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GNU/Linux.ch - News rund um das Freie Betriebssystem

Bei uns findest Du regelmässig frische Neuigkeiten über GNU/Linux und Freie Software.

Lenovo kündigt weitere Hardware mit vorinstalliertem Linux an

Di, 2. Juni 2020, Lioh Möller

Bereits im April hatte Lenovo bekanntgegeben einige ausgewählte Thinkpad-Modelle mit vorinstalliertem Fedora ausliefern zu wollen. Diese Pläne wurden nun erweitert. Bereits in diesem Monat möchte der Hersteller die gesamten ThinkStation und ThinkPad P Modellserien mit vorinstalliertem Ubuntu LTS anbieten. Des weiteren sollen Geräte dieser Serien für die Nutzung von Red Hat Enterprise Linux zertifiziert werden. Einige ausgewählte Modelle, wie das Lenovo ThinkPad X1 Carbon Gen 8, ThinkPad P1 Gen 2 und das ThinkPad P53 sollen ausserdem mit vorinstalliertem Fedora erhältlich sein.

Die Geräte sollen wie bei Lenovo üblich vollständig anpassbar sein. Darüber hinaus möchte Lenovo eine Community rund um die Linux-Unterstützung aufbauen und vollständigen Support einschliesslich Updates von Hardware-Treibern, Firmware sowie BIOS-Aktualisierungen anbieten. Es sollen exklusive Linux-Foren und Konfigurationsanleitungen bereitgestellt werden.

Das Ziel von Lenovo ist es Gerätetreiber direkt in den Mainline-Linux-Kernel zu integrieren, um Stabilität und Kompatibilität während der gesamten Lebensdauer der Hardware zu gewährleisten.

Quelle (Englisch): https://news.lenovo.com/pressroom/press-releases/lenovo-brings-linux-certification-to-thinkpad-and-thinkstation-workstation-portfolio-easing-deployment-for-developers-data-scientists/

Linux Lite 5.0 erschienen

Di, 2. Juni 2020, Ralf Hersel

Die leichtgewichtige Linux Distribution "Linux Lite" ist in der Version 5.0 erschienen. Die Distribution richtet sich besonders an Windowsumsteiger und basiert auf Ubuntu 20.04 LTS. In der aktuellen Version 5.0 mit dem Codenamen "Emerald" kommt der ebenfalls leichte Desktop XFCE in Version 4.14.2 zum Einsatz.

Neu wird UEFI in der Grundeinstellung unterstützt; das Projekt empfiehlt dennoch, die Secure Boot-Funktion zu deaktivieren. Die aus Ubuntu bekannte Telemetrie mit dem Namen "popularity-contest" wurde in Linux Lite ausgeschaltet. Wegen der besseren Einstellmöglichkeiten, wurde die alte Firewall "GUFS" nun durch das Werkzeug "firewalld" ersetzt.

Dem XFCE Desktop wurde das beliebte Whisker-Menü spendiert und die Systemeinstellungen um HiDPI Settings erweitert. Der XFCE Screensaver ist installiert, jedoch nicht aktiviert. Desweiteren wurde der Editor Leafpad durch Mousepad und der Browser Chromium durch Chrome ersetzt. Die Update Benachrichtigung ist neu, beim Live Boot wird eine Integritätsprüfung durchgeführt und das Handbuch hat viele Verbesserungen erhalten. Anwender können bereits im Welcome Screen zwischen einem dunklen oder hellen Desktop Thema wählen.

Laut dem Projektteam eignet sich Linux Lite 5.0 besonders gut für Einsteiger oder Umsteiger.

Quelle: https://www.linuxliteos.com/

Programmvorstellung: ActivityWatch

Di, 2. Juni 2020, Joël Schurter

Viele Android-Nutzer kennen dieses Feature: Digital Balance/Digital Wellbeing o.Ä. und wünschen sich, dass es dieses Feature auch auf dem PC/Laptop gibt. Mit der Open-Source-Software ActivityWatch wird genau dies möglich gemacht.

