Git erlernen

Fr, 5. März, Joël Schurter

Git wird fast überall in der Softwareentwicklung eingesetzt. Es ist ein sehr praktisches Tool, um kollaborativ an einem Projekt - üblicherweise eine Software - zu arbeiten. Doch wie fast alles im Leben muss man auch Git erst einmal lernen, was nicht ganz leicht ist, da Git ein ziemlich grosses Tool ist. Damit das Erlernen von Git ein bisschen leichter ist, gibt es das Lerntool Oh My Git.

Leider ist Oh My Git bisher nur in Englisch verfügbar, aber ich gehe davon aus, dass das bei den meisten Lesern kein Problem sein wird. Oh My Git ist im Grunde genommen sehr einfach strukturiert, man fängt bei der ersten "Lektion" an und wird dann immer weiter geführt, bis man ein Git-Profi ist.

Beim ersten Test schien es mir, dass dieses Programm einen ziemlichen Ressourcenhunger hat.

Der Git-Kurs ist wirklich übersichtlich gestaltet. Insgesamt gibt es 13 Lektionen mit 44 Aufgaben, welche teilweise dann auch noch Unteraufgaben beinhalten.

Der Kurs ist so aufgebaut, dass man Git spielerisch erlernt, davon zeugen auch die bunten Schaltflächen und "Tierchen" die einem im Kurs begleiten. Die Aufgaben können meistens sowohl über die grafische Oberfläche, als auch mit dem eingebauten Terminal gelöst werden. Ich empfehle aber, die Aufgaben im Terminal zu lösen, da dies auch in der Realität so sein wird.

Im Gegensatz zu vielen Kursen zu den diversesten Themen (z.B. Sprachen etc.) im Internet kann man in Oh My Git jederzeit alle 44 Aufgaben lösen, sodass man nicht gezwungen ist, den gesamten Kurs vom Anfang bis zum Schluss zu machen. Für Git-Anfänger empfiehlt es sich aber natürlich, den Kurs komplett in der empfohlenen Reihenfolge zu machen.

Da ich selber ebenfalls ein Git-Anfänger bin, werde ich in den nächsten Tagen wohl viel an Oh My Git sitzen und lernen. Evtl. werde ich dann einen Erfahrungsbericht nachreichen.

Oh My Git herunterladen: https://blinry.itch.io/oh-my-git

GitHub-Repository von Oh My Git: https://github.com/git-learning-game/oh-my-git

Matrix Synapse Server selbst hosten

Fr. 5. März, Lioh Möller

Einen eigenen Matrix Synapse Server zu betreiben, scheint auf den ersten Blick für viele ein schwieriges Unterfangen zu sein. Die Firma Element macht sich dies zunutze und bietet neuerdings unter dem Namen Element Matrix Services (EMS) on-demand Server Instanzen für USD 10/Monat für 5 Benutzer an.

Wir möchten in diesem Tutorial erklären, dass es auch einfacher geht. Voraussetzung ist ein Computer, den man dauerhaft betreibt und die Virtualisierungslösung VirtualBox.

Als Basis dient das Debian-nahe Projekt FreedomBox, mit welchem sich eine Synapse Instanz mit wenig Aufwand aufsetzen lässt.

Weiterlesen

CoreELEC "Matrix": Erste Version auf Kodi 19 Basis

Do, 4. März 2021, Niklas

CoreELEC hat am 2. März eine neue Version seines Betriebssystems veröffentlicht, die erstmals die neue Kodi Version 19 nutzt. CoreELEC ist ein Fork von LibreELEC, der sich speziell auf Unterstützung für Chips des Herstellers Amlogic spezialisiert hat.

Während die vor zwei Wochen veröffentlichte Version 9.2.6 Amlogic und Amlogic-NG Hardware unterstützt hat, ist die neue Version 19.0 nur noch für Amlogic-NG erhältlich. Unterstützte Geräte sind zum Beispiel LaFrite, LePotato, ODROID-C4, ODROID-HC4 und ODROID-N2.

Weiterlesen

openSUSE Leap 15.3 Beta veröffentlicht

Do, 4. März, Lioh Möller

Das openSUSE Jump Projekt, welches mittlerweile nicht mehr existiert, hat bereits gezeigt, dass sich der stabile Leap Zweig der openSUSE Distribution dem Enterprise Produkt SLE (SUSE Linux Enterprise) weiter annähern wird (wir berichteten).

