GNOME Karten

Fr, 12. Februar 2021, Ralf Hersel

Wenn ich Kartenmaterial brauche, verwende ich meistens OpenStreetMap im Webbrowser, obwohl ich eigentlich lieber Desktop-Anwendungen benutze. Bei den Karten-Apps hat mir bisher noch keine richtig gefallen. Entweder sind sie zu kompliziert oder uralt. Unter den neuen GNOME-Apps, wie zum Beispiel Kalender, Kontakte, Musik, Fractal, usw., befindet sich auch GNOME-Maps (Karten). Diese Anwendung hatte ich in der Version 3.36 bereits getestet und für unbrauchbar empfunden. Mit der aktuellen Version 3.38 hat sich meine Meinung ins Gegenteil gekehrt.

Allen neueren GNOME-Apps ist das einheitliche Design und der für GNOME typische minimalistische Ansatz gemein. Die Anwendungen sind funktional nicht überlastet, sondern konzentrieren sich auf das Wesentliche. So auch die Karten-Anwendung. Darin gibt es eine normale Kartenansicht und eine Satellitendarstellung. Das Kartenmaterial stammt von OpenStreetMap und wird mit Mapbox gerendert.

Über die Menüleiste kann man die eigene Position auf der Karte anzeigen lassen, den Kartenstil umstellen, sowie Zoomen. Mit dem Suchfeld kann nach beliebigen Begriffen gesucht werden: Orte, Flüsse, Geschäftsarten, Sehenwürdigkeiten, usw. Wählt man ein Suchergebnis aus, wird die Position mittig angezeigt. Ausserdem wird auf die höchste Stufe auf das Objekt gezoomt, was ich nicht gut finde. Das Heranzoomen an sich ist in Ordnung, aber nicht bis auf die Grösse eine Kanaldeckels (Autor übertreibt). Neben der Suche gibt es einen Stern, mit dem die Favoriten in einer Liste angezeigt werden, falls man solche definiert hat. Mit der Pfeil-Schaltfläche wird der Dialog für die Navigation angezeigt.

Auf der Karte selbst wird das übliche Scrollen, Zoomen und Positionieren mit der Maus unterstützt. Nach einem Rechtsklick öffnet sich ein Kontextmenü, in dem man Routenbeginn, Zwischenziele und Routenende auswählen kann. 'Ort kopieren' legt die Geo-Koordinaten in die Zwischenablage und die Funktion 'Zu OpenStreetMap' hinzufügen, macht genau das, was sie sagt. Nachdem man sich mit seinem OSM-Konto angemeldet hat, kann man Objekte zur Kartendatenbank hinzufügen.

'Was ist hier', öffnet ein Fenster mit Detailinformation zum ausgewählten Objekt. Es gibt eine grobe Beschreibung, Wikipedia-Link und ein Bild, falls vorhanden. Über das Stiftsymbol werden weitere Informationsfelder aus der OSM-Datenbank angezeigt, die man dort gleich ausfüllen oder korrigieren kann, falls man angemeldet ist. Auch von hier kann eine Navigation gestartet werden. Mit dem Sternsymbol wird der Ort in die Liste der Favoriten aufgenommen, bzw. wieder entfernt. Die Teilen-Schaltfläche erlaubt das Kopieren der Adresse und den Versand selbiger per E-Mail.

Die Navigation steht für Fussgänger, Fahrradfahrer, Autos und den öffentlichen Verkehr zur Verfügung. Diese startet man entweder durch Auswahl von Start- und Endpunkt aus dem Kontextmenü oder man blendet zuerst das Navigationspanel ein und wählt dann Start und Ende.

GNOME-Karten hat mit der aktuellen Version einen grossen Sprung nach vorne getan und hat sich zu einer guten Karten-Anwendung mit ausreichender Funktionalität und logischer Bedienung entwickelt.

Quelle: https://wiki.gnome.org/Apps/Maps