Linux auf dem Mars

Di, 23. Februar 2021, Ralf Hersel

Am 18. Februar landete die NASA ihren Rover namens 'Perseverance' auf dem Mars. Die (mindestens) 54.6 Millionen Kilometer lange Reise bestritt Perseverance jedoch nicht alleine, sondern hatte den kleinen Hubschrauber 'Ingenuity' als Begleitung. Die Drohne ist in erster Linie eine Technologie-Demonstration mit der Bestimmung, den ersten Motorflug auf einem anderen Planeten als der Erde zu unternehmen und hoffentlich die Blaupause für zukünftige Mars-Missionen zu sein. Ausserdem läuft der kleine Kerl mit GNU/Linux.

Ingenuity

"Dies ist das erste Mal, dass wir Linux auf dem Mars einsetzen", sagte der leitende Ingenieur des NASA Jet Propulsion Laboratory (JPL) Tim Canham in einem Interview mit dem Institute of Electrical and Electronics Engineers (IEEE). "Das Software-Framework, das wir verwenden, ist eines, das wir am JPL für Cubesats und Instrumente entwickelt haben, und wir haben es vor ein paar Jahren als Open Source zur Verfügung gestellt." Es heißt F' (ausgesprochen "F prime"). Die Tatsache, dass es quelloffen ist, bedeutet, dass Sie, wenn Sie hier auf der Erde mit Linux fliegen wollen, die gleiche Software wie das JPL verwenden können. "Es ist eine Art Open-Source-Sieg, denn wir fliegen mit einem Open-Source-Betriebssystem und einem Open-Source-Flugsoftware-Framework und fliegen mit kommerziellen Teilen, die man von der Stange kaufen kann, wenn man das eines Tages selbst machen möchte", sagte Canham.

Damit wird der Mars zum zweiten Planeten, auf dem mehr Computer mit Linux als mit Windows laufen.

Quellen:

https://www.theverge.com/2021/2/19/22291324/linux-perseverance-mars-curiosity-ingenuity

https://github.com/nasa/fprime

Bildnachweis: https://photojournal.jpl.nasa.gov/jpeg/PIA23720.jpg

tux.
Geschrieben von tux. am 23. Februar 2021

Da würde ich auch lieber einen Hubschrauber mitschicken wollen... :-)

Bisherige Weltraumbetriebssysteme waren übrigens ebenfalls bereits auf der Erde verfügbar.

chris_blues
Geschrieben von chris_blues am 23. Februar 2021

Spannend! Auf welchem anderen Planeten als dem Mars wird denn noch mehr Linux als Windows eingesetzt? Auf der Erde? Das würde mich dann doch wundern! Gibts dazu irgendwelche Belege?

In diesem Sinne: way to go, Mars! :o)

Joël Admin
Geschrieben von Joël am 23. Februar 2021

Natürlich auf der Erde😉 Fast jeder Server, jedes Android-Smartphone und vieles mehr läuft auf Linux. Da kommt Windows nicht hinterher...

chris_blues
Geschrieben von chris_blues am 23. Februar 2021

Android? Na gut,wenn man das mitzählt, dann könnte das wohl hinkommen! Ich staune nur immer wieder, auf was für Geräten Windows läuft! Kaffeemaschinen, Geldautomaten usw usf

Joël Admin
Geschrieben von Joël am 23. Februar 2021

Da ist mir das genaue Gegenteil bekannt. Habe noch nie von Kaffeemaschinen und Geldautomaten etc. gehört, dass das Windoof drauf laufen soll. Ich kenne jemand, der Software für solche Automaten (Auch Kaffeemaschinen) entwickelt, da kommt m.W. eigentlich immer ein Linux Kernel als Grundlage rein.

kubuntuuser
Geschrieben von kubuntuuser am 24. Februar 2021

> Habe noch nie von Kaffeemaschinen und Geldautomaten etc. gehört, dass das Windoof drauf laufen soll.

Wie der Bayerische Rundfunk (BR) berichtete (siehe: https://web.archive.org/web/20200919163845if_/https://www.br.de/nachrichten/netzwelt/jackpotting-wie-cyberkriminelle-bankautomaten-leerraeumen,Ret8RKd) hat sich daraus das sog. "Jackpotting" entwickelt - also das Knacken von Geldautomaten durch die Ausnutzung von Sicherheitslücken.

Quelle: Borns IT- und Windows-Blog - Jackpotting: Geldautomaten mit Windows werden geknackt (https://www.borncity.com/blog/2019/10/21/jackpotting-geldautomaten-mit-windows-werden-geknackt/)

tux.
Geschrieben von tux. am 23. Februar 2021

„Fast jeder Server“? Da senke ich aber deutlich den Schnitt - ich habe mehrere und keiner läuft mit Linux. Und ob Android, das mehr BSD- als Linuxcode an Bord hat, wirklich als Linux zählt, bloß weil die Treiber mit einem Linuxkernel ausgeliefert werden, ist mindestens Definitionssache.

Dazu kommen die lächerlichen zwei Prozent Desktopmarktanteil.