Mit der Veröffentlichung der Beta-Version von Leap 15.3 konnte ein Grossteil der geplanten Überführung bereits abgeschlossen werden. Damit teilt sich Leap die meisten Binärpakete mit SLE und wird ergänzt durch einige openSUSE-spezifischen Anpassungen. Letztere betreffen in erster Linie das Branding.

Somit wäre ein einfacher Wechsel von Leap zu SLE jederzeit möglich. Während der Beta-Phase sind Tester dazu aufgerufen das dafür geschaffene Spreadsheet auszufüllen. Nach erfolgreicher Teilnahme hat man die Möglichkeit ein T-Shirt zu ergattern. Weiter Informationen dazu findet man in der Release-Ankündigung.

Neben der Angleichung der Basisdistribution sind auch einige Änderungen eingeflossen; diese halten sich jedoch im Rahmen. So wird openSUSE 15.3 Xfce 4.16 und eine neuere glibc Version mit Unterstützung für die POWER10 Plattform mitbringen.

Für Ende April ist ein Release Candidate geplant, gefolgt vom Gold Master am 21. Mai. Die Veröffentlichung von openSUSE 15.3 erfolgt plangemäss am 2. Juni 2021.

Quelle: https://news.opensuse.org/2021/03/03/opensuse-leap-153-reaches-beta-build-phase/
openSUSE 15.3 Beta Download: https://get.opensuse.org/testing/

MidnightBSD: FreeBSD Derivat mit deutlichen Unterschieden

Do, 4. März, Niklas

MidnightBSD wurde von FreeBSD 6.1 Beta abgespaltet und wird seitdem weitestgehend unabhängig weiterentwickelt, auch wenn immer wieder grössere Teile aus neueren FreeBSD Versionen übernommen wurden. Das Ziel des Projekts ist es, ein gutes Desktop-Betriebssystem zu erschaffen. Man kritisiert an FreeBSD, dass es zu sehr auf Server ausgelegt ist.

MidnightBSD hat sehr oft die vorinstallierte Desktop-Oberfläche gewechselt. Die aktuelle Version kommt mit Xfce. Die vorinstallierte Software lässt sehr zu Wünschen übrig: Eine Office-Suite fehlt komplett, als Browser ist Midori vorinstalliert, der jedoch beim Aufruf von Webseiten sofort abstürzt. Dafür ist das Installationsimage mit gut 800 MB wesentlich kleiner, als bei NomadBSD und GhostBSD.

Weiterlesen

RedHat-Umfrage zeigt, wie wichtig Open Source für die Digitale Transformation ist

Do, 4. März 2021, Daniel Schär

Schon zum dritten Mal machte RedHat eine Umfrage zum Einsatz von Enterprise Open Source, wo die Verwendung von und die Haltung gegenüber Open Source im Businessumfeld abgebildet werden soll. Nun sind die Umfrageergebnisse veröffentlicht worden. Die Highlights: 

1) Digitale Transformation ist ein Top-Anwendungsgebiet von Open Source

2) Enterprise Open Source ist ein Innovationsmotor

3) Sicherheitsaspekte von Enterprise Open Source sind ein zentraler Vorteil

4) Die Beteiligung von Anbietern bei Open-Source-Communities ist wichtig

1,250 Interviews mit IT-Verantwortlichen wurden insgesamt durchgeführt. Die Mehrheit der Befragten (53 %) gibt an, dass die digitale Transformation ein wichtiger Anwendungsfall für Enterprise Open Source ist, eine Zahl, die in den letzten zwei Jahren um 11 Punkte gestiegen ist. Auch die Anwendungsentwicklung schneidet jetzt ähnlich gut ab. Der Vorteil der geringeren Gesamtbetriebskosten ist jetzt weit hinten auf der Liste und belegt nur noch den sechsten Platz. So wird Enterprise Open Source also nicht nur als kostengünstige und gute Alternative zu proprietärer Software, sondern als überlegen wahrgenommen.

Besser in welcher Hinsicht?

Viele Befragte erklärten, dass sie Open Source als qualitativ hochwertiger ansehen. Dies deckt sich gut mit dem zweitplatzierten Vorteil. Insgesamt zeigen diese Vorteile, dass Enterprise Open Source als eine Möglichkeit gesehen wird, innovative Software zu erhalten, die man verantwortungsvoll in ihrem Unternehmen einsetzen können.

