch ihre Gesundheit im Blick zu behalten und zu fördern", unterstreicht Selene Cordara von GNU Solidaro die Motivation hinter der Zusammenarbeit.

Quelle: https://www.pressetext.com/news/volla-phone-deutsches-smartphone-mit-fokus-auf-sicherheit-findet-anwendung-im-gesundheits-und-notfallbereich.html

Tags

Volla, GNUHealth, Sicherheit, gesundheit, Smartphone

Wurz
Geschrieben von Wurz am 5. September 2022 um 11:44

Aha. So richtig schlau werde ich daraus nicht. Es gibt also ein, zwei neue Smartphones mit eigenem androidbasiertem Betriebssystem ohne Google-Apps, dafür mit anderen vorinstallierten Apps für Patientenakten und Rettungskarten. Wobei letztere erstmal für teures Geld vom Halter des jeweiligen Fahrzeugs hochgeladen werden müssen. Wobei es doch einige Portale gibt, wo man die Rettungskarte nach Hersteller und Modell aufgeschlüsselt ohnehin kostenlos bekommt. Sicher, daß die Rettungskräfte dann auf 112-login zurückgreifen? Nicht falsch verstehen – die specs des Telefons sehen ok aus, und es ist nie verkehrt, noch ein "freies" Betriebssystem auf den Markt zu werfen. Ich frage mich nur, ob diese Rettungs- und Gesundheitsgeschichte ein ausreichendes Alleinstellungsmerkmal ist.