Trooia will Google anonym nutzen

Do, 11. Februar 2021, Ralf Hersel

Christoph Cronimund stört sich an der Marktmacht und den kommerziellen Interessen Googles. Alternative Anbieter genügen ihm nicht. Also hat er eine Lösung geschaffen. Die NZZ berichtet unter dem Titel „Google anonym nutzen? Wie ein Zürcher den Tech-Giganten austrickst“ über Christoph Cronimund und seine Suchmaschine Trooia:

Zuerst nannte der Zürcher Christoph Cronimund sein Projekt «Noogle», ein zusammengesetztes Wort aus «No» und «Google». Weil er rechtliche Schwierigkeiten befürchtete, hat er es umbenannt, in «Trooia». Die Anspielung auf das trojanische Pferd passt gut zu Cronimunds Hobbyprojekt. Denn seine Webpage ermöglicht es nach eigener Darstellung, die Suchmaschine anonym zu nutzen – was Google eigentlich verhindern will.

„Ich habe mich gefragt: Kann ich eigentlich anonymisierte Suchanfragen an Google schicken, Werbung ausblenden und die Resultate neu aufbereiten – ohne dass Google mich blockiert? Google will natürlich nicht, dass automatisierte Programme seine Suchresultate auslesen. Google will, dass ein normaler Nutzer über seinen Browser Abfragen macht. Weil nur dann Google im Browser Cookies speichern kann, welche den Nutzer beim Surfen im Netz verfolgen.

Ich nutze sogenannte Proxy-Server. Das sind Dienste, die man mieten kann. Wenn Google einen Proxy sperrt, wechselt Trooia einfach zu einem anderen Proxy. So weiss Google nicht, von wo und wem die Suchanfrage kommt“, so Cronimund.

Von NZZ-Artikel ist nur die Einleitung verfügbar, da der Rest hinter einer Paywall steckt. Dennoch hat der Beitrag soviel Interesse geweckt, dass der Trooia-Service zurzeit abgeschaltet ist. Cronimund verweist auf technische Anpassungen, um dem Ansturm gerecht zu werden. Wir werden die Sache weiter verfolgen.

Quellen:

https://www.nzz.ch/technologie/google-anonym-nutzen-wie-ein-zuercher-den-tech-giganten-austrickst-ld.1592202

https://blog.digithek.ch/werbefreie-zuercher-suchmaschine-trooia/

https://cronimund.ch/trooia/