Ausgangslage
Wie im vorigen "Aufreger" schon beschrieben, teile ich meine Seminarunterlagen via Nextcloud mit meinen Teilnehmer:innen. Das Verzeichnis kopieren sich die Teilnehmer:innen in ihren eigenen Speicherbereich und dort sollen sie die Möglichkeit haben die Dateien zu ergänzen und fortzuschreiben. Da die Rechte beim Kopieren mit vererbt werden, muss ich allen Teilnehmer:innen volle Bearbeitungsrechte geben. Eigenes individuelles Bearbeiten (annotieren, ergänzen, ...) findet dann aber zwingend und ausschließlich im eigenen Speicherbereich statt, damit der von mir angelegte Ordner jederzeit unverändert zur Verfügung steht.
Da ich diesen Ordner fortlaufend mit neuen Unterordnern, Dateien und Artefakten auffüttere, ist es für die Teilnehmer:innen am praktikabelsten, wenn sie einfach immer das gesamte Verzeichnis kopieren. Damit entfällt das Schauen, welche Dateien Altbestand darstellen und welche neu dazugekommen sind.
Aufpassen muss man nur, dass nicht die zwischenzeitlich selbst bearbeiteten Dateien dann wieder mit dem Altbestand überschrieben werden(!) und wirklich nur neue Daten in den eigenen Verzeichnisbaum wandern.
Jeder Dateimanager (unabhängig vom Betriebssystem) führt eine solche Überprüfung beim Kopieren durch und fragt jeweils bei Duplikaten ab, ob überschrieben werden soll. Das verneint man global für alle diese "Konflikte" und es wandern dadurch ausschließlich neue Dateien in den eigenen Speicherbereich. Die selbst bearbeiteten Dokumente der Teilnehmer:innen bleiben unverändert. So soll es sein, ein super praktischer Workflow.
Was macht Nextcloud?
Leichtfertig sagte ich, dass man das auch direkt in der Nextcloud machen kann. Also den von mir ergänzten Haupt-Ordner, welcher sich in "Freigeben - Mit Dir geteilt" findet, einfach über den schon bestehenden eigenen Haupt-Ordner kopieren.
Doch was macht Nextcloud: Keine Nachfragen, keine Versionsprüfung! Stattdessen wird neben jedem schon bestehenden Ordner, oder auch neben jede schon bestehende Datei mit gleichem Namen der Ordner / die Datei nochmal geschrieben, aber mit dem Zusatz "(1)". Aus Hauptordner wird damit nach dem drüberkopieren also Hauptordner + Hauptordner (1), aus Beispieldatei wird Beispieldatei + Beispieldatei (1).
Somit verdoppelt man also seinen Datenbestand durch das Kopieren zwangsläufig, da einem das Treffen einer Entscheidung, basierend auf einer Versionsprüfung, nicht angeboten wird.
Doppelte Ordner/Dateien sind für mich fast so schlimm, wie Datenverlust.
Einfach schade, dass sich Nextcloud auch hier nicht an etablierte Standards hält, sondern sein eigenes Ding macht.
Lösungsansatz
Wir nutzen Nextcloud nur noch als Datenspeicher und um gezielt Freigaben zuzuweisen; den Nextcloud-Sync-Client als Pipeline. Freigegebene Ordner und Dateien werden ja ebenfalls automatisch synchronisiert und können somit gut auch lokal in den eigenen Speicherbereich (drüber-)kopiert werden.
Dateien managen und editieren, wird also ausschließlich auf Betriebssystemebene erledigt.
Das funktioniert sogar besser, da man nicht zwischen Webanwendung und Betriebssystem hin und her switchen muss.
Der Schaden hält sich also in Grenzen, trotzdem habe ich mich darüber aufgeregt – und deshalb hier zu lesen.
Ressourcen
Quelle der Grafik: www.toonpool.com

Moin, da mir Nextcloud insgesamt zu langsam ist, benutze ich schon eine ganze weile https://opencloud.eu/de und bin zufrieden, collabora alles da. Nachteil, kein Mail, Kalender Client, gibt schlimmeres.
mfg Basti
ich persönlich hab noch nie verstanden, wieso man Nextcloud oder Owncloud braucht. Ich nutze z. B. einfach mein Synology NAS mit Samba. Zuhause einfach per Netzlaufwerk unter macOS und Linux, vom Büro aus auch gerne mal von Windows aus. Mein Linux-Notebook nutze ich auch sehr gerne im Urlaub. Da ist die Konstellation: Notebook --> gl.inet-router per WLAN und Wireguard --> Internet --> gl.inet-router per Wireguard (als VPN-"Server") --> NAS Ich kann also auch im Urlaub ganz bequem und transparent per Samba auf meine Freigaben zugreifen, um Daten hin und her zu schieben.
Und dank Wireguard bin ich auch mit dem iPhone immer (bis auf wenige Ausnahmen) mit meinem Heimnetz per VPN verbunden. Die Ausnahmen sind WLAN-Netze, die Wireguard aktiv blockieren. Oder aber den Zugriff auf dynamische IPs unterbinden. Auch das Verlagern des Wireguard-Ports auf 443 bringt nur bedingt Abhilfe, da UDP auf Port 443 auch entsprechend oft gesperrt wird. Aber Mobilfunk und viele Hotels bzw. Fereinwohnungen lassen VPN durch.
Per Documents kann ich auch Verzeichnisse auf Samba-Freigaben synchronisieren. So z. B. auch meine KeePass-Dateien, die nach "Themen" getrennt sind. So hab ich immer meine aktuellen Paßwörter dabei. Immer per VPN und Samba synchronisierbar, also über keine Cloud. Ebenso kann ich schnell mal dringende Dokumente einsehen. Also wieso noch ein weiterer Dienst neben Samba?
ich hätte ja ganz generell gerne, wenn Dateien einfach überschrieben werden und dabei eine neue Version angelegt würde. Beispiel beim pdf erstellen, jedesmal wenn ich aus einem dokument ein PDF machen möchte, zählt Nextcloud das hoch. Ist doch völlig unnötig.