LibreOffice mit GTK4 und Libadwaita

Mo, 20. Dezember 2021, Denys Konovalov

Bekannterweise setzt der GNOME-Desktop auf Headerbars oder CSD (Client-side decoration) - die Anwendungen stellen eine eigene Titelleiste bereit, und integrieren Bedienelemente in diese, um den bereitstehenden Bildschirmplatz möglichst auszunutzen. Das mag der eine gut finden und der andere eher weniger. Doch LibreOffice erfreute die Nutzer*innen schon immer mit vielfältigen Designmöglichkeiten und erlaubte das Office-Paket so anzupassen, wie es die Anwender*innen gerne hätten.

Am 10. Dezember teilte der Entwickler Christian Ohrfandl im LibreOffice-Forum seine Pläne, LibreOffice für GTK4 zu compilieren und in weiterem Vorgehen zu versuchen, Libadwaita in LibreOffice zu integrieren und die Nutzung der Libadwaita-Headerbar als Titelleiste für die LibreOffice-Programme zu ermöglichen.

Wenn wir etwas weiter zurückgehen, sehen wir ein Ticket im Bugzilla, in dem seit 2018 die Möglichkeit der Implementierung von CSD in LibreOffice diskutiert wird.

Später am Tag teilte Christian Ohrfandl im Bugzilla und auf Twitter mit, dass sein Ansatz erste Erfolge ausweise. Angefügt wurden mehrere Screenshots, welche unterschiedliche CSD-Ansätze in LibreOffice aufzeigen. Diese kann man sich im Twitter-Thread anschauen.

Gestern teilte der Entwickler nun in einem weiteren Twitter-Thread den weiter oben zu sehen Screenshot samt weiterer Abbildungen. Zusehen sind alle LibreOffice-Programme mit CSD und der Titelleiste, etwas an andere Office-Pakete angelehnt, in der jeweiligen Markenfarbe der Programme. In der Titelleiste wird dabei ein gemischter Ansatz aus einer integrierten Menüleiste, einem Stack-Switcher und einer Toolbar-ähnlichen Werkzeugleiste verfolgt. Laut Ohrfandl sei das alles funktionierender Code, den er aber im jetzigen Qualitätsstadium nicht teilen wolle.

Im ersten Tweet schrieb Christian Ohrfandl, es sei (bisher) nichts Offizielles. Im Bugzilla wurde die Anstrengung dennoch bereits von mehreren Entwicklern gut angenommen. Andere lehnten diese zwar nicht konsequent ab, forderten aber, dass das Layout nur optional (opt-in) bleiben solle.

Auch wenn dieses Design wahrscheinlich nicht die Standardeinstellung wird, kann man erwarten, dass es in LibreOffice aufgenommen wird und das breite Angebot an unterschiedlichen Layouts erweitert, denn durch die farbliche Kennung und durch einen ähnlichen Ansatz wie insbesondere bereits bei anderen proprietären Office-Pakete könnte diese Änderung nicht nur GNOME-Liebhaber*innen, sondern auch Anfänger*innen nützen.

Und wieder einmal erleben wir eines der vielen Vorteile von Open Source Software - Nutzer*innen erarbeiten selbst Konzepte und helfen bei deren Umsetzung, was letztendlich die breite Vielfalt in der FLOSS-Welt schafft, über die wir alle froh sein können.

Quellen:

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