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GNU/Linux News - von euch für euch

Kollaborativ geschriebene Neuigkeiten und ein Podcast über Linux und Freie Software


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Freie Software für die Verwaltung

Dataport entwickelt einen IT-Arbeitsplatz, der auf Open Source basiert

Do, 13. August 2020, Ralf Hersel

In diesem Sommer haben sich die Bundesländer Hamburg und Schleswig-Holstein für den Einsatz freier Software in ihren Verwaltungen entschieden. Eine wichtige Rolle spielt dabei der IT-Dienstleister Dataport mit Sitz in Altenholz bei Kiel. Dataport entwickelt im Projekt Phoenix einen plattform-unabhängigen Arbeitsplatz für die Verwaltung.

Dataport ist der Informations- und Kommunikations-Dienstleister der öffentlichen Verwaltung für die vier Bundesländer Hamburg, Schleswig-Holstein, Bremen und Sachsen-Anhalt sowie für die Steuerverwaltungen in Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen. Die Anstalt des öffentlichen Rechts wurde aufgrund eines Staatsvertrages zum 1. Januar 2004 gegründet.

Wie der Lösungsarchitekt des Projektes Phoenix schreibt, sollen verschiedene Open Source-Anwendungen zu einem zeitgemässen, webbasierten IT-Arbeitsplatz kombiniert werden. Für die Verwaltung und den Bildungsbereich soll das Projekt die Büroarbeit und virtuelle Zusammenarbeit unterstützen. Dazu gehören E-Mail, Kalender, Textverarbeitung und Lösungen für Videokonferenzen, die zu hundert Prozent Open Source-Software sind. Um Abhängigkeiten von einer Anwendung zu vermeiden, wird es für jede Funktion zwei Software-Produkte geben.

Kontakte, Kalender und Mail werden mit der Software Open-Xchange abgebildet, für das Speichern und Teilen von Daten kommen OwnCloud bzw. Nextcloud zum Einsatz. Für Office-Anwendungen wie Textverarbeitung oder Tabellenkalkulationen wird OnlyOffice genutzt. Für die Zusammenarbeit via Chat, Messaging und Videokonferenzen setzt Dataport auf Matrix und Jitsi beziehungsweise NextCloud und Talk. Die vollständige Erklärung zum Phoenix Projekt kann bei der Quelle nachgelesen werden.

Quelle: https://www.dataport.de/fachartikel/schritt-fuer-schritt-hin-zu-mehr-open-source/

Bildnachweis: https://de.wikipedia.org/wiki/Dataport#/media/Datei:Dataport_Logo.svg

Design für Debian 11 gesucht

Der Artwork Wettbewerb für Debian 11 ist eröffnet

Do, 13. August 2020, Ralf Hersel

Das Debian-Projekt hat den Wettbewerb für die künstlerische Gestaltung der kommenden Version 11 von Debian GNU/Linux (Bullseye) eröffnet. Alle begabten Künstlerinnen und Designer können sich am Erscheinungsbild der Benutzeroberfläche beteiligen. Debian 11 wird Mitte 2021 erscheinen.


Einreichungen sind bis zum 1. November 2020 möglich, wobei bestimmte Bedingungen erfüllt sein müssen. Es muss eine Wiki-Seite für die Entwürfe bei DebianArt/Themes erstellt werden, dazu sollte man ein paar Worte schreiben, um die Idee hinter der eingereichten Arbeit zu erklären. Ausserdem muss ein Bildformat vorliegen, das später mit freier und quelloffener Software modifiziert werden kann. Dann muss eine Lizenz angegeben werden, die es dem Debian-Projekt erlaubt, die Werke innerhalb von Debian GNU/Linux zu verwenden. Es muss nicht ein gesamtes Designpaket erstellt werden; auch Teile davon sind möglich, wie z.B. Hintergrundbild, Boot-Bildschirm, Debian-Installer, Login-Bildschirm, DVD-Labels oder Aufkleber.

Wer mitmachen möchte, findet alle Informationen, Termine und Bedingungen auf dieser Debian-Wiki-Seite. Die Gewinner werden Mitte November 2020 bekannt gegeben.

