Virtueller Gitarrenverstärker unter Linux

Di, 10. Mai 2022, Daniel Schär

Heutzutage setzen viele Musiker auf digitale Simulationen. Angefangen von Synths, über Drums so hat auch bei ehemals eingefleischten Analog-Fans mittlerweile das Digitale aufgrund der Qualität, Flexibilität und Kosten Einzug gehalten, sodass man öfters auch Gitarrist:innen auf der Bühne sieht, die mit einem digitalen Set spielt. Dazu bietet sich unter Linux guitarix an.

Quelle: guitarix.org

Guitarix ist ein virtueller Gitarrenverstärker, der auf dem Jack Audio Connection Kit läuft. Das Mono-Signal von der Soundkarte wird aufgenommen und wird von einem Hauptverstärker und einer Rack-Sektion verarbeitet. Beide können separat geroutet werden und liefern ein verarbeitetes Stereosignal. Das Rack kann mit Effekten aus mehr als 25 eingebauten Modulen angereichert werden, von einem einfachen Noise Gate bis hin zu Modulationseffekten wie Flanger, Phaser oder Auto-Wah. Die ganze Effektkette kann als Preset abgespeichert werden. Es werden LV2 und LADSPA-Effekte unterstützt, aber keine LinuxVSTs.

Neben den Sound-Effekten bietet Guitarix auch ein Stimmgerät, eine Signalstärkeanzeige und ein MIDI-Modul, mit dem die gespielten Töne in MIDI-Noten umgewandelt werden. Die Bedienoberfläche lässt sich mit einem MIDI-Controller fernsteuern. Das Signal wird mit minimaler Latenzzeit verarbeitet. Mit entsprechender guter Hardware und einem gutem Linux-System sollte die Latenz nicht länger als 10ms betragen, was nötig ist für ein gutes Spielgefühl.

Die aktuelle Version von guitarix ist die 2-0.44.0 und kann über den jeweiligen Paketmanager installiert werden.  

Alternativen zu guitarix gibt es wenige, darunter sicher erwähnenswert Rakarack, welches ebenfalls frei und für Linux ist, oder Tonelib-GFX, welches für Linux, macOS und Windows existiert, aber kommerziell vertrieben wird.  

Quelle: https://guitarix.org/ und https://www.wikiwand.com/de/Guitarix

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Gitarre, Amp Simulation, guitarix