MarkText - Ein guter Markdown-Editor

  Ralf Hersel   Lesezeit: 3 Minuten Auf Mastodon ansehen

Der Markdown-Editor "MarkText" ist eine gute Wahl, wenn man ablenkungsfrei schreiben möchte und eine WYSIWYG-Ansicht bevorzugt. Dieser Editor eignet sich auch gut für das Schreiben von Artikeln für GNU/Linux.ch

marktext - ein guter markdown-editor

Obwohl Markdown-Editoren ein beliebtes Thema bei uns sind, gibt es noch keinen Artikel über den Editor MarkText, was mich wundert. Gerade in unserer Community lösen Markdown-Editoren häufig die fetten Textverarbeitungsanwendungen ab, weil die Markdown-Syntax genug bietet, um einfach formatierte Texte zu schreiben. Ja, es gibt nicht die Markdown-Syntax, worüber wir bereits mehrfach geschrieben und gesprochen haben. Von Feinheiten abgesehen, gibt es eine Grundmenge an Format-Symbolen, die von den meisten Editoren verstanden wird.

Der Auslöser für diesen Artikel war eine Frage von Felix aus dem CORE-Team, wie man Markdown-Text in unseren Bludit-Editor überträgt. Dazu später mehr.

Zwei Arten

Die meisten Markdown-Editoren bieten einen Syntax-Editor und eine gerenderte Ansicht. Man schreibt Markdown und kann sich das Ergebnis (ohne MD-Symbole) in einem separaten Panel ansehen. Ein Beispiel dafür ist der MD-Editor Apostrophe:

Links tippen, rechts anschauen.

MarkText ist ein WYSIWYG-Editor (What you see, is what you get), in dem man direkt in der Ausgabeansicht schreibt. Selbstverständlich gibt es die Möglichkeit, mit Ctrl+e in die MD-Syntax-Ansicht umzuschalten. Aber standardmässig schreibt man in der Ausgabeansicht:

Es gibt gute Gründe dafür, eine zweigeteilte Ansicht zu haben. Ich vermute, dass die meisten Schreibenden eine solche bevorzugen, weil man sowohl den MD-Code, als auch das Ergebnis unter Kontrolle hat. Persönlich ist mir die WYSIWYG-Variante lieber, ohne, dass ich triftige Gründe dafür nennen kann. Vielleicht liegt es an der Ablenkungsfreiheit oder an der geringeren Abstraktion.

Was kann MarkText?

Ich habe MarkText als Flatpak installiert. Die Anwendung läuft unter der MIT-Lizenz und ist ein Electron-Monster. Den Editor gibt es für Linux, macOS and Windows. Die Liste der Funktionen ist umfangreich:

  • Rendering während der Eingabe

  • Quellcode-Modus (Ctrl+e)

  • Umwandlung von Rich-Text in Markdown beim Einfügen (Ctrl+v)

  • Tabellen

  • LaTeX-Formeln

  • Mermaid-Diagramme

  • Automatisch nummerierte Fussnoten

  • Code-Blöcke

  • Front Matter (YAML, TOML, JSON)

  • ca. 30 Themes

  • Fokus- und Schreibmaschinen-Modus

  • Vielfältige Import- und Export-Möglichkeiten

Das Besondere

Abgesehen von der Funktionsliste, fasziniert mich an MarkText die UX-Magie. Diese Benutzererfahrung lässt sich schwer in Worte fassen. Es ist die Art und Weise, wie diese Anwendung auf Benutzerinteraktionen reagiert; alles erscheint mir intuitiv. Sei es das Einfügen von Bildern und Links, das ansprechende Erscheinungsbild, oder die Bedienhilfen und Kontextmenüs. Ich empfehle euch, diesen Markdown-Editor selbst auszuprobieren, um die UX-Magie zu erfahren. Vielleicht seid ihr erfreut oder enttäuscht; es liegt an euren Vorlieben bei der Bedienung eines solchen Editors.

Felix Frage

Wie oben erwähnt, war der Auslöser für diesen Artikel Felix Frage, wie man Markdown-Text in den Bludit-Editor einfügt. Den Bludit-Editor verwenden wir in unserem Redaktions-CMS. Diesen Artikel habe ich komplett in MarkText geschrieben und ihn in Bludit übertragen, und zwar so:

  • Den gesamten Text in MarkText markieren (Ctrl+a)

  • Rechtsklick: Copy as HTML

  • Bludit-Editor öffnen und in den Quellcode-Modus umschalten ( Schalter: <> )

  • Den kopierten HTML-Text einfügen (Ctrl+v)

  • Speichern

Das funktioniert einwandfrei, bis auf die Bilder, weil diese auf lokale Dateien zeigen, die in Bludit nicht bekannt sind. Deshalb muss man die Bilder nachträglich hochladen und in den Artikel einfügen.

Fazit

Für meinen Geschmack zählt MarkText mit zu den besten Markdown-Editoren. Mich überzeugen die zurückhaltende Funktionsvielfalt und die gute Benutzererfahrung. MarkText eignet sich gut, um Artikel für GNU/Linux.ch zu schreiben. Damit bleibt man unabhängig vom absturzgefährdeten Bludit-Editor und kann sich uneingeschränkt auf den Artikelinhalt konzentrieren. Die Übertragung des Textes ist ein Kinderspiel; die Bilder sind schnell eingefügt.

Ich bin gespannt auf eure Kommentare. Was ist euer Lieblings-Markdown-Editor und warum?

Titelbild: https://raw.githubusercontent.com/marktext/marktext/develop/docs/assets/logo-small.png

Quellen:

https://marktext.me/

https://github.com/marktext

https://flathub.org/de/apps/com.github.marktext.marktext

Tags

MarkText, Markdown, Markdown-Editor

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