Kurzgeschichte
Wie Mama 2026 ihre Gewohnheiten ändert und dabei die Welt ein kleines bisschen besser macht
Und das zusammen mit Camperinnen über 50 in einer freien Gesellschaft!
Beim Jahreswechsel passieren zwei Arten von Dingen: Erstens: Gute Vorsätze werden geboren. Zweitens: Gewohnheiten zeigen, wie sie wirklich funktionieren. Das fiel auf, als im internen Chat der Camperinnen plötzlich die Frage auftauchte:
Nutzungsrealität vs. Idealismus – oder Gewohnheitsumstellung mit einem Kompromiss-Ansatz statt dogmatisch. Mama hat die Frage aufgeworfen.
Aber von vorne:
Mama hatte beschlossen, 2026 ihre Gewohnheiten zu ändern. Nicht alle – nur die wirklich wichtigen. Die, von denen sie seit Jahren sagt: „Das ändere ich dieses Jahr!”.
Der Auslöser war ein Dienstag. Dienstage sind gefährlich. An Dienstagen liest Mama Artikel. Diesmal über den Digital Independence Day – und direkt danach über digitale Abhängigkeiten, Navigation und warum manche App mehr über sie weiß als ihre beste Camper-Freundin Gabi, die immerhin weiß, wo Mama den Ersatzschlüssel versteckt.
„Ich will nicht, dass Google weiß, wo ich parke!“, sagt Mama. „Google weiß nicht, wo du parkst“, sage ich. „Doch!“, sagt Mama. „Vielleicht weiss man da sogar, wie schief ich stehe.“
Mama löscht Google Maps. Nicht nur aus Protest. Mehr aus Trotz.
Am nächsten Tag fährt sie mit dem Camper los. Deutsche Camperinnen über 50 sind eigentlich keine klassische Zielgruppe für digitale Unabhängigkeitsbewegungen. Sie stehen mitten im Leben, gewohnt, dass Produkte wie erwartet einfach funktionieren. Sie tragen Funktionsjacken, haben Klappstühle dabei und eine Meinung zu allem – besonders zu Apps und Benutzerfreundlichkeit. Viele haben die stressige Phase ihres Lebens hinter sich und nun Zeit, das zu tun, was sie wirklich interessiert. Manche möchten sich nicht mit vermeintlich schlechter Software abgeben; für andere ist es aber gerade jetzt wichtig, das Richtige zu tun.
„Ich nutze jetzt was Neues“, sagt Mama stolz auf dem Stellplatz. „Aha!“, sagt Brigitte. „Und funktioniert das?“. „Nein“, sagt Mama. „Aber es fühlt sich freier und richtiger an.“
Sie nutzt irgendwas, was sehr gut sein soll, aber aussieht, als hätte es ein Nerd gebaut, dem es an Einfühlungsvermögen fehlt.
„Man muss nur kurz die Layer einstellen“, sagt Mama, “so als wüsste sie genau, was sie da tut”. „Die was?“, fragte Gabi. „Egal“, sagt Mama. „Hauptsache, niemand trackt mich.“
Sie verfahren sich. Nicht absichtlich. Aus Prinzip – oder weil Mama so schlecht nachgeben kann.
Abends um die große Stumpenkerze in der Glaslaterne sitzend, diskutieren sie über Freiheit – nicht die große, sondern die praktische.
Mama meint: “Freiheit ist, wenn man offline navigieren kann.” “Oder wenn man sein Navi nicht mehr wissen lässt, dass man schon wieder an der Tanke war.” Oder wenn man einfach sagt: „Ich brauche diese eine spezielle App jetzt nicht mehr. Ich bin selbstbestimmt, weil ich mit Alternativen vertraut bin und Entscheidungsspielraum habe.“
Alle anderen meinen: “Es reicht eigentlich, wenn alles ganz einfach funktioniert.”
Mama war schon immer eine Quertreiberin – sagt Opa immer.
„Früher war ich bequem“, sagt Mama und rührt im Kaffee. „Heute bin ich bewusst unbequem.“
Alle blicken mitleidig auf sie.
Am dritten Tag installiert sie eine weitere App, die laut Kommentaren einfacher sein soll. „Das ist der Kompromiss“, sagt sie. „Ich werde nicht gleich zur Digital-Daten-Asketin. Ich will nur nicht komplett gläsern sein.“
Die Camperinnen nicken verständnisvoll. Sie kennen das. Fast jede hat irgendwann einmal beschlossen abzunehmen – ein paar Kilo weniger, für das Aussehen, die Gesundheit und die Hose, die wieder besser sitzen soll.
