Minimalist Web Notepad: Weniger geht nicht, mehr muss nicht

Mi, 16. März 2022, Johannes Hauser

Ruft man das Notepad auf, wird man von einer gänzlich leeren Seite begrüsst, auf der links oben ein Cursor blinkt. Das ist auch schon alles, mehr Benutzeroberfläche gibt es nicht. Braucht man auch nicht, denn es gibt nur eine Funktion: Schreiben. Das Geschriebene wird sofort gespeichert und ist ab sofort öffentlich verfügbar – und editierbar, denn Rechte- oder Benutzerverwaltung gibt es genauso wenig wie eine Zugangsbeschränkung. (Das einzige Feature, das man sich vielleicht noch wünschen könnte, wäre simultanes Bearbeiten durch mehrere Benutzer. Aber dann wäre es mit dem Minimalismus wohl vorbei.)

Die Verwaltung der Inhalte ist genauso einfach gelöst. Von der Startseite wird man sofort auf eine zufällige URL des Formats https://notes.example.org/abcde weitergeleitet, unter der gleichzeitig eine neue Notiz angelegt wird. Unter dieser URL ist und bleibt die Notiz dann dauerhaft erreichbar. Will man eine bestehende Notiz öffnen oder auch eine neue Notiz unter einer bestimmten URL anlegen, ruft man einfach die entsprechende URL auf. Abgelegt werden die Notizen im Hintergrund als Textdateien in der Form /tmp/abcde.txt, und sie werden auch als Textdatei ausgeliefert, wenn man die Seite mit curl oder wget aufruft.

Es ist schon ultra-minimalistisch, was der spanische Entwickler Pere Orga hier geschaffen hat. Die Anwendung umfasst gerade mal 9 kB (5 kB davon entfallen auf das Favicon) und kann selbst gehostet werden auf einem Apache- oder Nginx-Server. Vorbild war der Service 'notepad.cc', der vor einigen Jahren den Dienst eingestellt hat.

Auch wenn es einige Alternativen gibt, eigene Notizen auf dem eigenen Server sind doch nochmal interessanter. Dann sind auch Änderungen wie angepasstes Design oder Passwortschutz machbar, und eigene Erweiterungen kann man auch hinzufügen. Aber – will man das wirklich?

Quelle: https://github.com/pereorga/minimalist-web-notepad