Quelle: https://9to5linux.com/debian-gnu-linux-11-bullseye-artwork-contest-is-now-open-for-entries

Die besten Seiten für Linux Gamer

Ein Katalog der besten Webseiten für das Spielen unter Linux

Do, 13. August 2020, Ralf Hersel

Das Spielen unter Linux wird immer attraktiver. Das liegt zum einen an der wachsenden Menge von Spielen, die für Linux entwickelt oder portiert werden und zum anderen an Techniken wie Proton und Steam Play, mit denen auch Windows-Spiele unter Linux laufen. Das Portal ItsFoss hat die besten Webseiten zusammengestellt, auf denen sich Gamer über die neusten Entwicklungen in Sachen Linux-Spiele auf dem Laufenden halten können.


  1. Gaming On Linux
  2. Boiling Steam
  3. Linux Game Consortium
  4. LinuxGameCast
  5. GamersOnLinux
  6. RootGamer
  7. Play Deb
  8. PenguSpy
  9. SteamDB
  10. ProtonDB
  11. Holarse

Quelle: https://itsfoss.com/best-linux-gaming-websites/

Keine Schülerdaten für die USA

Achim Weiß von Ionos und Frank Karlitschek von Nextcloud im Interview

Mi, 12. August 2020, Ralf Hersel

In Baden-Württemberg erregt die Ausrichtung der CDU-Spitzenkandidatin Susanne Eisenmann die Gemüter. Plant sie doch, die Daten von 1,6 Millionen Schülerinnen und Lehrern der Microsoft-Cloud zu übereignen. Heimische Unternehmen, wie Nextcloud und IONOS, sowie Lehrervereinigungen lässt das nicht kalt; sie werden mit offenen Briefen an den Minsterpräsidenten und die Abgeordneten des Bildungsausschusses aktiv.

In einem ausführlichen Interview nehmen Achim Weiß von IONOS und Frank Karlitschek von Nextcloud Stellung zum baden-württembergischen Vorhaben und legen dar, warum deutsche Cloud-Lösungen besser für unsere Schulen geeignet sind. Doch auch die Lehrerinnen und Lehrer rühren sich; die Initiative Digital Souveräne Schule hat einen Brief an die Abgeordneten des Bildungsausschusses in Baden-Württemberg verfasst und publiziert. In der Botschaft werden die Gründe für digitale Souveränität eindrücklich offengelegt.

Auch die Free Software Foundation Europe, mit ihrer Lokalgruppe in Zürich, hat sich dem Thema angenommen und die Initiative Lernen wie die Profis auf den Weg gebracht. Dort werden ebenfalls die Argumente dargelegt, warum Freie Software die bessere Wahl für unsere Schulen ist. Dabei bleibt es nicht bei theoretischen Erläuterungen; die Initiative der FSFE-Zürch zeigt erfolgreiche Beispiele auf und benennt etablierte Werkzeuge.

Quellen:
https://pisaversteher.com/2020/08/11/schuelerdaten-darf-man-nicht-an-die-usa-ausliefern/
https://digital-souveraene-schule.de/
https://lernenwiedieprofis.ch/

Mastodon auf dem Desktop

Vier ganz verschiedene Mastodon-Clients, die auf dem Desktop laufen

Mi, 12. August 2020, Ralf Hersel

Mastodon ist ein verteilter Mikroblogging-Dienst, der seit 2016 von Eugen Rochko entwickelt wird, einem deutschen Programmierer aus Jena. Im Gegensatz zu grossen Plattformen wie Twitter ist Mastodon als dezentrales Netzwerk konzipiert, ähnlich wie GNU Social. Benutzer können einer beliebigen Instanz beitreten oder selbst eine eigene betreiben. In den meisten Fällen wird von den Benutzern der Web-Client ihrer Mastodon-Instanz verwendet, es gibt jedoch auch Anwenderinnen, die einen Desktop-Client bevorzugen.