Die radikale Nulldiät hat nie funktioniert. Nachhaltig war es, sich erst einmal eine weitere Jeans zu kaufen und dann dranzubleiben. Irgendwann haben sich Bewegung und Gemüse dann fast unbemerkt ins Leben eingeschlichen. Wie bei der abendlichen Schokolade, nur umgekehrt. Jetzt transparent und selbstbestimmt.
Einige überlegen, es Mama gleichzutun und parallel einmal eine der anderen Apps auszuprobieren. Vielleicht erst einmal heimlich. Das mit dem Abnehmen hatte ja auch sein Gutes, obwohl es vorher bequemer war.
Mama navigiert jetzt mit zwei Apps: Eine für den Komfort, wenn es gerade wichtig ist oder sie sowieso genervt ist. Eine fürs Gewissen, wenn sie Zeit und Muße hat und sich auf Neues einlassen möchte.
Außerdem schaut sie immer mal über den Tellerrand in das große Angebot an Navigationssoftware und probiert das eine oder andere aus. Dümmer wird sie dabei nicht! Und manchmal findet sie eine Funktion, die sie so schon länger gesucht hat. GPX Tracks zeichnet sie mit OSMAnd auf, wenn sie gerade wieder ihre Smartwatch verlegt hat - diese Funktion hätte sie bei Google Maps nie gefunden. Und in Organic Maps ist es möglich, die Entfernung auch per Luftlinie zu berechnen, das gefällt ihr. Das kann Google Maps zwar auch, aber lange nicht so benutzerfreundlich.
Manchmal verirrt sie sich trotz der vielen Apps irgendwo in der Welt. Das nimmt sie billigend in Kauf, bei all dem Neuen, das sie erlebt und lernt. Das wirkt sich bestimmt positiv auf die Anzahl ihrer Gehirnzellen aus.
Außerdem landet sie dann manchmal irgendwo, wo sie sonst nie hingekommen wäre, trinkt Kaffee und schaut dabei auf ein kunterbuntes Fahrrad mit der Aufschrift: „Las únicas cadenas que te dan libertad son las de tu bicicleta. Oder: "Die einzigen Ketten, die dir Freiheit geben, sind die deines Fahrrads.“
Und sagt: „Siehst du? "Weil ich mich nicht mehr an eine App kette, ist die Welt ein kleines bisschen freier geworden.“
Und Google weiß nicht mal, wo sie gerade ist. Mama hat die Position im internen Chat der Camperinnen via Organic Maps geteilt: https://omaps.app/0n3eFEo4Q0/Kartenpunkt Halt eine Quertreiberin.
Vergleich von Apps
Mama ist natürlich nur eine Kunstfigur. Aber ihre Situation ist real – und weit verbreitet.
Navigation gehört zu den unscheinbaren, aber kritischsten digitalen Alltagsfunktionen. Kaum jemand plant heute noch eine Reise ohne digitale Karten. Ich wage zu behaupten, dass in Deutschland fast jeder täglich das Navi nutzt, obwohl er teilweise sogar den Weg kennt. So wie früher der Atlas in jedem Auto zu finden war, fährt heute immer ein Navi mit. Routenführung, Verkehrslage, Öffnungszeiten, Bewertungen – heutzutage in der Regel via Google Maps alles jederzeit verfügbar. Doch gerade hier ist die Abhängigkeit von einzelnen großen Anbietern besonders hoch.
Der Digital Independence Day lädt dazu ein, diese Abhängigkeiten bewusst zu hinterfragen – nicht dogmatisch, sondern pragmatisch.
Müssen wir wirklich Dinge, die wir als problematisch einschätzen, sofort ersetzen? Oder gibt es einen Weg, Komfort und digitale Selbstbestimmung miteinander zu verbinden? Hat digitale Selbstbestimmung mit Hilfe von freier Software anstelle von proprietärer Software vielleicht gute Seiten, die man nicht auf den ersten Blick sieht und sich deshalb ein genaueres Hinsehen lohnt?
