Hinweis: Das ist ein Meinungsartikel.
Yeah, endlich regt sich Ralf wieder über etwas auf. Es gab viele Kommentare dazu, dass euch diese Serie gefallen hat, weshalb ich sie gerne fortschreibe. Zur Einordnung sei gesagt, dass ich mich nur künstlich aufrege und diese Artikelserie mit einer Prise Humor gelesen werden sollte. Die Aufreger in diesem Beitrag sind schwer zu finden.
In meinem fortgeschrittenen Alter sollte man sich nicht mehr aufregen, sondern die Dinge so nehmen und geniessen, wie sie sind. Doch weit gefehlt, in mir steckt immer noch der Distrohopper. Ich würde nicht seit 25 Jahren zu diesem Thema schreiben, wenn mir die Vielfalt der freien Distributionen und Desktopumgebungen nicht am Herzen läge.
Also, frisch auf:
CachyOS mit KDE-Plasma
Von mir gibt es viele Artikel, in denen ich KDE-Plasma und CachyOS ausprobiert habe – immer wieder und wieder. Dabei lag meine Motivation in der Information der Community. Heute ist das anders, weil mich der GNOME-Desktop nervt. Er ist zwar optisch schön und ausgewogen, hat aber grosse Defizite, wenn es um Leistung und Einstellbarkeit geht. Deshalb bin ich seit Monaten ernsthaft auf der Suche nach einem neuen Zuhause.
Vor fünf oder sechs Jahren bin ich von Ubuntu auf Manjaro/GNOME umgestiegen und habe es keinen Tag bereut. Diese Kombination ist sehr stabil, dank des Manjaro-Release-Modells. Ja, viele meckern über Manjaro, was jedoch im wahren Leben unbegründet ist, bzw. keine Auswirkungen auf eure Linux-Erfahrung hat. Diese Distro läuft wie eine Eins und bietet eine gute Komponenten-Abstimmung.
Beim GNOME-Desktop sieht das anders aus. Für meinen Geschmack ist es immer noch der schönste Desktop in der GNU/Linux-Welt. Insbesondere durch die Einführung von LibAdwaita und Gtk4 erscheinen die meisten Anwendungen wie aus einem Guss. Doch GNOME hat den langsamsten Desktop auf Erden, mit den höchsten RAM-Anforderungen. Ich habe es schon oft geschrieben: Im Jahr 2026 ist für mich die Performance eine Selbstverständlichkeit, zumindest auf aktueller Hardware. Alle Anwendungen, die länger als einen Wimpernschlag zum Öffnen benötigen, halte ich für inakzeptabel. Auch wenn es nur um ein paar Sekunden geht: Stehlt mir nicht meine Zeit!
CachyOS
Vor ein paar Tagen ist die August-ISO dieser relativ neuen Distro aus Deutschland von Peter Jung und dem Team aus der ganzen Welt erschienen. Mit dieser Version wurden der Installer verbessert und Shelly 3.0 als Paketmanager etabliert. Alle weiteren Neuerungen findet ihr in den Release-Notes. Die Installation läuft wie Sahne und erhält von mir 10 von 10 Punkten.
Das Besondere an CachyOS ist das Abschneiden alter Zöpfe. Wie kaum eine andere Distribution schert sie sich nicht um alte Architekturen und Prozessoren. CachyOS bedient nur noch aktuelle Hardware und lässt damit die Bürde fast aller anderen Distros hinter sich, auch noch den uralten Computer zu unterstützen.
Ja ja, Linux ist das Betriebssystem, mit dem ihr euer altes Eisen retten könnt. Das ist schön und gut, aber warum soll es nicht eine Distribution geben, die sich dem entgegenstellt? Mir gefällt das.
Was gibt es sonst noch über CachyOS zu sagen? Das Paketmanagement ist im Umbruch. Einerseits gibt es den CachyOS-Updater, anderseits ist Shelly als Paketmanager gesetzt. Beide Anwendungen erscheinen im SysTray, und man weiss nicht genau, welche man davon verwenden soll. Hier würde ich mich über eine konsequente Umsetzung freuen. Der CachyOS-Updater kümmert sich ohnehin nur um die Arch-Pakete und ist nicht mehr als ein GUI-Wrapper für Pacman. Shelly lässt selbst in der neuen Version 3.0 noch viele Wünsche offen, ist aber ein grosser Fortschritt zur vorherigen Version.