Sicherheit ist in gewissem Sinne eine Form von Qualität. Die Ansicht, dass offener Quellcode Risiken birgt, nimmt ab. Zusätzlich zu den 30 %, die eine bessere Sicherheit als einen der drei wichtigsten Vorteile sehen, betrachten 87 % der Unternehmen Open Source als "sicherer" oder "genauso sicher" wie proprietäre Software. 84 % geben an, dass Enterprise Open Source ein wichtiger Bestandteil der Sicherheitsstrategie ihres Unternehmens sei. 75 % sagen, dass sie Enterprise Open Source vertrauen, weil es "[...] einen strengen Prüfprozess und kommerzielle Tests durchläuft, um die Qualität des Codes sicherzustellen." 

Open-Source-Software-Communities sind die Orte, an denen ein Grossteil der oben genannten Innovationen in der heutigen Softwareindustrie stattfindet. Ein Blick auf alle Open-Source-Projekte in den Bereichen Cloud und maschinelles Lernen vermittelt ein gutes Gefühl dafür und die Zahlen der Umfrage bestätigen dies. IT-Verantwortliche sehen anscheinend einen Unterschied zwischen Anbietern, die Open-Source-Projekte passiv konsumieren, und solchen, die sie aktiv mit vorantreiben: 38 % der Befragten würden sich "viel eher" für einen Anbieter entscheiden, der aktiv zur Entwicklung beiträgt.

Wahrgenommene Hindernisse

Auf die Frage, was die drei grössten Hindernisse für den Einsatz von Enterprise-Open-Source-Lösungen oder -Technologien seien, gaben viele den Mangel an Support als Haupthindernis an (42%), gefolgt von Kompatibilitätsaspekten (38%), die Sicherheit des Codes (35%) und den Mangel an firmeninternen Skills (35%).

Trotz oft mangelndem Support als grösstes Hindernis, zeigt der Report zu Enterprise Open Source ein klares Bild: IT-Führungskräfte betrachten Open-Source-Software für Unternehmen weithin als eine überlegene Form von Software mit höherer Qualität, mehr Innovation und sogar besserer Sicherheit als die Alternativen. 

Quelle: https://www.redhat.com/en/resources/state-of-enterprise-open-source-report-2021?intcmp=7013a000003BkveAAC

und https://www.redhat.com/en/blog/state-enterprise-open-source-2021-four-results-may-surprise-you?dynamic404=en

Historisches Urteil in Italien: Lenovo muss Schmerzensgeld zahlen

Do, 4. März 2021, Daniel Schär 

In der Regel wird beim Kauf eines Geräts immer noch ein vorinstalliertes proprietäres Betriebssystem mitgeliefert, ohne den Kunden zu fragen, ob er dies wolle. Wenige Unternehmen haben klare Verfahren eingeführt, damit ein User für bezahlte Softwarelizenzen eine Rückerstattung bekommt, wenn er sie nicht nutzen will. Andere Hersteller wie Lenovo machen es den Verbrauchern jedoch immer noch sehr schwer und zwingen sie damit, ihr Recht in teuren und langjährigen Gerichtsprozessen durchzusetzen. Dies gelang nun Luca Bonissi, einem italienischen Entwickler und Unterstützer der FSFE, in seinem Kampf um die Rückerstattung von Windows-Lizenzen. Lenovo wurde zur Zahlung von 20.000 Euro für sein rechtswidriges Verhalten verurteilt.

Freie Betriebssystemwahl für die Käuferin sollte selbstverständlich sein. Aber Microsoft und die überwiegende Mehrheit der Hardware-Hersteller umgehen dieses Prinzip, indem sie ihre Kunden faktisch zwingen, Windows auszuführen, auch wenn sie das gar nicht wollen. Dies wollte Luca nicht über sich ergehen lassen und als er im März 2018 Luca ein Lenovo Ideapad Convertible-Tablet kaufte, beschloss er, dass er Windows nicht darauf ausführen wollte. Stattdessen kontaktierte er Lenovo, um eine Rückerstattung und Rückgabe des vorinstallierten Windows zu beantragen. Was folgte, war eine wahrhaft juristische und bürokratische Suche, die Jahre, mehrere Gerichtsverfahren und viel Durchhaltevermögen und Entschlossenheit von Luca in Anspruch nahm.

