Obwohl Markdown-Editoren ein beliebtes Thema bei uns sind, gibt es noch keinen Artikel über den Editor MarkText, was mich wundert. Gerade in unserer Community lösen Markdown-Editoren häufig die fetten Textverarbeitungsanwendungen ab, weil die Markdown-Syntax genug bietet, um einfach formatierte Texte zu schreiben. Ja, es gibt nicht die Markdown-Syntax, worüber wir bereits mehrfach geschrieben und gesprochen haben. Von Feinheiten abgesehen, gibt es eine Grundmenge an Format-Symbolen, die von den meisten Editoren verstanden wird.
Der Auslöser für diesen Artikel war eine Frage von Felix aus dem CORE-Team, wie man Markdown-Text in unseren Bludit-Editor überträgt. Dazu später mehr.
Zwei Arten
Die meisten Markdown-Editoren bieten einen Syntax-Editor und eine gerenderte Ansicht. Man schreibt Markdown und kann sich das Ergebnis (ohne MD-Symbole) in einem separaten Panel ansehen. Ein Beispiel dafür ist der MD-Editor Apostrophe:
Links tippen, rechts anschauen.
MarkText ist ein WYSIWYG-Editor (What you see, is what you get), in dem man direkt in der Ausgabeansicht schreibt. Selbstverständlich gibt es die Möglichkeit, mit Ctrl+e in die MD-Syntax-Ansicht umzuschalten. Aber standardmässig schreibt man in der Ausgabeansicht:
Es gibt gute Gründe dafür, eine zweigeteilte Ansicht zu haben. Ich vermute, dass die meisten Schreibenden eine solche bevorzugen, weil man sowohl den MD-Code, als auch das Ergebnis unter Kontrolle hat. Persönlich ist mir die WYSIWYG-Variante lieber, ohne, dass ich triftige Gründe dafür nennen kann. Vielleicht liegt es an der Ablenkungsfreiheit oder an der geringeren Abstraktion.
Was kann MarkText?
Ich habe MarkText als Flatpak installiert. Die Anwendung läuft unter der MIT-Lizenz und ist ein Electron-Monster. Den Editor gibt es für Linux, macOS and Windows. Die Liste der Funktionen ist umfangreich:
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Rendering während der Eingabe
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Quellcode-Modus (Ctrl+e)
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Umwandlung von Rich-Text in Markdown beim Einfügen (Ctrl+v)
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Tabellen
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LaTeX-Formeln
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Mermaid-Diagramme
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Automatisch nummerierte Fussnoten
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Code-Blöcke
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Front Matter (YAML, TOML, JSON)
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ca. 30 Themes
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Fokus- und Schreibmaschinen-Modus
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Vielfältige Import- und Export-Möglichkeiten
Das Besondere
Abgesehen von der Funktionsliste, fasziniert mich an MarkText die UX-Magie. Diese Benutzererfahrung lässt sich schwer in Worte fassen. Es ist die Art und Weise, wie diese Anwendung auf Benutzerinteraktionen reagiert; alles erscheint mir intuitiv. Sei es das Einfügen von Bildern und Links, das ansprechende Erscheinungsbild, oder die Bedienhilfen und Kontextmenüs. Ich empfehle euch, diesen Markdown-Editor selbst auszuprobieren, um die UX-Magie zu erfahren. Vielleicht seid ihr erfreut oder enttäuscht; es liegt an euren Vorlieben bei der Bedienung eines solchen Editors.
Felix Frage
Wie oben erwähnt, war der Auslöser für diesen Artikel Felix Frage, wie man Markdown-Text in den Bludit-Editor einfügt. Den Bludit-Editor verwenden wir in unserem Redaktions-CMS. Diesen Artikel habe ich komplett in MarkText geschrieben und ihn in Bludit übertragen, und zwar so:
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Den gesamten Text in MarkText markieren (Ctrl+a)
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Rechtsklick: Copy as HTML
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Bludit-Editor öffnen und in den Quellcode-Modus umschalten ( Schalter: <> )
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Den kopierten HTML-Text einfügen (Ctrl+v)
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Speichern
Das funktioniert einwandfrei, bis auf die Bilder, weil diese auf lokale Dateien zeigen, die in Bludit nicht bekannt sind. Deshalb muss man die Bilder nachträglich hochladen und in den Artikel einfügen.
Fazit
Für meinen Geschmack zählt MarkText mit zu den besten Markdown-Editoren. Mich überzeugen die zurückhaltende Funktionsvielfalt und die gute Benutzererfahrung. MarkText eignet sich gut, um Artikel für GNU/Linux.ch zu schreiben. Damit bleibt man unabhängig vom absturzgefährdeten Bludit-Editor und kann sich uneingeschränkt auf den Artikelinhalt konzentrieren. Die Übertragung des Textes ist ein Kinderspiel; die Bilder sind schnell eingefügt.
