Routerfreiheit in den Niederlanden

Mo, 9. August 2021, Marco

Die niederländische Behörde ACM, also die Verbraucher- und Marktaufsichtsbehörde, hat neue Regeln bezüglich der Routerwahl veröffentlicht. Innerhalb der nächsten sechs Monaten müssen die Internet Service Provider (ISP) den Kunden die Möglichkeit bieten, dass diese die freie Wahl bezüglich des genutzten Routers haben. Die Free Software Foundation Europe (FSFE) begrüsst diesen Entscheid.

Bei der Routerfreiheit geht es grundsätzlich darum, dass die Endkonsumentin frei entscheiden darf, welcher Router für die Internetverbindung genutzt werden soll. Die FSFE beschreibt, dass diese Richtlinien unter anderem aufgrund des permanenten Einsatzes der FSFE zustande gekommen sind. Eine weitere Motivation für diesen Entscheid sah die Behörde darin, dass ein signifikanter Anteil der Nutzer die Kontrolle selber in der Hand haben möchte. Die Internetanbieter müssen nun also bis zum 27. Februar 2022 die Voraussetzungen erfüllen, dass jede Person die Wahl hat bei der Routerauswahl.

Obwohl die FSFE diesen Schritt als wichtig erachtet, gibt es noch weitere Baustellen. Diese sind:

  • Aktuell bieten die meisten Anbieter wenig bis keinen Support für eigene Geräte.
  • Ausserdem verlangen die meisten Anbieter aktuell, dass die Nutzer weiterhin ein Modem des Anbieters mieten und dieses aufbewahren.
  • Der Grossteil der ISPs bietet nicht denselben Service wie bei den Routern, welche von diesen angeboten werden. Dies ist beispielsweise bei IPv6 der Fall.
  • Ein weiteres Problem sieht die FSFE darin, dass gewisse Fernsehangebote über andere Kanäle laufen und daher nicht mit eigenen Routern funktionieren.

Den letzten Punkt möchte die ACM in Zukunft neu bewerten. Weitere Details finden sich in der Originalmeldung der FSFE und der Publikation der ACM.

Quellen: