NomadBSD: Live System auf FreeBSD Basis

Di, 2. März 2021, Niklas

Das NomadBSD Projekt beschreibt sich selbst auf seiner Webseite in erster Linie als live System mit der Fähigkeit, Einstellungen, Änderungen und Dateien permanent speichern zu können. Es handelt sich dabei jedoch um eine vollwertige FreeBSD Installation mit einem sinnvollen Paket an vorinstallierten Anwendungen, die auch auf dem Computer installiert und als Hauptsystem benutzt werden kann.

Es basiert auf der neuesten FreeBSD Version 12.2 und kommt mit einem geschmackvollen Desktop, das aus dem Openbox Window Manager und einem Plank Dock zusammengesetzt ist. Das Design erinnert ein bisschen an Apple OS X. Dieser Eindruck ändert sich, sobald man ein Programm öffnet. Das verwendete GTK Theme ist stark an das Android Material Design angelehnt. Insgesamt ist es aber ein stimmiges Zusammenspiel.

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Wenn Microsoft etwas Gutes tut - CodeQL wird Open Source

Di, 2. März 2021, Joël Schurter

Das zur Abwehr der Sunburst- oder Solorigate-Malware-Attacke verwendete Tool CodeQL wurde nun von Microsoft unter einer Open-Source-Lizenz auf GitHub veröffentlicht. Als Begründung wurde angegeben, die Daten von CodeQL (auch die Analysedaten der genannten Attacken) könnten anderen Entwicklern und Unternehmen helfen, ihre Angriffs-Analysen und Abwehrmassnahmen zu verbessern.

Die semantische Code-Analyse-Engine CodeQL ist nun auf GitHub verfügbar, das bedeutet, Microsoft tut etwas, was sie normalerweise ja nicht tun - Microsoft ist eigentlich eher für proprietäre Software bekannt. Auch wenn Microsoft in der Open-Source Szene ziemlich unbeliebt ist, sagen sie selber:

We love Open Source

Ob das wirklich stimmt, sei dahingestellt - ich bezweifle es - aber trotzdem sehen wir immer wieder, dass Microsoft Tools, Programme etc. unter eine Open-Source-Lizenz stellt, was an sich sehr schön ist. Auch hier können wir froh sein, Zugang zu einer solchen Software wie CodeQL zu bekommen.

Quelle: https://www.zdnet.de/88393618/microsoft-macht-codeql-zu-open-source

Mein Weg, ein Nextclouder zu werden

Di, 2. März 2021, Jonas Sulzer

Alles begann, als ich mich für ein Thema für meine Maturaarbeit entschied. (Die Maturaarbeit ist die Arbeit, die man an Schweizer Gymnasien im Abschlussjahr einreicht.) Mein Ziel war es, die schulinterne Infrastruktur zu verbessern oder zumindest einen umsetzbaren Vorschlag dafür zu erarbeiten.

Die Infrastruktur zur Datenspeicherung und deren gemeinsamen Nutzung war bis zu diesem Zeitpunkt nichts Weiteres als ein WebDAV-Server. Die meisten der technisch nicht sehr bewanderten Schüler*innen und Lehrpersonen wissen nicht, wie sie diesen Server, der zudem chronisch an Fehlern und Problemen zu leiden scheint, nutzen können.

Ehrlicherweise kann man von durchschnittlichen Nutzer*innen nicht erwarten, dass sie wissen, wie man einen Zugriff auf ein Netzlaufwerk aufsetzt und konfiguriert. Und wenn es andauernd Probleme gibt, wie sollen die Leute wissen, ob sie Schuld daran haben oder ob die Infrastruktur nicht funktioniert? 

Als jemand, der sich der Privatsphäre bewusst ist, weiss ich, dass es dafür andere Möglichkeiten gibt als Google Drive, Microsoft Onedrive oder Dropbox. Es existieren diverse open source Softwarelösungen, welche nicht nur die Synchronisation und das Teilen von Dateien mit einfach zu nutzenden Apps für Smartphones sowie einem Webinterface, sondern auch die Arbeit mit verschiedenen Kollaborationstools ermöglichen. Zudem ist es möglich, diese auf der eigenen Infrastruktur zu betreiben (hosten) und somit die gesamte Kontrolle über Sicherheit und Privatsphäre zu haben.

Eine detaillierte Nutzwertanalyse zeigt deutlich, dass Nextcloud in allen Punkten von UI/UX über die Lizenz bis hin zur Erweiterbarkeit führend ist. Es ist also klar, dass Nextcloud die Software meiner Wahl für mein Pilotprojekt wäre, das ich mit vier Schulklassen und etwa zehn interessierten Lehrpersonen durchgeführt habe. Während meiner Arbeit kam ich immer mehr in Kontakt mit der Software Nextcloud und deren Quellcode ― ich fing an, Vorabversionen zu testen und meldete eigene kleine Probleme, auf welche ich gestossen war. Anfangs habe ich mir nur den Code angesehen, doch bald schon begann meine Motivation, selbst etwas dazu beizutragen, zu wachsen.

