Einleitung
Am 2. Weihnachtsfeiertag gab es eine interessante Diskussion im Matrix-Talk-Raum zu dem Framework 12 Laptop, welchen ich mir kurz zuvor gekauft hatte. Schon bei dem Kauf hatte ich die Idee, einen kleinen Artikel zu schreiben. Ich halte das konvertible Gerät für sehr interessant und darüber hinaus, würde das eine Chance für mich sein, der Community etwas zurückzugeben – einen Artikel.
Vorwort
In diesem Artikel werde ich von meinen ersten Erfahrungen mit dem Framework 12 Laptop berichten. Auch zu meinen Beweggründen, warum ich mich für dieses Gerät von Framework entschieden habe. Dieser Bericht ist überwiegend subjektiv betrachtet und spiegelt mein persönliches Empfinden wider. Es wird keinen Performance-Test oder dergleichen geben, wobei ich den ein oder anderen Link dazu einfügen werde.
Wer steckt hinter Framework und was ist deren Idee?
Ich möchte an dieser Stelle klarstellen, dass ich in keiner Art und Weise für Framework Werbung machen möchte oder davon profitiere, indem ich darüber schreibe.
Ich werde mich kurz fassen, und wer mehr Informationen zu Framework haben möchte, kann auf der Seite des Herstellers oder bei Wikipedia weiterlesen.
Framework ist ein Start-up-Unternehmen aus den USA und wurde 2020 gegründet.Die Idee des Start-ups ist, modulare und 100 % reparable Laptops zu designen. Der Anwender sollte alle Komponenten selbst austauschen oder reparieren können.Etwa so, wie bei Fair- oder Shiftphone-Geräten (Hessen).
Das Alleinstellungsmerkmal sind die Extension Cards für beispielsweise USB-A/C, HDMI, Display Port, RJ45-Netzwerkport, SD-Kartenleser etc., die über beliebig wechselbare Anbindungen im Gehäuse des Gerätes getauscht werden können (s. Bild).
Mein Eindruck ist, dass Framework bemüht ist, technische Standards und eine hohe Kompatibilität und Austauschbarkeit (auch durch Dritte) zu gewährleisten.
Dadurch lassen sich z. B. Komponenten wie NVMe, RAM, Wi-Fi-Module etc. stressfrei ohne Eingrenzungen durch Produkte alternativer Anbieter bestücken oder tauschen.
Komponenten wie Mainboard, Akku, Tastatur, Bildschirm oder das Gehäuse lassen sich ohne Probleme aufrüsten oder tauschen (nichts ist fest verlötet oder eingeklebt). iFixit vergibt für getestete Produkte von Framework 100 % für den Reparierbarkeitsindex.
Framework hat sich zum Ziel gesetzt, Ersatzteile über eine lange Laufzeit bereitzustellen. Zu allen Komponenten gibt es auf der Seite des Herstellers entsprechende Dokumentation (Zeichnungen etc.). Framework pflegt einen ungewöhnlich guten Kontakt zur Linux-Community und arbeitet mit dieser eng zusammen.
Ich möchte an dieser Stelle auf einen Artikel von El Pollo Diablo hinweisen. El Pollo hat in seinem Artikel noch weiter zu Framework ausgeholt. Hier noch einmal vielen Dank für die tollen Artikel zu dem 13" Gerät. Das hat mich für das erste Gerät inspiriert und viele Fragen im Vorwege geklärt.
Grundsätzlich werdet ihr keine Performance-Rekorde mit einem Framework-Gerät erleben, aber darum geht es auch nicht. Vielmehr sollen sich die Geräte als verlässliche Begleiter für den Alltag eignen.
Was waren nun meine Beweggründe für dieses Gerät von dieser Firma?
Ich bin mit meinem ThinkPad X1 Carbon (5. Gen) sehr zufrieden. Allerdings wollte ich schon viel früher ein Tablet haben, das vollständig mit Linux funktioniert. Da es diese Lösung zu dem Zeitpunkt nicht gegeben hat, habe ich mich seinerzeit für ein Ultrabook entschieden. Später haben wir noch ein Tablet im Haushalt integriert, welches mit CalyxOS läuft. Das sollte eigentlich ein toller Kompromiss sein, aber statt mich darüber zu freuen, habe ich bemerkt, wie sehr ich eigentlich ein klassisches Laptop bevorzuge. Dann hat Framework 2025 ein konvertibles Laptop mit einem 12,2" Display auf den Markt gebracht und mein Interesse war sofort geweckt. Dieses Gerät vereinte genau das, was ich mir schon immer vorgestellt hatte. Eine Tablet-Funktion mit Touch und den von mir präferierten klassischen Ansatz eines Laptops. Two in one also!