Digitale Unabhängigkeit beginnt mit Alternativen – nicht mit Verzicht
Dieser Artikel wirft einen subjektiven Blick auf vier Navigation-Apps: Google Maps, OsmAnd, Organic Maps und Mapy. Es gibt viele mehr. Ich habe diese vier gewählt, weil sie wichtige Punkte aufzeigen, nämlich Benutzerfreundlichkeit oder “alles funktioniert out of the box”, Datenschutz und Selbstbestimmtheit.
Google Maps
Vorteile
- Extrem benutzerfreundlich
- Fast jeder kennt es und man kann sich gegenseitig helfen
- Sehr zuverlässige Navigation für Auto, ÖV, Fahrrad und zu Fuß
- Echtzeit-Verkehrsdaten, Stau- und Unfallmeldungen
- Riesige POI-Datenbank, Öffnungszeiten, Bewertungen
- Nahtlos integriert in Android und viele Webdienste
Nachteile
- Vollständige Bindung an einen Anbieter
- Umfangreiches Tracking von Standort- und Nutzungsdaten
- Offline-Nutzung eingeschränkt
- Geschlossene Software, keine Kontrolle über Datenverarbeitung
- Mitmachen ist möglich. Der Konzern entscheidet allerdings, ob Ergänzungen oder Korrekturen integriert werden und ganz wichtig: wann und wem die Daten angezeigt werden.
Fazit: Google Maps funktioniert hervorragend – genau deshalb ist der Abschied so schwer. Der eigentliche „Preis“ wird nicht in Geld, sondern in Daten und mit Abhängigkeit bezahlt.
OsmAnd
Vorteile
- Open Source
- Über F-Droid frei verfügbar
- Nutzt OpenStreetMap-Daten, ein Projekt, bei dem jeder mitmachen kann.
- Datenschutzfreundlich, keine Tracker
- Vollständig offline nutzbar
- Sehr viele Einstellungsmöglichkeiten (Profile, Kartenstile, Navigation)
- Keine verpflichtende Datensammlung, alle Daten können lokal bleiben.
Nachteile
- Komplexe Benutzeroberfläche
- Überfordert Einsteiger schnell
- Teilweise träge Performance auf älteren Geräten
- Einige Funktionen nur in der Bezahlversion sinnvoll nutzbar
Fazit: OsmAnd ist mächtig – aber nicht einladend. Für technisch versierte Nerds ein Traum, für Alltagsnutzer oft eine Hürde. Digitale Freiheit erfordert hier echte Lernbereitschaft und ein Überwinden der Komfortzone.
Organic Maps
Vorteile
- Open Source
- Über F-Droid frei verfügbar
- Datenschutzfreundlich, keine Tracker
- Sehr schnelle und schlanke App
- Vollständig offline nutzbar
- Klare, einfache Benutzeroberfläche
- Keine verpflichtende Datensammlung, alle Daten können lokal bleiben.
- Nutzt OpenStreetMap-Daten, ein Projekt, bei dem jeder mitmachen kann.
Nachteile
- Keine Verkehrsdaten in Echtzeit
- Weniger Zusatzinformationen (POIs, Bewertungen)
- Weniger geeignet für komplexe Routenplanung
Fazit: Weniger ist mehr. Organic Maps trifft einen Sweet Spot: genug Funktionen für den Alltag, ohne Datenhunger. Ideal für Freizeit, Reisen und Navigation, bei deren Daten man mitbestimmen können möchte: Fehlt einem eine Verbindung auf der Karte oder ist etwas nicht mit der richtigen Oberfläche gemappt, kann man es in der OSM-Datenbank korrigieren oder per Note korrigieren lassen.
Anmerkung der Redaktion: Wir empfehlen, CoMaps anstatt Organic Maps zu verwenden. Die Gründe findet ihr hier.
Mapy
Vorteile
- Sehr benutzerfreundlich
- Schöne Karten, gute Routenplanung
- Offline-Karten verfügbar
- Konto nicht zwingend notwendig
- Gute Web- und App-Version
Nachteile
- Kein Open Source - proprietäre Software
- Serverstandorte und Datenverarbeitung nicht vollständig transparent
- Weniger Community-Kontrolle als bei Open Source Projekten
Fazit: Mapy ist interessant für alle, die Komfort wollen, aber den Marktführer meiden möchten oder denen ein europäischer Anbieter wichtig ist. Ein Schritt in die richtige Richtung, wenn man vorher einen fast Monopolisten nutzte – aber kein vollständiger Bruch mit proprietären Modellen.
Datenschutz, Open Source und Benutzerfreundlichkeit? Muss man sich entscheiden?
