Ehemaliger Canonical Entwickler kritisiert ZFS und snap

Fr, 22. Oktober 2021, Lioh Möller

Der ehemalige Canonical Angestellte und Kernelentwickler Colin Ian King kritisiert auf Twitter den Umgang des Unternehmens mit ZFS und snap.

Während seiner Tätigkeit war er für die Betreuung von über 20 snap Paketen verantwortlich. Die Synchronisation mit Upstream Projekten sowie die Aktualisierung der Pakete nahm nach seiner Aussage sehr viel Zeit in Anspruch. Im Gegensatz zu klassischen Debian Paketen, muss bei einer sicherheitskritischen Aktualisierung eines im snap verwendeten Libraries das gesamte Paket aktualisiert werden. Bei einer klassischen Paketverwaltung reicht in den meisten Fällen eine Aktualisierung des betroffenen Libraries aus. Der Wechsel von core18 auf core20 gestaltete sich aufgrund des Wegfalls einiger Funktionen als aufwendig und schwierig.

Bezüglich ZFS kritisiert er den laschen Umgang mit der GPL-Lizenz. Um die Einschränkungen der GPL zu umgehen, wird das ZFS-Modul gegen den jeweiligen Kernel übersetzt und ist nicht Bestandteil der Kernel-Quellen. Es wird somit ein nicht-GPL Modul gegen die GPL Kernel-Header compiliert. Damit umgeht Canonical die Lizenzeinschränkungen, was je nach Rechtsauslegung durchaus legitim sei, die Linux und Freie Software Community allerdings vor den Kopf stösse.

Laut seinen Aussagen habe dies und einige andere private Gründe ihn dazu bewegt Canonical zu verlassen. Er wird dennoch weiterhin die Ubuntu Distribution und die Kernelentwicklung unterstützen.