Die Probleme, die ich melden musste, waren zu Beginn zu anspruchsvoll, weil ich noch nicht wusste, wo ich nach dem entsprechenden Quellcode suchen sollte.

Daher wollte ich mein Glück bei einer leichten Sache versuchen  und hielt Ausschau nach Problemen mit dem Label "good first issue" um mit etwas Einfachem anfangen zu können. So kam ich zu meinem ersten angenommenen, winzig kleinen Pullrequest (Ein Pullrequest ist ein Vorschlag für eine Codeänderung am Projekt): Ich habe ein Mastodon-Symbol, das mit dem Mastodon-Konto von Nextcloud verlinkt ist, in der Seite "Persönliche Einstellungen" hinzugefügt.

Ja, richtig gelesen: es war nicht mein erster Pullrequest. Und das ist völlig normal und in Ordnung so. Es gibt keinen Grund zur Angst und man sollte es einfach erneut mit etwas anderem versuchen, wenn der erste Pullrequest nicht der beste Weg ist, um ein Problem zu beheben oder etwas zu verbessern. Das Nextcloudteam und so gut wie alle Contributor*innen unterstützen immer und helfen, wo sie können. Nach einigen weiteren Pullrequests war ich positiv überrascht darüber, dass Jan (Designleiter von Nextcloud) mich zur anstehenden Nextcloud Contributer Week (alias Hackweek) einlud. Obwohl ich bereits wusste, dass alle Nextclouder*innen motiviert und hilfsbereit sind, war ich erstaunt darüber als ich dann tatsächlich in Stuttgart ankam (das war noch vor der Corona-Pandemie). Ich durfte an einer grossartigen Lern- und Codingwoche teilnehmen. Ich freute mich auch, endlich mit all den Menschen zusammen zu sein, die ich bereits von GitHub und den anderen Kommunikations- und Kollaborationsplattformen kannte.

Sie alle arbeiten konzentriert, sind aber gleichzeitig humorvoll und hilfsbereit in einer daher angenehm entspannten Atmosphäre. So viele verschiedene Menschen aus vielen verschiedenen Nationen zu treffen gefiel mir ebenfalls sehr gut. Da waren Leute von Albanien über die Tschechische Republik bis Polen, den Niederlanden oder Spanien. Sind sie alle so unterschiedlich, so haben sie doch alle die gleiche Leidenschaft und dasselbe Ziel:

An open source Software zu arbeiten und sie zu verbessern.

Gleich zu Beginn der Woche durfte ich am Planungstreffen teilnehmen, bei welchem über neue Funktionen sowie über weitere Ideen diskutiert wurde. Ich war beeindruckt von der Ehrlichkeit (gerade auch bei Frank, dem Gründer von Nextcloud). Die Balance zwischen Produktivität/Fokus und Humor war perfekt. Beispielsweise wurde die Idee, etwas mit künstlicher Intelligenz zu tun, besprochen. Frank machte ein einfaches Beispiel mit Statistiken und da kam der folgende Witz:

> Worin besteht der Unterschied zwischen Künstlicher Intelligenz und Statistik? ― Marketing

Ich kümmerte mich am Anfang der Woche um einfachere Aufgaben, die ich mir bereits zu Hause angeschaut hatte. Zwar arbeiteten alle selbständig und für sich, trotzdem waren immer alle für Fragen offen.

Später erzählte mir Jan von der neuen Social App für Nextcloud. Sie kann mit Twitter verglichen werden, nutzt aber das Activity Pub Protokoll um mit anderen Servern wie beispielsweise Mastodon zu kommunizieren. Somit bleibt alles gepostete auf der eigenen Nextcloud und doch besteht die Möglichkeit, mit Nutzer*innen von anderen Servern zu kommunizieren.

Diese Idee kam wie gerufen für mich und so fragte Jan Julius (einen der beiden Social-Entwickler) nach einer Aufgabe für mich. Diese bekam ich, doch damit nicht genug: Julius wurde fast wie zu einem Mentor für mich und ich konnte dank seiner Unterstützung viel Neues lernen. Ein riesiges Dankeschön an Jan, Julius, Morris und alle anderen Nextclouder*innen, die diese Woche auf diese wundervolle Art ermöglicht haben.

Quelle: https://violoncello.ch/de/blog/2019/01/about-my-journey-to-become-a-nextclouder/
Foto: Nextcloud

Red Hat bietet kostenloses RHEL für non-profit Organisationen

Di, 2. März 2021, Niklas

Red Hat hat die Nutzer von CentOS kürzlich verärgert, als man angekündigt hat, das normale CentOS Projekt einzustellen und sich stattdessen auf CentOS Stream zu konzentrieren, eine Rolling-Release-Distribution, die Änderungen schon vor Red Hat Enterprise Linux bekommt und damit nicht so stabil ist.