Muss man sich damit befassen und entscheiden? Sogar als sich ganz unabhängig fühlende Camperfau im Ruhestand? Hier wird es spannend – und ehrlich.
Der Anspruch, ausschließlich freie und datenschutzfreundliche Software zu nutzen, scheitert im Alltag oft an Zeitdruck, Gewohnheit und Stress. Gerade bei Navigation gilt: Sie muss unfallfrei funktionieren – zuverlässig, ohne Frust und Umwege. Jeder, der schon einmal versucht hat, andere von vermeintlich besserer Software zu überzeugen, kennt das.
Am Ende rechtfertigt man sich entweder für die vermeintlich schlechte Empfehlung oder wird zur dauerhaften Support-Hotline.
Der Digital Independence Day soll deshalb kein Tag der Selbstüberforderung sein. Vielleicht ist es eher ein Tag der Gewohnheitsänderung.
Niemand muss, jeder kann. Wer über den Tellerrand schaut, sieht mehr. Am Ende ist es wie mit der Schokolade: Vielen wird klar, dass Bequemlichkeit all die Jahre teurer war. Und die Über-den-Tellerrand-Guck-Helfer haben in jedem Fall einen Vorteil – lernen tut man immer etwas, im besten Fall gewinnt man neue Gleichgesinnte.
Ein möglicher Kompromiss für Platzhirschfreunde
-
Google Maps als täglichen Begleiter auf Abruf.
-
Mapy oder Organic Maps einmal monatlich am Digital Independence Day und immer mal wieder zwischendurch, wenn es gerade entspannt ist
-
Optional: OsmAnd als langfristiges Lernprojekt für mehr Unabhängigkeit.
So entsteht kein radikaler Bruch, sondern ein bewusster Übergang. Jede neue Erfahrung ist ein Schritt in Richtung digitaler Selbstbestimmung. Wissen ist Macht, weil es Alternativen möglich macht. So holt eine Gesellschaft sich Macht stückchenweise zurück!
Digitale Unabhängigkeit ist kein Schalter. Sie ist ein Weg. Und jeder Weg beginnt – mit der richtigen Karte. Und um noch eine Floskel zu beanspruchen: Der Weg ist das Ziel!
Quellen:
Das Foto mit dem Rad habe ich selbst aufgenommen.

Ich hab OsmAnd schon seit ein paar Jahren auf dem Handy, aber eine Bezahlversion? Ist mir noch nie untergekommen.
Welche Funktionen sind da denn noch zusätzlich verfügbar? Die App kann doch schon jetzt mehr, als ich jemals durchblicken werde! Ich hab die Karte damals über f-droid installiert. Kann es sein, dass da alle Funktionen einfach so funktionieren?
Doch, es gab schon immer eine (mehrere) Bezahlversionen. Siehe hier: https://osmand.net/pricing Ich selbst verwende OsmAnd Plus seit ewigen Zeiten. Irgendwann habe ich dafür bezahlt, weil mir die unbegrenzten Offline-Karten wichtig waren. Die meisten Anwender:innen sind mit der kostenlosen Version aus F-Droid mehr als gut bedient. OsmAnd ist ein Funktionsmonster. Die meisten werden diese Fülle nicht brauchen und sind mit CoMaps besser und einfacher unterwegs. Ich habe schon viele alternative Karten-Apps ausprobiert, falle aber immer wieder auf OsmAnd zurück, weil ich dann doch die eine Spezialfunktionen brauche.
Danke für dein Feedback! Einen Überblick über die Bezahl-Funktionen von OsmAnd findest du hier: https://osmand.net/pricing/. Für mich persönlich sind die unbegrenzten Kartendownloads und die Kartenupdates wichtig.
Die F-Droid-Version ist laut Wiki OpenStreetMap in der Nutzung praktisch unbegrenzt, abgesehen vom OsmAnd Cloud-Datenbackup. Wenn die Software mag, hindert dies aber nicht das Projekt durch einen Kauf zu unterstützen.
Ein paar nischige Komfort-Features sind wohl tatsächlich im Abo zu haben. Schau mal hier: https://www.osmand.net/pricing unter "Pro Features". Stündliche Map-Updates, Wettervorhersage zum Überlagern, Höhenprofil-Widget? Ich bin mir auch unsicher wie aktuell das ist, die F-Droid Version (OsmAND~, die mindestens PLUS entspricht) wird dort nicht erwähnt, bietet mir aber trotzdem einige Features an, die angeblich in PRO sind (z.B. eine Wettervorhersage oder auch Cloud Backup Account, ausprobiert habe ich die Nützlichkeit aber noch nicht).
