TUXEDO InfinityBook S 15

Do, 21. Januar 2021, Ralf Hersel

Die Firma Tuxedo Computers stellte gestern ein neues Notebook vor, das TUXEDO InfinityBook S 15. Bei diesem neuen Gerät mit 15,6 Zoll Bildschirm fallen die sehr dünnen Displayränder auf, wodurch Gehäusemasse möglich sind, die eher an ein 14 Zoll Notebook erinnern.


Beim InfinityBook S 15 sind die Scharniere so konstruiert, dass sie den hinteren Teil im aufgeklappten Zustand leicht anheben. Davon verspricht man sich eine bessere Ergonomie beim Schreiben (Tastatur leicht gekippt), sowie eine besser Lüftung, da ein Freiraum unter dem Gehäuse entsteht. Das Gerät kann in zwei CPU-Varianten der Intel Tiger Lake Serie bestellt werden: i5-1135G7 oder i7-1165G7 mit 4 Kernen/8 Threads und integrierter Iris Xe GPU, bis zu 64 GB dual-channel 3200 MHz DDR4 RAM und bis zu 4 TB NVMe SSD Speicher.

Der USB 4.0 / Thunderbolt 4-Anschluss bietet neben Datengeschwindigkeiten von max. 40 Gbit/s einen integrierten DisplayPort für den Anschluss von bis zu zwei externen 4k Monitoren auch die Funktion Power Delivery DC-In zum Laden des Notebooks per praktischem USB-C Reisenetzteil. Die beleuchtete Tastatur hat einen separaten Nummernblock und Cursortasten in normaler Grösse.

Neben HDMI 2.0b für die Verbindung eines dritten externen Bildschirms, stehen datenseitig insgesamt vier USB-Schnittstellen sowie ein microSD Kartenleser und der obligatorische RJ 45 LAN Port zur Verfügung. Komplettiert wird die Konnektivität durch Kopfhörerausgang und Mikrofoneingang sowie den Kensington Lock.

In der Grundausstattung mit i5-CPU und 8 GB RAM kostet der Flachmann 937 Euro, bzw. 1057 Euro mit der i7-CPU.

Quelle: https://www.tuxedocomputers.com/de/Linux-Hardware/Linux-Notebooks/15-16-Zoll/TUXEDO-InfinityBook-S-15-Gen6.tuxedo

Ubuntu auf Apples M1

Do, 21. Januar 2021, Ralf Hersel

Linus Torvalds träumt davon und viele andere wünschen sich die Kombination einer GNU/Linux-Distribution auf Apples ARM-basiertem M1-Chip ausführen zu können. Dieser Wunsch ist ein Stück näher gerückt. Die Entwickler der ARM-Virtualisierungsfirma Corellium haben es geschafft, Ubuntu 20.04 auf dem neuen Apple Silicon Mac Mini zum Laufen zu bringen.


Wir reden hier nicht davon, dass er bootet und einen Haufen Text ausdruckt. Nein, es ist das volle Ubuntu-Desktop-Erlebnis - und es wird bereits als 'komplett benutzbar' beschrieben:

Linux ist nun vollständig auf dem Mac mini M1 nutzbar. Booten von USB ein voller Ubuntu-Desktop (rpi). Netzwerk funktioniert über einen USB c Dongle. Das Update beinhaltet Unterstützung für USB, I2C, DART. Wir werden die Änderungen auf unser GitHub pushen und im Laufe des Tages ein Tutorial veröffentlichen. Danke an das @CorelliumHQ-Team ❤️🙏 pic.twitter.com/uBDbDmvJUG - Chris Wade (@cmwdotme) January 20, 2021

Linux Torvalds lag richtig mit seiner Annahme, dass die GPU-Unterstützung für den M1 ein Knackpunkt sein wird. Correlliums Bemühungen enthalten (noch) keine M1-GPU-Unterstützung; die Grafik-Umsetzung erfolgt über Software-Rendering. Eine separate Initiative, einen Linux-kompatiblen Grafiktreiber für M1-Chips von Grund auf neu zu entwickeln, läuft über das Asahi-Linux-Projekt, das von dem Entwickler geleitet wird, der Linux auf die PS4 gebracht hat.

Corellium stellt seinen Linux für M1-Code unter einer Open-Source-Lizenz auf GitHub zur Verfügung.

