Brave Suche

Do, 18. März 2021, Ralf Hersel

Brave ist ein quelloffener Webbrowser für die Betriebssysteme Windows, macOS und Linux sowie für Android und für Apple iOS. Initiator und Projektleiter ist Brendan Eich. Vor seiner Rolle als CEO der Brave Software Inc, war Eich CTO und CEO der Mozilla Corporation. Der Browser auf Chromium-Basis blockiert mit einem Werbeblocker Werbung und Tracker. Er bietet eine Option, um bestimmte Anzeigen des eigenen Werbedienstes 'Brave Rewards' einzublenden, die das Nutzungsverhalten nicht verfolgen, um somit die Privatsphäre des Nutzers zu schützen. Für die Einblendung erhalten dann Browsernutzer und Browser-Anbieter jeweils 15 %, die Webseitenbetreiber bis zu 70 % der Einnahmen.

Nun plant Brave eine eigene Suchmaschine aufzubauen, die sich nicht bei den Platzhirschen Google und Bing bedient.

Am 3. März gab Brave die Übernahme von Tailcat bekannt, der offenen Suchmaschine, die von dem Team entwickelt wurde, das zuvor bei Cliqz, einer Holding von Hubert Burda Media, für die Datenschutz-Such- und Browser-Produkte verantwortlich war. Tailcat wird die Grundlage von Brave Search werden. Als Prinzipien der Suchmaschine führt Brave sieben Punkte auf:

  1. Brave Search ist privat: Es werden keine Nutzer verfolgt oder Profile erstellt.
  2. Brave Search ist benutzerorientiert: Brave dient zuerst dem Benutzer, nicht der Werbe- und Datenindustrie.
  3. Brave Search bietet Auswahlmöglichkeiten: Wir werden Optionen für werbefreie bezahlte Suche und werbeunterstützte Suche anbieten. Wir arbeiten daran, private Anzeigen in die Suche zu bringen, so wie wir es für Brave-Nutzeranzeigen getan haben.
  4. Brave Search ist unabhängig: Wir werden uns auf anonymisierte Beiträge aus der Community verlassen, um Brave Search zu verbessern und zu verfeinern. Vor dieser Innovation konnten qualitativ hochwertige Ergebnisse nur von Big Tech-Unternehmen erzielt werden, die viele Jahre und Dutzende von Milliarden Dollar benötigten, um das gesamte Web kontinuierlich zu crawlen.
  5. Brave Search ist transparent: Wir werden keine geheimen Methoden oder Algorithmen verwenden, um Ergebnisse zu verfälschen. Wir werden mehrere von der Community kuratierte, offene Ranking-Modelle erforschen, um Vielfalt zu gewährleisten und algorithmische Verzerrungen und offene Zensur zu verhindern.
  6. Brave Search ist nahtlos: Wir werden eine erstklassige Integration zwischen Browser und Suche bieten, ohne die Privatsphäre zu gefährden, von der Personalisierung bis hin zu sofortigen Ergebnissen während der Eingabe des Benutzers.
  7. Brave Search ist offen: Wir glauben nicht an "Walled Gardens" und werden Brave Search daher auch anderen Suchmaschinen zur Verfügung stellen.

Zurzeit ist Brave Search noch nicht online. Man kann sich lediglich für das Early-Access Programm registrieren.

Quellen:

https://brave.com/search/

https://brave.com/brave-search/

nipos
Geschrieben von nipos am 18. März 2021

Das ist ein interessanter Ansatz, aber ich bin nicht ganz ueberzeugt. Das Hauptproblem: Brave hat seinen Sitz in den USA und mietet Server zumindest teilweise bei Amazon. Warum sollte man denen also mehr trauen, als DuckDuckGo? Wir haben mit https://mojeek.com ja schon eine gute unabhaengige Suchmaschine aus Grossbrittannien mit eigener Serverhardware. Die Ankuendigungen von Brave sind wirklich super, da war ich im ersten Moment echt begeistert. Aber wenn das auf US Amazon Servern kommen wird, so wie das Basic Attention Token Netzwerk ( https://tools.keycdn.com/geo?host=publishers.basicattentiontoken.org ), dann werde ich dankend ablehnen.

Thoys
Geschrieben von Thoys am 18. März 2021

Hallo, ich bin schon häufiger über Brave gestolpert. Leider basiert er, wie ihr schreibt, auf Chromium. Wenn sie ihn jetzt noch auf Firefox (oder einem anderen Projekt, das nicht globaler Monopolist ist) basieren lassen würden, wäre es der perfekte Browser. So kann ich ihn leider weder nutzen noch empfehlen. Grüße

nipos
Geschrieben von nipos am 18. März 2021

Genau das. Ich hab mir Brave auch schon angeschaut und finde es ganz interessant, vor allem auch das Monetarisierungskonzept, das den Datenschutz beruecksichtigt und den Nutzer nicht zu stark nervt. Aber ich moechte auch das Chromium Monopol nicht unterstuetzen, weshalb ich trotzdem bei Firefox geblieben bin.