Shelly 3.0
KDE-Plasma
Nach meinen vielen Versuchen mit dem KDE-Desktop, war ich bislang immer der Meinung, dass es sich dabei um einen Nachbau von Windows95 handelt :) Dieses Vorurteil ziehe ich zurück. Der Installer von CachyOS bietet viele Desktop-Umgebungen an, doch Plasma ist der Standarddesktop. Nach der Installation erhält man ein dunkles Design mit einem schwebenden Dock/Panel/Launcher/Bar (?) am unteren Bildschirmrand. Das kennt ihr alle, weshalb ich lieber meinen KDE-Desktop mit ein paar Modifikationen zeige:
Ralfs KDE-Plasma-Desktop - Erste Iteration
Was habe ich verändert?
- Kontrollleiste (so heisst es richtig) nach oben verschoben
- "Schwebend" aufgehoben, um ein wenig Platz zu sparen
- Häufige Anwendung gepinnt
- Datum in die Mitte verlegt
- Datumsformat angepasst
- Für das Hintergrundbild in den Einstellungen das Modul "Bing Wallpaper" eingerichtet
Ja, ich weiss, was jetzt kommt: "Ralf versucht den GNOME-Desktop nachzubauen". Warum nicht?
Was mir bisher gut gefällt:
- Die Standard-Apps (Dateimanager, Screenshot-Werkzeug, Bildbetrachter, Editor (Kate), Terminal (Konsole oder Alacritty)) gefallen mir alle besser als die Default-Tools bei GNOME.
- Die Geschwindigkeit (was wohl eher an CachyOS, als an KDE-Plasma liegt).
- Die Fenster behalten ihre Grösse und Position nach einem Neustart.
- Es gibt Session-Restore.
- Die vielfältigeren Einstellmöglichkeiten und der Komfort bei den Systemeinstellungen (Suche, Schnelleinstellungen).
Die Aufreger
Jetzt komme ich endlich zum Serienthema. Was mir nicht gefällt, sind:
- Die PIM-Suite verstehe ich nicht. Kontact scheint die Klammer zu sein, die alles zusammenfasst. Bei der Installation werden die anderen Komponenten als Abhängigkeiten angezeigt, aber nicht installiert, wenn man sie auswählt. Das sind: akregator, kaddressbook, kmail, korganizer und zanshin. Also: E-Mail, Kontakte, Kalender, Aufgaben und Journale. Diese Module erschienen erst in Kontact, nachdem ich sie einzeln installiert hatte.
- Die Konfiguration der Kontrollleiste ist gewöhnungsbedürftig. Davon hätte ich euch gerne ein Bild gezeigt, doch das kann das Screenshot-Werkzeug nicht.
- Minimierte Anwendungen haben keinen Indikator in der Kontrollleiste, sondern nur einen kaum sichtbaren grauen Hintergrund hinter dem Launcher-Icon. Woher weiss man, dass da noch Apps laufen? Aber das kann man bestimmt umkonfigurieren.
- Die Konfiguration der Datumsanzeige ist fehlerhaft. Beim benutzerdefinierten Datumsformat hat die Einstellung nichts mit dem Ergebnis zu tun, wie ihr hier sehen könnt:

- Vorhin habe ich die vielfältigen Einstellmöglichkeiten gelobt. Doch die Wahl kann auch zur Qual werden. Wie bringe ich den doofen hüpfenden Cursor weg?
- Mein grösster Aufreger sind die Online-Zugänge (Nextcloud). Diese sind für mich sehr wichtig, weil darüber die gesamte PIM-Synchronisation läuft. In den Systemeinstellungen werden unter dem Punkt "Online-Zugänge" diverse Dienste angeboten, u. a. auch Nextcloud. Ich weiss nicht, warum und wann es passiert, aber plötzlich sind sie weg (nur "OpenDesktop" bleibt übrig). Ich vermute, es hat etwas mit der Installation der PIM-Suite (siehe oben) zu tun.
