BentoPDF ein Schweizer Taschenmesser für PDFs

  Markus W.   Lesezeit: 3 Minuten  🗪 6 Kommentare Auf Mastodon ansehen

Es gibt unzählige Tools um PDF-Dateien zu manipulieren. Mit Bento gibt es ein neues, spannendes Allzwecktool für den Einsatz auf dem eigenen Server.

bentopdf ein schweizer taschenmesser für pdfs

Einleitung:

PDF (Portable Document Format) ist schon ein praktisches Format: Jedes System kann es öffnen, das Layout sieht überall gleich aus, perfekt zur Weitergabe und Archivierung von Dokumenten.
Schwieriger wird es, wenn man am Dokument nachträglich etwas ändern möchte:
Das Seitenformat passt nicht, der Scan enthält leere Seiten, oder das ausfüllbare Dokument braucht unbedingt noch eine "händische" Unterschrift.

Lokal nutze ich "PDF Arranger", damit kann man Seiten neu sortieren, Seiten entfernen, Dokumente zusammenführen oder aufteilen. KDEs PDF-Reader "Okular" hingegen hat einige Tools zum Annotieren.
Auf der Suche nach neuen Spielereien für meinen Heimserver bin ich auch auf "Stirling PDF" gestoßen, ein wirklich praktisches Tool, das so ziemlich jede Manipulation an PDF-Dateien ermöglicht. Mir persönlich war es etwas überladen. Zielgruppe für Stirling sind scheinbar eher Firmen, worauf auch das neue, kostenpflichtige Lizenzmodell hindeutet. Ob sich das Projekt mit dieser Entwicklung mittelfristig ins Abseits befördert, bleibt abzuwarten. Auf der Suche nach Alternativen habe ich Bento gefunden, ein Projekt, bei dem Datenschutz und Freiheit ganz oben stehen.

Installation:

Bento wird auf einem Server installiert, was mit Docker eine Sache von wenigen Minuten ist. Von Bento gibt es zwei unterschiedliche Versionen: die Standardversion und den Simplemode. Die Funktionen sind in beiden Fällen dieselben, die Standardversion enthält zusätzlich eine Navigationsleiste, sowie Marketingelemente wie hero sections,  FAQ, Testimonials und einen Footer. Für beide Versionen findet ihr unterschiedliche Docker-Images. Auf dem persönlichen Server würde ich in jedem Fall den Simplemode nutzen.
Die verschiedenen Optionen zur Installation sind auf der GitHub-Seite des Projekts gut dokumentiert.
Nach der Installation kann direkt mittels Browser auf die Oberfläche zugegriffen werden, keine Config, keine Konten, sofort startklar.

Nutzung:

Besonders spannend bei Bento ist, dass die Verarbeitung der Dokumente vollständig im Browser des Clients geschieht und keine Dokumente an den Server übertragen werden. Beim eigenen Heimserver spielt das vielleicht eine untergeordnete Rolle, aber ich halte das trotzdem für eine gute Idee. Neben der gesteigerten Sicherheit minimiert das natürlich die benötigten Ressourcen auf dem Server, sodass auch mehrere Clients gleichzeitig das Programm nutzen können.

Die Liste der Funktionen ist lang, am besten schaut ihr einfach mal unter https://bentopdf.com/ vorbei, da könnt ihr alle Tools ausprobieren. Ebenfalls vorhanden ist eine OCR-Funktion (Optical Character Recognition), um aus Scans den Text zu extrahieren und dem Dokument hinzuzufügen.
Für meine Arbeit ist neben dem Verwalten der Seiten auch das Schwärzen von Passagen wichtig. Bento zeichnet dabei gleichzeitig einen schwarzen Balken und löscht den darunterliegenden Text unwiderruflich, wie es im Datenschutz verlangt wird. Nach der Bearbeitung wird das verarbeitete Dokument einfach wieder heruntergeladen. 

Etwas unhandlich wird es, wenn man an einem Dokument verschiedene unterschiedliche Tools nutzen möchte, dann muss man sein Dokument zwischenzeitlich herunterladen und für das neue Tool hochladen. 

Eine Funktion, die bei mir nicht funktioniert hat, ist das Konvertieren von Office Formaten in PDF, da scheint es noch nicht ganz rund zu laufen. Tragisch ist das für mich nicht, da LibreOffice das ohnehin mit einem Klick erledigt.

Fazit:

Bisher bin ich mit dem Tool sehr zufrieden. Die Version 1.0 ist erst im Oktober 2025 erschienen, daher gehe ich davon aus, dass aktuelle Bugs auch noch entfernt werden. Hervorzuheben sind der geringe Ressourcenbedarf und die einfache Handhabung bei Installation und Nutzung.
Ich bin gespannt, wie sich das Programm weiterentwickeln wird.