Weiterhin war mir wichtig, dass das Gerät nicht nur zu 100 % von Linux unterstützt wird, sondern auch noch von meiner präferierten Distribution Debian. Zudem sollte nach Möglichkeit die Installation OOTB (Out of the Box) funktionieren. Leider konnte ich im Netz nicht wirklich User finden, die das Gerät mit Debian betreiben, und wie weit dieses durch Linux unterstützt wird. Allerdings hatte ich die Hoffnung, dass der Hersteller hier Wort hält und durch seine grundsätzliche und getestete Linux-Unterstützung (wird auf der entsprechenden Seite beschrieben) das Framework 12 ausreichend kompatibel ist.
An dieser Stelle sei gesagt, dass Framework-Geräte ganz sicher kein "Schnapper" sind, aber betrachtet man die Vorteile, die einem dieses Konzept bietet, mit dem langen Hardware-Support, den der Hersteller anstrebt, relativiert sich der Preis jedoch. Zudem ist der Hersteller Linux und der Community stark zugewandt. Allein das finde ich schon unterstützenswert!
Auswahl der Hardware – Eckdaten
- Modell: Framework 12
- Display: 12,2″ LCD, Bildseitenverhältnis 16:10, Auflösung 1920 × 1200
- CPU: i3-1315U (es gibt noch die i5-1334U)
- iGPU: Intel® UHD Graphics
- SSD: 500 GB NVMe
- RAM: 16 GB DDR5
- Schnittstellen: 2 USB-C, USB-A, HDMI, 3,5‑mm-Klinke
- 2‑W-Stereolautsprecher, Mikrofon (physischer On/Off‑Schalter)
- Kamera (physischer On/Off-Schalter)
- Akku: 50 Wh
- 60W GaN‑USB‑C‑Netzteil
- Stylus Pen mit zwei Tasten
Alle weiteren Details und technische Daten entnehmt ihr bitte der Internetseite.
Zu der Entscheidung, ob i3 oder i5 CPU, hatte ich hier eine kleine Diskussion im Debianforum (vielen Dank, Leute!)
Einen ausführlicheren Test findet ihr hier. Dort wird vor allem auf die Performance eingegangen.
Bestellung und Lieferung
Ich habe am Donnerstagabend (DE) bestellt und geliefert wurde das Gerät die Woche darauf am Dienstagmorgen. FedEx als beauftragter Logistikpartner, hat einen super Job gemacht, um das Gerät von Taiwan bis zu mir nach Norddeutschland zu liefern.
Da ich bereits für meine Tochter vor ein paar Monaten einen Framework-13-Laptop gekauft habe, war ich nicht mehr ganz so überrascht. Auch dieses Mal wurde das Gerät ohne ersichtliche Schäden an der Verpackung geliefert. Das Verpackungskonzept ist sehr ausgefeilt und die gewählten Materialien, sind sehr umweltbewusst gewählt.
DIY-Variante und Zusammenbau
Da ich mich, wie auch bei dem Gerät zuvor, für die DIY-Variante entschieden habe, musste ich vor der Inbetriebnahme bzw. der Installation des OS, noch ein paar Kleinigkeiten zusammenbauen.
Das Gerät wird in zwei Baugruppen angeliefert: das Gehäuse mit verbautem Mainboard, WLAN-Adapter, Lautsprecher, Display, Kamera, Mikrofon und die Tastatur mit Touchpad. Die NVMe und das RAM-Modul müssen auf dem Mainboard verbaut werden (Klacks). Anschließend wird die Tastatur mit dem Gehäuse verschraubt (einzig ein Werkzeug ist für die ganze Montage erforderlich und wird mitgeliefert). Die Qualität des Werkzeugs ist hervorragend. Zu guter Letzt werden die Extension Cards (Erweiterungskarten), ich habe mich für 2 × USB‑C, USB-A und HDMI entschieden, auf der Unterseite des Gehäuses eingesteckt. Anordnung kann dabei beliebig erfolgen. Fertig ist der Zusammenbau!