Quelle: https://twitter.com/cmwdotme/status/1351838924621099008

PinePhone Mobian Community Edition

Do, 21. Januar 2021, Ralf Hersel

Nach mehreren Community Editions bietet die Firma Pine64 nun die Mobian Community Editon zur Vorbestellung im PineStore an. Diese Ausgabe des PinePhones wird mit Mobian ausgeliefert, einer Debian-basierten Linux-Distribution, die speziell für Smartphones entwickelt wurde. Mobian verwendet den Phosh-Desktop, der ursprünglich von Purism für das Linux-Mobiltelefon Librem 5 entwickelt wurde.

Dieses PinePhone wird in zwei Hardware-Konfigurationen erhältlich sein:

  • $149 - 2GB RAM; 16GB eMMC
  • $199 - 3GB RAM; 32GB eMMC (beinhaltet ein gebündeltes USB-C-Dock)

Beide Konfigurationen verfügen über Rev. 1.2b der PCBA. Die $199-Hardware-Variante, genannt Konvergenz-Paket, enthält zusätzlich ein USB-C-Dock, das mit 10/100-Ethernet, 2x USB-Typ-A-Ports, digitalem HDMI-Videoausgang und Stromzufuhr über USB-C ausgestattet ist.

Die Mobian Community Edition folgt auf die „UBports"-, „postmarketOS"-, „Manjaro"- und „KDE Community Edition“. Pro verkaufter Einheit fliessen 10 US-Dollar an das Mobian-Projekt, um die Entwicklung mobiler Linux-Systeme zu fördern.

Hinweis: das PinePhone ist noch nicht für den täglichen Gebrauch geeignet, sondern richtet sich an Tester und Entwickler.

Quelle: https://www.pine64.org/2021/01/15/january-update-happy-new-gear/

Krita 4.4.2 erschienen

Mi, 20. Januar 2021, Joël Schurter

Das beliebte Design- und Malprogramm Krita wurde in der neuen Version 4.4.2 veröffentlicht. Obwohl dieses Update eigentlich nur ein Bugfix-Release ist, haben es doch einige neue Funktionen in diese Version geschafft.

Ab dieser Version werden u.A. auch Mesh Gradienten unterstützt, mit welchen sich ziemlich realitätsnahe Farbverläufe etc. erstellen lassen. Dazu gibt es neu die Möglichkeit, ein Objekt mittels der Mesh-Transformation zu verformen. So lassen sich beispielsweise Objekte zweidimensional zeichnen (z.B. ein Fensterrahmen etc.), dann  in ein dreidimensional wirkendes Bild einfügen und passend verformen (siehe Release Notes).

Ebenfalls verbessert resp. neu implementiert wurden die "normalen" Farbverläufe. Während es in früheren Versionen zwei verschiedene Farbverlauf-Typen gab, welche man in unterschiedlichen "Editoren" bearbeiten musste, gibt es dafür nun einen einzigen Editor, welcher auch zwischen beiden Typen konvertieren kann, wodurch das Arbeiten mit Farbverläufen deutlich vereinfacht wird.

Auch neu implementiert und deutlich verbessert wurde der Halbtonfilter. Da der alte Halbtonfilter sowohl langsam als auch nicht allzu einfach in der Nutzung war, wurde dieser neu implementiert und ist nun deutlich einfacher in der Handhabung. So lässt dieser sich nun als normale Filterebene anwenden und die Muster lassen sich individuell mit allen möglichen Füllebenen gestalten.

Darüber hinaus sind auch sechs neue Pinsel hinzugekommen und ab dieser Version wird auch HiDPI unterstützt. Dadurch ist die Oberfläche auf einem entsprechenden Bildschirm deutlich schärfer.

Quellen:

https://krita.org/en/item/krita-4-4-2-released/ (Release Notes mit Screenshots)

https://www.omgubuntu.co.uk/2021/01/krita-4-4-2-released-with-new-mesh-tools-brushes-and-halftone-filter

My home is my castle - privates Homeverzeichnis in Ubuntu

Mi, 20. Januar 2021, Ralf Hersel

Nach Ubuntu 20.10 "Groovy Gorilla" soll am 22. April 2021 die nächste Ubuntu Version 21.04 "Hirsute Hippo" mit GNOME 40-Desktop erscheinen. Da sich das Nilpferd noch in der Entwicklung befindet, hat der Leiter des Ubuntu Security Teams, Alex Murray, eine Änderung mitgeteilt, die er im letzten Jahr vorgeschlagen hat und die nun in der kommenden Version Ubuntu 21.04 enthalten ist.