Die Anwendung "ActivityWatch" ermöglicht es dem Nutzer, seine Aktivitäten auf seinem Gerät und (wenn eingerichtet) auch im Webbrowser zu überwachen. Nach dem Herunterladen der .zip-Datei, muss ein Startprogramm erstellt werden, damit ActivityWatch beim Starten des PCs oder Laptops automatisch mit dem tracken beginnt. Wichtig zu wissen ist auch, dass ActivityWatch keinerlei Daten über die Nutzung des Geräts an seine Anbieter und andere sendet, die Daten bleiben auf dem eigenen Computer. Die Benutzeroberfläche kann über einen beliebigen Webbrowser (z.B. Firefox, Chrome, Brave, etc.) unter der URL "localhost:5600" aufgerufen werden. Auf der Benutzeroberfläche können dann die Nutzungszeit der jeweiligen Anwendungen, Websites etc. angesehen werden (siehe angehängter Screenshot). Genauere Erklärungen zur Einrichtung von ActivityWatch sind in dem unten verlinkten Video zu finden.

ActivityWatch herunterladen:

https://activitywatch.net/

Video mit näheren Erklärungen & Anleitungen:

https://youtu.be/hd94d4HiyMI

Quellcode auf GitHub:

https://github.com/ActivityWatch/activitywatch

Debian für Einsteiger

Di, 2. Juni 2020, Lioh Möller

Insbesondere der Einstieg in die Debian GNU/Linux Distribution fällt oftmals schwer. Deutschsprachige Informationen existieren nur wenige und sind wenn dann meist nicht mehr aktuell. Nicht so beim Debian Einsteiger-Tutorial im Debian Wiki. Es ist versionsagnostisch konzipiert und sollte auf alle aktuell unterstützen Debian Versionen anwendbar sein. Beschrieben wird neben der Basisinstallation die Einrichtung von sudo und die grundsätzliche Nutzung des Paketmanagers apt. Da Debian in der Hauptdistribution keine unfreien Komponenten enthält, wird kurz darauf eingegangen, wie entsprechende Firmware-Pakete nachinstalliert werden können, falls dies zwingend notwendig sein sollte.

Es werden die unterschiedlichen Distributionszweige Stable und Testing beschrieben und die Vor- und Nachteile bei einem Einsatz als Desktopsystem dargelegt. Da es sich um einen Wiki-Artikel handelt, ist jeder herzlich eingeladen beizutragen, Ergänzungen hinzuzufügen oder zu korrigieren. Weitere Informationen findet man in der offiziellen Debian Dokumentation oder im Debian Administrationshandbuch.

Quelle: https://wiki.debian.org/de/DebianEinsteiger
Offizielle Debian Dokumentation: https://www.debian.org/doc/
Debian Administrationshandbuch: https://debian-handbook.info/browse/de-DE/stable/

Programmvorstellung: balenaEtcher

Di, 2. Juni 2020, Joël Schurter

Die Anwendung balenaEtcher ist ein Programm, welches das Flashen von Linux-Distributionen auf einen USB-Stick ermöglicht. balenaEtcher ist sehr einfach zu bedienen und die Benutzeroberfläche ist so minimalistisch gehalten, wie nur möglich.

Die Anwendung besitzt im Wesentlichen nur drei Buttons: "Select image" (die Datei der Distribution auswählen), "Select target" (auswählen des USB-Sticks) und "Flash!" (Datei auf USB-Stick "brennen"). Daneben sind auch die "Einstellungen" und ein "Hilfe-Button" vorhanden. Nach dem Flashen des Distributions-Images kann der USB-Stick als sog. Bootstick verwendet werden. Damit kann man einen PC oder Laptop etc. neu aufsetzen oder auch nur als Live-System benutzen.

balenaEtcher ist momentan (Stand 02.06.2020) nur auf englisch verfügbar, doch da die Anwendung ziemlich "idiotensicher" ist, kann man trotz fehlender Sprachkenntnisse eigentlich kaum etwas falsch machen. Des Weiteren ist Etcher eine Open-Source-Software, der Programmcode ist also öffentlich auf GitHub einsehbar.

Leider ist balenaEtcher nicht in den offiziellen Paketquellen von Ubuntu etc. verfügbar und kann nur auf der offiziellen Webseite als sog. AppImage heruntergeladen werden.

Download & offizielle Webseite: https://www.balena.io/etcher/

GitHub: https://github.com/balena-io/etcher

Hamburger Verwaltung will verstärkt auf Freie Software setzen

Mo, 1. Juni 2020, Lioh Möller

Die Hamburger SPD und die Grünen haben in ihren Koalitionsverhandlungen vereinbart, in Zukunft mehr Freie Software einsetzen zu wollen um damit unter anderem die Abhängigkeit zu einzelnen Anbietern wie Microsoft zu reduzieren. Laut Aussage des SPD-Politiker Carsten Brosda, solle die Stadtverwaltung in puncto Software-Entwicklung "nicht einseitig abhängig werden", sondern selbst die nötige digitale Kompetenz entwickeln.

Der Grüne Politiker Farid Müller schlug vor, dass Hamburgs Behörden und Betriebe auf freiwilliger Basis die Open-Source-Suite "Projekt Phoenix" von Dataports nutzen könnten. Diese basiert auf Nextcloud mit ONLYOFFICE-Integration. Nach München ist Hamburg damit die zweite Stadt, welche sich in den letzten Tagen und Wochen klar für den Einsatz von Freier Software ausspricht.

Quelle: https://youtu.be/vCXtRBDcfdA?t=1114

Linux Guides berichtet über Pro-Linux.de und dessen Schliessung

Mo, 1. Juni 2020, Joël Schurter

Der YouTube-Kanal Linux Guides hat in seinem Video vom 30.05.2020 über die Schliessung von Pro-Linux.de berichtet und zeigt u.A. auch alternativen vor, darunter auch GNU/Linux.ch. Auch wird berichtet, welche Teile von Pro-Linux.de weiter betrieben werden und was in den Ruhestand geschickt wird. Insgesamt ein sehr informatives Video von einem Kanal, welchen ich nur wärmsten empfehlen kann.

Links:

https://www.youtube.com/watch?v=0460fRowEhQ

Verabschiedung von Seiten Pro-Linux.de: https://www.pro-linux.de/news/1/28051/macht39s-gut.html

https://www.pro-linux.de/artikel/2/1996/es-war-uns-eine-ehre.html

Linux Kernel 5.7 veröffentlicht

Mo, 1. Juni 2020, Lioh Möller

Mit Version 5.7 steht eine neue Version des Mainline-Kernels zur Verfügung. Neu ist unter Anderem die Einbindung des exFAT-Treibers von Samsung, welcher das Lesen und Schreiben des exFAT-Dateisystems ermöglicht. Letzteres wurde ursprünglich von Microsoft entwickelt und erfreut sich grosser Beliebtheit, insbesondere wenn es um den Datenaustausch mit anderen Betriebssystemplattformen geht. Der neue Treiber ersetzt damit die weniger ausgereifte Vorgängerversion.

Mit der neu hinzugekommenen thermal pressure checking Funktion im Task-Scheduler kann eine bessere Leistung bei einer hohen CPU Temperatur garantiert werden.

Die Unterstützung für Intel Tiger-Lake- (Generation 12) und AMD Ryzen 400 "Renoir"-Grafikkarten wurde standardmässig aktiviert. Zuvor lies sich diese bereits über ein Kernel-Flag steuern.

Der Kernel 5.7 sollte ohne Anpassungen auf einem RockChip RK3399 SoC oder dem AllWinner A64-Chip lauffähig sein. Damit ist die direkte Nutzung des Mainline-Kernels auf dem PineTab, PinePhone und PineBook Pro möglich. Zu den weiteren neu unterstützten ARM Chips gehören der Qualcomm Snapdragon 865, NXP i.MX8M Plus und der Mediatek MT8516 SoC.

Einige weitere Änderungen:

  • Verbesserte Unterstützung für Longsoon 3 CPUs
  • Unterstützung für Apple's USB-Schnellladesystem
  • Zstd-Komprimierung für F2FS-Dateisysteme

Ankündigung von Linus Torvalds: https://lkml.org/lkml/2020/5/31/326