Selbst für nicht erfahrene Enthusiasten ist der Zusammenbau ein Kinderspiel. Die Anleitung, die es auch auf Deutsch gibt, ist beispielhaft klar und einfach gehalten. Damit gelingt wirklich jedem eine sichere Montage der Baugruppen/Komponenten zueinander. Hier zeigt sich die Verarbeitungsqualität des Gehäuses, der verbauten Komponenten und des durchdachten Designs. Viele kleine Hilfen wie Magnete, die Teile in die richtige Position bringen, das Einrasten von Gehäuseteilen und magnetische Abdeckungen von Modulen zum Schutz. Ich komme aus der Automobilindustrie und habe dort knapp 25 Jahre Erfahrung sammeln dürfen. Daher kann ich viele der Dinge, die ich hier beschreibe, gut beurteilen und habe ein klares Bild vom Reifegrad sowie davon, wie durchdacht die Details sind.
Installation von Debian Trixie
Eine meiner Anforderungen war die vollständige Unterstützung von Debian und eine Installation OOTB. Ziel war es, ein OS für den Laptop-Modus (Clamshell) mit voller Unterstützung aller Funktionen zu erhalten, sowie den Tablet-Modus mittels des Touchscreens. Framework selbst bewirbt das Gerät mit einem weiteren Modus, dem Tent-Modus. Hierbei wird das Gerät etwas aufgeklappt, sodass Tastatur und Display nach außen gerichtet sind. Aufgeklappt wie ein Zelt. Damit steht alles fest und kann mittels Touch-Modus bedient werden. Ein mögliches Szenario mit dem Tent-Modus wäre, jemandem etwas auf dem Gerät zu zeigen. Alle Betriebsarten sollten sich ohne „Mucken und Murren“ im laufenden Betrieb wechseln lassen. Mein präferierter Desktop ist GNOME mit Wayland. Da es sich hier um ein mobiles Gerät handelt, welches ich auf Dienstreisen und in Urlaube mitnehmen werde, habe ich das System voll verschlüsselt. Das habe ich nach folgender Anleitung gemacht, da dies manuell unter Debian nicht ganz so trivial für den Ungeübten wie mich ist. Vielen Dank an den Autor!
Debian Trixie ist frisch genug, um alle Komponenten zu erkennen und einzubinden. Da Debian sich vor einiger Zeit besonnen hat, nicht freie Firmware etc. mit in die offiziellen Installations-Images einzubinden, gelingt die Installation wie im Schlaf. Auf diese möchte ich hier jedoch nicht weiter eingehen.
Am Ende hatte ich ein Framework-12-Laptop mit einem verschlüsselten Datenträger und einem GNOME als DE, welches aus meiner Sicht hervorragend für Touch-Systeme geeignet ist, als Ergebnis.
Es sei jedoch angemerkt, dass Debian nicht zu den offiziell von Framework unterstützten Distributionen gehört.
Warum GNOME und wie schlägt es sich?
Da ich grundsätzlich GNOME verwende und immer wieder davon gehört/gelesen habe, dass GNOME sich gut für die Bedienung eines Touch-Systems eignet, war die Wahl auch hier nicht schwer. Der Switch vom Clamshell-Modus zum Tablet-Modus ist überhaupt kein Problem. Systemseitig wirkt es wie aus einem Guss. Es funktioniert einfach super. So gut hätte ich das nicht erwartet. Im Tablet-Modus blendet sich die Bildschirmtastatur je nach Anwendung i. d. R. automatisch ein. Bei Anwendungen wie z. B. dem Brave Browser muss ich sie öffnen. Das ist aber kein Problem. Es ist vermutlich den GNOME und nicht reinen GNOME-Anwendungen geschuldet. Der Aufbau von GNOME ist tatsächlich für mein Empfinden hervorragend als Touch-System geeignet. Einstellregler, Buttons und sämtliche weiteren Bedienelemente lassen sich selbst mit meinen „Wurstfingern“ hervorragend bedienen. Ich habe mir auch sagen lassen, dass z. B. KDE hervorragend mit Touch funktionieren soll.