Mit dieser Änderung hat er adduser- und shadow-Pakete aktualisiert, um die Standardberechtigung des Home-Verzeichnisses von 755 (rwxr-xr-x) auf 750 (rwxr-x-) zu ändern, wenn es entweder mit dem Dienstprogramm adduser oder useradd erstellt wird. Für eine Neuinstallation bedeutet das, dass das Home-Verzeichnis nicht mehr für andere Benutzer auf demselben System lesbar und ausführbar ist, was bisher der Fall war. Eine Benutzerin oder Administrator kann jedoch immer noch die Berechtigungen für das Home-Verzeichnis aktualisieren, wenn sie das Verzeichnis öffentlich oder für andere zugänglich machen möchte.

Diese Änderung hat keine Auswirkungen auf bestehende Installationen oder Upgrades derselben.

Quelle: https://discourse.ubuntu.com/t/private-home-directories-for-ubuntu-21-04-onwards/19533

GNOME Boxes - Distro-Hopping leicht gemacht

Mi, 20. Januar 2021, Ralf Hersel

Für alle Distro-Hopper und ISO-Stars habe ich gute Neuigkeiten. Wer sich bisher beim Ausprobieren neuer Betriebssysteme, GNU/Linux-Distros oder verschiedener Desktop Umgebungen mit Oracle VirtualBox herumgeschlagen hat, findet in der Anwendung GNOME Boxes eine bequeme Alternative.

Boxes zielt auf den typischen Desktop-Anwender ab, der entweder einen sehr sicheren und einfachen Weg sucht, um neue Betriebssysteme oder neue (möglicherweise instabile) Versionen seines/ihres Lieblingsbetriebssystems auszuprobieren, oder der eine Verbindung zu einem entfernten Rechner benötigt (Home-Office-Verbindungen sind ein typischer Anwendungsfall). Aus diesem Grund bietet Boxes nicht viele der fortgeschrittenen Optionen zum Optimieren virtueller Maschinen, die der virt-manager bietet. Stattdessen konzentriert sich Boxes darauf, dass die Dinge mit sehr wenig Eingaben des Benutzers sofort funktionieren. Dennoch teilt Boxes eine Menge Code mit dem virt-manager-Projekt, hauptsächlich in Form von libvirt, libosinfo und qemu.

Die Anwendung bietet grundsätzlich zwei verschiedene Möglichkeiten: 'eine virtuelle Maschine erstellen' oder 'mit einem entfernten Rechner verbinden'. Damit kann Boxes nicht nur VirtualBox, sondern auch Remmina bei geringen Ansprüchen ersetzten. Möchte man eine virtuelle Maschine erstellen, kann aus einem Fundus bereitgestellter Distributionen ausgewählt werden (z.B.: RHEL, Ubuntu, Debian, Suse, Endless, Clear Linux, Android, Fedora, CentOS und diverse BSDs). Wer in dieser Auswahl nicht fündig wird, kann eine beliebige ISO-Datei herunterladen und diese in Boxes installieren.

Bei meinem Test habe ich Manjaro und Debian Testing installiert; beide liefen ohne Probleme und ohne die Notwendigkeit die Guest Additions selbst zu installieren. Die in der Auswahl angebotene Distro openSUSE Tumbleweed habe ich allerdings nicht zum Laufen gebracht. Im nächsten Screenshot sieht man die Einstellmöglichkeiten für ein gestartetes Manjaro:

Im Vergleich zu Oracle VirtualBox sind die Optionen zur Anpassung der virtuellen Maschine bescheiden. Da  GNOME Boxes auf eine einfache Bedienung ausgelegt ist, halte ich die Einstellmöglichkeiten für ausreichend. Wie gut die Verbindung zu entfernten Rechnern funktioniert, habe ich noch nicht getestet. Wer oft und gerne andere Distributionen ausprobieren möchte, ist mit GNOME Boxes gut bedient.

Wer macht die Regeln bei Social Media?

Di, 19. Januar 2021, Ralf Hersel

Gestern schrieb der Chef des Messengers Telegram, Pavel Durov, auf seinem Telegram-Kanal Folgendes:

In den letzten zwei Wochen hat die Welt die Ereignisse in den Vereinigten Staaten mit Sorge verfolgt. Obwohl die USA weniger als 2% unserer Nutzerbasis ausmachen, haben auch wir bei Telegram die Situation genau beobachtet.

