Python lernen online mit python-online.ch

Mo, 8. August 2022, Daniel Schär

Kurse für Python gibt es wie Sand am Meer. Für Teenager ist das Angebot aber eher überschaubar. Mit meiner achten Klasse habe ich im Fach "Informatische Bildung" auf www.python-online.ch gesetzt, um sie in die Grundlagen des algorithmischen Denkens anhand von Python einzuführen.

Ein Vorteil dieser Plattform ist, dass man keine Entwicklungsumgebung (IDE) herunterladen muss, sondern direkt im Browser arbeiten und ausprobieren kann und dann einfach die Ergebnisse des Lernprozesses, sprich die Python-Scripts, lokal auf dem Rechner speichert. Das hat sich bewährt, denn bei uns ist der Microsoft-Store für Schüler:innen extrem beschnitten und die Installation von fremden Quellen eine mühsame Angelegenheit. Ein Nachteil des Online-Editors ist, dass er keine Autovervollständigung besitzt und die Fehlermeldungen für Schüler:innen sehr kryptisch sind.

Python-online unterstützt die Module Turtlegrafik, Datenbanken und Robotik (EV3, mbRobot, micro:bit, Calliope, Oxocard) und ist daher sehr vielseitig einsetzbar. Der Lernprozess ist in einzelne Kapitel gegliedert und ist aufbauend gestaltet. Die Lizenz ist Public Domain, also völlig gemeinfrei. Die Website wurde von Aegidius Plüss und Jarka Arnold erstellt und wird auf den PHBern-Servern gehostet. Fortgeschrittenere User können dank PyQt4 auch Programme mit GUIs schreiben und Textfelder, Buttons und Menüleisten verwenden. Wer Programme mit dem Webeditor von python-online.ch erstellt hat, kann diese später mit TigerJython weiter verwenden, das über umfangreichere Bibliotheken, Roboter-Simulation und Zusatztools verfügt. Aus pädagogischer Sicht wäre es wertvoll, Lösungshinweise (z.B. Code-Schnipsel) für Schüler:innen mit Hilfsbedarf zu haben. 

Lyrics mit Sunamu

Mo, 8. August 2022, Ralf Hersel

Viele Musikplayer können die Songtexte von Musikstücken anzeigen, meist mithilfe eines Plug-ins. Eine Anwendung, die sich nur auf Lyrics und die Steuerung von Musik spezialisiert hat, ist das Programm Sunamu von Naomi Calabretta. Dabei handelt es sich um eine Electron-App, die unter der Mozilla Public License Version 2.0 erschienen ist.

Die Anwendung ist kein Musik-Player, sondern unterstützt gängige Multimedia-Programme wie VLC, Rhythmbox, MPV und viele andere. Sunamu gibt es in diversen Paketformaten: deb, rpm, pacman, Windows-exe, AppImage. Es spielt keine Rolle, ob man zuerst ein Musikstück mit einem der unterstützten Player startet, oder zuerst Sunamu startet. Über eine Konfigurationsdatei kann das Aussehen und Verhalten der Anwendung in vielen Einzelheiten beeinflusst werden.

Nach dem Start sieht man die üblichen Player-Controls (siehe unten im Screenshot), sowie Interpret/Titel und den Songtext im Karaoke-Modus. Dabei werden laufend die gerade abgespielten Textzeilen angezeigt. Besonders schön sieht Sunamu im Vollbild-Modus aus, da das Hintergrundbild beim halbtransparenten Sunamu-Fenster durchscheint.

Quelle: https://github.com/NyaomiDEV/Sunamu

Zum Wochenende: Softwarefreiheit in Schule und Betrieb erkämpfen

Fr, 5. August 2022, Lian Begett

Es gibt heutzutage viele gute Gründe, Aktivist zu sein. Im Vergleich zu Themen wie Klimawandel, Krieg und sozialer Ungerechtigkeit aber wirkt die Softwarefreiheit nur wie ein guter Zweck mit niedrigerer Priorität. Kein Wunder, schliesslich sind diese anderen Themenbereiche viel präsenter in unserem Alltag, und tragen viel erfahrbarere, gravierendere und globale Konsequenzen mit sich.

