Bratislava entwickelt ein freies Ökosystem

Mo, 23. Mai 2022, Ralf Hersel

Die Stadt Bratislava baut derzeit unter der Leitung ihrer CIO Petra Dzurovčinová ein ganz neues Ökosystem von digitalen Open-Source-Diensten auf. Diese Dienste werden in Bratislava getestet und sollen dann auf andere Städte in der Slowakei ausgeweitet werden, um die bestehende Anbieterbindung zu begrenzen und die öffentlichen Dienstleistungen für die Einwohner zu verbessern.


Laut Petra basiert die Wahl von Open-Source-Lösungen für die digitale Transformation der Stadt nicht nur auf dem langfristigen wirtschaftlichen Anreiz, sondern vor allem auf der Qualität der Dienste, die den Bürgern zur Verfügung gestellt werden. Das Digitalisierungsteam in Bratislava nahm die Aufgabe an, indem es zunächst die Bedürfnisse der Bürgerinnen und Bürger durch iterative Prozesse mit Interviews, Co-Creation und Zusammenarbeit mit anderen Städten ermittelte und verstand. Ein grosser Teil der Arbeit wurde intern in der Konzeptionsphase geleistet, um die nächsten Schritte der Entwicklung technologischer Lösungen zu steuern und die Erreichung der geplanten Ziele sicherzustellen.

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Politischer Widerstand gegen die Chatkontrolle

Mo, 23. Mai 2022, Ralf Hersel

Gegen den Vorschlag der EU-Kommission, eine verdachtlose Massenüberwachung aller online Kommunikationskanäle einzuführen, formiert sich nun auch in der Politik Widerstand. Wir berichteten in der vergangenen Woche über die Causa Chatcontrol. Der Kampagne, um diesen Unsinn zu stoppen, haben sich mittlerweile mehr als 137'000 Unterzeichner:innen angeschlossen. Wer sich über die Hintergründe informieren möchte, dem sei diese Seite des Europaabgeordneten Patrick Breyer empfohlen.

Zensursula schlägt wieder zu

Wer das Thema lieber als Podcast hören möchte, kann sich die letzte Folge von Logbuch-Netzpolitik anhören. Der deutsche Justizminister Marco Buschmann äusserte sich im Magazin "Der Spiegel" dazu:

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Schweizer Polizei setzt auf Threema

Mo, 23. Mai 2022, Ralf Hersel

Wie das Branchenportal Inside IT berichtet, wechseln die Schweizer Polizei-Organisationen vom proprietären Messenger IMP (Instant Messenger Police) der Firma Abraxas zur halbfreien Alternative Threema, der ebenfalls von einer Schweizer Firma entwickelt wird.

Ein interessantes Detail bei diesem Wechsel ist, dass der Auftrag in Höhe von ca. 2. Millionen Franken freihändig vergeben wurde. Dies sei möglich gewesen, weil die Lösung der Firma Threema erheblich unter den üblichen Preisen liege. Das Bundesgesetz über das öffentliche Beschaffungswesen erlaubt eine solche Umgehung des üblichen Grenzbetrags von 150'000 Franken, falls besondere Umstände (siehe Artikel 21) vorliegen.

Threema wird inzwischen immer häufiger in der öffentlichen Verwaltung genutzt. Unter anderem die Bundesverwaltung, die Stadt Bern oder auch die Armee setzen inzwischen auf diese Alternative. Bei Threema stehen zumindest die Clients unter der freien Lizenz GNU Affero General Public License v3.0, die Serverbestandteile sind jedoch proprietär. Wenn es um den Ersatz von proprietären Lösungen geht, vertraut man in der Schweiz einem lokalen Anbieter. In anderen europäischen Ländern steht das föderierte Matrix-Protokoll im Vordergrund, zum Beispiel bei der Deutschen Bundeswehr oder im Rahmen des neuen Behördenarbeitsplatzes.