Telegram begrüsst friedliche Debatten und Proteste, aber unsere Nutzungsbedingungen verbieten ausdrücklich die Verbreitung von öffentlichen Aufrufen zur Gewalt. In den letzten 7 Jahren haben wir diese Regel weltweit konsequent durchgesetzt, von Weissrussland und Iran bis Thailand und Hongkong. Zivilbewegungen auf der ganzen Welt verlassen sich auf Telegram, um für Menschenrechte einzutreten, ohne dabei Schaden anzurichten.

Anfang Januar begann das Telegram-Moderationsteam, eine erhöhte Anzahl von Berichten über US-bezogene öffentliche Aktivitäten auf unserer Plattform zu erhalten. Das Team handelte entschlossen, indem es gegen US-Kanäle vorging, die Gewalt befürworteten.

Dank dieser Bemühungen haben unsere Moderatoren letzte Woche Hunderte von öffentlichen Gewaltaufrufen blockiert und abgeschaltet, die sonst Zehntausende von Abonnenten hätten erreichen können. Das Team bearbeitet weiterhin Berichte von Nutzern und entfernt proaktiv Inhalte, die direkt zu Gewalt aufrufen.

Ich möchte mich bei allen bedanken, die öffentliche Kanäle gemeldet haben, die die Grenze überschritten haben. Machen Sie weiter so! Wir schätzen jeden Ihrer Berichte. Telegram begrüsst politische Debatten, die von allen Seiten des politischen Spektrums kommen - wird aber schnell handeln, um diejenigen zu stoppen, die Menschen dazu anstiften, anderen Schaden zuzufügen.

Diese und ähnliche Botschaften von den Betreibern der diversen Messenger und Social Media Plattformen haben wir in den letzten Wochen häufig gelesen. Beim ersten Durchlesen klingen die Aussagen überzeugend und selbstverständlich. Denkt man eine Weile darüber nach, fragt man sich, wer die Regeln macht. Die Selbstverständlichkeit mag täuschen, weil sie nicht dem legislativen Prozess entstammen, sondern in Rechtsabteilungen von privatwirtschaftlichen Unternehmen formuliert werden.

Firmen dürfen in ihren Geschäftsbedingungen die gesetzlichen Vorgaben überschreiten, aber nicht unterschreiten, falsch auslegen oder zu ihren eigenen Gunsten zurechtbiegen. Die Regeln einer Unternehmung stehen niemals über den (bestenfalls) demokratisch entschiedenen Gesetzen eines oder mehrerer Länder. In einer globalisierten Weltwirtschaft stellt das eine grosse Herausforderung dar; entweder werden die Regeln Land für Land angepasst, oder die AGB finden den kleinsten gemeinsamen Nenner.

Um der Schwerfälligkeit einer parlamentarischen Gesetzgebung vorzubeugen, kann ich mir ein duales System vorstellen: Social Media Unternehmen handeln nach geltendem Recht, sowie ihren eigenen Regeln zur Vermeidung von Missbrauch. Diese Regeln dürfen nicht untern den gesetzlichen Konsens fallen, jedoch darüber liegen (im Sinne des privaten Hausrechts). Legislativen beschleunigen ihre Verfahren um mit der Realität und den Herausforderungen des Internets einigermassen Schritt halten zu können. Neue Gesetze müssen von Unternehmen sofort in ihren AGB umgesetzt werden.

Metadata Cleaner - Anzeigen und Bereinigen von Metadaten in Dateien

Di, 19. Januar 2021, Remo

Metadaten in einer Datei können eine Menge über einem verraten. Kameras zeichnen Daten darüber auf, wann und wo ein Bild aufgenommen wurde und welche Kamera verwendet wurde. Office Anwendungen fügen Dokumenten und Tabellenkalkulationen automatisch Autoren- und Firmeninformationen hinzu. Vielleicht möchten man diese Informationen nicht preisgeben, wenn eine Datei weitergegeben oder auf Social Media veröffentlicht wird. Viele Internetdienste und Messenger entfernen zwar diese Informationen, bevor eine Datei veröffentlicht wird, allerdings hat der jeweilige Dienst dann diese Information.

Mit dem Tool Metadata Cleaner (Deutsch Metadaten-Reiniger) kann man die Metadaten in Dateien anzeigen und sie so weit wie möglich loswerden.

Metadata Cleaner unterliegt der GNU GENERAL PUBLIC LICENSE, v3 und der Quellcode ist auf Gitlab verfügbar.

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