Meine Sichtweise darauf hat sich aber - wie so vieles - mit der Covid-19-Pandemie geändert; und einige Monate später gründete ich so eine Streit- und Arbeitsgruppe für freie Software an meiner Universität. Was hat sich denn getan? Ein Plädoyer für die Notwendigkeit der Selbstorganisation von Beschäftigten, Studierenden und allen anderen.

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Linux-Distros für alte Rechner

Fr, 5. August 2022, Murgo

Älteren Rechnern, lässt mit speziellen Ressourcen sparenden Linux-Distributionen manchmal noch ein zweites Leben einhauchen. Im Folgenden stelle ich einige Distributionen vor, die auch auf betagter Hardware noch angenehm laufen.

Linux Mint XFCE

Die weniger bekannte XFCE-Edition von Linux Mint läuft auch auf älteren Rechnern noch gut, verzichtet dabei aber nicht auf die praktischen Funktionen und Extras, die man von den anderen Linux Mint Editionen kennt.

Vorteile:

  • Einsteigerfreundliche Distribution
  • Viele Funktionen und Extras

Nachteile:

  • Keine 32-Bit-Version

Linux Mint Xfce Download

Bildquelle: Vimal0212 - CC BY-SA 4.0.

Xubuntu

So wie Linux Mint XFCE setzt auch Xubuntu auf den XFCE-Desktop, bringt allerdings nicht ganz so viele Extras mit wie Linux Mint.

Vorteile:

  • Einsteigerfreundliche Distro

Nachteile:

  • Keine 32-Bit-Version

Xubuntu Download

Bildquelle: Diego Carvalho - CC BY-SA 4.0

Bodhi Linux

Die auf Ubuntu aufbauende Distribution, die mit dem exotischen Moksha-Desktop daherkommt, kann selbst auf so manchem alten 32-Bit-Rechner noch blitzschnell laufen. Für Einsteiger jedoch ist sie aufgrund ihrer gewöhnungsbedürftigen Oberfläche und mangelnden grafischen Tools (z.B. Upgrade-Tool) wohl eher nicht geeignet.

Vorteile:

  • sehr schnelle Distribution
  • 32-Bit-Version verfügbar

Nachteile:

  • gewöhnungsbedürftige Oberfläche
  • nicht besonders einsteigerfreundlich

Bodhi LinuxDownload

Bildquelle: laboratoriolinux - CC BY-NC-SA 2.0

Weitere XFCE-, MATE-, LXQT- oder LXDE-Distributionen

Grundsätzlich eignet sich jede Distribution, die mit einer ressourcensparenden Desktop-Umgebung daherkommt, auch für ältere Rechner.

Kennst du auch eine gute Linux-Distribution, die auch auf alten Computern gut läuft? Schreibe gerne in den Kommentaren darüber.

Despotism 3k kostenfrei bei Steam

Fr, 5. August 2022, Lioh Möller

Zwar handelt es sich bei dem Spiel Despotism 3k nicht um Freie Software, lustig ist es dennoch allemal. Zumindest, sofern man schwarzen Humor mag.

In einer utopischen Zukunft wurde die Menschheit einer KI unterworfen. Glücklicherweise steht der Spieler auf der Seite der Gewinner und hat die Aufgabe, Menschen für seine Zwecke auszubeuten. Ziel ist es, Strom zu gewinnen und das eigene Imperium auszuweiten.

Dabei geht es zum Teil recht makaber zu, denn man muss dafür sorgen, dass die Menschen nicht an Erschöpfung oder Hunger zugrunde gehen.

Wer Rouge-lite (beinahe Rouge-like) Spiele mit Ressourcenmanagement mag, sollte die Gelegenheit nutzen, denn bis zum 11. August ist das Game noch kostenfrei über Steam erhältlich.

Danke Holarse für den Tipp.

Steam-Link: https://store.steampowered.com/app/699920/Despotism_3k/

Audacity Fork, quo vadis?

Fr, 5. August 2022, Ralf Hersel

Als die Muse Group die freie Digital Audio Workstation Audacity vor einem Jahr übernommen hat, gab es einen grossen Aufschrei, weil die neuen Besitzer Telemetrie in die Anwendung einbauten. Da liessen die Forks nicht lange auf sich warten. Einer der vielversprechendsten davon war Tenacity. Was vor einem Jahr noch optimistisch klang, liest sich heute so:

"As one of the maintainers, I can say that it definitely died down/went on hiatus over the past few months, as we all got pretty burnt out/moved on and there weren't many people picking up the pieces for a colossal piece of software as big as Audacity. But if the interest lights up again, some of us may return", sagte n0toose gestern auf Mastodon.