Whalebird

Das Erscheinungsbild von Whalebird erinnert stark an Slack, ist jedoch farblich an den eigenen Geschmack anpassbar. Der Client unterstützt Desktop-Benachrichtigungen und kann sehr gut mit Tastaturkürzeln gesteuert werden. Whalebird kann nach Hashtags suchen und die Zeitleisten des Hashtags anzeigen. Auch ist es möglich eine Liste zu erstellen und die Zeitleisten der Liste anzuzeigen. Die Zeitleisten kann man filtern, wobei sogar reguläre Ausdrücke unterstützt werden.

Tootle

Bei Tootle handelt es sich um eine GTK-3 Anwendung, die eher einfach gehalten ist. Das Werkzeug unterstützt mehrere Mastodon-Konten, Desktop-Benachrichtigungen und die üblichen Zeitleisten: Home, Local und Federated. Die Anwendung wird zur Zeit umfassend erneuert und soll in naher Zukunft in neuem Glanz erstrahlen.

TheDesk

Eine Besonderheit von TheDesk sind die beliebig vielen Zeitleisten, die nebeneinander angeordnet werden können. Auch diese Anwendung unterstützt mehrere Konten. Im Tröt-Editor :) gibt es sogar einen zweiten Sende-Knopf, mit dem die Nachricht mit einem anderen Status verschickt werden kann. TheDesk kommt aus Japan und ist GPL-3 lizensiert.

Toot

Toot ist eine Curses-basierte Anwendung für die Kommandozeile. Sie bietet Funktionen zum Schreiben, Antworten und Löschen von Nachrichten, sowie auch zum Favorisieren und Rebloggen. Das Hochladen von Medieninhalten, Spoiler-Texte und das Markieren sensibler Inhalte wird ebenfalls geboten. Es kann nach Konten oder Hash-Tags gesucht werden und Konten kann gefolgt werden, man kann sie Stummschalten oder Sperren. Toot erlaubt auch das einfache Umschalten zwischen mehreren Mastodon-Konten.

Quellen:

Whalebird: https://whalebird.social/de
Tootle: https://github.com/bleakgrey/tootle
The Desk: https://thedesk.top/en/
Toot: https://toot.readthedocs.io/en/latest/

DuckDuckGo drängt auf Wahlfreiheit

DuckDuckGo-Entwickler drängen US-Justizministerium, eine Auswahl der Standard-Suchmaschine auf Android zuzulassen

Mi, 12. August 2020, Ralf Hersel

Vertreter der Suchmaschine DuckDuckGo (DDG) haben dem US-Justizministerium die Implementierung einer Option vorgeschlagen, die es Android-Nutzern ermöglicht, ihre Standardsuchmaschine auszuwählen, so dass Googles Monopol reduziert wird, ohne dass aggressive Sanktionen verhängt werden müssen. Die letzten Wochen waren für die marktbeherrschenden Unternehmen in den USA schwierig. Verschiedene Regierungen sind besorgt über die Monopole, die Dienste wie Google, Facebook, Apple und Amazon geschaffen haben.


Allein in den Vereinigten Staaten ist Google auf 95% der Geräte die Standardsuchmaschine. In Australien und Grossbritannien ist die Zahl sogar noch alarmierender und erreicht 98%. Aufgrund dieser Prozentsätze haben andere Suchdienste wie Startpage, Searx, Qwant oder DuckDuckGo keine Chance, sich im Wettbewerb zu behaupten. DDG glaubt jedoch, eine Lösung für dieses Problem gefunden zu haben, ohne die Marktchancen von Google zu beeinträchtigen.

Die Entwickler von DDG schlagen vor, Android-Nutzer über ein einfaches Menü, selbst ihre bevorzugte Suchmaschine auszuwählen zu lassen. Dadurch würde Google durchschnittlich 19% seines Marktanteils verlieren, so die Vermutung von DDG. Gabriel Weinberg, Geschäftsführer von DDG, wies darauf hin, dass der Vorschlag auch dazu beitragen würde, das Vertrauen der Nutzer in andere Suchmaschinen zu stärken.

Dieser Vorschlag ist keine neue Idee. Im Jahr 2017 zwang die russische Regierung Google, auf allen Android-Geräten eine Auswahloption für die Standard-Suchmaschine zu platzieren. Matt Stoller, Forschungsdirektor des American Economic Liberties Project, sagte, dieses Menü reiche aus, damit die Suchmaschine von Yandex auf dem russischen Markt wieder an Stärke gewinnen könne.