Das Abo (wie auch eine wirklich stark abgespeckte Starter-Version) wird dir natürlich nur über Bezahl-Appstores wie die von Google angeboten, nicht bei F-Droid.
Ich persönlich nutze auch OsmAnd~ und habe auf dem aktuellen Handy noch nichts anderes drauf, werde aber vermutlich Google Maps für Notfälle mal ins separate Profil mit Googlediensten packen. Wenn man mit dem Rad pendelt braucht man das Navi deutlich seltener als täglich und für Öffis gibt's spezialisierte Apps die das besser können (auch wenn Google Maps da vermutlich etwas aufgeholt hat im Vergleich zu vor ein paar Jahren).
Mein Bruder hat der Einfachheit wegen CoMaps installiert und damit gestern seine erste Bergwanderung geplant, schien soweit zufrieden.
Ich habe damals OSMand gekauft um das Projekt zu unterstützen. Wenn OSMand mal "richtig" eingestellt ist kann es auch eine technisch nicht so versierte Person bedienen. Ich liebe die Layer, speziell mit aktuellen Swissimage Luftbildern. 🤩 Und Mapilary ist auch cool. Ach übrigens: Luftlinie geht auch, einfach "Flugzeug" wählen. Irgendwie logisch oder (wenn man es weiss!)?! 😂
Ich würde zu CoMaps anstelle von Organic Maps greifen. Das ist ein Fork von Organic Maps, da diese wieder kommerzielle und Community-fremde Absichten haben.
Ja, du hast sicher recht und das hat die Redaktion auch so angemerkt. Ich habe bisher noch wenig Erfahrung mit CoMaps gesammelt. Da der Schwerpunkt des Beitrags jedoch vor allem darauf liegen sollte, wie man den Übergang gestalten kann, habe ich mich für Organic Maps entschieden. Diese App kann ich mit gutem Gewissen als Beispiel für eine übersichtliche, nicht überfrachtete und zugleich stabile Anwendung angeben.
Guter Artikel, der auf unterhaltsame Weise den Spagat verdeutlicht, dem wir uns häufig unterziehen müssen.
"Die" Navigation gibt es meiner Erfahrung nach übrigens nicht. Auto, Fahrrad, zu Fuß, da sind durchaus innerhalb einer App Unterschiede, meine Bekannten verlaufen sich regelmäßig mit Google Maps.
Google fürs Auto brauche ich dank Magic Earth überhaupt nicht. Das ist nicht frei, aber datenschutzfreundlich und immerhin europäisch.
Auf dem Fahrrad und zu Fuß navigieren geht wunderbar mit CoMaps (Fork von Organic Maps https://gnulinux.ch/searchResult?search=Comaps)
Ja. Ich denke auch, dass es die eine Navigation nicht gibt. Genauso sollte man bei Empfehlungen vorsichtig sein: Was der eine als einfache Radtour bezeichnet, kann für den anderen selbst zu Fuß schon problematisch sein.
Umso wichtiger ist es, dass man selbstbestimmt den Routing-Algorithmus findet, der genau das macht, was man möchte.
Ich verwende OrganicMaps bzw. CoMaps seit ca. 2 Jahren auf dem Smartphone. Google Maps habe ich gelöscht. OrganicMaps verwende ich sowohl für die Navigation im Auto als auch für Wanderungen. Funktioniert hervorragend! Sofern ich ab und zu mal auf aktuelle Verkehrsinformationen zugreifen möchte, startet meine Beifahrerin auf Ihrem Smartphone mal kurz Google Maps. Aber in 99% der Fälle benötige ich Google Maps nicht.
Ich finde nicht, dass man einen einzelnen Anbieter grundsätzlich meiden muss. Wichtig ist in meinen Augen nur, dass kein Anbieter zu viel Macht bekommt. Das, was du beschreibst, zeigt das ja sehr schön: Du nutzt OrganicMaps/CoMaps zuverlässig für fast alles, greifst nur in Ausnahmefällen auf Google Maps zurück. Genau so ein selbstbestimmter Umgang mit Tools halte ich für sinnvoll.