BIOS und ein erstes Update
Das BIOS ist von Insyde. Ein Hersteller aus Taiwan, den ich bisher nicht kannte. Ich kann auch keine Hintergründe dazu nennen, was ich aber sagen kann: Das BIOS ist sehr klar und gut strukturiert. Beinhaltet für mich alles, was wichtig ist, und tut, was es soll. Beim Thema Laden des Akkus lässt sich z. B. die Obergrenze (Framework empfiehlt hier sogar 80%) einstellen.
Bei dem Update zeigt sich auch wieder, dass Framework um Standards bemüht ist. Eine gute und einfache Anleitung zu dem Gerät findet ihr hier.
Das Update wird mittels fwupdmgr angestoßen und läuft problemlos durch. Hier hatte ich bereits Erfahrung mit dem 13" Framework Laptop. Ich habe selten so einfach BIOS-Updates durchgeführt.
Haptik der Hardware
Ich ziehe an dieser Stelle mal den Vergleich zu meinem ThinkPad X1 Carbon Ultrabook. Da ich nun mit dem Gerät arbeiten kann, möchte ich die Haptik der Tastatur, des Touchpads, des Geräts selbst und des Displays beschreiben.
Die Tastatur hat einen guten Druckpunkt (einen Teil des Artikels schreibe ich auf dem Gerät) und einen angenehmen Hub. Die Oberfläche der einzelnen Tasten ist etwas angeraut, also griffig. Im Vergleich zum X1 Carbon (13" zu 12,2") kommt die Framework-Tastatur nicht ganz heran. Allerdings ist aufgrund des Größenunterschiedes der Geräte der Vergleich in dieser Klasse nicht ganz fair. Die Tasten haben selbst für meine relativ großen Hände eine gute Größe und sind ergonomisch gut angeordnet.
Das Touchpad funktioniert sensibel genug, aber nicht zu sensibel. Die Tasten für Links-/Rechtsklick und Mitte, liegen am unteren Rand des Touchpads. Das macht das X1 Carbon deutlich besser, aber das Touchpad des Frameworks bildet hier keine Ausnahme und ist ein weitverbreitetes Standard-Touchpad, das sich gut bedienen lässt.
Das Display ist klar (kein mattes), frei von störenden Spiegelungen und bietet aus meiner Sicht ein angenehmes Bild. Für mich ist es hell genug. Wie das im Sommer draußen in der Sonne sein wird, kann ich aktuell bei dem Wetter nicht beurteilen. Das Display mit Touchfunktion fühlt sich präzise an. Da weiß ich gar nicht so richtig, wie ich das beurteilen kann, da ich auch keinen wirklichen Vergleich habe. Macht aus meiner Sicht, was es soll, und wenn ihr hier spezielle Fragen hättet, werde ich die gerne versuchen zu beantworten.
Das Framework 12 ist auch sicherlich kein Gerät für Buchautoren oder andere Vielschreiber, aber das war auch nicht meine Anforderung. Dafür macht es sich aber in dieser Disziplin sehr gut, wie ich finde.
Zum Abschluss möchte ich etwas zu der Haptik des Gerätes im Generellen sagen. Hierzu vergleiche ich mit dem 13" Framework und dem X1 Carbon. Das Gehäuse ist in einer Kunststoffoberfläche gehalten. Das wirkt für mich erst einmal weniger wertig als ein Alu-Full-Body-Frame wie bei dem 13" Framework oder eine Magnesiumlegierung wie bei dem X1 Carbon.
Folgendes schreibt Framework:
Wir haben stoßdämpfendes TPU über Kunststoff mit einer inneren Metallstruktur geformt, um die Haltbarkeitsstandards nach MIL-STD-810 zu erfüllen.
Zur Gewährleistung der Langlebigkeit dieses Laptops haben wir ihn aus einer Höhe von 1,20 m auf Sperrholz fallen gelassen, den Ein-/Ausschalter 20.000 Mal gedrückt und den Touchscreen 1.000.000 Mal angetippt. Wir haben auch eine Reihe anderer Tests durchgeführt, um die Widerstandsfähigkeit gegen Stürze, Stöße, Vibrationen und zumindest einige Teile der freien Natur sicherzustellen.