Um sein Versprechen gegenüber Open-Source Organisationen einzuhalten und die betroffenen Nutzer zu beruhigen, bietet man jetzt ein kostenloses RHEL für Open-Source Organisationen an, auf das man sich per Mail an rosi-program@redhat.com bewerben kann.

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Portfolio 0.9.10

Di, 2. März 2021, Ralf Hersel

Mit der neuen Version wird die Dateiverwaltung für mobile Benutzer deutlich komfortabler. Dies sind die Highlights: Das neue Release führt eine neue Startseite ein, die als Startpunkt für die Navigation dient. Neben ihrem Nutzen als "Schnellzugriff" bietet sie auch eine bessere Schnittstelle für die Verwaltung externer Geräte. Das Verschieben von Orten und Geräten auf die Startseite löste eines der grössten Probleme, das Portfolio daran hinderte, im Hochformat zu laufen.

Eine weitere Neuerung ist der Eigenschaften-Viewer. Im Moment zeigt der Viewer die grundlegendsten Eigenschaften an; später sollen weitere hinzukommen. Auch die Schnittstelle, die anderen Anwendungen erlaubt Dateien anzuzeigen, wurde implementiert. Wie diese wurden auch viele andere Dinge seit der ursprünglichen Version verbessert und verändert. Portfolio ist und fühlt sich generell schneller an, z. B. wird der Ladefortschrittsbalken nicht mehr unnötig eingeblendet, das Abbrechen von Einfügeoperationen erfolgt jetzt sofort, und die App ist in 6 verschiedenen Sprachen verfügbar.

Portfolio steht in der aktuellen Version als Flatpak zur Verfügung.

Quelle: https://blogs.gnome.org/tchx84/2021/03/01/portfolio-0-9-10/

Flameshot 0.9 erschienen

Mo, 1. März 2021, Ralf Hersel

Das beliebte Werkzeug zum Erstellen von Bildschirmaufnahmen bringt in der neuen Version 0.9 hilfreiche Änderungen mit sich. So gibt es in Flameshot nun ein neues Menü zur Konfiguration der Tastaturkürzel, eine Liste der zuletzt auf Imgur hochgeladenen Bilder und zahlreiche Detailverbesserungen.

Fast alle Funktionen des Werkzeuges können im Konfigurationsmenü mit eigenen Tastenkürzeln belegt werden. Die Upload-History zeigt eine Bildvorschau und den Zeitstempel des Imgur-Uploads. Ausserdem kann die URL kopiert oder das Bild direkt im Webbrowser geöffnet werden.

Zu den wichtigsten sonstigen Verbesserungen gehören:

  • Offizielle Unterstützung für MacOS
  • Verbesserungen beim Gnome Wayland Support
  • Option zur Verwendung des JPG Formats in der Zwischenablage
  • Symmetrische Auswahl durch Halten der Shift-Taste
  • Überprüfung auf Updates von Flameshot
  • Die Rechteck-Auswahl runded Ecken basierend auf der Dicke ab

Auf der Release-Seite des Projektes steht die Version 0.9 von Flameshot in allen denkbaren Paketformaten zum Download und zur Installation bereit. Geboten werden: deb, rpm, Snap, AppImage, Flatpak und Quellcode:

Quelle: https://github.com/flameshot-org/flameshot/releases

FreeBSD vorgestellt

Mo, 1. März 2021, Niklas

FreeBSD ist eine Weiterentwicklung der Berkeley Software Distribution, die wiederum von AT&Ts UNIX Betriebssystem abgeleitet wurde. Es ist mit tausenden Mitwirkenden eins der grössten Open-Source-Projekte. Das Projekt wirbt mit einer besonders guten Performance. Aus diesem Grund wird das System für einige der grössten Internetplattformen verwendet, wie etwa Yandex, Yahoo oder Netflix.

Aber natürlich lässt sich FreeBSD auch hervorragend auf Desktop Computern einsetzen, auch wenn das einige Schritte im Terminal erfordert. Alternativ gibt es einige auf FreeBSD aufbauende Distributionen, die gleich ein voll einsatzbereites System mit grafischem Desktop anbieten. Diese werde ich an den kommenden Tagen vorstellen.

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Linux 5.12-rc1: Frühjahrsputz im Kernel

Mo, 1. März 2021, Niklas

Am Sonntagabend kündigte Linus Torvalds den ersten Release Candidate der neuen Kernel Version 5.12 an. Er weist in seinem Post auch auf die schwierigen Umstände durch den Stromausfall in Portland aufgrund von schweren Unwettern hin.

Er habe überlegt, die Veröffentlichung zu verschieben, aber konnte doch alles rechtzeitig fertigstellen. Diese Version ist mit rund zehntausend Git Commits auch etwas kleiner, als die vorherigen. Neben neuen Treibern gibt es dieses Mal auch eine Art Frühjahrsputz: Alte, nicht mehr benötigte Treiber und Funktionen wurden aus dem Code entfernt.

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