Euro-Office Desktop ist da

  Ralf Hersel   Lesezeit: 2 Minuten  🗪 1 Kommentar

Die Desktop-Version von Nextclouds Euro-Office ist erstmalig bei GitHub aufgetaucht. Ich werfe einen ersten Blick auf die Office-Suite.

euro-office desktop ist da

Im Rahmen der Vorstellung von "Nextcloud Hub 26 Summer", also dem neuen Nextcloud-Release hat die Firma unter anderem "Nextcloud Office für den Desktop" vorgestellt. Dabei handelt es sich um "Euro-Office Desktop", einem Fork der bekannten ONLYOFFICE-Suite. Neben der webbasierten Version gibt es damit auch die Desktop-Variante für Windows, macOS und Linux.

Wer die ganze Geschichte hinter ONLYOFFICE und Euro-Office lesen möchte, findet bei uns einige Artikel dazu.

Die erste Version von Euro-Office Desktop tauchte vor ein paar Tagen bei GitHub auf. Der Begriff "erste Version" ist irreführend, weil die Versionsnummer 9.3.5-2 lautet. Offensichtlich entspricht das der ONLYOFFICE-Version zum Zeitpunkt des Forks oder später. Tatsächlich zeigt ONLYOFFICE zurzeit die Version 10 an. Im About-Dialog sieht man das Copyright der Firma Ascensio Systems SIA aus Riga, also dem Unternehmen hinter ONLYOFFICE.

Bis Euro-Office Desktop in den Repositories, als Flatpak oder AppImage erscheint, dürfte es noch eine Weile dauern. Im oben genannten GitHub-Repo gibt es Pakete für mehrere Architekturen in den Formaten DEB, RPM, EXE, DMG, sowie ein paar Tarballs und den Quellcode. Da ich nichts für Arch gefunden habe (ausser im AUR), habe ich die EXE auf einem Windows-PC installiert. Im AUR liegt die Version 9.3.5_2-1, doch wegen der Vorfälle in den letzten Monaten, lasse ich lieber die Finger davon.

Euro-Office bietet vier Module, die den klassischen Funktionsumfang von Office-Suiten abdecken:

Gegenüber der 10er-Version von ONLYOFFICE fehlen hier die KI-Funktionen, die erst in der letzten Version hinzugekommen sind. Auffällig ist die Microsoft-Formate-First Strategie, die in den letzten Monaten kontrovers diskutiert wurde. Selbstverständlich unterstützt Euro-Office das Open Document Format, aber es hat keine prioritäre Position in der Suite.

Wie ihr im Screenshot seht, unterscheidet sich Euro-Office nicht (oder kaum) von ONLYOFFICE, was nach dem kürzlich erfolgten Fork nicht wundert. Im Gegensatz zu anderen Office-Suiten, z. B. LibreOffice, werden verschiedene Dokumente als Reiter in einem Fenster geöffnet. Ganz oben rechts, im Euro-Office-Reiter, finden sich die Starter für neue Dokumente, eine Liste der zuletzt geöffneten Dateien und ein Vorlagen-Browser.

Ausserdem gibt es die Möglichkeit, die Desktop-Version von Euro-Office mit der Online-Version in der Nextcloud zu verbinden, um kollaborativ arbeiten zu können. Mangels Office-Installation in meiner Nextcloud, konnte ich diese Funktion nicht testen. Für die Akzeptanz eines Desktop-Office im Unternehmensumfeld wird diese Funktion als wichtig angesehen. Aus demselben Grund stellt man die Microsoft-Formate in den Vordergrund. Damit wird umsteigewilligen Organisationen der Wechsel erleichtert, da sie neben der Anwendung nicht gleich das Dokumentenformat umstellen müssen.

Mehr möchte ich zu Euro-Office zurzeit nicht schreiben, weil es bislang nahezu deckungsgleich mit ONLYOFFICE ist und der Einzug in die Repos der Distributionen noch aussteht.

Titelbild: https://nextcloud.com/de/blog/nextcloud-hub26-summer/

Quelle: https://github.com/Euro-Office/DesktopEditors

Tags

Office, euro-office, OnlyOffice, Nextcloud

Stefan Draxlbauer
Geschrieben von Stefan Draxlbauer am 14. Oktober 2026 um 09:42

Sehr erfreulich. Ich bin gespannt, das zu testen und zu schauen, ob es _fürmich besser geeignet ist als LibreOffice. Leider muss auch ich noch auf ein Distributions- oder distributions-unabhängiges Paket warten (ich hoffe ja auf ein Flatpak). Ein Ausführen der .tar.gz hat schon mal nicht funktioniert, weil eine ooxml-Bibliothek fehlt. 😑

Wichtig für mich auch: OnlyOffice hat mit Version 10 aus den letzten Tagen die Suite wohl komplett auf KI umgebaut. Und das will und brauche ich nicht, weswegen es überhaupt nicht in Frage kommt!