Erfinder von Monkey Island wechselt zu Linux

Mo, 27. Juli 2020, Ralf Hersel

Beim dreiköpfigen Affen - Wer kennt nicht das 30 Jahre alte Click-and-Point Adventure Monkey Island? Trotz seines Alters hat das Spiel immer noch eine grosse Fangemeinde. Viele sind davon überzeugt, dass die ersten beiden Folgen von Monkey Island, die lustigsten Computerspiele überhaupt waren. Sein Erfinder und Entwickler, Ron Gilbert, schreibt nun in seinem Blog über den Wechsel von MacOS zu GNU/Linux und sein Vorhaben, eines neues Spiel mit und für das freie Betriebssystem zu entwickeln. Da die Rechte am Spiel immer noch beim Disney-Konzern liegen, wird ein unter Linux entwickeltes neues Spiel, sicher nicht die sechste Folge von Monkey Island werden. Und falls doch, verkaufe ich meine feine Lederjacke und trinke darauf ein Malzbier :)


Zu seinem Wechsel auf GNU/Linux schreibt Ron Gilbert in seinem Blog:

Mein Linux-Laptop (Dell XPS 13) kommt heute an. Ich habe versucht, ihn bei Dell zu bestellen, aber ich habe die Bestellung schließlich zweimal storniert. Jedes Mal, wenn ich etwas bei einem Online-Shop ohne den Namen Amazon bestelle, bin ich immer wieder schockiert, wie schlecht es ist. Schließlich stornierte ich beide Fehlbestellungen und kaufte einfach den gleichen Laptop bei Amazon zum gleichen Preis, und es dauerte 2 Tage, bis es ankam, nicht die 9-15 Tage direkt von Dell. Es gibt einen Grund dafür, dass Amazon jeden zu Mittag isst.
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Wie auch immer, mein Linux-Laptop kommt heute an. Es ist nicht wirklich ein Linux-Laptop, es ist ein Windows-Laptop, weil Dell keinen Linux-Laptop mit einer 512GB SSD herstellt, also musste ich einen Windows-Laptop kaufen und werde Linux installieren, sobald es ankommt.

Mein Ziel ist es, zu sehen, wie weit ich bei der Entwicklung meines neuen Spiels direkt unter Linux und nicht auf dem Mac (ich habe seit Jahren nicht mehr unter Windows entwickelt) kommen kann. Kann ich den Mac loswerden und zu 100% auf Linux umsteigen? Für die Arbeit am "Spiel" sollte dies kein Problem sein, sobald die Engine unter Linux läuft. Die wenigen benutzerdefinierten Tools, die ich benutze (z.B. Wimpy) und alle aus dem gleichen Code wie die Engine aufgebaut sind, sollten sich also, sobald sie unter Linux laufen, auch kompilieren lassen. Das eigentliche Problem wird die Entwicklung der "Engine" sein, womit ich den größten Teil meines Tages verbringe. C/C++-Code in einem netten Texteditor zu schreiben und ihn zu kompilieren ist nicht wirklich das Problem. Vor allem habe ich mich sehr an das visuelle Debugging in Xcode und Visual Studio gewöhnt.
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Ich bin seit 20 Jahren ein Vollzeit-Mac-Benutzer, aber Apple scheint mit der Zeit immer paranoider und autoritärer zu werden. Ich würde gerne auf Linux umsteigen, aber ich weiß nicht, ob ich das ohne große Produktivitätseinbußen schaffe. Ich werde Ubuntu Budgie allein aufgrund der Tatsache installieren, dass mir das Aussehen gefällt. Ich habe mich damit abgefunden, Linux mehrere Male zu installieren, bevor ich etwas finde, das mir gefällt.

Quelle: https://www.grumpygamer.com/