Ich bin gespannt auf eure Kommentare. Was ist euer Lieblings-Markdown-Editor und warum?
Titelbild: https://raw.githubusercontent.com/marktext/marktext/develop/docs/assets/logo-small.png
Quellen:





Vim – flink und ich kann es sogar zum Programmieren benutzen!
Ganz deiner Meinung, bei mir Emacs. Ich schreibe alle Texte so, dass die Textdatei übersichtlich und gut lesbar ist. Dann passt das Endergebnis schon.
Muss allerdings einräumen, dass Ich so Kram wie Bilder einbinden nicht machen muss.
Hallo Ralf, mein lieblings Markdown-Editor ist reText, weil er sehr schlank und zuverlässig ist. Ich habe folgende Version Qt unter Arch Linux installiert:
Folgende Exporte sind damit möglich:
Ansonsten über Datei -> Exportieren -> gewünschte Element auswählen.
Etwas was mir bei diesem Editor sehr gefällt ist, dass man *.md Dateien verlink, dann im Render anklicken kann und dann öffnet sich das besagte Dokument. Sofern man nun wieder zurück zum eigentlichen Dokument möchte geht es über den Tab oder der Überschrift. Das Besondere daran es wird nicht doppelt geöffnet, wie ich es bei Ghostwriter hatte. Es gibt auch ein voll Bildmodus (F11), wie mit einem Browser - Ich liebe es, wenn Tastenkombinationen aufgegriffen werden. Bilder lassen sich auch bequem per (Strg+V) bzw. per (Drag&Drop) intrigieren.
Ich bin von Ghostwriter zu reText gewechselt, da Ghost mir immer mal abgestürzt ist und nicht mal meine geänderten Sachen gespeichert hatte. Obwohl ich schon ein fanatischer (Strg+S) Typ bin.
Das ist mein Fazit zu meinem MarkdownEditor. Ich mag Electron Apps nicht, weil die meist sehr langsam sind auf meinem PC und ich habe davon gehört, dass es eine Sicherheitslücke gibt, die sämtliche Electron Apps haben. Hier eine Webseite die sämtliche CVE's listet Electron CVEs and Security Vulnerabilities - OpenCVE.
P.S.: Danke an Ralf für den netten Artikel. Ich würde mich wieder über einen Ralf regt sich auf über... Artikel von Dir freuen, dass war immer so amüsant zu lesen und es hat immer meine Stimmung gehoben.
Hallo Claudia Zurzeit rege ich mich über nichts auf, weil ich im Urlaub war. Doch kommt Zeit, kommt Aufregung. Spätestens, wenn GNOME mit der Version 51 das lange angekündigte Session Save/Restore versaut.
Ich nutze Marktext auch sehr gerne, vor allen Dingen Features kann ich Dir sehr zustimmen. Die sind wirklich ausgezeichnet, und ich finde die Bedienung auch sehr intuitiv. Vor allen Dingen ist es gut, dass er aktuell jetzt auch wieder weiterentwickelt wird. Es gibt auch ein Debian-Paket. Dann startet er noch ein Tick schneller. Ich nutze MarktText vor allen Dingen, um meine Nextcloud-Notizen zu bearbeiten, die lokal auf dem Rechner über Nextcloud synchronisiert sind. Für Android verwende ich die Notizen-App dafür. Markttext ist recht ähnlich zu Typora, dafür aber kostenlos.
Ja, ich finde eine WYSIWYG-Umgebung auch angenehmer für den Workflow.
MarkText ist dabei eine gute OpenSource-Alternative für das kostenpflichtigen Typora - wobei ich 15 Euro für drei Geräte und unbegrenzte Updates mehr als angemessen finde. Der Funktionsumfang ist ähnlich, wobei Typora für mein Empfinden flüssiger und erwachsener wirkt auch ist hier der Pandoc-Export integriert - aber das kann man ja händisch in der Kommandozeile machen.
Schön, dass nach fast vier Jahren der Pause das Programm wieder entwickelt wird, danke für den Artikel. Ich bin gespannt. 👍
Ich schreibe die Artikel manchmal mit Kate, manchmal mit Ghostwriter, manchmal mit Helix. Zum Schluss wandle ich das Markdown-Dokument mit pandoc in HTML um füge es dann – wie in deinem Artikel beschrieben – in Bludit ein. Ein bisschen Nacharbeit ist dann noch nötig, aber im Prinzip funktioniert das sehr gut.
Danke für den Beitrag. Ich werde MarkText ausprobieren und ihm eine Chance geben. Für meine Notizen in Markdown nutze ich bisher Qownnotes.
Woran bei mir viele Markdown Editoren scheitern sind zwei Dinge:
Aus diesem Grund arbeite ich seit vielen Jahren mit dem Gnome Builder. Ist nicht perfekt, stellt aber für mich den besten Kompromiss dar, da ich gefühlt 90% meiner MD Texte innerhalb Git Repos schreibe.