Auf "Komoot" kann ich neuerdings meine eigenen Tracks nicht mehr downloaden!, und abgesehen von dem "Satelliten Layer" kann ich mit Google Maps quasi nichts anfangen. Mit entsprechenden Einstellungen ist auf dem Desktop "Youtube" unbenutzbar, was offenbar ebenfalls Absicht ist.
Auf dem Telefon habe ich u.a. OSMAnd und www.openstreetmap.org sowie 'marble' auf dem Rechner. Zusätzliche "Layer" in OSMAnd habe ich bislang nur ansatzweise ausprobiert (Radwege!).
Bislang SCHEITERE(!) ich noch an einer "radikalen Umstellung" auf meinem Telefon mit "Android", bzw. an einem Kompromiss in Form von "LineageOS" o.ä. (obwohl ich außer einem Android/Linux System dort nichts bräuchte). Auf den Telefonen ist –aus meiner subjektiven Sicht– das "Distributionsmodell" leider absolut JENSEITIG! ...Scheinbar also fast wie ich! D:
Ich verwende OrganicMaps schon sehr lange. Die Offline-Nutzung und die Sparsamkeit an Datensammlung finde ich gut. Als Alternative hatte ich immer die im Fahrzeug verbaute Navigation verwendet oder mein TomTom Navigations-Gerät. Beide umständlich, wenn es um neue Adressen geht, das geht mit OrganicMaps sehr entspannt. Was mir auch gefällt, die Datenbasis ist OpenStreetmap. Und auch die Anzeige der Karte orientiert sich an OpenStreetmap. Sehr detailreich und sowohl als Navigator als auch zur Orientierung in fremden Städten immer ein Highlight.
Google Maps als Navigator zu verwenden, darauf würde ich nie kommen. Ständig Online-Verbindung vorausgesetzt, keine gute Idee mit Volumen-Tarif oder Roaming im Ausland. Auch wenn mittlerweile die Tarife viel mehr Volumen als noch vor 10 Jahren haben, oder auch das Roaming nicht mehr so teuer wie vorher, trotzdem ist Offline-Nutzung sehr entspannt, auch ohne Netz (in den Bergen oder im Wald).
Paar mal hab ich Apple Karten verwendet, was mir da nicht so gefällt ist die mit wenigen Informationen versehene Kartenstruktur. OrganicMaps bzw. OpenStreetmap scheint etwas "oldschool" zu sein, mir gefällt aber das Design und die Detail-Tiefe. Klare Strukturen und leichte Orientierung.
Ok, Straßensperren, Verkehrsfunk oder dergleichen fehlt, das kann schon mal für eine unangenehme Überraschung sorgen. Man kann aber auch ohne Google rausfinden wie die Verkehrssituation z. B. auf der Urlaubsfahrt sein wird, indem man z. B. mit dem TomTom Navigator (online) checkt wo es Straßensperren gibt. Das kann man dann ja bei der Offline-Planung berücksichtigen.
In einigen Fällen können Sie zur Wahrung Ihrer Anonymität die Webversion eines proprietären Kartendienstes in einem privaten Tab Ihres mobilen Browsers öffnen. Mir gefallen die Straßenpanoramen und die Adressen von Supermärkten.
Anstelle von Google Maps gehts auch, die App GMaps WV aus F-Droid zu verwenden, wenn z.B. Lineage installiert ist. Halt eine Wrapper-App der Webversion, einfacher zu händeln. Der Vorteil der Bewertungen in Google Maps sollte relativiert werden, weil schon länger negative Bewertungen einfach gelöscht werden. Die betreffende Location braucht nur Beschwerde einreichen und Google macht das dann auch.
Magic Earth war bis vor kurzem mein Top-Favorit fürs Auto, obwohl proprietär, aber kostenlos und angeblich privatsphäreorientiert. Nun gibt es eine komplett neu entwickelte Version, die was kostet, aber leider (noch) ein schwaches Bild abgibt. Trauriger Fall, aber Besserung ist gelobt. Positiv ist, dass es auch eine Bezahlversion ohne Playstore gibt und ja, immer noch privatsphäreorientiert sein soll.
CoMaps kommt sehr symphatisch rüber, auch fürs Auto, dort fehlen mir aber die Alternativrouten, wie bei Magic Earth.
Routenvorschläge fürs Radfahren in Osmand werden noch besser, wenn zusätzlich die BRouter-App aus F-Droid als Co-App installiert wird. Die Einrichtung ist aber nicht ganz trivial.