Nachtrag:

Ich konnte das Problem mit der Konvertierung lösen: Firefox und auch Chromium konnten WebAssembly (WASM) und geteilten Arbeitsspeicher (SharedArrayBuffer) nicht nutzen, da ich keine HTTPS Verbindung hatte.
Ich habe ein selbst signiertes Zertifikat bei meinem Nginx-Proxy hinterlegt und die Header Cross-Origin-Embedder-Policy und Cross-Origin-Opener-Policy hinzugefügt. Jetzt läuft es.

Quellen:

Titelbild: Screenshot von https://bentopdf.com/

Tags

PDF, Selfhosting, Office

Herbert Hertramph
Geschrieben von Herbert Hertramph am 18. Februar 2026 um 23:31

Kleiner Hinweis: Im Januar 2026 gab es Probleme mit dem Image (Namespace ging verloren - Umzug usw.). Die Einzelheiten erklärt der Entwickler hier: https://www.reddit.com/r/selfhosted/comments/1qmpua4/bentopdfs_docker_situation_update/ Aktuell gilt als Namespace: image: bentopdfteam/bentopdf:latest

S0niX
Geschrieben von S0niX am 19. Februar 2026 um 07:56

Ich mag die Idee hinter Bento und es hat mir in der Arbeit auch direkt die pdf24 Tools ersetzt. Hauptgrund: Die Daten bleiben lokal und ich wollte es nicht mehr verantworten die Daten auf einen externen Server zu laden.

Allerdings hat Bento auch Grenzen. Bei größeren pdf steigt es mir laufend aus, wo pdf24 weiterhin arbeitet.

Werde eine Installation Zuhause versuchen. Womöglich ist diese weniger limitiert.

Olli
Geschrieben von Olli am 19. Februar 2026 um 10:10

Danke für den Artikel. Lokal nutze ich auch PDF-Arranger und liebe die Übersichtlichkeit und Einfachheit. Wer mal an einem anderen PC sitzt und schnell etwas bearbeiten möchte, kann auf das nach eigenen Angaben DSGVO-konforme I love PDF zugreifen: https://www.ilovepdf.com/de

Roland
Geschrieben von Roland am 19. Februar 2026 um 11:06

"Bento wird auf einem Server installiert ... die Verarbeitung der Dokumente geschieht vollständig im Browser des Clients."

Also dann könnte bzw. kann man doch auch ohne Bedenken direkt die Webseite von BentoPDF oder einer 3rd-party Installation benutzen. Wieso und wozu installiert man sich die Software auf einem eigenen Server?

"Wenn man an einem Dokument verschiedene unterschiedliche Tools nutzen möchte, dann muss man sein Dokument zwischenzeitlich herunterladen und für das neue Tool hochladen."

Das ist nicht besonders praktisch und kann den Workflow erheblich behindern. BentoPDF sollte das schnellstmöglichst verbessern. Wenn es ein wirkliches hochladen an den Server ist, widerspricht es der ersten Aussage, das alles vollständig im Browser (Client) bearbeitet wird. Vermutlich - hoffentlich - meinst du damit nur das erneutes Laden des PDF-Dokuments in den Arbeitsspeicher des eigenen PCs?

Markus W.
Geschrieben von Markus W. am 19. Februar 2026 um 13:32

Es stimmt schon, eigentlich könnte man auch einfach auf 3rd-party Lösungen zurückgreifen. Aber der Server läuft ja eh zuhause :-)

Bento nennt es selbst "hochladen" keine Ahnung, ob es einen besseren Begriff gibt. Ich bin auch gespannt, ob sie so etwas wie einen Zwischenspeicher für die verarbeiteten Dokumente einführen, ich habe aber auch keine Ahnung, ob das rein im Browser möglich ist, oder ob man dafür auf dem Server zwischenspeichern müsste. Da ich das Dokument nach dem Download ja auch direkt wieder aus dem Downloadbereich des Browsers in die Weboberfläche ziehen kann, ist es für mich auch nicht ganz dramatisch.

S0niX
Geschrieben von S0niX am 19. Februar 2026 um 16:17

Das sind einzelne Tools die man nur nacheinander aufrufen kann und der erste Schritt ist jeweils das hochladen und der letzte das runterladen der Datei. Die Schnittstelle zwischen Dateisystem und Browser ist da halt das hoch und runterladen. Um das anders zu gestalten, müsste man alle Tools zusammenwerfen.