Saucedacity 1.2

Kein Grund zur Sorge, denn die Fork-Karawane zieht zuverlässig weiter. Im selben Toot schreibt n0toose:

After a year, a fork of #Audacity / the spiritual successor of #Tenacity has finally another release. The name can and will be worked on, it may become the main "Tenacity" project, even?

Saucedacity 1.2 "Tenacious S"

The project has largely been the result of a silent, one-person effort. Hopefully, our work/extra features on Tenacity will make their life easier and make things a bit more original.

Ok, noch ein Einpersonen-Fork von Audacity: Saucedacity. Eines scheint den Forks gemein zu sein, man kann ihre Namen kaum aussprechen. Saucedacity nutzt den libmad-Fork, welcher auch bei Tenacity zum Einsatz kommt und ist soeben in der Version 1.2 erschienen und als Appimage verfügbar. Ich habe es kurz ausprobiert und es funktioniert. Bleibt abzuwarten, ob dieses Projekt einen längeren Atem hat als die vielen anderen Audacity-Forks.

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Serie - Suchmaschinen: Qwant

Fr, 5. August 2022, Ralf Hersel

Die Reise geht in ein weiteres europäisches Land, nämlich zur französischen Suchmaschine Qwant von der gleichnamigen Firma. Auch hier wird Privatsphäre als oberstes Gebot gesehen, was auf der Homepage sehr gross und bunt angepriesen wird.

"Je weniger wir über Sie wissen, desto besser geht es uns. Ihre persönlichen Daten gehen nur Sie etwas an. Sich zu informieren, sollte Sie nicht zu einer Klickmaschine machen. Hier gibt es keine Tracker oder Werbe-Cookies", so bewirbt der Anbieter seine Suchmaschine.

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gPodder 3.11 erschienen

Do, 4. August 2022, Ralf Hersel

Für das Verwalten und Abspielen von Podcasts, empfehlen wir immer einen dedizierten Podcatcher zu verwenden. Auf Android-Geräten weiss AntennaPod zu überzeugen und für den Desktop bietet sich gPodder an. Dabei handelt es sich um eine Multi-Plattform-Anwendung (GNU/Linux, Windows, macOS, SailfishOS) unter der GPL-Lizenz, die in Python geschrieben ist und GTK3 für die Oberfläche verwendet.

Nun ist die neue Version 3.11 von gPodder erschienen. Dabei handelt es sich um das erste grössere Update seit einem Jahr. Zu den Neuerungen gehören:

  • Geändertes Datenbankschema (Aufpassen, wenn man ein Rollback auf eine ältere Version machen möchte)
  • Sehr viele Fehler wurden behoben und die Geschwindigkeit der Anwendung verbessert.
  • Neuer Einstellungsdialog
  • Das Media Transfer Protocol (mtp://) und iPod-Geräte unter Linux werden wieder für die Synchronisation unterstützt.
  • Der Update-Check kann durch die Distribution unterdrückt werden.
  • Episoden-Details können nun durch Doppelklick geöffnet/geschlossen werden.
  • Um unbeabsichtigtes Sortieren bei der Auswahl einer Episode zu vermeiden, ist ein Kontroll-Klick nötig.

Die Liste der weiteren Verbesserungen sowie der behobenen Fehler ist sehr lang und kann in den Release Notes nachgelesen werden. gPodder empfiehlt sich als einfache und intuitiv bedienbare Anwendung mit Potential für neue Funktionen. So hat der Podcatcher keinen eigenen Media-Player, sondern ist auf andere Programme (VLC, MPV, Totem, usw.) angewiesen, wenn Podcasts angehört werden sollen. Dadurch gibt es keine Podcast-spezifischen Funktionen beim Abhören, wie zum Beispiel Kapitelmarken, schneller/langsamer oder Rückspulen nach Hörpause.

Quelle: https://github.com/gpodder/gpodder/releases/tag/3.11.0