openDesk ausprobiert - Teil 1 - Grundlagen

  Ralf Hersel   Lesezeit: 3 Minuten Auf Mastodon ansehen

In dieser Serie werfen wir einen Blick auf openDesk und die darin enthaltenen Komponenten. Wie gut sind sie integriert und taugen sie für den Einsatz im Büro?

opendesk ausprobiert - teil 1 - grundlagen

Inhaltsverzeichnis

  • Teil 1 - Grundlagen (das ist dieser Artikel)

Am Samstag schrieb Golem "Forderung nach kostenlosem Opendesk für Universitäten". Laut diesem Artikel fordert die Gesellschaft für Informatik e. V. (GI) in einem offenen Brief (der uns nicht vorliegt) den Bundesminister für Digitales, Karsten Wildberger, auf, der Subventionierung von Software durch Microsoft an Universitäten eine eigene Lösung entgegenzusetzen. Golem schreibt:

Die GI kritisiert, dass eine durchschnittliche Universität jährlich einen siebenstelligen Betrag für die Nutzung von openDesk aufbringen müsste, während Microsoft mittlerweile seit Jahrzehnten kostenlose Lizenzen für Lehreinrichtungen anbiete. Ein Wechsel sei damit im Grunde ausgeschlossen.

Diese Argumentation der GI halte ich für irreführend, wenn sie schreiben:

Die Lizenzgebühren von openDesk für alle deutschen Universitäten lägen bei ungefähr 130 Millionen Euro, sofern für alle Studenten jeweils die üblichen Lizenzgebühren von 45 Euro gezahlt würden.

Da ich den "offenen Brief" der GI nicht kenne, ist es schwer, die Aussagen aus dem Golem-Artikel einzuordnen. Ich versuche es trotzdem.

Welche Lizenzgebühren? openDesk ist Freie Software und liegt im OpenCode-Katalog der Europäischen Union. Siehe auch hier. Dies gilt auch für alle Komponenten, die openDesk unter einer Oberfläche integriert, nämlich:

Jeder Universität ist es freigestellt, openDesk selbst zu hosten. Dabei fallen keinerlei Lizenzgebühren an. Betrachtet man die Komponenten von openDesk, ist das Selfhosting keine einfache Aufgabe. Da müssen bei den SysAdmins alle Kerzen auf der Torte brennen und der Server-Park sollte potent sein. Viele Organisationen haben weder das nötige Know-how noch die passende Hardware für ein Selfhosting von openDesk. In diesem Fall sucht man einen Anbieter, der die Aufgabe übernimmt.

openDesk schlägt verschiedene Betriebsvarianten vor:

Dazu gibt es optionale Enterprise-Dienstleistungen:

  • Kickstart-Hilfe beim Infrastrukturaufbau
  • Unterstützung bei der Datenmigration
  • Individuelle Anpassungen für spezielle Anforderungen
  • 3rd-Level-Support (bei eigenem Betrieb)
  • 2nd-Level-Support (bei SaaS)

Ausserdem gibt es die freie Community-Edition. Als Open-Source-Software kann die Community-Edition frei genutzt, angepasst und weiterentwickelt werden. Ganz im Sinne digitaler Souveränität und ohne proprietäre Abhängigkeiten.

Vor wenigen Tagen habe ich über das Netzwerk SDS einen Artikel geschrieben und eine Podcast-Folge aufgenommen. Im Rahmen dieses Projektes haben drei Anbieter Installationen von openDesk zu Demonstrationszwecken bereitgestellt. Nach der Anmeldung bei einem der Anbieter hat man fünf Minuten später einen Monat lang Zugriff auf die Demo-Installation.

openDesk vereint alle essenziellen Büro-Anwendungen unter einer einzigen benutzerfreundlichen Oberfläche:

  • Aufgaben
  • Chat
  • Dateien
  • Dokumentenbearbeitung
  • E-Mail
  • Identitäts- und Zugriffsmanagement
  • Kalender
  • Kontakte
  • Notizen
  • Projekte
  • Videokonferenz
  • Wissen

Diese Module werden von einer Reihe bekannter Anwendungen bereitgestellt, die unter der openDesk-Oberfläche integriert sind: Nextcloud, Collabora Online, OpenProject, X-Wiki, Cryptpad, Open-Xchange.

In den nächsten Artikelteilen werde ich mir die einzelnen Komponenten ansehen.

Titelbild: https://www.opendesk.eu/de

Quellen:

https://forum.golem.de/kommentare/sonstiges/digitale-souveraenitaet-forderung-nach-kostenlosem-opendesk-fuer-universitaeten/kostenlose-nutzung-vs.-betriebskosten-und-andere-probleme/187569,7205370,7205370,read.html

https://www.opendesk.eu/de

https://interoperable-europe.ec.europa.eu/eu-oss-catalogue/solutions/opendesk-10

https://gitlab.opencode.de/bmi/opendesk

https://gitlab.opencode.de/bmi/opendesk/deployment/opendesk

https://netzwerksds.ch/

https://netzwerksds.ch/opendesk/

Tags

openDesk, ZenDiS, Souveränität, Arbeitsplatz

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