Ich habe mich ein wenig in die MIL-STD-810-Norm eingelesen, um besser zu verstehen, was Framework hier getestet haben könnte. Diese Norm ist schon sehr umfangreich und da Framework nicht explizit darauf eingeht (habe ich auch nicht angefragt), was sie getestet haben, bleibt das für mich erst einmal Verkaufsgeplänkel. Auch der darauffolgende Absatz zu den einzelnen Tests, die sie gemacht haben, ist natürlich sehr oberflächlich gehalten. Allerdings wäre mehr an dieser Stelle auch nicht sinnvoll. Da ich selbst in meinem Berufsleben mit Tests zu tun hatte, weiß ich aber, wie komplex das Thema sein kann. Grundsätzlich finde ich erst einmal gut, was Framework macht. Wie zuverlässig und beständig die Geräte nach ein paar Jahren sein werden, wird sich herausstellen.
Was ich aber sagen kann, ist, dass die Verarbeitung des Gehäuses oder einzelner Teile, ausgezeichnet ist. Kleine Spaltmaße, nichts knarzt oder ist labbrig, fühlt sich fest an. Auch die Scharnierlösung, die für das 180°-Umklappen des Displays zuständig ist, fühlt sich sehr stabil an und macht einen vertrauenswürdigen Eindruck.
Performance einzelner Komponenten und des Systems
In der Diskussion im Matrix-Kanal wurde das Thema der internen Lautsprecher angesprochen (Kritikpunkt von Stiftung Warentest). Ich empfinde die Lautsprecher für Sprache und Musik als ausreichend. Natürlich alles in gemäßigter Lautstärke. Ein Klangwunder darf man hier naturgemäß nicht erwarten! Im Vergleich zu meinem X1 Carbon oder einem HP-Ultrabook, welches ich als Firmengerät nutze, schlägt sich das noch kleinere Framework-12-Gerät sehr ordentlich. Wer mehr möchte, sollte Kopfhörer oder eine BT-Lautsprecherbox(en) oder Ähnliches nutzen.
Den Lüfter höre ich im normalen Gebrauch nie. Bisher habe ich das Gerät noch nicht wirklich gestresst, allerdings ist der Lüfter selbst im aktiven Betrieb nicht sonderlich laut. Hier habe ich allerdings keine Lautstärkemessung vorliegen und nur subjektiv beurteilt. Das empfindet möglicherweise jeder anders.
Die Akkulaufzeit wird mir bei vollem Akku (ich begrenze auf 90%) mit 10–11 Stunden angezeigt. Ich habe das Gerät zwei Tage mehr oder weniger immer wieder unterschiedlich (Musik, Video, Browsing, Schreiben …) genutzt und am zweiten Tag abends habe ich wegen des BIOS-Updates mit 36% Restlaufzeit das Gerät wieder an das Netzteil angeschlossen. Diese Angabe ist keine Wissenschaft und unterliegt keiner Messung. Spiegelt maximal einen nicht repräsentativen Querschnitt eines Durchschnittsprofils als Nutzer wider.
WLAN (2,4 und 5 GHz) und Bluetooth funktionieren OOTB. Messungen zum Durchsatz konnte ich noch keine machen.
Ich hatte bereits am Anfang geschrieben, dass ich keine Performance-Tests durchführen werde. Für die Performance verweise ich noch einmal auf meinen Link im Abschnitt "Auswahl der Hardware – Eckdaten". Vielmehr halte ich das Empfinden bei der Nutzung im Alltag für wichtig. Alle Anwendungen laufen flüssig und ich habe nie das Gefühl, dass ich mehr Leistung benötige. Daher scheint meine Auswahl von CPU und Bemessung des RAMs für mich die richtige gewesen zu sein. Klar, mehr geht immer! Ich denke aber auch, dass die Leistung für die nächsten Jahre ausreichend sein wird. Mein X1 Carbon hat nur die Hälfte an RAM und deutlich weniger CPU-Leistung, und damit lässt sich bis heute unter GNOME super arbeiten.
