GNU Taler

Do, 17. September 2020, Ralf Hersel

Das GNU-Taler-Zahlungssystem wurde gestern im Beisein eines Vertreters der Schweizerischen Nationalbank in der Berner Fachhochschule eingeführt. Studierende, Mitarbeitende, Dozierende und Besucher können in der Cafeteria der Hochschule den elektronischen Gegenwert von Schweizer Franken auf der Taler Wallet App, die auf ihrem Mobiltelefon läuft, abheben und an einem Taler-fähigen Snack-Automaten bezahlen. Es wird erwartet, dass das System in Zukunft erweitert wird, um auch an anderen Orten bezahlen zu können.

Das Taler Projekt bezeichnet den GNU Taler als Bezahlsystem das das schnelle und einfache Geldüberweisen mit Datenschutz und hoher technischer Sicherheit ermöglicht:

  • Bezahlen ohne Registrierung
  • Datenschutz by default
  • Systematisch gesichert gegen Betrug
  • Keine neue Währung!
  • Freie Software, offenes Protokoll - für alle frei zur Verwendung und Weiterentwicklung

Während die Daten der Käufer nicht preisgegeben werden, gilt hingegen für die Verkäufer von Waren und Dienstleistungen, dass ihre Umsätze aus dem Bezahlsystem grundsätzlich offengelegt sind. Steuerhinterziehung und Geldwäsche sollen so systematisch verhindert werden.

GNU Taler versteht sich als Bezahlsystem und nicht als Mittel zur Wertaufbewahrung. Alle Zahlungen erfolgen stets in Entsprechung zu den Geldwerten in den Ursprungswährungen, die auf dem Treuhandkonto eines Taler-Exchange aufgebucht und abgebucht werden. Zinsen oder Kursschwankungen sind dabei ausgeschlossen. Die Auszahlung geschieht immer in der gleichen Währung, in der die Einzahlung auf das Treuhandkonto erfolgte.


Zahlungen erfolgen mit Coins als elektronischen Repräsentanten der ursprünglichen Geldwerte in Währungen wie dem Euro. Der Exchange als Dreh- und Angelpunkt verwaltet zwei parallele Zahlungsströme: Zum einen die Buchungen auf dem Treuhandkonto (von gewöhnlichen Kundenkonten an den Exchange zur Umwandlung in Coins der Taler-Wallets und bei deren Ausgabe nach einem Kaufvertragsschluss an die Bankkonten der Verkäufer), zum anderen die Zahlungsströme zwischen dem Exchange und den Wallets (bei allen Aufwertungen und Ausgaben von Coins).

Die Käufer benötigen zur Zahlung mit Taler nur ausreichende Geldwerte in ihren Taler-Wallets. Die Verkäufer, z.B. Webshops oder Supermärkte, können ohne Registrierung des Kunden Zahlungen sicher und verlässlich entgegennehmen.

Wie das Projekt schreibt, muss Taler viele Betrugsrisiken wie z.B. das Phishing von Kunden- oder Kartendaten nicht fürchten. Im Fall des Verlusts eines Wallets droht allerhöchstens, dass die zum Zeitpunkt des Verlusts darauf gespeicherten Coins zusammen mit den ihnen entsprechenden realen Geldwerten verloren sind.

Zum heutigen Zeitpunkt befinden sich noch keine Anbieter von genehmigten Taler-Exchanges auf dem Markt.

Quelle: https://taler.net/de/index.html