QGIS-Serie: Teil 1 - Was ist GIS?

Do, 13. Januar 2022, Ralf Hersel

Der Auslöser für diese neue Serie beruht auf einer Weiterbildung über Geografical Information Systems, die ich zurzeit durchlaufe. Aus beruflichen Gründen hatte ich in den letzten Jahren mit der Anwendung QGIS zu tun, um Grenzverläufe und geografische Auswertungen auf Kartenmaterial zu erstellen. Dieses Wissen möchte ich euch nicht vorenthalten, weshalb ich QGIS in einer Serie von Artikeln vorstellen möchte.

Geoinformationssysteme, Geographische Informationssysteme (GIS) oder Räumliche Informationssysteme (RIS) sind Informationssysteme zur Erfassung, Bearbeitung, Organisation, Analyse und Präsentation räumlicher Daten. Geoinformationssysteme umfassen die dazu benötigte Hardware, Software, Daten und Anwendungen.

Geoinformationssysteme werden in vielen Bereichen genutzt, unter anderem in der Geographie, Umweltforschung, Archäologie, Marketing, Kartografie, Stadtplanung, Kriminologie (Verbrechenskarten), Logistik, im Ressourcenmanagement und im Gesundheitswesen. Mithilfe eines GIS ist es Katastrophenschutzbeauftragten beispielsweise möglich, Informationen für Evakuierungspläne zusammenzustellen. Umweltschutzbehörden können bestimmen, welche Feuchtgebiete in besonders bedrohten Gebieten liegen. Marketingabteilungen können herausfinden, in welchen Gebieten neue Kunden gewonnen werden können.

QGIS gilt in Bereich der Geoinformationssysteme als de-facto Standard, ähnlich wie dies Blender im Umfeld der 3D-Visualierung oder VLC bei den Multimedia-Playern erreicht hat.

Das QGIS-Projekt steht auf den Schultern von hunderten von freiwilligen Entwicklern, Designern, GIS-Experten und Unterstützern. Die Haupt-Anwendung ist der QGIS-Desktop zum Erstellen, Bearbeiten, Anzeigen, Analysieren und Veröffentlichung von raumbezogener Information, verfügbar für Windows, Mac, Linux, BSD und Android. Daneben gibt es den QGIS-Server, zum Veröffentlichen von Kartenmaterial für die Öffentlichkeit und den QGIS-Webserver, um Daten direkt im Internet zu publizieren. Es gibt auch QGIS-Anwendungen, mit denen die Bearbeitung und Bereitstellung von Karten auf mobilen Endgeräten ermöglicht wird.

QGIS ist eine professionelle Anwendung, die nicht für alltägliche Kartenbearbeitung gedacht ist, sondern sich eindeutig an berufliche Anwender:innen richtet. Als de-facto Standard im GIS-Bereich, richtet sich das Projekt an Unternehmen, Behörden, Universitäten und alle, die Geoinformationen als Passion oder im Beruf verwenden. Dementsprechend ist die Lernkurve steil und der Funktionsumfang riesig. Vor dem Einsatz von QGIS empfiehlt es sich, eine Schulung zu besuchen oder sich intensiv mit dem bereitgestellten Schulungsmaterial auseinanderzusetzen. Dafür stellt das Projekt ein Benutzerhandbuch, ein Schulungshandbuch, mehrere Tutorien und Bücher zur Verfügung. Darüber hinaus gibt es Supportkanäle, Videos, kommerzielle Unterstützung und Angebote von Universitäten.

Wer QGIS ausprobieren möchte, kann den QGIS-Desktop herunterladen und die Anwendung erkunden. Aber Achtung, die Installation ist gross (zwischen 300 MB und 1 GB, je nach Paketformat) und die anfängliche Erfahrung kann schnell zur Frustration führen, was nicht an QGIS, sondern an der eignen Unwissenheit liegt. Das GUI basiert auf Qt5 und sieht dementsprechend bescheiden aus (persönliche Meinung es Autors).

Daher empfehle ich, den zweiten Teil dieser Serie abzuwarten, in dem ich die Oberfläche und die grundsätzlichen Funktionen von QGIS erklären werde.

Quelle: https://www.qgis.org/de/site/#