Archlinux ganz einfach mit dem ALG Installer

Mi, 15. März 2023, Jürg Rechsteiner

ALG bietet 9 verschiedene Varianten seines Installations-Programms an:

  • KDE Plasma Theme Edition
  • Plasma Pure Edition
  • GNOME Edition
  • GNOME Pure Edition
  • XFCE Edition
  • XFCE Pure
  • Cinnamon Themed Edition
  • I3 Edition
  • Zen Edition - Plasma Desktop

Ich habe KDE Plasma Theme Edition ausprobiert. Es installiert ein gut konfiguriertes, sauber abgestimmtes und schön gestaltetes Archlinux mit dem KDE Plasma Desktop.

Dieses Archlinux Installationsprogramm basiert auf dem Calamares Installer, den ja sehr viele Distributionen einsetzen. Obwohl einige behaupten, dass Calamares nicht optimal mit allen Distributionen harmoniere, habe ich kaum Fehler festgestellt. Vor allem die neusten Distros funktionieren ausgezeichnet. Eine Ausnahme ist RebornOS wo ich schon immer Mühe hatte, es zu installieren.

Es gibt einige solcher Archlinux Installer, zum Beispiel der Calam Installer oder den ACLI Installer von Artix Linux. Wer sucht, findet noch mehr davon. Der ALG Installer hat mich aber voll überzeugt, denn nach der Installation sind schon sehr viele Programme ins System integriert, die wichtig sind. Vor allem die KDE Programme, die den Desktop vervollständigen, sind mit dabei. Beim Calam Installer musste man oft mühsam viele Programme nachinstallieren.

Für die Installation habe ich mir ein externes Aluminiumgehäuse für eine M.2 SSD gekauft. Per USB kann ich das an den Computer anschliessen. Das ALG Image habe ich mit dem Suse Studio Imagewriter auf einen USB-Stick installiert. Nachdem ich das ALG Archlinux mit diesem USB-Stick gestartet habe, rufe ich im Systemordner das Installationsprogramm auf, mit dem ich das Linux auf meine externe M.2 SSD installiere. Das geht schnell, obwohl die Geschwindigkeit der M.2 SSD nicht ausgereizt wird.

Das Interessante am externen System, es funktioniert an meinem Notebook und am Desktop Computer. Also das absolut ideale System um Linux auszuprobieren, aber auch um immer die richtige Umgebung und die richtigen Daten dabei zu haben.

Nach der Installation empfängt einen, ein echt toll gestalteter Desktop.
Natürlich kann jeder den Desktop nach seinem Gusto anpassen. Kein Desktop lässt sich so umfassend anpassen wie der KDE Plasma Desktop.
Was den Desktop ebenfalls auszeichnet, sind die vielen Programme, die zum KDE Plasma Universum gehören. Sehr viele davon sind in die Desktopumgebung integriert, obwohl sie auch eigenständige Programme sind.

Bei diesem Image sind ein paar schöne Fensteranimationen integriert worden. Zum Beispiel ist die Konsole transparent und wenn man das Fenster auf dem Desktop hin und her schiebt, sieht es aus wie ein Tuch auf einer Wäscheleine. Das alles sieht sehr schön aus, kann den einen oder anderen stören, wenn dann durch die Transparenz die Schrift nicht gut zu lesen ist.

Was mich bei Archlinux stört, ist das Archlinux Repository. Im Archlinux Repository sind zwar viele Programme drin, aber im AUR (Arch User Repository) hat es noch sehr viel mehr drin.

Das AUR ist aber bewusst von Arch nicht integriert worden, da sie der Meinung sind, dass dadurch die Stabilität des Systems leidet. Im AUR hat es eben viele Programme, genauer gesagt sind es keine Programme, sondern Skripte, welche nicht getestet wurden und auch nicht einwandfrei, oder gar nicht, funktionieren.

Es empfiehlt sich deshalb aus dem AUR nur Programme zu installieren, von denen man weiss, dass sie einwandfrei funktionieren. Vor allem auf einem produktiven System. Das bedeutet, man sollte neue Programme auf einer Versuchsinstallation testen, bevor man sie auf dem Produktivsystem installiert.

Das AUR lässt sich relativ leicht installieren, indem man den Installer YAY installiert:

$ sudo pacman -Syu
$ sudo pacman -S --needed --noconfirm base-devel git
$ git clone https://aur.archlinux.org/yay-git.git
$ sudo mv yay-git /opt/
$ cd /opt/yay-git
$ makepkg -si
$ yay –version

Wenn man Programme in der Konsole installiert, sieht man aus welchem Repository ein Programm stammt, aber nur wenn man den Installer YAY verwendet anstelle von Pacman.

Wenn man zum Beispiel Gimp installieren will, kann man das mit dem Befehl: $ yay gimp
Nun sieht man viele Einträge. Bei einigen steht vorne extra, bei einigen Community und bei einigen aur.
Extra ist das Hauptrepository von Archlinux.
Community ist das Repository, das von der Archlinux Community gepflegt wird.
Aur ist eben das AUR (Arch User Repository), das von einer unabhängigen Community gepflegt wird.

Wenn man nur Programme aus dem Extra Repository installiert, ist man immer auf der sicheren Seite. Auch mit dem Community Repository gibt es normalerweise keine Probleme. Beim AUR sollte man aber immer zuerst testen.

Es kann vorkommen, dass durch ein Programm die ganze Installation aus den Fugen gerät und nicht mehr funktioniert.

Ich muss zwar gestehen, dass ich sehr oft irgendwelche AUR Programme installiere, ohne sie vorher zu testen. Ich habe aber meine wichtigen Daten auf einer anderen Partition, beziehungsweise auf einer andern Platte. Es kommt auch vor das ich deshalb das System neu installieren muss.

In meinem Desktop PC habe ich zur Zeit 2 Nvme M.2 SSD mit je einem Betriebssystem und eine SSD mit 4 verschiedenen Distributionen auf je einer eigenen Partition. Zur Installation einer neuen Distribution entferne ich immer alle nicht benötigten Datenträger, das heisst, ich stecke sie vorübergehend aus, damit ist gewährleistet, dass der bestehende Bootbereich, der einzelnen Platten, vom neuen Betriebssystem nicht verändert wird.

Archlinux bekommt immer die absolut neuste Software. Das Rolling Release hat sich bewährt. Eine Zeit lang ist es vorgekommen, dass Updates nicht geklappt haben und das Betriebssystem nicht mehr aufgestartet hat oder nicht mehr richtig funktioniert hat. Das passiert schon lange nicht mehr, weder bei Archlinux, EndeavourOS, Garuda noch bei Manjaro.


Homepage von ALG:
https://archlinuxgui.in


Download der ISO Dateien:
https://osdn.net/projects/arch-linux-gui/releases

Quellen:
https://archlinuxgui.in

Tags

Archlinux, Installer, Calamares