Quelle: https://reclaimthenet.org/duckduckgo-developers-urge-justice-department/

GNOME 3.36.5 erschienen

Von der Desktopumgebung GNOME ist die Version 3.36.5 mit einigen Verbesserungen und Bugfixes erschienen.

Mi, 12. August 2020, Joël Schurter

Von der beliebten Desktop-Umgebung GNOME ist die Version 3.36.5 erschienen, das neue Update von GNOME 3.36 bringt einige Verbesserungen und Fehlerbehebungen mit sich.

GNOME Logo

Ungefähr einen Monat nach der Veröffentlichung der Aktualisierung von GNOME 3.36.4 ist GNOME 3.36.5 der 3.36-Reihe der GNOME-Desktop-Umgebung erschienen. Die neue Version ist vollgepackt mit aktualisierten Kernkomponenten und Anwendungen, um die Stabilität und Zuverlässigkeit von GNOME 3.36 gewährleisten zu können. Zu den grössten Änderungen gehört die Verbesserung von Firefox Sync in der Flatpak-Version des Webbrowsers GNOME Web (Epiphany). In GNOME Web wurden neben den Firefox Sync-Verbesserungen auch kleinere Bugfixes behoben, welche u.A. die Registerkarten betrafen. Ebenfalls verbessert wurde der GNOME-Anmeldebildschirm GDM (GNOME Display Manager), dort betrafen die Änderungen insbesondere das Wechseln zwischen verschiedenen Benutzern.

Quelle:

https://9to5linux.com/gnome-3-36-5-desktop-update-released-with-various-improvements-and-bug-fixes

Privacy Shield II angekündigt

Dritte Auflage des Datenschutz-Abkommens in Vorbereitung

Di, 11. August 2020, Ralf Hersel

Das US-Handelsministerium und die Europäische Kommission haben Gespräche eingeleitet, um das Potenzial eines verbesserten EU-USA-Rahmens für den Schutz der Privatsphäre zu bewerten, um dem Urteil des Gerichtshofs der Europäischen Union vom 16. Juli im Fall Schrems II nachzukommen. In diesem Urteil wurde erklärt, dass dieser Rahmen kein gültiger Mechanismus mehr ist, um personenbezogene Daten aus der Europäischen Union in die Vereinigten Staaten zu übermitteln.

Privacy Shield

Die Pressemitteilung des US-Handelsministeriums formuliert es so:

Die Europäische Union und die Vereinigten Staaten erkennen die lebenswichtige Bedeutung des Datenschutzes und die Bedeutung des grenzüberschreitenden Datentransfers für unsere Bürger und Volkswirtschaften an. Wir teilen das Engagement für den Schutz der Privatsphäre und die Rechtsstaatlichkeit sowie für die weitere Vertiefung unserer Wirtschaftsbeziehungen und arbeiten in diesen Fragen seit mehreren Jahrzehnten zusammen.

Da wir uns gemeinsam neuen Herausforderungen stellen, einschließlich der Erholung der Weltwirtschaft nach der COVID-19-Pandemie, wird unsere Partnerschaft den Datenschutz stärken und den Wohlstand unserer fast 800 Millionen Bürger auf beiden Seiten des Atlantiks fördern.

Wie das Sprichwort sagt, bedeutet Wahnsinn, immer wieder das Gleiche zu tun und andere Ergebnisse zu erwarten. Es ist zu vermuten, dass die europäischen Richter in dieser Hinsicht wahrscheinlich Gas geben werden, da der Privacy Shield nur einen Bruchteil der Zeit, in der der Safe Harbor noch in Betrieb war, gültig sein wird. Daher würde ein Privacy Shield II (III, wenn man Safe Harbor mitzählt) wahrscheinlich in noch kürzerer Zeit einkassiert.

Quelle: https://www.commerce.gov/news/press-releases/2020/08/joint-press-statement-us-secretary-commerce-wilbur-ross-and-european