Nachdem seine Anträge von Lenovo zweimal abgelehnt wurden, suchte Luca Hilfe bei der italienischen Wettbewerbs- und Marktbehörde (AGCM). Als er jedoch feststellte, dass diese Bemühungen nicht fruchteten, beschloss er, rechtliche Schritte gegen Lenovo einzuleiten. Aufgrund der geringen Kosten für die Windows Home-Lizenz konnte Luca das Verfahren vor einem Gericht für Bagatellfälle ohne die Hilfe eines Anwalts beginnen. Angesichts der aggressiven Verteidigung von Lenovo suchte Luca jedoch professionelle Hilfe. Im Juni 2019 erkannte der Friedensrichter von Monza Lucas Recht auf Erstattung an und verurteilte Lenovo zur Erstattung von 42 Euro für die Windows-Lizenz und 130 Euro für die Gerichtskosten. Lenovo legte Berufung ein, wobei es 15 Gründe angab, aus welchen das Urteil revidiert werden müsse. Dies zwang Luca, sich auch in der Berufung mit einem Anwalt zu verteidigen. Zu diesem Zeitpunkt dauerte der Rückerstattungsantrag, der bei gutem Willen von Lenovo mit einer einfachen E-Mail hätte erledigt werden können, bereits mehr als zwei Jahre und kostete Luca mehrere hundert Euro.

Im Dezember 2020 wies das Gericht in Monza schließlich alle Argumente von Lenovo zurück und bestätigte, dass der Anspruch auf Rückerstattung der vorinstallierten Software fällig sei. Das Urteil verwies darauf, dass der Hersteller selbst diese Verpflichtung in der Windows-Lizenz ausdrücklich übernommen hatte. Doch damit nicht genug: In einer historischen Entscheidung verhängte das Gericht gegen Lenovo ein Schmerzensgeld in Höhe von 20.000 Euro wegen Missbrauchs des Berufungsverfahrens. Lenovo habe seinen Kunden gezwungen, sich auf einen unverhältnismässigen und unnötigen Rechtsweg einzulassen. Das Gericht stellte ausserdem fest, dass dieser Fall ein Beispiel für die Arroganz und Ausweichmanöver eines riesigen Unternehmens gegenüber einem bescheidenen Verbraucher ist. Am Ende entschied das Gericht, dass die Summe an Luca zu zahlen ist, als Ausgleich für den Schaden, der durch die verschärfte Prozesshaftung entstanden ist.

Der Preis, den normale Menschen zahlen müssen, um zu ihrem Recht zu kommen, immer noch hoch, wie Luca anmerkt:

"Die hohen Prozesskosten und -risiken, sowie der geringe wirtschaftliche Ertrag stellen eine starke Abschreckung dar, die jeden davon abhält, eine Rückerstattung für vorinstalliertes Windows anzustreben. In Anbetracht der Tatsache, dass der normale Verbraucher nicht über die technischen und juristischen Kenntnisse verfügt, um einen solchen Fall ohne einen Anwalt zu bewältigen, und des Risikos, dass die Hersteller den Fall über mehrere Jahre hinziehen könnten, ist es sehr unwahrscheinlich, dass sich kaum jemand ermutigt fühlen wird, Tech-Giganten zu verklagen, es sei denn, ein Urteil wie das des Gerichts von Monza zwingen die Hersteller dazu, ihre eigenen Lizenzen einzuhalten und eine bessere Rückerstattungspolitik zu entwickeln".

Eine Anleitung dazu auf Englisch/Italienisch findet man auf der Seite der FSFE: https://wiki.fsfe.org/Activities/WindowsTaxRefund/Italy

Quelle: https://fsfe.org/news/2021/news-20210302-01

GhostBSD: Fertiges Desktop-System auf FreeBSD Basis

Mi, 3. März, Niklas

GhostBSD ist eine Rolling-Release-Distribution, die immer die aktuellste FreeBSD Version als Basis nimmt. Beim Starten sieht es auch sehr nach FreeBSD aus, wechselt dann jedoch direkt in die grafische Desktop Oberfläche MATE, welche in der offiziellen Edition vorinstalliert ist. Es gibt auch eine Community Edition mit Xfce, diese hat in meinem Test jedoch auf drei verschiedenen Geräten nicht funktioniert.

GhostBSD kann auf einen USB-Stick mit mindestens 4 GB Speicher oder auf eine DVD gebrannt werden. Beim Start lädt es das komplette Betriebssystem in den Arbeitsspeicher, wodurch Änderungen temporär gespeichert werden können, aber bei jedem Neustart verloren gehen. Eine Nutzung als live System macht hier also wenig Sinn, auch wenn es grundsätzlich möglich ist und sich für ein kurzes Ausprobieren eignet.

Weiterlesen