Stylus Pen
Ich habe noch nie mit einem Stylus-Pen gearbeitet (oder vergleichbar). Daher fehlt mir hier jegliche Referenz. Der Stift wurde mit Ersatzspitzen geliefert und OOTB erkannt. Lässt sich super einfach bedienen und mit z. B. Xournal++ lässt sich einiges anstellen (s. Bild). Die zwei (programmierbaren) Tasten sind nicht erhaben, was ich etwas fummelig finde. Wie lange eine Akkuladung hält und wie gut er funktioniert, werde ich alles noch herausfinden. Die Anleitung zu dem Stift könnte etwas ausführlicher sein, aber das empfinde vermutlich nur ich so, da ich keinerlei Erfahrung mit solchen Stiften habe.
Was gefällt mir gut, was nicht und was ist noch offen
Pro:
- Die Philosophie von Framework (Modularität, Ersatzteilversprechen, Reparierbarkeit etc.)
- Das Konzept aus „Two in One as Convertible“.
- Für mich eine optimale Displaygröße, OOTB-Unterstützung für Debian Trixie (viele andere Distributionen werden damit auch unterstützt)
Cons:
- Keine Hintergrundbeleuchtung der Tastatur. Vielleicht liefert Framework hier noch etwas als Austausch nach.
- Gehäuse: Hier finde ich, sollte Framework einmal in sich gehen und die Materialauswahl überdenken. Allerdings wird die Auswahl auch sicherlich einen Grund haben.
- Bei dem Bestellprozess wurden automatisch schwarze USB‑C‑Karten konfiguriert. Das habe ich nicht gesehen und somit habe ich schwarze Karten in einem grauen, umlaufenden Gehäuserand (s. Foto). Das ist blöd! Was gut gelaufen ist bei der Beanstandung: Framework hat sich trotz der Weihnachtsfeiertage umgehend gemeldet und am Ende haben sie mir den Aus-/Umtausch angeboten. Hier ist meine Kritik: Der Bestellprozess müsste dahingehend geändert werden, dass eine solche Konfiguration hinterfragt wird. Was auch deutlich wird, ist die logistische Distanz zur USA. Versandkosten werden nie niedrig sein, für keine der beiden Parteien. Das ist mit europäischen Geschäftspartnern sicherlich entspannter.
- Das Gewicht von 1,3 kg könnte etwas geringer ausfallen. Im Tablet Modus muss man schon ein wenig Kraft aufbringen und über längere Zeit könnte das dem ein oder anderem auch zu schwer werden. Ist vielleicht aber auch eine Gewöhnungssache!
LOP (List of open Points):
- Kein Hibernate oder Hybridmodus bisher möglich, lediglich Bereitschaftsmodus. Wenn ihr hier eine Idee habt, meldet Euch gerne. Liegt möglicherweise an der CPU, zurückhaltenden Einstellungen im Kernel-Setting oder wird schlichtweg nicht unterstützt.
Was gibt (gab) es für Alternativen auf dem Markt:
- TUXEDO InfinityFlex 14 Gen 1 (m. M. n. gibt es das nicht mehr!) – Artikel s. hier
- Diverse Lenovo-Geräte. Wie gut diese unterstützt werden, kann ich nicht beantworten.
- Ganz bestimmt gibt es noch mehr Convertible-Laptops, die mit Linux funktionieren. Vielleicht habt ihr Lust, dazu einen Artikel zu schreiben oder eure Erfahrungen dazu als Kommentar zu schreiben.
Fazit
Meine ersten Erfahrungen und Gehversuche mit dem Framework 12 Laptop als Convertible-Gerät sind positiv für mich ausgefallen. Die Alltagstauglichkeit und ob für mich die Rechnung aufgehen wird, bringt die Zeit. Wie zu Anfang bereits geschrieben, spiegelt dieser Artikel lediglich erste subjektive Empfindungen wider, die jeder anders sehen wird. Dieser Artikel ist als Tendenz zu verstehen und kann bei einer Kaufentscheidung helfen. Ich wäre für meine froh gewesen.
Auf jeden Fall hoffe ich, dass euch der Artikel gefallen hat, und wenn ihr spezielle oder weitere Fragen/Anregungen haben solltet, dann schreibt diese einfach als Kommentar und ich versuche, sie zu beantworten.
In diesem Sinne wünsche ich euch allen ein frohes neues Jahr 2026. Auf die nächsten tollen Artikel!
Quellen:
Eigene Bilder