Es ist klar: Man kann drei Tage intensives Gefummel in KDE-Plasma nicht mit einer zwanzigjährigen Erfahrung mit dem GNOME-Desktop aufwiegen. Andererseits zeigt es jedoch, wie intuitiv sich ein (aus meiner Perspektive) neuer Desktop bedienen und einrichten lässt. Ich bin mir absolut sicher, dass sich meine KDE-Anfängerprobleme in Kürze lösen werden.
Aber Ralf, was ist denn mit COSMIC?
Der COSMIC-Desktop von System76 (Pop!OS) ist eine tolle Neuerscheinung im Bereich der Arbeitsumgebungen. Noch vor ein paar Monaten dachte ich, dass CachyOS mit COSMIC das Beste für mich ist. COSMIC hat viel Potenzial und entwickelt sich schnell, ist aber meiner Meinung nach noch zu unreif für den täglichen Betrieb.
Fazit
Wie angekündigt, hält sich meine Aufregung dieses Mal in Grenzen. Ich verbuche es lieber unter der Rubrik "habe keine Ahnung". Die Kombination aus dem superschnellen und Arch-basierten CachyOS mit dem Konfig-King-Kong KDE-Plasma gefällt mir. Es besteht eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass ich nach Jahrzehnten den GNOME-Desktop verlasse. Viele weitere Tests, die Lust auf etwas Neues und der Wille, zu lernen, werden es zeigen.
Titelbild: selbst gebastelt
Quellen: (viele stehen im Text)



Vieles, gerade in Bezug auf Kontact kann ich gut verstehen. Gerade auch KMail ist echt eine Applikation, die man viel manuell einstellen muss... Trotzdem ist es mir lieber als Thunderbird aus vielen Gründen und KDE ist mir wesentlich lieber als GNOME. Ich würde sogar eher noch Xfce oder LXQt als täglichen Begleiter wählen als dieses Monster an Bevormundung!
Aber was mich irritiert: Was genau stimmt denn mit der Datumsanzeige nicht? Es sieht doch genauso aus, wie du es eingestellt hast: ddd d. MMM yy - = Di. 11. Aug. 26 -
Zum hüpfenden Cursor: Systemeinstellungen -> Farben & Designs -> Mauszeiger -> Oben: "Startanzeige einrichten" -> Mauszeiger-Rückmeldung wählen wie gewünscht.
Hallo Stefan. Ich möchte einen modernen Desktop haben, weshalb Xfce und LXQt für mich weniger infrage kommen. Xfce mag ich sehr auf schwacher Hardware oder in virtuellen Maschinen. Wegen Datum: Schau Dir den Screenshot an. Die Einstellung stimmt nicht mit der Anzeige im Panel überein. Wo ist die Uhrzeit? Danke für den Tipp zum Hüpf-Cursor; werde ich gleich ausprobieren.
Die Uhrzeit ist - leider - immer hinter der Datumsanzeige. Dafür gibt es keine mir bekannte Einstellung. Warum kann ich dir leider nicht beantworten.
Aber du bringst mich auf die Idee, die KDE PIM Suite mal in einer Reihe zu behandeln. Meinst du, das wäre sinnvoll? Oder gab es das schon mal?
Das ist eine gute Idee. PIM-Suites sind generell bei uns unterbehandelt. Zu Evolution gibt es wenig, zu Kontact noch weniger. Mein Cursor hüpft nicht mehr :)
Ich schaue mal, ob ich da was so schreiben kann, ohne dass ich meine Daten preisgeben muss. Man will ja doch was sehen, aber ungern meine E-Mails. :D
...vom KDE direkt habe ich zwar kaum noch Ahnung, aber die Uhrzeitdarstellung dürfte sich ziemlich sicher separat einstellen lassen. Was passiert denn, wenn Du auf "Dokumentation zum ZEITformat" klickst (i.e. anstatt "Datumsformat")? 😇️
PS: Selber habe ich nur LXDE und LXQt, gerade weil da kein Firlefanz dabei ist, LXDE auf dem Netbook geht, und es lässt sich sogar optisch ansprechend gestalten. Einige Sachen suche ich aber tatsächlich heute noch. – Wieso wären die "unmodern"?– (kein) wayland? 👋️
LXQt ist meiner Ansicht nach eher die Zukunft, weil ich schlanke Software bevorzuge. Die hat sich bei mir als stabiler und schneller erwiesen. An Wayland-Unterstützung wird gearbeitet. LXQt unterstützt sieben Wayland-Kompositoren.
