Serie: Ralf regt sich auf über PIM in KDE-Plasma

  Ralf Hersel   Lesezeit: 3 Minuten  🗪 12 Kommentare Auf Mastodon ansehen

Die Einbindung von Aufgaben, Kontakten und Kalendern von einem zentralen Server, ist eine wichtige Funktion. Sie ist die Voraussetzung, um persönliche Informationen auf allen Geräten zur Verfügung zu haben.

serie: ralf regt sich auf über pim in kde-plasma

Dieser Aufreger-Artikel ist eine Fortsetzung von: Ralf regt sich auf über CachyOS mit KDE-Plasma. Darin ging es unter anderem um das Einrichten der PIM-Suite mit Nextcloud-Synchronisation. Bitte lest das im vorherigen Artikel nach, damit ich das hier nicht wiederkäuen muss.

Folgt man der KDE-Dokumentation, sieht die PIM-Suite so aus:

  • Kontakt, ist die Klammer, die die PIM-Anwendungen in einer Anwendung zusammenfasst. Dazu gehören:
    • KMail - E-Mails
    • KAddressBook - für die Kontakte (hat nichts mit Kontakt zu tun)
    • KOrganizer - Kalender
    • Akregator - ein RSS-Feed-Reader (gehört nicht wirklich zu einer PIM-Suite)
    • es gibt weitere Module, die in diesem Artikel keine Rolle spielen werden

Die oben genannten Anwendungen lassen sich auch ohne Kontakt einzeln verwenden. Was mich nervt, ist die unglückliche Benennung der Anwendungen, insbesondere bei Kontakt und KOrganizer. Aber egal, wenn sie denn funktionieren. Bis auf Akregator habe ich alle o. g. Anwendungen installiert. Hinzu kommt noch Akonadi, ein gemeinsam nutzbarer Datenverwaltungsdienst. Akonadi bietet Anwendungsprogrammen, insbesondere PIM-Anwendungen wie E-Mail oder Kalenderprogrammen, Lese-, Schreib- und Abfragezugriff auf einheitlich verwaltete Daten und Metadaten. Ob man das braucht, weiss ich nicht.

In Ermangelung einer DAV-Konfiguration in den KDE-Systemeinstellungen, muss man sich selbst darum kümmern. Dazu startet man Kontakt:

Wie ihr seht, fasst Kontakt alle PIM-Apps im linken Panel zusammen. Nun gilt es, die Verbindungen aufzubauen. Ich erspare mir die Erklärung, wie man in KMail seine E-Mail-Konten einrichtet, weil das bei allen Clients ähnlich und unproblematisch abläuft. Viel interessanter ist, ob ich es schaffe, die DAV-Verbindungen für Kalender, Kontakte und Aufgaben zu erstellen.

Dazu gehe ich in die Einstellungen von Kontakt (was für doofer Name) und suche im Dschungel nach einer passenden Option. Na, findet ihr sie?

Offensichtlich ist das nicht. Ich versuche mein Glück beim Menüpunkt: Kalender - Allgemein - Kalender - Hinzufügen. Dort werden verschiedene Dienste angeboten:

Leider gehört Nextcloud nicht dazu. Am ehesten scheint mir "DAV-Groupware-Ressource" geeignet zu sein. Dort kann man Benutzer und Passwort eingeben, was ich seltsam finde. Ich hätte als erstes die Nennung des Servers erwartet. Im nächsten Schritt kann man tatsächlich "Nextcloud" als Server aus einer Dropdown-Liste auswählen:

Was soll man bei "Rechner" und was bei "Installationspfad" eingeben? Bei "Rechner" kann ich nicht die URL meiner Nextcloud eintippen, weil Zeichen unterdrückt werden (https://). Und was soll "Installationspfad" sein? An dieser Stelle endet dieser Artikel.

Fazit

Der Wunsch, PIM-Daten über eine Nextcloud (oder einen anderen Cloud-Dienst) auf alle Geräte zu synchronisieren, dürfte weit verbreitet sein. Leider ist es mir nicht gelungen, eine solche Verbindung herzustellen, doch ich gebe nicht auf.

Nächster Versuch: Thunderbird. Aber nicht mehr heute.

Nachtrag

Dank des Kommentars von Mister64 habe ich die Verbindung zur Nextcloud doch noch zum Laufen gebracht. Bei Rechner (siehe letzter Screenshot) trägt man: nextcloud.example.org ein, also eure Nextcloud-Domain ohne https://. Bei Installationspfad habe ich zuerst / eingetragen und dann gar nichts. Beides funktionierte nicht. Dann habe ich mir die vollständige DAV-Adresse meiner Nextcloud-Kontakte geholt und diese eingetragen. Wo? Das seht ihr hier:

Und dann: Nextcloud, Bearbeiten:

Bei CardDav habe ich die vollständige Adresse zu den Kontakten eingetragen. Danach funktionierten der Kalender, die Kontakte und Aufgaben. Na ja, intuitiv ist das nicht, aber es funktioniert.

Titelbild: https://pixabay.com/photos/man-newspaper-read-information-1483480/

Quellen: im Text

Tags

KDE-Plasma, Kontakt, kmail, KAddressBook, KOrganizer, PIM

Mike
Geschrieben von Mike am 21. August 2026 um 10:00

Bei DAV-Groupware-Ressource müssen schon die Daten der Nextcloud Anmeldung eingetragen werden, sonst funzt das nicht und ja, das ist sehr umständlich. Wenn man die Nextcloud mit 2FA eingerichtet hat, funktioniert es überhaupt nicht, der Client (KDE-Pim) unterstützt das nicht 😒 Ich denke 2FA sollte heut zu Tage Standard sein.

DxU
Geschrieben von DxU am 21. August 2026 um 13:19

Also dafür kann man in Nextcloud ein Applikationspasswort generieren, dass dann nur für diese eine App gilt oder

Mister64
Geschrieben von Mister64 am 21. August 2026 um 14:03

Ja, KDE hat sich mit der PIM-Suite keinen guten Gefallen getan. Bemerkenswert finde ich, dass beim Einsatz von Akonadi der RAM-Verbrauch in die Höhe schießt weil das Ganze an einen lokal installierten (kein Scherz) MariaDB-Server gebunden ist.

Der Dialog zur DAV-Groupware muss so ausgefüllt werden: Rechner: nextcloud.example.org Installationspfad: Alles, was zwischen der Domäne und remote.php stehen würde. Bei nichts, einfach /

Der Haken "Sichere Verbindung verwenden" ergänzt bei Angehakt https:// und bei abgehakt http://

Tobias
Geschrieben von Tobias am 22. August 2026 um 13:28

Aufgrund von Bedenken hinsichtlich der Leistungsfähigkeit von anderen Datenbanksystemen wurde in der Vergangenheit tatsächlich MariaDB/MySQL als Datenbank-Backend für Akonadi gestartet. Mit einer manuellen Umstellung war auch die Nutzung von PostgreSQL möglich.

Inzwischen sind mit aktuellen SQLite-Versionen solche Bedenken geringer und es wird SQLite als Standard-Datenbank-Backend eingesetzt. changes March/April 2023 in KDE PIM

Für eine Migration von MariaDB zu SQLite wird auch eine Migrationsroutine zur Verfügung gestellt. Akonadi change to SQLite

Ich nehme aber mal an, dass bei der aktuellen Einrichtung von Ralf hier bereits SQLite als Backend genutzt wird.

Mister64
Geschrieben von Mister64 am 24. August 2026 um 10:41

Ah, cool. 😅 Danke für das Update. SQLite zu verwenden macht in diesem Kontext auch deutlich mehr Sinn.

Tobias
Geschrieben von Tobias am 24. August 2026 um 16:23

Ja, die Umstellung auf SQLite als Akonadi-Default-Backend ist auf alle Fälle überfällig gewesen.

Auch wenn MySQL/MariaDB etwas pflegeleichter als z.B. PostgreSQL bei Major-Updates ist, dürfte den wenigsten Anwendern bewusst gewesen sein, dass im Hintergrund ein fettes RDBMS läuft. Geschweige denn, was zu tun wäre, wenn auf einmal die PIM-Anwendungen nicht mehr laufen, weil die Datenbank nach einem Update sich weigert aufgrund einer fehlenden Migration hochzufahren.

Tomas Jakobs
Geschrieben von Tomas Jakobs am 21. August 2026 um 20:58

Da lobe ich mir doch den Gnome und Evolution... zentral in den Settings hinterlegt und zack alles in Evolution und den anderen Gnome Apps da. Wer will auch im Nautilus File-Manager.

S0niX
Geschrieben von S0niX am 22. August 2026 um 10:13

Ich kenne die gefragten Eingaben von Thunderbird und auch DAVx5 auf Android. Da das alles abdeckt, kenne ich es nur kompliziert und nicht einfach.

Aber mehr als das einbinden wäre interessant ob das Zusammenspiel auch funktioniert.

Also kann man einen Kalendereintrag anlegen, dort dann Kontakte hierzu auswählen, welche dann eine email mit einer Einladung erhalten und diese annehmen/ablehnen können? Genau das gelingt mir in Thunderbird nämlich nicht, obwohl ich dort email, Kalender und Kontakte habe und dank DAV auch schön synchron auf allen Geräten. Genau das ist es was die Menschen zu MS365 treibt, die starke Integration.

Robert
Geschrieben von Robert am 22. August 2026 um 11:31

Es ist verwirrend das beim Namen der Apps überall ein "K" davorsteht und bei Akregator und einigen anderen KDE Anwendungen jedoch nicht. Es ist verwirrend das der App Name KONTACT heißt und im Artikel immer von KONTAKT die Rede ist :-D ... Ja, das Einrichten der Verbindung zu einem Server ist nicht besonders intuitiv, zum Glück macht man das nur einmal und es ist selten. Bei Email-Clients hat es ebenfalls lange gedauert, bis vernünftige und leicht verständliche Konfigurationsdialoge ihren Einzug fanden.

Viel wichtiger ist jetzt die "Fortsetzung der Aufregung" beim täglichen und tatsächlichen Einsatz der Kontact Suite. Tut sie denn zumindest was sie soll oder gibt es irgendwo böse Aufreger, Glitches und Stolperfallen für Anfänger? Also, ein Profi benutzt natürlich sowieso nur https://orgmode.org/ SCNR :-D

Ferdi
Geschrieben von Ferdi am 22. August 2026 um 16:40

Das prominente K in den Namen der Programme, die für KDE/Plasma entwickelt wurden, hat historische Gründe. Es war als Erkennungszeichen (hupps wieder ein K) gedacht. Wirkt heute etwas ungelenk.

Atalanttore
Geschrieben von Atalanttore am 26. August 2026 um 12:11

Lieber Evolution nutzen und weniger ärgern. Evolution ist bei weitem nicht perfekt und hat eine GUI wie um die Jahrtausendwende, aber zuverlässiger als das KDE PIM Zeug ist es allemal.