Quelle: https://www.inside-it.ch/threema-nun-auch-fuer-die-schweizer-polizei-20220520

Erscheinungsbild von Qt5 Applikationen unter Ubuntu anpassen

Fr 20. Mai 2022, Lioh Möller

Bei der Nutzung von Qt5 Applikationen unter Ubuntu fällt auf, dass diese nicht dem Erscheinungsbild des Desktops entsprechen.

Abhilfe schafft ein Umweg über die Theme Engine Kvantum. Installieren lässt sich diese unter Ubuntu aus dem Papirus PPA mit folgendem Befehl:

sudo add-apt-repository ppa:papirus/papirus
sudo apt install qt5-style-kvantum

Daraufhin kann die Datei ~/.profile dahingehend ergänzt werden, dass für Qt5 Anwendungen der kvantum Stil genutzt werden soll:

echo "export QT_STYLE_OVERRIDE=kvantum" >> ~/.profile

Nach dem Abmelden von der grafischen Oberfläche und einem erneuten Anmelden, kann der Kvantum Manager über die Suche gestartet werden. Dort wählt man unter dem Menü Thema ändern/löschen das Theme KvYaru aus und klickt auf den Button Dieses Thema verwenden.

Qt5 Anwendungen wie VLC oder VirtualBox sollten nun einheitlich im Yaru Theme dargestellt werden. Dies betrifft allerdings nur Applikationen, welche nativ und nicht im Snap-Format installiert wurden.

Zur Korrektur kann beispielsweise ein zuvor installiertes VLC Snap-Paket über das Ubuntu Software Center entfernt werden und daraufhin im oberen Bereich als Paketquelle beispielsweise das ubuntu-jammy-universe Repository gewählt werden. Aus diesem kann dann die Installation des nativen Paketes erfolgen und VLC sollte im gewünschten Erscheinungsbild dargestellt werden:

Default Bookmark Folder für Firefox

Fr 20. Mai 2022, Lioh Möller

Lesezeichen werden seit einigen Versionen des Firefox-Browsers standardmässig auf der Lesezeichen-Symbolleiste abgelegt.

Eine erweiterte Kontrolle über den Speicherort bietet das Browser AddOn namens Default Bookmark Folder.

Mit dessen Hilfe lässt sich der Speicherort für neue Lesezeichen oder Ordner mit Lesezeichen gezielt einstellen. Darüber hinaus bietet das AddOn eine Funktion zum schnellen Setzen von Lesezeichen, welche dem Standard-Bookmark-Symbol in der Adressleiste ähnelt, jedoch ohne weitere Nachfragen ein Lesezeichen erstellt.

Ubuntu mit Gruppenrichtlinien verwalten

Fr 20. Mai 2022, Lioh Möller

Windows Server Administratoren sind sie bekannt: die Gruppenrichtlinien. Mit der nun vorliegenden Entwicklung namens adsys aus dem Hause Canonical ist es erstmalig möglich auch Ubuntu Clients über GPOs (Group Policy Objects) zu verwalten.

Dazu jedoch ist einiges an Vorbereitung nötig. Zunächst müssen die sogenannten Administrative Templates in das Active Directory integriert werden. Diese sind im Git-Repository des Projektes zu finden.


Der geneigte Administrator muss sich entscheiden, ob nur LTS-Versionen unterstützt werden sollen, oder auch non-LTS Veröffentlichungen. In folgendem Beispiel gehen wir von der Verwendung von Ubuntu in der LTS Variante aus.

Die Vorlagen bestehen aus zwei XML-Dateien. Bei Ubuntu.admx handelt es sich um die eigentliche Vorlage und bei Ubuntu.adml um die englischsprachigen Übersetzungen. Weitere Sprachen werden aktuell nicht angeboten.

Im AD wird die admx Datei in folgendem Ordner hinterlegt: \\meinedomain.tld\SYSVOL\meinedomain.tld\Policies\PolicyDefinitions. Die Sprachdatei muss sich in dem Ordner \\meinedomain.tld\SYSVOL\meinedomain.tld\Policies\PolicyDefinitions\en-US befinden.

Nach dem Erstellen einer Group Policy auf der gewünschten OU, sind die neuen Einstellungen in den Bereichen Computer Configuration und User Configuration sichtbar. Gruppenrichtlinien für Computerobjekte werden auf einer OU erstellt, welche die zuvor angebundenen Ubuntu Clients enthält. Benutzerspezifische Richtlinien können auf OUs, welche Benutzerobjekte enthalten, hinterlegt werden.

Auf dem Ubuntu Client wird die Anwendung adsys benötigt, welche mit folgendem Befehl installiert werden kann:

sudo apt install adsys

Der Computer muss darüber hinaus mittels sssd an das Active Directory gebunden worden sein.

Sofern eine Policy, wie beispielsweise ein vordefiniertes Hintergrundbild greift, wird diese automatisch während des Logins appliziert. Auch Scripte lassen sich auf diese Weise ausführen.

Der Aufbau der Gruppenrichtlinien ähnelt dabei den von Windows her bekannten Objekten.


Not Configured nimmt keine Anpassung vor, Enabled aktiviert die Einstellung mit den gewünschten Werten und Disabled verbietet eine manuelle Änderung der Option durch den Benutzer direkt auf dem Client.

Quelle: https://github.com/ubuntu/adsys

ORCHESTOOLS | SECTIONS ist abgeschlossen

Fr 20. Mai 2022, Daniel Schär

Über das Manko an quelloffenen virtuellen Instrumenten haben wir schon berichtet. Eine löbliche Ausnahme bildet Orchestools, von dem nun das letzte von vier virtuellen Instrumente erschienen ist. ORCHESTOOLS ist eine freie Orchestra-Library, von der schon verschiedene Sections erschienen sind: STRINGS (Streichinstrumente), BRASS (Blechblasinstrumente) und WINDS (Holzblasinstrumente). Nun wurde das Instrument für Schlaginstrumente PERC (Schlaginstrumente) veröffentlicht (Download-Links auf der SECTIONS-Seite). Der Autor hat mehr als ein Jahr mit der Entwicklung und Arbeit an diesem Projekt verbracht.

Bildquelle: www.audiopluginsforfree.com

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Deutscher Behördenarbeitsplatz ist fertig

Fr, 20. Mai 2022, Ralf Hersel

Wie wir hier und hier berichteten, arbeitet der IT-Dienstleister Dataport an einem Behördenarbeitsplatz für Deutschland, bzw. für die sechs beteiligten norddeutschen Bundesländer. Nun wurde dieser IT-Arbeitsplatz fertiggestellt und trägt den Namen dPhoenixSuite.

Mit dPhoenixSuite hat Dataport einen cloudbasierten Web-Arbeitsplatz für den öffentlichen Sektor entwickelt. Auf Basis von Open-Source-Software, unabhängig von einzelnen Anbietern. Und im Gegensatz zu den Produkten marktbeherrschender Anbieter ohne Kontrollverlust darüber, was mit eigenen und anvertrauten Daten geschieht.

Die aktuelle Version 2.0 besteht aus drei Modulen:

  • dPhoenixMail (E-Mail, Termine, Kontakte, Aufgaben)
  • dPhoenixOffice (Texte, Tabellen, Präsentationen, Dateiablage und Teilen)
  • dOnlineZusammenarbeit (Videokonferenzen, Chatten, Gruppenarbeit, Whiteboard, Notizen, Abstimmungen)

Diese Module werden durch bekannte Open Source Lösungen angetrieben:

  • Zugangsmanagement über Univention Corporate Server
  • Groupware-Dienste über Open-Xchange
  • Onlinespeicher über Nextcloud
  • Office-Programme über Collabora Online
  • Messaging über Matrix
  • Videokommunikation über Jitsi

Die Quellcodes aller in der dPhoenixSuite verwendeten Services findet sich hier.

Quellen:

https://www.dataport.de/was-wir-bewegen/portfolio/dphoenixsuite/

https://www.phoenix-werkstatt.de/

https://www.dphoenixsuite.de/