LXQt ist wirklich gut, finde ich. Es hat halt eher den modularen Ansatz. Abgesehen von Panel und Settings brauchst du davon nichts nutzen, sondern kannst es so zusammensetzen wie du willst. Auch der Wayland-Compositor ist von KWin über labwc bis Niri wählbar. Dazu noch mit Qt als Basis, also ohne Hacks anpassbar im Design. Sehr gut! Ich benutze es bevorzugt auf Systemen, wo ich entweder nichts an Features explizit brauche, oder wenig Leistung da ist. Meist brauche ich aber Zugang zu Einstellungen von Grafiktabletts und das geht da (bisher) leider nicht.
Ich hoffe halt noch immer, dass es einen passenden Wayland-Compositor geben wird (labwc z.B.), mit dem sich die plank Leiste so einwandfrei verwenden läßt wie vorher.
Bzw. glaube ich verstanden zu haben, daß die –sehr einfache und kleine– plank Leiste sich leider nicht ohne weiteres an "Wayland Verhältnisse" anpassen lässt.
...Was aus meiner Nutzersicht sehr traurig wäre 😢️
Welche DE verwendest Du denn auf Deinem Smartphone, wenn Du Bevormundung so vehement ablehnst? Im Vergleich zu iOS oder Android bietet GNOME auf dem Desktop und Phosh auf Smartphone einen hohen Grad der Individualisierungsoptionen. Plasma Mobile wäre natürlich eine nachvollziehbare Antwort!
DE? Da habe ich Android, weil alles andere leider absolut unbrauchbar ist. Und die Betonung liegt auf "leider". Würde gerne sowas wie Plasma Mobile benutzen (Phosh auf keinen Fall), aber da geht dann halt nichts, schon die Hardware wird ja kaum unterstützt, notwendige Apps erst recht nicht.
Das war Denglisch für Desktop-Umgebung (Desktop Environment). Bei Android gibt es ja gar keine direkt austauschbaren Desktop-Umgebungen wie bei Linux. Das partielle Gegenstück für Android/AOSP sind die Launcher, aber nur an der Oberfläche. Das gesamte System-Design zu verändern schaffen selbst Custom Roms nur teilweise. Posh ist meine meistgenutzte Desktop-Umgebung, mir ist keine FOSS basierende Umgebung bekannt, die ich komplett ablehne. Daher fällt es mir schwer die vehemente Ablehnung von GNOME und Posh zu verstehen, insbesondere wenn man sich laut eigener Aussage mit Andriod abgefunden hat,
Gnome ist keine Bevormundung sondern innovativ, zuverlässig und geht dem Benutzer nicht auf die nerven. Das Design ist erklassig und stimmig. Wir haben auch für jeden Usecase eine GTK-App. GTK ist freie Software, ein Linux-First Toolkit und wird zusammen mit GNOME weiterentwickelt. Was Firmen auch gerne mögen: Es ist Planungssicher. Alles was QT/KDE nicht hat. Immer schön weiterforken.
Die Online-Zugänge sind unter Plasma aktuell leider ziemlich nutzlos. Es wird allerdings schon e an einem neuen System gearbeitet.
Die Nextcloud Zugänge müssen stattdessen in Kontact eingerichtet werden. Ich habe das Gefühl, dass an gesamten PIM Bereich eher weniger gearbeitet wird.
Oh, das ist schade. Ich halte die Online-Konten für ein Killer-Feature. PIM-Sync ist bei GNOME seit Jahren gelöst. Einmal mit Nextcloud in den Systemeinstellungen verbinden, und alle Anwendungen, die etwas damit zu tun haben, syncen darüber. Dann muss man nur noch den Nextcloud-Desktop-Client installieren, um individuelle Ordner-Syncs einzurichten.
