Einleitung:
PDF (Portable Document Format) ist schon ein praktisches Format: Jedes System kann es öffnen, das Layout sieht überall gleich aus, perfekt zur Weitergabe und Archivierung von Dokumenten.
Schwieriger wird es, wenn man am Dokument nachträglich etwas ändern möchte:
Das Seitenformat passt nicht, der Scan enthält leere Seiten, oder das ausfüllbare Dokument braucht unbedingt noch eine "händische" Unterschrift.
Lokal nutze ich "PDF Arranger", damit kann man Seiten neu sortieren, Seiten entfernen, Dokumente zusammenführen oder aufteilen. KDEs PDF-Reader "Okular" hingegen hat einige Tools zum Annotieren.
Auf der Suche nach neuen Spielereien für meinen Heimserver bin ich auch auf "Stirling PDF" gestoßen, ein wirklich praktisches Tool, das so ziemlich jede Manipulation an PDF-Dateien ermöglicht. Mir persönlich war es etwas überladen. Zielgruppe für Stirling sind scheinbar eher Firmen, worauf auch das neue, kostenpflichtige Lizenzmodell hindeutet. Ob sich das Projekt mit dieser Entwicklung mittelfristig ins Abseits befördert, bleibt abzuwarten. Auf der Suche nach Alternativen habe ich Bento gefunden, ein Projekt, bei dem Datenschutz und Freiheit ganz oben stehen.
Installation:
Bento wird auf einem Server installiert, was mit Docker eine Sache von wenigen Minuten ist. Von Bento gibt es zwei unterschiedliche Versionen: die Standardversion und den Simplemode. Die Funktionen sind in beiden Fällen dieselben, die Standardversion enthält zusätzlich eine Navigationsleiste, sowie Marketingelemente wie hero sections, FAQ, Testimonials und einen Footer. Für beide Versionen findet ihr unterschiedliche Docker-Images. Auf dem persönlichen Server würde ich in jedem Fall den Simplemode nutzen.
Die verschiedenen Optionen zur Installation sind auf der GitHub-Seite des Projekts gut dokumentiert.
Nach der Installation kann direkt mittels Browser auf die Oberfläche zugegriffen werden, keine Config, keine Konten, sofort startklar.
Nutzung:
Besonders spannend bei Bento ist, dass die Verarbeitung der Dokumente vollständig im Browser des Clients geschieht und keine Dokumente an den Server übertragen werden. Beim eigenen Heimserver spielt das vielleicht eine untergeordnete Rolle, aber ich halte das trotzdem für eine gute Idee. Neben der gesteigerten Sicherheit minimiert das natürlich die benötigten Ressourcen auf dem Server, sodass auch mehrere Clients gleichzeitig das Programm nutzen können.
Die Liste der Funktionen ist lang, am besten schaut ihr einfach mal unter https://bentopdf.com/ vorbei, da könnt ihr alle Tools ausprobieren. Ebenfalls vorhanden ist eine OCR-Funktion (Optical Character Recognition), um aus Scans den Text zu extrahieren und dem Dokument hinzuzufügen.
Für meine Arbeit ist neben dem Verwalten der Seiten auch das Schwärzen von Passagen wichtig. Bento zeichnet dabei gleichzeitig einen schwarzen Balken und löscht den darunterliegenden Text unwiderruflich, wie es im Datenschutz verlangt wird. Nach der Bearbeitung wird das verarbeitete Dokument einfach wieder heruntergeladen.
Etwas unhandlich wird es, wenn man an einem Dokument verschiedene unterschiedliche Tools nutzen möchte, dann muss man sein Dokument zwischenzeitlich herunterladen und für das neue Tool hochladen.
Eine Funktion, die bei mir nicht funktioniert hat, ist das Konvertieren von Office Formaten in PDF, da scheint es noch nicht ganz rund zu laufen. Tragisch ist das für mich nicht, da LibreOffice das ohnehin mit einem Klick erledigt.
Fazit:
Bisher bin ich mit dem Tool sehr zufrieden. Die Version 1.0 ist erst im Oktober 2025 erschienen, daher gehe ich davon aus, dass aktuelle Bugs auch noch entfernt werden. Hervorzuheben sind der geringe Ressourcenbedarf und die einfache Handhabung bei Installation und Nutzung.
Ich bin gespannt, wie sich das Programm weiterentwickeln wird.

Kleiner Hinweis: Im Januar 2026 gab es Probleme mit dem Image (Namespace ging verloren - Umzug usw.). Die Einzelheiten erklärt der Entwickler hier: https://www.reddit.com/r/selfhosted/comments/1qmpua4/bentopdfs_docker_situation_update/ Aktuell gilt als Namespace: image: bentopdfteam/bentopdf:latest