Vielleicht verwechsle ich da was. Aber ich habe die Anwendung "Online-Konten" so gesehen, dass sie bei Nextcloud WebDAV nimmt für Dateien (da wäre Nextcloud-Desktop-Client die bessere und schnellere Wahl). Und bei Abruf von Kalender, Kontakten, Tasks nehme ich ja z. B. Thunderbird-CalDAV. Ich wüsste jetzt nicht, wo ich speziell Online-Konten nutzen sollte ...
Ich habe CachyOS mit KDE Plasma auf einen alten Dell 2in1 Tablet installiert. Läuft einwandfrei und ist schnell. Mit Stift für handschriftliche Notizen. Die Kameras werden nicht out-of-thr Box unterstützt. Das Ding ist superschnell ;)
Zur Nextcloud. Die Einrichtung in den Systemeinstellungen erstellen nur einen link im Dolphin/Dateimanager. Möchtest du Synchronisation mit lokalen Verzeichnis, muss man diese mit der "Nextcloud Desktop Synchronisation" extra einrichten. An PIM suite wird aktuell wieder mal richtig gearbeitet, die fehlenden Funktionen sollten im 6.8 oder etwas später kommen. (Siehe auch Artikel der Linux News)
Ich selber bin ein großer Linux/Mint-Fan aber KDE wäre für mich auch die zweite Wahl. Ich mag den Gnome-Desktop leider auch nicht, auch wenn er schön aussieht. Was an Einstellungen da einfach weggespart wird und der Nautilus-Dateimanager ist mir zu abgespeckt. Da finde ich Nemo von Cinnamon oder Dolphin von KDE deutlich besser.
Das Einzige, was mir bei einem Kubuntu-Test mal aufgefallen ist, ist, dass der Kate Editor in KDE keine Zeilenumbrüche anzeigen kann. Ich bin mir auch nicht sicher, ob er Tabs anzeigen kann. Das kann der Xed von Mint sehr gut. Der ist dem Pluma-Editor von Mate nachempfunden, den man sonst als Alternative installieren kann.
Wie hat den der gute Ralf das Zeug überhaupt auf die Platte bekommen? Neuster Installer: "Installation failed". Letzter Installer: "Installation failed". Irgendwann früher hat es mal geklappt, aber das Problem, dass die Systemklänge immer bei 100% bleiben, regt mich so auf, dass ich gerne neu installieren würde (hat das Problem bei einigen gelöst). Andererseits: Eine Distro, die sich gar nicht erst installieren lässt, brauche ich nicht. Der Hype um den Cachy-Murks scheint mir unangemessen. (Übrigens hat Kubuntu 26.10 Daily das gleiche Problem mit den Systemklängen. 26.04 nicht, Tuxedo auch nicht). KDE insgesamt war auch schon mal stabiler. Ich habe viele Freezes vom Desktop. Hoffnung: Tuxedo mit Debian-Basis und Snapper. Bin sehr gespannt. (Debian Trixie mit KDE: völliger Murks).
Ja ja, die Kontrollleiste in Plasma... Oft habe ich KDE/Plasma ausprobiert und jedesmal habe ich deswegend fluchend den Krempel hingeschmissen und bin zurück zu Mint mit Cinnamon. :-)
Was stört dich daran? Sowas ist ja höchst subjektiv und das Schöne an Linux - für jede(n) was dabei ;) Ich finde die Kontrolleiste genial und komme ebenfalls von Mint Cinnamon.
Kannst du was schreiben, was du an COSMIC zu unreif findest? Meine Ansprüche an einen Desktop sind jetzt nicht so hoch, hauptsächlich Fenstermanagement und Programmstarter, ich verwende COSMIC seit alpha 1, wollte es eigentlich nur testen und bin hängen geblieben ;) Das Killerkriterium ist für mich das Tiling und die getrennten virtuellen Desktops pro Monitor, zusätzlich das Window Tabbing.
Das habe ich in diesem Artikel beschrieben: https://gnulinux.ch/zum-wochenende-ein-traumpaar
Ich habe Pop OS auf unterschiedlichen Geräten mal ausprobiert und immer wieder gestartet und upgedatet. An einem Tag hatte ich einfach keine Task Leiste nach dem Booten, musste alles mit Tastenkombinationen starten, beim nächsten booten war sie wieder da. Sowas spannendes kannte man ja sonst nur aus der Windows Welt :-)
Gnome ist nur in seiner Reinform "unflexibel". Mit den entsprechenden Erweiterungen kann man da sehr viel individuell gestalten. (Ja, ich weiß, bei einer neuen Version gehen viele davor erst mal nicht) - dennoch ist Gnome individueller als viele meinen. Zugegeben ist Nautilus kein Dateimanager Highlight, das stimmt. Ich habe KDE mehrfach ausprobiert und bin immer wieder bei Gnome gelandet, weil ich keinen Sinn darin sehe, derart detailliert zu konfigurieren, wie es bei KDE möglich ist. Wozu muss ich Millisekunden bei Klicks einstellen oder aus 25 Animationen auswählen, welche denn nun aktiv sein sollen. Auch die nicht unwichtige Passwortverwaltung für Apps ist in Gnome besser geregelt. Es ist z.B. recht umständlich, Passwörter für AppImages Apps zum automatischen Abruf zu speichern, was in Gnome völlig problemlos und ohne Zutun funktioniert. Ohne Zweifel sieht KDE gut aus und erinnert etwas an vergangene Win Zeiten, aber ich bin bei Linux und da darf es ruhig etwas "anders" (---> Gnome) sein.
Ich finde den Beitrag zu diesem Zeitpunkt lustig, da es mir nach vielen Jahren und neuerlichen Einschränkungen durch Gnome genauso erging und ich kürzlich auf KDE wechselte. Sich endlos durch Gnome-Erweiterungen zu scrollen und darauf zu hoffen, dass sie auch mit der neuesten Gnome-Version funktionieren, empfand ich allmählich als Zumutung. Den Wechsel auf KDE hingegen als Befreiungsschlag um die Hoheit über meinen PC zurück zu gewinnen. Dateien verschieben, kopieren oder ausschneiden? Echt, gibt es bei KDE. Ordner einfärben, geht auch - statt auf irgendwelche seltsamen ungetesteten halbfertigen Themes zurückgreifen zu müssen, deren Installation Terminal-Wissen benötigt und oft nicht funktionieren. Freilich ist KDE nicht nur Sonne, doch ein Lichtblick gegenüber Gnome.
Ich habe das Live-System von CachyOS auf meinem Multiboot Lenovo-Laptop ausprobiert mit der fatalen Folge, dass es mir meinen Grub2 so effektiv zerlegt hat, dass ich nur mit Mühe und Tricks mittels der Supergrubdisk irgend ein Betriebssystem wieder ans Laufen gekriegt habe. Ich probiere gerne und viel aus, aber einen dersrtg heftigen Eingriff ungefragt in ein funktionierendes System habe ich noch nicht erlebt. Davor muss gewarnt werden. Das andere Thema ist KDE, mit dem ich persönlich sehr gerne arbeite. Solange ich meine beruflichen Aufgaben mit Linux erledigt habe, war KDE für mich unverzichtbar, weil es so flexibel ist und für fast jedes Problem eine Lösung hat. Mittlerweile bin ich in Rente und gewinne dem überschaubareren XFCE durchaus so viel ab, dass ich oft tagelang damit arbeite, bis es mich wieder zu KDE zieht. Es ist für einen Ersteinsteiger horrend undurchschaubar, doch wenn man sich durch eine steile Lernkurve gequält hat, belohnt es einen mit einem direkten Arbeitsfluss. Mir hat vor Jahren sehr geholfen dieses hier: https://frumble.de/blog/2017/03/01/manjaro-linux-und-kde-plasma-5-das-frumble-kompendium-2017/ Mittlerweile sagt der Autor, dass vieles veraltet sei; ich habe es nicht überprüft. Womit ich allerdings nicht arbeite, ist die PIM. Damit habe ich sehr zufrieden und auch ästhetisch glücklich gearbeitet bis zur großen KDE-Krise irgendwann vor Corona. Dann stieg ich auf Thunderbird um, bis heute. Und: ich arbeite nicht mit Nextcloud, sondern mit Seafile, dessen Server inzwischen bei mir zu Hause steht. Ich richte das alles händisch ein. An dem Punkt bin ich ein von Apple gebranntes Kind: da ist vieles voreingerichtet, aber dann klappt es doch nicht, ohne dass ich eine Chance auf eine verwertbare Fehlermeldung habe. Insofern mache ich einen Bogen um vieles "Bequeme". Seafile, webdav und sftp, all das klappt ohne irgendwelchen Beschwerden oder auch nur Stirnrunzeln. @Thomas: Bei mir war es umgekehrt. Ich bin an den Leisten von Cinnamon gescheitert, weil ich in ihnen gerne Starter unterbringe, während ich das in KDE als sehr einfach empfinde: im Startmenü auf die gesuchte Anwendung einen Rechtsklick und dann mit Links "zur Fensterleiste hinzufügen" amklicken, fertig. Und klar: Wenn es klappt, empfindet man es meistens als einfach. @Günter: Ich empfinde ein gewisse, kaum präzise zu bestimmenden Ähnlichkeit zwischen KDE und MacOS.
> Doch GNOME hat den langsamsten Desktop auf Erden, mit den höchsten RAM-Anforderungen ...
Na ja, die RAM-Anforderungen von KDE sind auch nicht ohne und beide sind heftig. Nur mal zum Vergleich: Eine x86_64-Installation von Alpine Linux mit Mate belegt nach der grafischen Anmeldung rund 750 RAM. Das dürfte 1/4 bis 1/3 von KDE und Gnome sein.
Ein sehr schöner Artikel. Ich finde es erfrischend zu lesen, wenn mal jemand nicht auf KDE rumhackt. Das habe ich nie so richtig verstanden in all den Jahren. Gnome wirkt auf mich auch wie ein sehr schicker Desktop mit der MIssion, es möglichst einfach zu machen. Ob das gelingt, vermag ich nicht zu beurteilen, weil ich dieses Schema nicht mag. Der Vergleich mit Windows trifft schon zu. Ich kenne KDE seit Version 2.x herum (damals unter Caldera Linux) und fand es schon immer gut, den Desktop umfassend konfigurieren zu können. Oder eben auch Kurzbefehle für alle meine wichtigen Apps. Ich bin der Meinung, dass KDE ein Zielhafen für jeden Nutzer sein kann, sei es Windows, sei es Mac.
Zum Thema CachyOS: Das Abschneiden alter Zöpfe täte bestimmt an einigen Stellen gut. Ich frage mich, wann eine Distri auf die Idee kommt, einfach für alle relevanten x86-Generationen die Pakete bereitzustellen (es gab ja hier mal die Anleitung für den CachyOS Kernel unter Manjaro), und der Paketmanager holt die höchstmögliche Version ab. Ich verstehe immer nicht, warum es ständig eine komplett eigene Distro sein muss, wenn man etwas bestehendes doch auch leicht anpassen könnte. Das ist meiner Meinung nach immer noch der Grund schlechthin, warum es Linux nicht auf den Desktop großflächig schaffen wird.
Vielen Dank für diesen Artikel Ralf,
meine Erfahrungen mit KDE und Gnome sind spannenderweise genau gegensätzlich. Auf einem Lenovo Thinkpad T470 (Baujahr 2017) läuft bei mir seit Jahren ein Ubuntu mit Gnome Desktop und ich bin von der guten Performance sehr angetan. Mein Daily Driver hingegen ist ein 2016er HP Elitebook 840 G3. Dort habe ich nach dem Ende von Windows 10 KDE Neon zum laufen gebracht, aus neugier weil ich mich mal mit KDE auseinandersetzen wollte, und nutze dies nun seit ca. einem halben Jahr. Die Trägheit dieses KDE Plasma Desktops hingegen macht mich gar nicht an. Ja, eine Million Einstellungsmöglichkeiten, hier und da konnte man auch noch mal einen Tick Performance rausholen. Dafür hat mir ein KDE Update zuletzt den Systemboot zerschossen, der nur mal wieder mit viel Linux Frickelei behoben werden musste. Auf einem weiteren Laptop habe ich nun mal Debian mit Gnome installiert um das mal im Blick zu behalten, KDE ist irgendwie nicht so mein Ding...
Viele Grüße Stefan